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Es werden Posts vom Juni, 2009 angezeigt.
Lilos 24. Tag – Das Ende
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Und wieder ist Mittwoch.. Traditionell die Abnahme des in der Vorwoche Erarbeiteten unter den strengen Blicken von Guan Shifu. Da so viele Leute heute gehen und gar nicht mehr an dem Vormittagstraining teilgenommen haben, hatte ich still gehofft, dass wir zur Feier des Tages und angesichts der Bruthitze vielleicht mal auf diese Maßnahme verzichten können. Aber nicht doch. Wie immer eröffnet Nat den Reigen, dann ruft Guan mich in den Ring. Diesmal sind es doch schon einige Bewegungen mehr als noch letzte Woche. Zu meiner eigenen Überraschung patze ich nicht, obwohl ich bei den extrem dynamischen Bewegungen ein paar Mal auf dem Gras rutsche. Beifälliges Nicken. Ist doch schon viel besser geworden – nur noch...es folgt eine Aufzählung von 8 oder 9 Punkten an denen ich unbedingt noch feilen muss. Dafür gibt es aber nur einen Stockschlag auf die Pfoten. Könnte schlimmer kommen. Allgemein ist der Meister heute äußerst milde gestimmt. Muss wohl das Wetter sein. Nachdem ich mir einen ruhigen N...
Lilos 23. Tag - Sparring
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In freudiger Erwartung stehen wir in ordentlicher Tempelkleidung zum Abmarsch bereit. Rosalynn und ihr Mann Tom haben sich neue Kleidung schneidern lassen, als wir letzte Woche gemeinsam in der Stadt waren. Sie sind ganz stolz und wir machen alle eine Stoffprobe und lobende Bemerkungen. Tom, der Auslandschinese aus Amerika, der mittlerweile in Singapur lebt, allerdings darauf beharrt, in Malaysia zu wohnen, will immer wieder, dass ich den Preis schätze. Na gut, mein Tipp: 200 Kuai. Falsch – 130 hat der Anzug gekostet. Ob er nicht wunderschön ist? Ja, sehr, wenn man auf mustergewebte Pyjamas aus Kunstfaser steht. Ich persönlich schätze meine Baumwoll-Seiden-Tracht, zu der ich mir noch ein sommerleichtes kurzes Oberteil habe schneidern lassen, irgendwie doch mehr. Aber das sage ich ihm nicht. Guan verkündet, dass wir heute in der Schule bleiben. Nach den üblichen leichten Warm-Ups, bei der wir – die Härtner-Truppe – uns doch gefälligst endlich mal ein bisschen schneller bewegen sollen, n...
Ramona hat Jet-Lag ?
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Jetzt bin ich gerade eine Woche wieder zu hause, angeblich braucht so ein Jet-lag ca. eine Woche. Es kommt darauf an: Am zweiten Tag hab ich mich zum Einkaufen getraut, da war die Verzögerung wirklich deutlich spürbar. Ich stand vor den übervollen Regalen mit 15 Varianten einer Sorte und fragte mich, wer braucht das eigentlich und wozu und hatte deutliche verzögerung bei der Entscheidung. Zum Glück sehe ich das aber nicht nur als Jet-Lag Geschädigte so, sondern auch in der Welt zum Sonntag, war von prominenterer Seite eine ähnliche Bemerkung zu lesen. Ja, es wird einem nicht wirklich leicht gemacht, hier wieder anzukommen. Tageszeitung lesen erscheint mir als ein gutes Mittel, mich mit den Belangen unseres alltäglichen Lebens auseinanderzusetzen: Louis Vouitton verklagt die Kleiderkammer des Deutschen Roten Kreuzes auf 150 000 € Schadenersatz. Einer der hurtigen Anwälte der Nobelfirma hat in einer der DRK Stellen zur Kleiderausgabe an Bedürftige in der Auslage eine Fälschung einer Tas...
Lilos 22. Tag - Endspurt
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Dieser Morgen beginnt fürchterlich, an frühmorgendliches Training ist zwar zu denken, ich weigere mich aber, aus dem Nest zu kriechen. Ich hatte an den Tagen zuvor schon mitleidig zu der Gruppe junger, gut trainierter Männer geschaut, die von Guan extrem getriezt wurden, fast so heftig wie die Kleinen. Richtig militärischer Drill. Furchtbar. Ich selbst habe mit der „Light-Gruppe“ meine Kicks geturnt und mich dabei auch ganz wohl gefühlt. Ihr ahnt schon, was nun kommt...kurz mit Nat geschwatzt, nicht aufgepasst als die Gruppen aufgestellt wurden und schwupps, stand ich mitten unter den Stählernen. Guan schaut mich ungläubig an „willst du da wirklich mitmachen“? „Klar!“ behaupte ich frech. Nun gut. Ich habe es so gewollt. Kicks, in schnellstem Tempo, und immer wieder angetrieben „Kuaikuaikuai“ - meine Bewegung stimmt nicht 100%ig, Guan lässt mich eine Reihe völlig allein laufen, schreit mich an, auf dem Rückweg sieht er mein Gesicht nicht, aber die Kumpels wissen nun, wie finstere Entsch...
