29.10.2020

Auf Gäste wartend bei Lampenlicht

Auf Gäste wartend bei Lampenlicht, Ma Lin (ca. 1194-1264), Sung Dynastie

Kennst du das, hast es schon mal erlebt? Du hast alles schön gemacht, die Wohnung aufgeräumt und geschmückt, lecker gekocht, dich selbst noch auf Vordermann gebracht und nun wartest du und die Gäste oder der eine Gast kommen nicht. Irgendwann nur eine sms oder ein kurzer Anruf, tut uns leid, es ist irgendwas. Irgendwas, weshalb alles umsonst war. Ein blödes Gefühl.

So ähnlich geht es uns Anbietern von Seminaren, von Kursen und Workshops.

Wir haben alles getan, damit unsere Angebote sicher waren. Haben die Teilnehmerzahlen reduziert, damit genug Abstand gewahrt wurde oder größere Räume gemietet. Wir haben gelüftet, Masken getragen, Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt. Und nun dürfen wir wieder nicht.

Viele von uns bieten Methoden an, die erwiesenermaßen der Gesundheit und der Prävention dienlich sind. Was besseres können wir doch gar nicht tun in dieser Situation.

Aber ihr dürft es alleine machen. Und deshalb macht es. Hört nicht auf zu praktizieren. Spielt eure Formen, euer Qigong, euer Taiji, euer Yoga oder was auch immer. Macht es wenn möglich an der frischen Luft, wenn nicht draußen, dann bei offenem Fenster. Macht es nicht nur einmal, macht es so oft wie möglich.

Bitte, vergesst eure Kursleiter*, Lehrer*, Meister* nicht. Zeigt ihnen, was sie euch bedeuten. Dankt ihnen. Unterstützt sie in dieser schweren Zeit.

Damit wir noch da sind, wenn wir wieder dürfen.

*die sehr oft weiblichen Geschlechts sind.

28.10.2020

Wanderung am Punta de Teno - Wüste, Wellen und Kakteen

 und ein paar Windräder. Aber von Anfang an. Wir sind mit dem Bus nach Buenavista del Norte gefahren und von dort weiter mit Bus nach Punta de Teno. Ich wusste nicht, dass ein Bus dort hin fährt. Für private PKW ist die Strecke normal geschlossen. Dort angekommen am westlichsten Punkt der Insel ist schon ein Erlebnis. Mit Blick auf La Gomera unter einer Wolkenhaube hast du links die Steilküste mit den Gigantes und nach rechts eine leere Ebene, an deren Rändern immer wieder mal die Gischt hochspritzt. Nach einer kurzen Fotosession vor der La Gomera Kulisse suchten wir unseren Weg, der immer wieder markiert ist und sich dann zwischen Steinen, Kakteen und kriechenden Sukkulenten verliert. Aber immer wieder lässt er sich finden, sind Pfade zu sehen mit Fußspuren oder Wegzeichen in Form gehäufter Steine. 

Es war windig, aber nicht kalt und es war immer wieder berauschend, welche Anblicke sich uns boten. In der Ferne sechs Windräder, denen wir uns näherten wie Don Quijote mit seinem Sancho Pansa. Aber wir wollten nicht gegen sie kämpfen; ich stellte mich davor und bewies, dass auch ich Wind machen kann. 


Wir verpassten allerdings, dort aufzusteigen Richtung Straße, sondern zogen weiter entlang der Küste, bis es mir doch etwas seltsam vorkam. Wir mussten ein paar hundert Meter zurück und aufwärts, dann kamen wir letztlich zur Straße. Der folgend sind wir wieder zurück zum Punta de Teno, zur Bushaltestelle. An der Straße liegt eine verlassene Plantage, unheimliche leere Gewächshäuser, deren Netze zerfetzt im Wind wehen. 

Das späte Licht gab der Landschaft noch mal einen besonderen Touch. Bilder in meiner Galerie.

27.10.2020

Über das Immunsystem

Immer wieder hört und liest man im Zusammenhang mit Corona/Covid 19, man brauche all diese Maßnahmen nicht, das einzig Wichtige wäre es, das Immunsystem zu stärken. Diese Aussage wird nicht nur von medizinischen Laien, sondern auch von Medizinern und Heilpraktikern verbreitet. Auch über Qigong und Taiji Quan wird oft gesagt, damit würde das Immunsystem verbessert. Ich habe mich deshalb einmal damit beschäftigt, was das Immunsystem ist, wie es sich entwickelt und was es leistet. Letztlich habe ich die Zusammenfassung vorwiegend einem Lemma der Wikipedia entnommen.

Als Grundlage für ein gesundes Immunsystem gelten eine ausgewogene Ernährung, die alle für den Organismus notwendigen Stoffe wie beispielsweise Mineralstoffe (besonders Eisen, Zink und Selen) und Vitamine enthält, ausreichend Schlaf und des Weiteren sollte lange andauernder (chronischer) Stress vermieden werden.


