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27.04.2022

Ginko - ein Baum, der uns helfen kann, wieder zu Bewusstsein zu kommen.

 


Ginko wird auf Chinesisch Bai Guo genannt. Bai 白 bedeutet weiß. Und Guo果 bedeutet eine Frucht/Nuss. Dies kann einfach als eine weiße Frucht/Nuss interpretiert werden, und in der Neuzeit wurde es als gutes "Kraut" für das Gedächtnis beworben. Man könnte es dabei belassen, und es ist immer noch ziemlich nett, aber es gibt auch eine Tiefe des Reichtums, für die ich mir eine Minute Zeit nehme, um sie hier zu erläutern. Der Name bezieht sich auf die Fähigkeit der Pflanze, bei der Erinnerung an "vergangene Leben" zu helfen, und deutet auf eine Verbindung zu den Po/Aspekten unserer Seele hin, die in dieser Inkarnation nach Erfüllung suchen. Dies wird als Bai Guo/ Weiße Nuss kodiert, weil Weiß die Farbe des Metallelements ist, das mit dem Po in Verbindung steht. Weiß (Bai) ist das Symbol für die Sonne, mit einem Punkt des Bewusstseins, der über ihr schwebt. Es ist Licht mit Bewusstsein, oder Bewusstsein für die Natur des Lichts. Guo bedeutet nicht nur Frucht/Nuss, sondern kann auch ein Ergebnis oder eine Konsequenz bedeuten. Genauso wie ein Baum ein Ergebnis/eine Folge davon ist, dass eine Frucht und eine Nuss gepflanzt wurden, folgt daraus, dass eine Frucht/Nuss ein weiteres Ergebnis/eine Folge davon ist, dass ein Baum seinen Wachstums- und Entwicklungszyklus durchläuft... und dass er die kodierte Information und Energie dieses Baumes und seiner Vorfahren bis zum Zeitpunkt seiner Frucht trägt, um sie an die nächste Generation/Inkarnation eines anderen Baumes weiterzugeben. In ähnlicher Weise kann unser Leben möglicherweise als Ergebnis der Frucht unserer früheren Generationen und Inkarnationen und des Versuchs unserer Seelen verstanden werden, auf ihrer weiteren Reise zu wachsen. Als eine der ältesten Pflanzenarten - die letzte bekannte Art ihrer Gattung -, die sogar die Dinosaurier überdauerte und deren Existenz durch Fossilien auf mehr als 200 Millionen Jahre zurückdatiert wird, ist der Ginko ein wahres lebendes Fossil und ein uralter Wächter unserer Erde... und er trägt in seiner DNA noch immer eine Botschaft durch die Äonen, von Generation zu Generation... Als solcher ist er ein Baum, der uns helfen kann, uns an unsere tiefe und obskure Vergangenheit zu erinnern, um auf unserem Weg zurück zum Licht wieder zu Bewusstsein zu kommen.

Text von Gregory M. Casey auf Facebook, übersetzt mit Deepl for Mac

29.04.2014

Die Menschheit verblödet

Christopher Williams : Endstation Gehirn - Die Bedrohung der menschlichen Intelligenz durch die Vergiftung der Umwelt, ISBN: 3-608-91015-8


Der Verfall der menschlichen Intelligenz - eine Weltkarte menschlichen Leids

Als Folge der Umweltvergiftung bahnt sich eine lautlose Katastrophe an: die Degeneration des Gehirns. Weltweit sind die heranwachsenden Kinder und Jugendlichen die Leidtragenden. Die sozialen Folgen sind noch nicht abzusehen. Folgt auf das »Jahrzehnt des Gehirns« nun eine »Epoche des geistigen Verfalls« durch Umweltgifte?