Giafu Feng Biografie
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Blogleser wissen mehr. Gestern bekam ich von Gabriela und Flemming die Biografie von Giafu Feng geschenkt. Das Buch ist frisch erschienen im April diesen Jahres bei Amber Lotus Publishing. Die Autorin Carol Ann Wilson ist Giafu nie persönlich begegnet. Sie erbte von ihrer Schwester das Grundstück in den Ausläufern der Rocky Mountains in der Nähe von Colorado Springs, welches von 1977 bis zu Giafus Tod 1985 sein drittes Stillpoint war. Dort ist er auch begraben. Nachdem ich Giafu 1979 kennen gelernt hatte, war ich in den Wintern 81, 82 und 83 dort. In den Sommermonaten organisierte ich Seminare mit Giafu in Deutschland. Giafu Feng war mein wichtigster Lehrer. Sein Taijiquan war katastrophal, aber das wusste ich damals noch nicht. Wer wusste damals schon, was gutes Taijiquan ist. Ich würde heute auch nicht sagen, dass er ein Taoist war. Er verkörperte aber auf geniale Weise die westliche Vorstellung von einem Taoisten. Auf diese Art hat er mir mächtig auf die Sprünge geholfen. Nun kann ...
Lilos 21. Tag – Alles in bester Ordnung
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Der Morgen beginnt wie üblich mit entspanntem Individualtraining gegen 6 Uhr, für die Kleinen natürlich ganz normal Härte. Die Prüfungen, die gestern begonnen haben, werden wohl weitergeführt. Ist wohl bald Zeugnisausgabe..Muss mich mal erkundigen, was es damit so auf sich hat. Am frühen Morgen ist auf jeden Fall sprinten angesagt. Ich übe lieber Taiji-Schritte. So kann ich sehr schön beobachten, wie Meister Zhong und sein neues Ziehkind eine Lehrstunde abhalten. Damit der Kleine besser vom Born seines Wissens schlürfen kann, muss Zhong sich ziemlich zusammenfalten, so dass die beiden auf Augenhöhe sind. Sehr putzig. Wieder macht sich der Junge mit ernster Miene eifrig daran, umzusetzen was der Meister ihm beibringt. Die Szene trifft auf mein größtes Interesse, was natürlich auch Zhong mitkriegt. Ich soll gefälligst auf meine Hände schauen, damit die ordentlich kreisen. Ich finde, das tun sie auch ohne dass ich hingucke, aber wenn er meint...aber aus den Augenwinkeln den beiden zuschau...
Lilos20. Tag – Meine Tage sind gezählt
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Meine letzte Woche hat nun unleugbar begonnen. Es ist höchste Zeit, mich um die Heimreise zu kümmern. Das bedeutet zunächst einmal, mir ein Hotel in Wuhan, von wo aus ich am Samstag morgen nach Beijing zur Weiterreise nach Frankfurt fliegen will, zu besorgen. Dieses Procedere ist wieder einmal ein Lehrstück chinesischer Gründlichkeit. Ich finde ein passendes Hotel – wie passend, werde ich natürlich erst bei meiner Ankunft feststellen – und reserviere. Hierzu muss ich meine Kreditkartennummer angeben. Das ist nicht ungewöhnlich, auch wenn ich es nicht mag. Zur Sicherheit wird auch noch eine zweite E-Mail-Adresse erbeten, damit auch ja keine der kostbaren folgenden Informationen verloren geht. Nach einer Stunde habe ich die erste E-Mail: man bestätigt, dass ich um eine Reservierung gebeten habe. Das ist schön. Am folgenden Tage erhalte ich die hilfreiche Information, dass man sich mit meinem Kreditkarteninstitut in Verbindung gesetzt hat. Reserviert ist noch nix. Einen Tag später teilt m...
