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Es werden Posts vom März, 2020 angezeigt.

Da wo ich bin

Ich meine mich zu erinnern es sei eine Quiz-Sendung gewesen, vielleicht auch eine Gesprächsrunde. Eine mir ohnehin nicht sympathische Frau wurde vorgestellt und vom Moderator gefragt, ob sie etwas in ihrem Leben anders machen würde, wenn sie nochmal könnte. Und sie sagte ganz selbstbewusst:“Nein, denn das würde ja bedeuten, dass ich was falsch gemacht hätte.“ Was für eine arrogante Frau, dachte ich mir. Als wenn ein Mensch in seinem Leben alles richtig machen könnte. Machen wir nicht ständig Fehler, die wir mit neuen Fehlern auszubügeln versuchen. Und selbst wenn man sich bemüht, wird man im Nachhinein nicht manchmal klüger sein und sich sagen, man hätte es besser anders gemacht? Wie soll man denn lernen, wenn nicht aus Fehlern. Heute würde ich genauso sagen, ich würde nichts anders machen. Auch die Fehler würde ich wieder so machen. Weil ich aus ihnen gelernt habe und deshalb heute da bin, wo ich bin. Denn da wo ich bin, bin ich glücklich und zufrieden.

Die eitle Art

In seinem wunderbaren philosophischen Roman ‚Nachtzug nach Lissabon‘ lässt Pascal Mercier seinen Protagonisten Gregorius sich an den Griechischlehrer erinnern.  „Er hatte die schönste griechische Handschrift, die man sich denken konnte, er malte die Buchstaben förmlich, und besonders die Rundungen – etwa im Omega oder Theta, oder wenn er das Eta nach unten zog – waren die reinste Kalligraphie. Er liebte das Griechische. Aber er liebt es auf die falsche Ar t, dachte Gregorius hinten im Klassenzimmer. Seine Art, es zu lieben, war eine eitle Art. Es lag nicht daran, dass er die Wörter zelebrierte. Wenn es das gewesen wäre – es hätte Gregorius gefallen. Doch wenn dieser Mann virtuos die entlegensten und schwierigsten Verbformen hinschrieb, so zelebrierte er nicht die Wörter , sondern sich selbst als einen, der sie konnte.“  Wir kennen solche Lehrer auch im Taiji Quan, im Qigong. Wie wunderbar sehen ihre Formen aus, wenn sie behutsam den Fuß aufsetzen, als wollten sie jeder ...

Der Vagus Nerv Teil 1

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Der Vagus Nerv ist der größte Nerv des Parasympathikus.. ach das erkläre ich ja alles in dem Video. Und ich zeige drei einfache Übungen, die die beruhigen und erfreuen können.

Yi Dao Qi Dao

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Die Phrase „Yi Dao Qi Dao“ (意到氣到) wird meist in der Weise übersetzt:  Die Vorstellungskraft führt, die Lebenskraft folgt. Das ist gewiss richtig übersetzt, engt aber den Bedeutungsspielraum beachtlich ein. Natürlich kann man sagen dass Qi der Vorstellung folgt. Einfache Praktiken wie der Kleine Tageskreislauf lassen dem Anfänger auch keine andere Wahl. Man stellt sich vor, wie Qi entlang der Wirbelsäule aufsteigt und mit einiger Übung spürt man es dann auch. An dieser Stelle möchte ich noch mal die bekannte Anektode von Jiddu Krishnamurti erwähnen. In einem seiner Vorträge in Brockwood Park, England sagte er sinngemäß: „Wenn du ein Wort oder eine Reihe von Wörtern permanent wiederholst, ganz gleich ob Ave Maria oder ein Mantra oder zum Beispiel Coca Cola, wenn du das immer wieder vor dich hin brabbelst, dann wird dein Geist nach und nach abgestumpft und wenn du willst, dann spürst du auch etwas in deiner Wirbelsäule.“ Es hat ja auch was für sich, wenn ein Satz auf eine einfach...

Abfall

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Als ich das Foto machte, stand der Mann von der Wertstoffverarbeitung daneben, um die Pappballen wegzuschaffen. Er maulte mich gleich an:"Haste sonst keene Sorgen als allet zu fotografieren?" Für ihn, der täglich solchen Abfall transportiert, war es wohl nicht vorstellbar, dass ich darin einen ästhetischen Reiz fand. Für ihn nur Müll. So konnte er nur eine böse Absicht wittern, die es vorsorglich anzugreifen galt. Ein deutsches Problem. Vielleicht ein menschliches. Unvorstellbar, dass jemand etwas wertvoll findet, was für mich nur Dreck ist. Und umgekehrt.