Umweltgifte wie Schwermetalle, insbesondere Blei, aber auch radioaktive Stoffe lagern sich im Gehirn an. Das Gehirn zerfällt unter dieser Belastung, und niemand weiß, ob, wann und wie dieser Verfall aufzuhalten ist. Diese Entwicklung ist in der Dritten und Vierten Welt weit fortgeschritten. In erster Linie leiden Kinder und Jugendliche unter den Folgen. Mediziner gehen von einem Verfall der Intelligenzentwicklung aus. Viele der geschädigten Kinder müßten wie geistig Behinderte versorgt werden, doch dafür fehlen finanzielle Mittel und Infrastruktur. Die Gesundheit der hochindustrialisierten Länder ist durch Fast food-Fehlernährung oder Belastung mit vielen krebserregenden Stoffen bedroht, und das in allen Bevölkerungsschichten. Die Umrisse einer Weltkarte menschlichen Leids werden sichtbar. Erstmals in der Geschichte der Menschheit kündigt sich eine Rückentwicklung der menschlichen Intelligenz an. Und diese Entwicklung ist nicht umkehrbar.

Weltweite Bedrohung


Mangel- und Fehlernährung, die Umweltverschmutzung lösen einen allmählichen Niedergang intellektueller und damit zusammenhängender Funktionen aus. Die zunehmende Umweltbedrohung ist weniger eine Frage von Leben oder Tod, sondern vielmehr eine von Leben oder Halb-Leben für Millionen Menschen. Schon mal drüber nachgedacht? Achso, geht ja nicht mehr.
Leseprobe :

1. Kapitel

Das menschliche Gehirn wird mittlerweile durch sich selbst gefährdet. Wie eine Endstation ist es ein Endpunkt unserer Fehler und Irrtümer in der Umweltpolitik, aber auch der Ausgangspunkt dieser Fehler und ihrer Korrektur. Es ist Opfer, Täter und Heiler zugleich bei fehlerhaften Veränderungen der Umwelt, die, wie wir heute wissen, unsere intellektuellen Fähigkeiten beeinträchtigen können.

Unsere Intelligenz - wie wir wissen, wie wir argumentieren, wie wir lernen - ist unsere Art zu überleben. Bei Individuen sind die meisten Schädigungen der Gehirnfunktion unumkehrbar, so daß der Preis, den der einzelne zu zahlen hat, offenkundig und oft drastisch ist. Die Natur der Beeinträchtigung bringt es notwendig mit sich, daß die Fähigkeit derer, die unter den Ursachen leiden, sich verringert, diesen entgegenzuwirken. Für Gemeinschaften lassen sich die Konsequenzen eines weitverbreiteten intellektuellen Niedergangs zwar leicht vorstellen, aber nur schwer aufspüren, so daß unsere kollektive Reaktion auf diese besondere Umweltbedrohung ebenfalls minimal ist.
Im Verlauf von Millionen Jahren hat sich unser Gehirn einer positiven Interaktion mit seiner Umwelt erfreut, was zu einer günstigen Entwicklung des Gehirns geführt hat. Jetzt könnte sich dies ändern. In der langen Geschichte der menschlichen Evolution ist die gegenwärtige Bedrohung des Gehirns durch sich selbst eine völlig neuartige Situation, was die Möglichkeiten einer regressiven Gehirnentwicklung in bestimmten Gemeinschaften vorstellbar werden läßt. Unser Gehirn ist der einzige Bestandteil des Ökosystems, der sein eigenes Wohlergehen direkt gefährdet, was eine einzigartige Form von ökologischer Verwundbarkeit ahnen läßt.

Logischerweise sollte dem menschlichen Gehirn bei der Sorge um die Umwelt Vorrang eingeräumt werden, doch so ist es nicht. Wie droht der Endstation Gehirn jetzt durch ihr eigenes Verhalten Gefahr, und was bedeutet dies für das Überleben des einzelnen und der Menschheit insgesamt?

Weltweit gelten bis zu drei Prozent jeder Gemeinschaft als geistig behindert, wenn man klinische Begriffe des Westens wie etwa "geistige Behinderung" zugrunde legt. Aber selbst traditionellere Begriffe wie etwa das dununu der afrikanischen Shona besagen das gleiche. In manchen Weltregionen sind inzwischen schon fast 20 Prozent aller Menschen von solchen Störungen und Fehlentwicklungen betroffen. Parallel dazu ist ein weit häufigeres Vorkommen leichterer Fehlfunktionen des Gehirns ohne klinische Erscheinungen festzustellen. In manchen afrikanischen Städten haben inzwischen 90 Prozent der Kinder Bleikonzentrationen im Blut, die zu Problemen der geistigen Entwicklung führen können.