Lilos 19.Tag Neue Saiten
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Die freundliche Zusammenkunft am Mittwoch hat offensichtlich tiefen Eindruck hinterlassen. Heute morgen werden wir zum Training von einer großen Runde erwartet. Der Verwaltungschef Herr Liu, verstärkt von Lyssa als Übersetzerin, Meister Zhong, unsere Lehrer, der Chef de Cuisine sowie – drei „Seniorstudents“ aus der Vorführungstruppe – Song, Li 2 und Zao. Herr Liu hält eine längere ausführliche Ansprache, aus der Lyssa als wesentliche Punkte übersetzt, dass nun die drei jungen Herren beim Unterricht unterstützen und außerdem jeder herzlich eingeladen ist, den Küchenchef in sein Reich zu begleiten um sich selbst von der dortigen Sauberkeit zu überzeugen. Ich glaube, das möchte ich bitte nicht, ich habe bisher alles bestens vertragen – mehr muss ich nicht wissen. Herr Liu bedankt sich artig für die vielen Hinweise, die er bekommen hat und will sich um möglichst rasche Umsetzung bemühen. Schließlich ist ja das Ziel, die Akademie zur besten Schule weit und breit zu machen. Das Training begi...
nur was für Kinder
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vor den Toren der alten Stadt liegt der Windmühlenhügel. Auf alten Stichen ist mitunter die Mühle zu sehen. Sie steht dann sehr einsam neben der Zitadelle, die ja erst 1660 errichtet wurde. Zur Franzosenzeit (1792 - 1814) wollte der Beamte Monsieur André aus reiner Liebhaberei eine Windmühle bauen und ließ dafür Geld sammeln. So kam Mainz zu der Mühle nahe der Zitadelle. Heute hat man dort einen hölzernen Turm errichtet. Auf quadratischem Grundmaß konisch nach oben zusammenlaufend, von Windmühlenflügeln gekrönt. Zwischen den senkrechten Bohlen ist ausreichend Platz zur Durchsicht. Innen sind versetzt zueinander halbe Etagen, mit einer senkrechten Leiter verbunden. Darauf kann man fast bis zur Spitze hochklettern. Von dort führt eine geschwungene Röhre als Rutsche wieder nach unten. An einem schönen der letzten Abende bin ich dort hochgestiegen, in der Hoffnung auf eine berauschende Sicht über die Stadt. Aber die umstehenden Bäume sind gleich hoch und versperren den Blick. Auf die enge ...
Ramonas Rückreise
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Mit dem Bus zu fahren, kann ich auf jeden Fall empfehlen, es ist wirklich die einfachste, bequemste und schnellste Verbindung irgendwohin. So entsprechend den "Greyhounds" in USA ( ;0)) geht es vom Zielpunkt zum Zielpunkt direkt und ohne Umwege und Stops und was man dabei vielleicht so noch erleben kann: Von der Akademie gegen 14.00h bis zum Flughafen in 2,5 Stunden ! Wie das geht? Na ganz einfach: Vom Berg durch das große Tor, an den Bussen vorbei - und der schönen neuen Station, wo man je jetzt Tickets für den Bus nach oben kaufen muss... weiter Richtung Stadt. In der Kurve beginnt die Diskussion im Daomobil. Nicht dass ich irgendetwas verstanden hätte, aber offensichtlich weiss der Fahrer nicht, wo er mich rauswerfen soll und Lyssa auch nicht so recht... also wird mal angehalten und am Wegrand jemand gefragt, der da rumsitzt. (Keine Busse, oder so etwas wir eine Station weit und breit). Plötzlich geht alles ganz schnell: Es kommt ein grauer Bus um die Kurve, der wird...
Ramona ist zurück
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Try to get back to usual... but realize its not happen yet. Friends and family asking me „hey, was it nice (na, wars schön)?“ get’s not a clear answer, like „yeah...somehow (eigentlich schon...)“. Most of them are happy with that, a few ask further. But how to answer such a question? Yes, the mountains were beautiful, the Scenerie, the fullmoon was magnific, the Flowers amazing,... sunrise and sunset always bright, the mists growing out of the valley…. But training was very intensive, climate quite demanding, housing much nicer than expected, a room by myself luxury pure, meals quite tasty, the various students from all over the world very interesting to meet, the group of students nearly too big,... teachers quite tough, standards somehow narrow, our dinner in the restaurant a nice adventure, steps just too many, the temple like being home, and the traveltime Wudang Shan – Frankfurt is not long enough (!) to change from one world to another. But who will know about this ?