Stärkung oder Steigerung

Nahrungsergänzungsmitteln und Methoden aus dem Fitness- und Wellnessbereich und alternativmedizinische Heilmittel werden als Maßnahmen zur „Steigerung der Immunfunktion“ beworben, was dann in Einzelfällen mit Studien zu speziellen Funktionen des Immunsystems belegt werden soll.

Dennoch gibt es keine wissenschaftlich aussagekräftige Untersuchungen, inwieweit Saunieren, kalte Bäder bzw. kalte Duschen, Wassertreten, Yoga, Qigong oder bestimmte Lebensmittel einen Einfluss auf das Immunsystem haben. Falls das Immunsystem nicht von Geburt an oder durch Erkrankungen (z. B. HIV) bzw. bei einer Fehlernährung eingeschränkt arbeitet, liegen keine Evidenzen vor, wie man es „stärken“ bzw. seine Leistung verbessern könnte.


Das Immunsystem, wie baut es sich auf und was kann es leisten

Als Immunsystem wird das biologische Abwehrsystem höherer Lebewesen bezeichnet, das Gewebeschädigungen durch Krankheitserreger verhindert. Dieses körpereigene Abwehrsystem entfernt in den Körper eingedrungene Mikroorganismen, fremde Substanzen und ist außerdem in der Lage, fehlerhaft gewordene körpereigene Zellen zu zerstören. Das Immunsystem ist ein komplexes Netzwerk aus verschiedenen Organen, Zelltypen und Molekülen.

Das Immunsystem hat eine große Bedeutung für die körperliche Unversehrtheit von Lebewesen, denn praktisch alle Organismen sind ständig den Einflüssen der belebten Umwelt ausgesetzt; manche dieser Einflüsse stellen eine Bedrohung dar: Wenn schädliche Mikroorganismen in den Körper eindringen, kann dies zu Funktionsstörungen und Krankheiten führen. Typische Krankheitserreger sind Bakterien, Viren und Pilze, sowie einzellige (z. B. Protozoen wie Plasmodien) beziehungsweise mehrzellige Parasiten (z. B. Bandwürmer).

Auch Veränderungen im Inneren des Körpers können die Existenz eines Lebewesens bedrohen: Wenn normale Körperzellen im Laufe der Zeit ihre gesunde Funktion verlieren, dann sterben sie meist ab und müssen abgebaut werden (Nekrose) oder bauen sich dabei selbst ab (Apoptose). In seltenen Fällen können sie auch krankhaft entarten und zur Entstehung von Krebs führen.

Alle Lebewesen verfügen daher über Schutzfunktionen. Schon einfache Organismen besitzen solche Abwehrmechanismen, eine so genannte Angeborene Immunantwort. Diese entstand bereits sehr früh in der Stammesgeschichte der Lebewesen und wurde seitdem weitgehend unverändert beibehalten. Die Wirbeltiere entwickelten zusätzlich eine komplexe, anpassungsfähige, so genannte adaptive Immunabwehr, die sie noch effektiver vor Krankheitserregern schützt.

Aufbau
Das Immunsystem eines Neugeborenen ist noch unreif, es erhält aber bereits vor der Geburt mütterliche IgG-Antikörper über die Plazenta.

Da die transplacentalen Antikörper im Blut des Babys abgebaut werden, stellt sich innerhalb 3 bis 12 Monate nach Geburt ein IgG-Mangel im Serum ein; infolgedessen erhöht sich das Infektionsrisiko. Dagegen steigt der eigene IgM-Spiegel an und erhöht sich kontinuierlich, bis nach mehreren Jahren die Werte von Erwachsenen erreicht werden.
Das Immunsystem lernt „eigen“ von „fremd“ zu unterscheiden. Das Immunsystem erreicht bei Jugendlichen volle Funktionalität.

Mit fortschreitendem Lebensalter, etwa ab 60, steigert sich die Anfälligkeit des Menschen gegenüber Krankheiten und anderen Störungen wieder. Dies liegt vor allem daran, dass sich im Alter die Bildung von B- und T-Lymphozyten verringert.

Fehler und Überreaktionen

Wie bei allen biologischen Systemen können sich auch beim Immunsystem Fehler einschleichen. So kann das Immunsystem seine Fähigkeit verlieren, auf Erreger oder körpereigene Zellen angemessen zu reagieren: je nach Ursache der Störung kommt es entweder zu einer zu schwachen oder gar fehlenden Immunantwort oder zu einer zu starken, überschießenden Immunreaktion.
Fehlen einzelne Komponenten der Immunantwort oder funktionieren diese nicht mehr richtig, so kann das Immunsystem Krankheitserreger nicht mehr effektiv bekämpfen und selbst Erkrankungen, die normalerweise harmlos sind, können lebensbedrohliche Verläufe annehmen.
Nicht immer funktionieren die Schutzmechanismen der Selbsttoleranz fehlerfrei, so dass es zu gefährlichen Autoimmunkrankheiten kommen kann, bei denen das Immunsystem körpereigene Strukturen angreift.
Die bekanntesten sind Diabetes (Typ 1), Arthritis und Allergien.