Der Grund dafür ist das Vorhandensein von Stoffen in der Umwelt, die das intellektuelle Potential zerstören, etwa Schwermetalle oder radioaktive Strahlung, sowie das Fehlen von Makro- und Mikro-Nährstoffen in der Umwelt, die für die korrekte Entwicklung und Funktionsweise des Gehirns notwendig sind, etwa Jod oder Eisen. Es gibt auch schädliche Synergien der beiden, die bedeutsam zu sein scheinen, bei herkömmlichen Analysen aber meist übersehen werden. So kann beispielsweise Eisenmangel die Aufnahme von Blei im Körper beschleunigen.
Eine Einschätzung der Umweltbedrohungen der menschlichen Intelligenz ist einzigartig schwierig, nicht zuletzt deshalb, weil es keinen einzelnen Begriff gibt, um sie zu beschreiben. Ausgangspunkt sollte daher die Benutzung eines kollektiven Begriffs sein: geistiger Verfall infolge von Umwelteinflüssen, GVU. Trotz einer unzulänglichen begrifflichen Erfassung gibt es heute genügend Belege dafür, wie man bedeutsame Probleme in einem kleinen Maßstab zeigen kann. Die Frage, die das vorliegende Buch stellt, lautet folglich einfach: Sind die vorhandenen Fälle dieses geistigen Verfalls infolge von Umwelteinflüssen ein Hinweis auf etwas Größeres?

Auswirkungen auf das Gehirn werden mit Hilfe vieler verschiedener und sich überschneidender Begriffe beschrieben - keiner von ihnen weist ausdrücklich auf umweltbedingte Ursachen hin. Im vorliegenden Buch wird durchgehend so verfahren: Wenn die Diskussion sich aus bestimmten Quellen herleitet, ist die Terminologie der Quelle bewahrt worden. Allgemein gilt:

Geistige Behinderung meint die ernsteren, permanenten Störungen, die man mit Begriffen belegt wie "geistige Behinderung", "geistige Retardation", "Lernbehinderung" - oft auch klinische Resultate genannt;
Geistige Fehlfunktionen: Damit sind die zahlreichen weniger schwerwiegenden permanenten oder vorübergehenden Zustände wie etwa verringerte Auffassungsgabe und Lernfähigkeit, Gedächtnisschwäche oder verringerte kognitive Funktionen gemeint - oft auch Resultate genannt, die keine klinischen Erscheinungen zeigen;
Der Begriff geistiger Verfall bezeichnet beide Erscheinungsformen.

Der Oberbegriff ist "geistiger Verfall" infolge von Umwelteinflüssen:

"Infolge von Umwelteinflüssen" heißt aber nicht, daß "die Umwelt an sich" die eigentliche Ursache des Problems ist, sondern bedeutet, daß menschliches Handeln oder Unterlassen dem Verfall zugrunde liegt; "Verfall" bezeichnet die Auswirkung auf das intellektuelle Potential von Einzelpersonen und Populationen.
Der geistige Verfall infolge von Umwelteinflüssen wird im folgenden mit der Abkürzung GVU bezeichnet.
Die Auswirkungen unserer Fehler und Irrtümer beim Umgang mit der natürlichen Umwelt treten in zahlreichen Formen auf. Viele werden durch biologische Öko-Mechanismen unschädlich gemacht. Einige machen sich in der menschlichen Nahrungskette bemerkbar, andere wiederum wirken direkt auf den menschlichen Körper ein, etwa indem sie inhaliert werden, aber auch durch sensorische Penetration oder das Eindringen in die Haut. Auswirkungen sind dann im Blut festzustellen, im Körpergewebe oder in den Genen. Die Wege in den menschlichen Körper sind komplex und ungezählt, und das menschliche Gehirn ist einer der Endpunkte.