Lilos 18. Tag – Alles im Nebel
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Heute ist unser freier Tag. Traditionell d i e Gelegenheit, die Umgebung erkunden, mal andere Tempel zu besichtigen, den Kunst- und Teemarkt abzuklopfen, einfach mal ein wenig Abstand zum Trainingsalltag zu gewinnen. Wobei unsere Lehrer es natürlich viel lieber sähen, wir würden die kostbare Zeit zum „Selftraining“ nutzen. Ich werfe am Morgen einen Blick aus dem Fenster. Nichts zu sehen. Gar nichts. Wir sitzen mal wieder in einer fetten Wolkendecke, die Sonne ist noch nicht einmal zu erahnen. Ich entschließe mich, heute einfach mal einen Faulenzertag einzulegen. Mal wieder ein bisschen zu lesen und vielleicht sogar einen der 15 Filme, die ich mir mitgebracht habe, weil ich ja zu Hause nicht zum Kucken komme, anzuschauen... Als ich kurz aus dem Zimmer gehe um meine Wäsche aufzuhängen, begegnet mir der verbliebene Deutsche. Er berichtet mir von einem kurzfristig einberufenen Meeting,, das gestern Abend stattgefunden habe. Da ich selten zu Abend esse, weil ich sonst bei der kurzen Pause e...
Lilos 17. Tag – Motivationsstunde
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Und wieder ist Mittwoch, der Tag, an dem wir unser Können voller Stolz unseren Lehrern und Mitschülern präsentieren dürfen. Nach der desaströsen Vorstellung der letzten Woche kann es eigentlich nur besser werden. Wieder macht Nat den Anfang und setzt damit den Standard. Diesmal eine lange Schwertform. Leises Stöhnen. Da können wir nicht mithalten. Die Haltung ist zwar etwas verbesserungswürdig, aber allein sich diese lange komplizierte Abfolge ohne zu Stocken merken zu können – der Mann macht bestimmt zu Hause nichts anderes. Dann geht es mit der Qualität der Vorführung gewaltig abwärts: Jiben Quan, vorgestellt von den Klassenclowns. Wir sind zwar etwas besser als letzte Woche, stellen uns aber trotzdem erwartungsvoll sofort nach der Präsentation rückseitig vor Guan, um unseren Schlag auf den Hintern zu kassieren. Unsere Erwartung wird nicht enttäuscht. Lynn erhält gleich zwei Schläge, weil sie wieder einmal ein Stück der Form vergessen hat. Wir anderen nur einen für schlampige Ausführ...
Schinderhannes und die LBS
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Geht man vom Rosengarten aus, auf gleicher Höhe bleibend Richtung Favorite, also in östliche und dann südöstliche Richtung, so kommt man zum Vogelhaus. An dieser Stelle soll am 21. November 1803 der Schinderhannes mit 19 seiner Kumpane hingerichtet worden sein. An dieser Stelle könnte auch schön das Diethelm Duo spielen, vielleicht ein paar Takte im Gedenken an den romantisierten Räuberhauptmann, um dann langsam den Schatten folgend das Lichtspiel auf den Blättern der nahen Büsche zu untermalen und um sich letztlich hinauf zu schwingen in das Geäst der alten Bäume, die Strahlen der untergehenden Sonne einzufangen. Stattdessen hören wir deren Musik im Foyer der LBS. Nicht das dadurch die Musik schlechter würde, aber es ist ein Aquarium, zu viel Glas bis zum Boden an der Straßenseite. Mach ich die Augen auf, dann verfolge ich unbewusst das Ein- und Ausparken später Stadtbesucher, muss lächeln, wenn ein Botenfahrer seinen Strafzettel achtlos von der Scheibe klaubt und zu Boden fallen läs...
Lilos 16. Tag – Endlich mal was Neues
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Li Shifu fordert mich zum Vorturnen auf, kritischer Blick an manchen Stellen, aber er lässt es mir so durchgehen. Er bedeutet mir, dass es nun endlich Zeit wird, eine richtige Form zu lernen. Wie, ich dachte, das hätte ich bereits? Achwas, das war doch nur Vorgeplänkel, quasi die Ouvertüre, nein, ans echte Lernen geht es jetzt erst. Ich hatte doch irgendwann mal gesagt, ich wollte 玄功拳 – Xuan Gong Quan – lernen. Wollte ich? Wirklich? - Ich erinnere mich ganz düster an eine Menge wunderschöner und sehr, sehr langer Formen, die mir am Anfang zwecks Auswahl vorgestellt wurden. Das war also meine Wahl gewesen. Gut, dann los. Nun bin ich allein, keine Gruppe mehr, an der ich mich orientieren kann, jetzt bin ich auf mein eigenes Gedächtnis angewiesen. Li Shifu führt dreimal vor, ich hinterher. Jetzt üben-üben-üben. Fängt auf jeden Fall mal sehr schön an, tolle Bewegungen, sehr dynamisch. Ganz wichtig: immer böse kucken dabei! Damit der Gegner vor Angst zittert. Und nicht vor Lachen umkommt. A...