Ohne das Immunsystem wären wir nicht lebensfähig, Es bildet einen Schutz, aber es ist kein Allheilmittel. Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf, viel frische Luft, Bewegung und eine positive Grundstimmung halten es stabil.

05.10.2020

Blick auf Masca und Umgebung, Blick zum Teide Runde Los Silos

Den Wanderweg haben wir bei Komoot gefunden. Wir sind mit dem Bus von Puerto de la Cruz nach Puerto der Erjos gefahren. Die Fahrt dauerte etwas über eine Stunde. Von der Haltestelle Puerto de Erjos sind wir ein Stück die Straße zurück gegangen und nach ungefähr 50 m links in den Wanderweg eingebogen, der in weiten Schwüngen abwärts führt. Es duftet nach Fenchel, der wild in der Umgebung wächst. An der ersten Gabelung geht man nach rechts bis zu einer weiteren Verzweigung. Hier kann man nun in beiden Richtungen einem gelb weiß markierten Wanderweg folgen. Wir haben den Weg Richtung Teno genommen. Wie sich herausstellte, war dies entgegen der Komoot Beschreibung. Aber Rundwege führen zum Ausgangspunkt zurück.

Wir befinden jetzt auf einem schönen Hohlweg, wie vorher wandern wir durch blühenden Fenchel. Der Tag ist nicht der schönste es ist neblig, bzw. sind wir in den Wolken aber es ist warm. Unser Ausgangspunkt befindet sich auf ungefähr 1000 m Höhe.

Es geht aufwärts und wir kommen in ein Waldstück, wo Moose und Flechten an den Bäumen hängen, wo es aussieht wie bei den Hobbits oder den Zwergen, den Elfen und den Feen.

Wir haben eine Höhe erreicht und überqueren einen kleinen Fahrweg um auf der anderen Seite in reinen Kiefernwald zu gelangen. Der weite Blick zeigt alles grün, wir wähnen uns in Kananda. 



Wir können einige hundert Meter auf einem ebenen Wanderweg durch den Kiefernwald gehen, der sich immer wieder öffnet und den Blick frei gibt auf Masca. Dann geht es einen steilen Felsweg hoch, ein Pfad für Ziegen, und oben, wir sind immer noch im Nebel bietet sich wieder eine neue Vegetation, eine neue Landschaft.

Wir sind dann zu den captanieblas gekommen, wo uns erklärt wird, wie die Vegetation die Feuchtigkeit aus den Wolken sammelt und hier werden mit Netzen ebenfalls die Wolken gemolken. Das Wasser wird in einer Rinne aufgefallen die dann ein Behälter läuft und dann wird das Wasser weitergeleitet. Wohin weiß ich nicht

Man ist weiter auf einem felsig gerölligen Weg. Weiße Flechten ummanteln altes Gehölz. Jetzt gilt es acht geben. Es gibt einen Abzweig von dem weiß gelb markierten Weg nach rechts. Der Weg ist eigentlich durch ein X markiert. Aber ab da darf man nicht mehr dem markierten Weg folgen, sonst kommt man ganz woanders hin.

Den weiß gelben Weg verlassend kommt man auf eine andere Strecke einen angenehmen Wanderweg für eine Weile. Man muss aufpassen, nach wenigen hundert Metern geht rechts ein schmaler Pfad ab. Es gibt dort ein Schild, dass diese Strecke für Fahrräder verboten sei. Den Weg muss man nehmen und es lohnt sich. Es ist wieder ein anderer Wald, wieder eine andere Landschaft, absolut empfehlenswert. Hat was von Urwald. Ein schmaler Pfad, dem man einfach folgen kann, bringt uns langsam nach unten in die Gegend der Charcas, kleine Weiher. Wir haben nichts davon sehen können. Entweder sind sie inzwischen schon verlandet oder zumindest dicht bewachsen. Aber ich muss daran erinner, dass wir immer noch durch die Wolken gewandert sind. Mitunter ging der Blick nicht weiter als fünfzig Meter.

Nun kommt man bald wieder auf den weiß gelb markierten Weg und an die Abzweigung, die wir anfangs Richtung Teno genommen hatten. So geht es nur noch wieder hoch zur Straße und zur Busstation. Wir hatten Glück, der nächste Bus kam in zwanzig Minuten.