Mehr dazu und darüber bei http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/15704/1.html

18.03.2014

Motten und so

Qigong, so glauben die meisten, die es nicht machen, ist vielleicht langweilig, vielleicht anstrengend. Man weiß es nicht. Außerdem gibt es da sonst nichts außer der Bewegungen und dann machen sie lieber Pilates im Bodyshop, wo sie sowieso die Jahreskarte haben. Deshalb hatte ich mir gedacht, müsse man ein Buch schreiben, in dem so viel Interessantes drin steht, dass es den meisten egal ist, ob es von Qigong oder dem Sand in der Wüste handelt. Hauptsache, interessant. So begann ich mit dem Buch über den zwölfteiligen Brokat und allem anderen*.
Dann hab ich erfahren, ein gewisser Bill Bryson schreibe solche Bücher - und tatsächlich tut er das, wenn auch nicht über Qigong. Zumindest habe ich sehr beunruhigt sein Buch "At Home" gelesen, nach dessen Lektüre ich verwundert war, dass die menschliche Rasse überlebt hat, nach allem, womit wir uns schon vom Mittelalter an oder noch früher vergiftet haben. Denn darauf laufen alle Kapitel seines Streifzugs durch das eigene Haus hinaus. Ein alten Pfarrhaus von 1851, welches er zum Vorwand nimmt, uns mit den einzelnen Räumen bekannt zu machen und mit dem, was er über diese Räume, nicht nur die des Pfarrhauses, sondern generell in der Historie Englands, recherchieren konnte. Ob es der nicht abziehende Rauch oder die bleihaltige Farbe in den Tapeten sind, die Chemikalen zum Färben des "Frischfleischs" oder die Bleichmittel in der Wäscherei, sie haben sich vergiftet, ganz gleich, in welchem Zimmer sie sich aufhielten. Dazwischen erzählt Mr Bryson sehr viel anderes interessantes Zeugs, was man zwar gleich wieder vergisst, aber unterwegs ist es unterhaltsam.
Nachdem ich At Home gelesen hatte, wusste ich, dass der zwölfteilige Brokat nicht so unterhaltsam würde, weil ich nicht nur unterhalten wollte, sondern den interessierten Lesern tatsächlich Informationen liefern wollte, die einen gewissen Nutzen haben könnten. Vielleicht empfinden die Menschen es nicht so unterhaltsam, wenn es um ihre Gesundheit geht, wie wenn es sich um die Erkrankungen, Vergiftungen, Todesfälle dreht.


Nun muss ich erfahren, dass es anscheinend ein Hugh Raffles noch besser über Insekten hinbekommen hat. Für mich sind Insekten zwar bezaubernde Wesen, auch bewundere ich deren Vielfalt, Aber ein Buch über Insekten zu lesen, das wäre doch so wie über den Sand in der Wüste. Aber Herr Raffles hat Preise und Auszeichnungen bekommen für sein Werk. Zum Glück brauch ich es jetzt nicht lesen, um darüber zu schreiben, das hat ein Herr Patzer sehr ausführlich getan.

Ob es mein Buch über den zwölfteiligen Brokat auch schafft zu einer Auszeichnung? Fraglich. Aber sicher findet es  den einen oder anderen geneigten Leser. Demnächst an dieser Stelle ein paar Lesermeinungen darüber.

*Es gibt das Buch Der Zwölfteilige Brokat und alles andere jetzt auch als Paperback.

14.10.2013

Pflicht zu Cultur, Immanuel Kant

Das Vermögen, sich überhaupt irgend einen Zweck zu setzen, ist das Charakteristische der Menschheit (zum Unterschiede von der Tierheit). Mit dem Zwecke der Menschheit in unserer eigenen Person ist also auch der Vernunftwille, mithin die Pflicht verbunden, sich um die Menschheit durch Kultur überhaupt verdient zu machen, sich das Vermögen zu Ausführung allerlei möglichen Zwecke, so fern dieses in dem Menschen selbst anzutreffen ist, zu verschaffen oder es zu fördern, d.i. eine Pflicht zur Kultur der rohen Anlagen seiner Natur, als wodurch das Tier sich allererst zum Menschen erhebt: mithin Pflicht an sich selbst.