Rosengarten
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Von rosengarten Gegen Osten, wo der Albansberg zum Rhein hin abfällt, gegenüber der Mainmündung, liegt der Stadtpark. Die Anlage im Stil eines englischen Landschaftsparks wurde um 1820 entworfen. Früher stand an dieser Stelle das Mainzer Lustschloss Favorite, woran ein im Park gelegenes Hotel erinnert. Die Neue Anlage von 1820 verwilderte. Erst 1888 gaben die Gebrüder Siesmayer, die zuvor auch den Frankfurter Palmengarten gestalteten, dem Park sein jetziges Gesicht. Ein schönes Gesicht. Sie pflanzten inzwischen riesige, einige seltene Bäume, Baumgruppen, dazwischen viel Rasen. Unten, vor dem Hotel Favorite, welches in einem kürzlichen Erweiterungsbau die ehemaligen Tropenhäuser eingesackt hat, versucht sich ein Stadtgärtner allerdings jährlich in neuer Geometrie. Ganz grässliche Beete werden dort mit Stiefmütterchen und Begonien hergerichtet und teuer liebevoll gepflegt. Dennoch ist dort mein Platz für das morgentliche Training (bei trockenem Wetter) An dem Geländer zu den Bahngleisen...
Lilos15. Tag – Erster Abschied
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Heute fährt Ramona nach Hause. Etwas Wehmut macht sich breit, als wir ein letztes Mal gemeinsam zum Zixiaogong zuckeln. Sie wäre sehr gerne länger geblieben, aber zu Hause rufen die Pflichten. Sie hat sich dieses mal „nur“ korrigieren lassen, etwas neidisch betrachte ich die seitenlangen ordentlichen Notizen, die sie sich gemacht hat. Ich bin da eher schlampig, schreibe mir bestenfalls ein paar Bewegungen, die mir gut gefallen haben, auf, damit ich sie zu Hause ins Training einbauen kann. Im Tempel erhält Ramona nach dem Training wie es hier so üblich ist ihr „Zeugnis“, auf dem vermerkt ist, was den Lehrern aufgefallen ist und woran sie arbeiten soll. Oder besser: welche Fehler sie beim nächsten Mal nicht mehr sehen wollen. Nur noch neue Fehler. Nach der Zeugnisübergabe folgt das traditionelle Abschiedsfoto mit der ganzen Klasse, zur Feier des Tages darf Ramona in einer Reihe mit den Lehrern stehen. Bei so viel Ehre lässt man es doch gerne durchgehen, dass niemand in der Lage ist, ihre...
Lilos 14. Tag – Touristenfutter
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Unter der Woche herrscht in „unserem“ Tempel Zixiaogong normalerweise himmlische Ruhe, nur selten verirrt sich der eine oder andere Ausflügler dort hin. Die Mönche und Nonnen gehen friedlich ihren Verrichtungen nach, während wir im Hof herumtoben. Natürlich erst, nachdem wir Zhenwu offiziell mit einem Kotau begrüßt haben. Das gehört dazu. Heute allerdings brummte es wieder einmal wie in einem Bienenschwarm: Offensichtlich machte eine größere Firma ihre Klassenfahrt, jedenfalls ergoss sich plötzlich ein Menschenschwall von über 100 Leuten, alle – Männlein und Weiblein – in ein rosa Polo-Shirt mit Firmenaufschrift gewandet, über den Tempel. Megaphone ertönen, so dass wir das Gemecker des Shifu kaum noch hören konnten. Eine Weile hält die Meute ehrfürchtig Abstand zu uns Trainierenden, bis der erste bierbäuchige und mit Bermudas, passend zu den weißen Socken in Slippern, gekleidete Genosse sich direkt neben mich stellt, um meine Bewegungen zu imitieren. Ganz schön anstrengend, stellt er s...
Maria Laach
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ist nicht die kölsche Aufforderung an eine Maria, zu lachen, wie der alte Kalauer erzählt, sondern eine wunderschön gelegene Benediktiner-Abtei am Laacher See. Der ist ein vollgelaufener Krater, ein Maar, in der Vulkaneifel. "Der Vulkanismus der Eifel begann vor 50 Millionen Jahren im Tertiär und hielt bis in die geologische Gegenwart an. Er schuf zahlreiche landschaftsbestimmende Vulkanbauten, Lavaströme und ausgedehnte Decken vulkanischer Auswurfsmassen aus Tuff und Bims, die schon seit der Römerzeit die Grundlage einer bedeutenden Abbautätigkeit zur Gewinnung von Baustoffen bilden." ( Wikipedia ) Jedenfalls gibt es dort jetzt keine Magma spuckenden Berge. Letzte Auswürfe vor ca. 13.000 Jahren. Dennoch wirbt die Region mit dem Titel "Vulkanpark" und zeigt auf einigen Hinweisschildern auch stilisierte, Steine schleudernden Krater. Ich stelle mir vor, wie enttäuschend die liebliche Landschaft für amerikanische oder chinesische Touristen sein muss, die auf ihrem Eur...
Lilos 13. Tag - Das Training
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Ich bin gefragt worden, wie es kommt, dass ich nach nun fast 2 Wochen immer noch über Muskelkater jammere. Deshalb möchte ich kurz vorstellen, wie hier so das Training abläuft: gegen 6.00 h beginnt der Tag mit stehender Meditation und/oder Taiji-Training. Noch ohne Unterricht, man kann hingehen oder auch nicht, das bleibt jedem selbst überlassen. Von 8.30 h - 10.30 h ist das erste Training mit Lehrern. Da man um die Uhrzeit ja noch frisch und aufnahmefähig ist, beginnen nach kurzem Lauf die Kräftigungs- und Koordinationsübungen. Das bedeutet zunächst Kicks in allen möglichen Variationen, danach Liegestütz, dann können noch spezielle Kraftübungen folgen. Nach einer kurzen Pause wird dann die Gruppe getrennt und jeder übt - einzeln oder in Kleingruppen - an seiner gewählten “Baustelle”. Es werden neue Bewegungen gezeigt und selbständig eingeübt, dann später vom Lehrer korrigiert. Am Nachmittag findet wegen der Hitze kein “echtes” Training statt, es wird etwas gedehnt und dann meditiert....
St. Alban
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Die Goldgrube liegt auf dem Albansberg. Das wäre auch eine schöne Bezeichnung für dieses Stadtviertel, aber man nennt es verwaltungstechnisch schlicht Oberstadt. Diese hier meinte F.J. Degenhardt seinerzeit in seinem Schmuddelkinderlied. Die Erhebung südlich der Stadt Mainz wurde nach dem Stift benannt , welches aus einem Benediktiner-Kloster hervorging. Es wurde von Karl dem Großen zu Ehren von St. Alban und zur Ruhestätte Karls vierter Frau Fastrada erbaut. Von dem Stift ist heute nichts mehr erhalten. Man hatte einmal dort, wo es wohl mal war, in die Bürgersteige und den Straßenbelag kleine weiße Pflastersteine als Markierung des Grundrisses eingelegt. Diese sind inzwischen, sofern überhaupt noch vorhanden, nach Verlegung von Kabeln und Kanälen wirr und wild verteilt wieder eingesetzt worden. Schade. Der heilige Alban wurde um 406 von den Vandalen enthauptet. Dies sei geschehen im alten Gaadefeld (Gartenfeld), der heutigen Neustadt. Von dort soll er, mit seinem Kopf unterm Arm, b...
Lilos 12.Tag - The Torture Never Stops
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Nach der Treppentour gestern möchte ich heute morgen eigentlich lieber gar nicht aufstehen. Der Hunger treibt mich dann aber doch aus dem Bett. Im Speiseraum begegnet mir Ramona, sieht auch nicht wirklich besser aus als ich. Schweigend verzehren wir unseren lecker Reisbrei, den ich mir heute mit einer Extraportion Schokoladencreme versüße. Die Vorfreude auf das bevorstehende Training lastet schwer auf uns. Wir schleichen mit ramponierten Beinen Richtung Tempel. Das wird nicht lustig. Auf die Frage, ob wir uns am Wochenende gut erholt hätten, knurre ich nur kurz. Um Mitleid zu erhaschen, sind wir hier definitiv am falschen Ort. Beim Springen, das ich aus Sicherheitsgründen nur andeute, fragt Li Shifu, ob ich mich verletzt hätte. Ja, habe ich. Er nimmt’s zur Kenntnis - und weiter im Programm. Den Anpfiff von Meister Zhong vor ein paar Tagen hat er sich wohl zu Herzen genommen, jedenfalls gibt’s heute keine neue Bewegung sondern Arbeit am Detail. Die schlampig dahin gehuddelte Drehung s...
Lilos 11. Tag - One Step beyond!