Allein diese Pflicht ist bloß ethisch, d.i. von weiter Verbindlichkeit. Wie weit man in Bearbeitung (Erweiterung oder Berichtigung seines Verstandesvermögens, d.i. in Kenntnissen oder in Kunstfähigkeit) gehen solle, schreibt kein Vernunftprinzip bestimmt vor, auch macht die Verschiedenheit der Lagen, worein Menschen kommen können, die Wahl der Art der Beschäftigung, dazu er sein Talent anbauen soll, sehr willkürlich. – Es ist also hier kein Gesetz der Vernunft für die Handlungen, sondern bloß für die Maxime der Handlungen, welche so lautet: »baue deine Gemüts- und Leibeskräfte zur Tauglichkeit für alle Zwecke an, die dir aufstoßen können«, ungewiß, welche davon einmal die deinigen werden könnten.

15.09.2013

Die Fäuste ballen und mit den Augen funkeln

um die Kraft zu mehren 


Es gibt Menschen, die an dieser Stelle mit den Brokatübungen ein Problem bekommen. Die Fäuste werden geballt, die Augen sollen funkeln, die zu mehrende Kraft hat anscheinend mit Aggression zu tun. Und das wollen sie nicht. Sie wollen etwas für ihre Gesundheit tun, nicht kämpfen. 
Die Vorstellung von Gesundheit hat sich in den letzten 150 Jahren mehrfach gewandelt. Galt bis vor ca. 100 Jahren jemand als gesund der leistungsfähig war, so wurde ungefähr ab dieser Zeit der Begriff Gesundheit eher als die Abwesenheit von Krankheit verstanden. In den letzten 30 Jahren hat sich ein erneuter Wandel des Gesundheitsbegriffs vollzogen, der den Maßstab über das persönliche Befinden definiert. So kann jemand durchaus eine Krankheit haben, sich aber dennoch als gesund bezeichnen, weil er sich so fühlt. Das aktuelle Verständnis von Gesundheit als ein Maß an Wohlbefinden wird nicht mehr nur durch den körperlichen Zustand definiert, sondern bezieht die persönliche Lebenseinstellung, die innere Widerstandsfähigkeit und die Einbindung in eine soziale Gemeinschaft mit ein. 
Um Gesundheit zu erhalten braucht es von Natur aus keine besondere Anstrengung, denn der Organismus besitzt eine selbstregulierende und selbstreproduzierende Fähigkeit, Autopoiesis genannt. Wir sagen für gewöhnlich Selbsterhaltung oder Selbstheilungskräfte dazu. Ein lebender Körper regeneriert und repariert sich ein Leben lang selbst. Schon Voltaire wusste: "Die Kunst der Medizin besteht darin, den Patienten zu unterhalten, während die Natur seine Krankheit heilt." Diese permanenten Vorgänge von Erhaltung und Heilung sind allerdings keine Kuschelstunden sondern ein hochorganisierter Kampf gegen Invasoren und Rebellen. Wir verstehen uns als eine Einheit, die sich von der Umwelt abgrenzt. Doch während wir durch die Welt gehen, geht die Welt auch durch uns. Ihre Spuren prägen sich in Körper, Geist und Seele, so wie wir unsere Spuren in der Welt hinterlassen. Nicht alles, was wir mit der Umwelt austauschen, kommt uns auch zu Gute. Entweder gelingt es dem Organismus, seine Struktur aufrechtzuerhalten, dann lebt er weiter, oder es gelingt ihm nicht, dann ist er tot.