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Am heutigen Wudang-Sonntag wollen wir versuchen, einen Ausflug zu einem nahegelegenen See in der Nähe von Laoyin zu machen. Nach unseren Erfahrungen gestern wollen wir zunächst das hiesige Personal dazu befragen. Unglücklicherweise bewacht heute Grace das Klassenbuch, indem wir einzutragen haben, wann wir wohin gehen und wann wir voraussichtlich zurückkehren. Wenn nichts dazwischen kommt. Grace ist…lieb. Wir erklären ihr, was wir vorhaben und fragen sie, wie wir am besten hinkommen. Grace hört mit großen Augen zu. Der See ist wirklich riesig, man kann ihn von Bergen aus sehen. Wirklich jeder kennt ihn. Alle außer Grace. Wir bedanken uns für das Gespräch und machen uns auf den Weg in die Stadt. Dort sollte es uns eigentlich gelingen, irgendjemand zu befragen, einen Dreiradfahrer dazuzubringen, uns hinzufahren - wie auch immer. Mit dem Bus am Taizi Po angekommen, wollen wir in den Bus in die Stadt einsteigen. Wie immer ist nicht so ganz klar, welchen wir da zu nehmen haben. Da sehen wir ...
Lilos 10. Tag - Das Wochenende muss verdient werden!
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Bevor wir gnädig ins Wochenende entlassen werden, steht uns noch eine kleine Aufgabe bevor. Schon im letzten Jahr hatte Guan angefangen, jeden Mittwoch alle Schüler vorzeigen zu lassen, was sie im Laufe der vergangenen Woche gelernt haben. In der Akademie werden ständig neue Ideen zur Qualitätssicherung ent- und häufig wieder verworfen, was an sich gesehen ja nichts schlechtes ist. Nur auf diese Prüfung hätte ich gerne verzichten mögen, aber Guan steht drauf und so erfährt diese Maßnahme im Gegensatz zu anderen schon eine gewisse Nachhaltigkeit. Also setzen wir uns voller Vorfreude auf die freie Zeit in die pralle Sonne, mit Schreibzeug bewaffnet um uns anzuschauen und später zu kritisieren, was unsere Mitschüler so darbieten. Nat macht den Anfang mit einer sehr langen und ziemlich komplizierten Faustform., der Yin-Yang-Faust. Läuft sie ohne Hänger durch. Sehr ordentlich. Da gibt es nichts zu meckern. Zumindest nicht von unserer Seite. Natürlich hat Guan auch hier die eine oder andere ...
Die Bank macht uns krank!
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BANKER Sie wurden getrieben von immer höheren Renditeforderungen. Sie haben ahnungslosen Kunden hochriskante Papiere angedreht. Sie leiden unter Gewissensbissen und Psychoterror - und schaffen trotzdem nicht den Ausstieg. Ein Bericht aus der TAZ via Panther und Frau Neumann Mittlerweile ist es eine Klage von vielen : Vor dem Landgericht Hannover fordert eine Käuferin von Lehman-Zertifikaten Schadenersatz von der Dresdner Bank. Der bisherige Umgang der Banken mit den Lehman-Opfern zeigt, es fehlt die klare Linie, riecht ein wenig nach Willkür und am Ende bleibt vielen nur der Spatz in der Hand. Quelle:stern.de Vom Tempel zum Krempe l Karstadt ist pleite, Hertie ist pleite, Horten kennt schon keiner mehr - schwere Zeiten für Kaufhäuser. Mit ihnen verschwindet auch ein Stück Alltagskultur. Eine Würdigung von A bis Z . Financial Times Das Warenhaus-Format gerät zunehmend unter Druck. Viele Häuser kämpfen mit Umsatzrückgängen oder stehen gar vor der Insolvenz. Nachdem das Format lange J...
Lilos 9. Tag - Tischgespräche und Treffen der Meister
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Unsere lustig kauderwelschende Runde bedient sich im großen und ganzen der englischen Sprache, die die meisten von uns zumindest im Ansatz beherrschen. Der eine mehr, der andere weniger verständlich, ob wir alle das gleiche Ergebnis aus unseren Unterhaltungen erhalten, ist mehr als fraglich, letztlich aber auch völlig unwichtig. Ich habe die Neigung, einfach draufloszureden ohne zu Bedenken, ob ich alle nötigen Vokabeln parat habe. Als heute wieder einmal die entscheidende fehlte, habe ich das mit einem sehr hässlichen deutschen Kraftausdruck bedacht. Eduardo aus Puerto Rico lacht: “Seissse” - das kennt er. Und damit ist das Tischgespräch gerettet. Jeder gibt aus seiner Muttersprache die übelsten Begriffe, die gerade noch gesellschaftsfähig sind, zum Besten, was natürlich für viel Gelächter sorgt,. Besonders, als die Runde versucht, nachzusprechen. Keine Frage, hier lernen wir wieder alle etwas fürs Leben. Nur Tatjana ziert sich etwas. Sie geht ganz in ihrer Rolle als “Mama” auf und mö...
Lilos 8. Tag - Natur pur
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In den letzten Tagen hatte ich viel Gelegenheit, mich - nicht gerade wehmütig - an meinen letzten Aufenthalt im September zu erinnern. Regen in allen möglichen Varianten. Das Mittagstraining findet wie üblich zwecks Meditation im “Ballsaal” statt. Ich war überrascht, wie gestern mein Körper, den ich sonst fast mit Gewalt in Meditationsposition bringen muss (weshalb ich Zuhause auch lieber auf die Meditation verzichte), sich auf einmal wie von selbst aufrichtete. Auch die Gedanken flitzten auf einmal nicht so hektisch durch den Schädel. Erstaunlich. Heute ist daran allerdings nicht zu denken, unruhig rutsche ich hin und her, finde meine Position nicht, die Füße schlafen ein…ich gebe auf und laufe etwas zwischen meinen Mitschülern, die alle selbstversunken auf den Matten sitzen, herum. Auch Bebe schnarcht ebenso selbstversunken zwischen den Schülern. Ich stelle mich ans Fenster und nehme wenigstens dort etwas Haltung an. Da beobachte ich auf einmal, wie der Nebel steigt. Die Berge kommen...
keine kleine radikale Minderheit
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und das ist nicht mal ganz Europa. Wenn dementsprechend die in die EU fließenden Gelder um 57 % gekürzt würden, tja, dann wäre die EU wahrscheinlich pleite und bräuchte Staatshilfe achso naja kommt dann wohl aufs selbe raus. Ich bin absolut kein Gegner eines vereinten Europas, begrüße den Euro als einheitliche Währung und den Wegfall der Grenzschranken. Aber ich verabscheue diesen Bürokratismus, diese Planwirtschaft durch die Hintertür. Grässlich! Grafik aus www.blogwuerdig.de
Lilos 7. Tag - Endlich Zixiaogong
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Obwohl wir nun schon fast eine Woche hier sind, haben Ramona und ich es bisher nicht geschafft, im Purpurwolkentempel dem daostischen Ortsheiligen Zhen Wu unsere Aufwartung zu machen. Termine, Termine - ich hoffe, Zhen Wu sieht’s uns nach. Üblicherweise ist das Vormittagstraining im Tempel, wegen irgendwelcher Feierlichkeiten haben wir aber die Woche über in der Akademie trainiert. Wir freuen uns sehr, dass es endlich so weit ist. Zur Feier des Tages lege ich meinen neuen Kittel an, ein federleichter Traum in Baumwolle und Seide. Herrlich. Gar kein Vergleich zu dem Plastik-Modell vom Vorjahr. Dummerweise bin ich zu eitel, die Stulpen anzulegen. Das sieht zwar etwas merkwürdig aus, ist aber sehr praktisch, weil die Stulpen verhindern, dass bei tiefen Stellungen die Klamotten im Dreck schleifen. Das Wetter hat mittlerweile umgeschlagen, es herrscht starker Nebel, oder besser: Dampf, denn es ist nach wie vor ziemlich warm. In einer Sauna zu trainieren, war schon immer mein Traum. Heute ...
Lilos 6. Tag - “The day after”
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Ich bin hier zwar immer schon sehr früh wach, spätestens um 5.00 h, wenn die Schüler ihr Morgentraining laut vernehmlich im Hof, der direkt unter meinem Fenster liegt, beginnen. Meist genieße ich noch eine ganze Weile den Blick aus dem Bett direkt in die Berge, ein fantastisches Szenario…langsam gehen mir hier wirklich die Superlative aus, ist aber wirklich so. Trotz früh wachwerden und auch aufstehen ist es mir bisher nicht gelungen, vor dem Frühstück zu Trainieren. Heute gilt’s! Ich fange also gar nicht mir irgendwelchen Pseudo-Tätigkeiten an sondern schlüpfe direkt in die Trainingsklamotten und gehe runter. Guan sitzt schon da und meditiert. Er öffnet ein Auge, bemerkt mich, nickt beifällig. Na endlich hast du es auch einmal geschafft. Ich übe die Qigongs, die Guan uns zur Begrüßung des Tages gezeigt hat, er erklärt mit noch kurz, wo ich die Sonne finden kann und nach kleinen Orientierungsproblemchen kann ich dann auch loslegen. Danach übe ich alle Handformen, die ich hier gelernt h...