Wir reagieren auf interne Veränderungen oder Interaktionen mit der Umwelt. Dabei ist es völlig gleichgültig, ob es sich um Bakterien, Schadstoffe oder ein soziales Ereignis handelt. Das soziale Ereignis kann auch die Faust eines Mitmenschen sein, die mir das Nasenbein zertrümmert hat. Obwohl solche sozialen Ereignisse heutzutage nur in bestimmten Gegenden der zivilisierten Welt vorkommen, sollte doch die Fähigkeit und Bereitschaft zu kämpfen trainiert werden. Es geht bei einem solchen Training nicht darum, sich nun frohen Herzens in den Straßenkampf zu begeben. Im Gegenteil. Es geht um das Gefühl, sich seiner Haut wehren zu können und mit dieser inneren Haltung unangreifbar zu werden. 

aus: Yürgen Oster, Der zwölffache Brokat und alles andere.
Erscheint Herbst/Winter 2013

26.06.2013

Das oberste Prinzip und die zwölf Lehrsätze nach Fu Xi


Der Kosmos entsteht aus dem Zusammenspiel der beiden Kräfte  Yang und Yin und deren Wechselwirkungen.
  1. Der Kosmos ist geschaffen oder gestaltet durch Wu Ji oder Dao (innere Natur, Energie, Nichts).
  2. Wuji schafft aus sich die beiden Pole, Yang - Energie und Yin  - Energie.
  3. Yang - Energie und Yin - Energie sind gegensätzlich.
  4. Alle Wesen und Erscheinungen im Kosmos sind vielfältige und komplexe Verbindungen (Ansammlungen) von Yang - Energie und Yin - Energie in allen Größenordnungen.
  5. Die Wesen und Erscheinungen sind von unterschiedlicher Dynamik und Ausgewogenheit. Nichts im Kosmos ist stabil oder fertig. Alles ist in unaufhörlicher Bewegung, da die Polarisierung, die Quelle des Seins, ohne Anfang und ohne Ende ist.
  6. Yin- Energie und Yang - Energie ziehen sich gegenseitig an. Nichts ist vollständig Yin oder vollständig Yang.
  7. Yin und Yang sind nur relative Bezeichnungen. Alles ist Yin und Yang vereint.
  8. Nichts ist neutral. Die Polarisierung ist endlos und allumfassend.
  9. Die Anziehungskraft zwischen zwei Wesen ergibt sich aus dem Unterschied zwischen ihren Ladungen gegensätzlicher Energien.
  10. Gleiche Kräfte stoßen einander ab. Die gegenseitige Abstoßung zweier Wesen gleicher Ladung ist umso größer, je näher sie sich kommen.
  11. Yin erschafft Yang, Yang erschafft Yin.
  12. Alle Wesen sind geteilt: innen Yin, außen Yang.

20.05.2013

Schulmotto


Die Kampfkünste fördern für gemeinsamen Fortschritt


1. Das Dao der Kampfkünste soll Freundschaften fördern.


2. Respektiere die Meister und Kameraden und kümmere dich um sie. 


3. Übe die Kampfkünste und vervollkommne deine Fähigkeiten.

4. Lerne von jedem und miteinander.

5. Verwende den Gruß der Kampfkünste, sei höflich und freundlich, gib dein Bestes.

6. Verbessere deine Selbstkultivierung, sei aufrichtig und bescheiden, bewahre deinen Glauben.

7. Folge den Regeln und halte dich an die Gesetze, bewahre Gerechtigkeit und Ethik.

8. Schütze die Ressourcen und vermeide Müll, verhalte dich verantwortungsvoll.

9. Pflege öffentliches Eigentum, sei sparsam im Gebrauch von Wasser und Elektrizität und achte auf Hygiene.

10. Genieße dein Studium und lebe in Harmonie.

14.02.2013

Sendung zum Jahre der Schlange

Die Winterakademie endete zum chinesischen Neujahrsfest, seit dem 10. Februar befinden uns im Jahr der Schlange und gemäß den Fünf Wirkphasen wird dieses Jahr dem Element Wasser zugeordnet. Die Schlange gilt als klug, logisch denkend und kreativ. Sie gilt aber auch als undurchsichtig und listig, als ein Wesen, dass nach Außen etwas anderes zeigt, als sich im Inneren verbirgt. Gefürchtet werden Umwälzungen, Konflikte und unvorhergesehene Ereignisse.


Das Jahr der Schlange lässt uns erleben, dass Verlust zum Wachstum dazu gehört. Wie sich die Schlange häutet, um wachsen zu können müssen auch wir unsere alten Kleider (Ideen, Pläne, Vorstellungen, Weltbild, Überzeugungen,...) von Zeit zu Zeit überprüfen, abstreifen und neue anprobieren, in denen wir uns erstaunlicherweise dann wohler fühlen.

24.05.2012

Philosophie und Volksreligion Daoismus in China


Die beiden Hauptformen des Daoismus sind der philosophische und der religiöse Daoismus. Beide sind in der Praxis jedoch eng miteinander verbunden. 


Philosophischer Daoismus

Der Daoismus ist neben dem Konfuzianismus die bedeutendste Strömung in der chinesischen Philosophie. Er geht im wesentlichen auf die rund 2500 Jahre alten Texte des legendären Laotse (und Dschuangtse) zurück. Ob Laotse als historische Person überhaupt gelebt hat, ist allerdings umstritten. Trotzdem gelten seine Schriften bis heute als Leitfaden für ein richtiges Leben.
Eine der wichtigsten Verhaltensregeln des Daoismus ist nach Laotse das Gebot des "Wu Wei", des "Nicht-Handelns". Der vollkommenste und natürlichste Zustand aller Dinge sei durch Leerheit und Stille gekennzeichnet: kein Karrierestreben, keine Ausbeutung, keine Aggressionen.
Laotse verglich den nach heiligen Prinzipien lebenden Menschen dazu mit dem Wasser. Es nützte allen Wesen, ringe aber mit niemandem. Die Folgerung: Wenn niemand mit dem anderen ringt, können alle ein friedliches Leben führen. Laotse tritt damit ein für eine Verwandlung des individuellen Charakters von innen heraus. Sein Ziel: eine gute und friedliche Gesellschaft. Spontanes Handeln, das sich frei von Absichten der jeweiligen Situation anpasst, ist die Haltung eines daoistischen Heiligen. Für die meisten Chinesen bedeutet Laotses Weisheit heute vor allem eine gelassene Einstellung zum Leben.
Der philosophische Daoismus lehrt, beide Seiten der Dinge, positive wie negative, zu erkennen, um so ihr Gesamtbild und inneres Wesen zu erfassen. Er ist einerseits praktische Lebens- hilfe bei der Bewältigung von Krisen und Krankheiten. Andererseits ist der Daoismus aber auch eine Religion, ein "Weg" zur individuellen Heilsfindung. Kaiser Xiaozong sagte vor ca. 800 Jahren: "Der Buddhismus ist für den Geist, der Konfuzianismus für die Gesellschaft und der Daoismus für den Körper zuständig". Im Volkskörper und in der chinesischen Kultur ist der Daoismus daher fest verwurzelt.



Religiöser Daoismus


Der religiöse Daoismus hat eine lange und wechselvolle Geschichte mit zahlreichen Schulen und Lehren. Im Laufe der Zeit integrierte er viele bestehende und neue Elemente aus dem alten Volksglauben, schamanis- tischen Praktiken, dem Konfuzianismus und dem Buddhismus. Historisch wird die Entstehung des religiösen Daoismus mit der Gründung der "Sekte der Himmelsmeister" gegen Ende der Han-Dynastie (207 v.Chr. - 220 n.Chr.) gleichgesetzt.
Grundlage sind die Weisheiten und Lehren des Laotse. In der auf ihn zurückgehenden Spruchsammlung "Daode jing", den Kanon des Wegs und seiner Kraft, wird der Weg zum kosmischen Leitmotiv erhoben, dem obersten und ewigen Aspekt des Universums, dem alle Schöpfung zu Grunde liegt.

Dao, "der Weg" oder der Ursprung ist das "Urprinzip des Kosmos". Alles beginnt mit ihm und kehrt wieder zu ihm zurück. Qi (Chi) ist die Energie, der Atem, der allen Dingen innewohnt. Qi wird durch fünf Elemente symbolisiert, die jeweils unterschiedlichen Zuständen entsprechen: Wasser, Holz, Feuer, Erde und Metall. Der Gesundheitszustand des Menschen ist abhängig vom harmonischen Fluss des Qi. Durch meditative, geistige und körperliche Übungen zur Lebenspflege suchten schon früh daoistische Einsiedler die vitale Energie des Qi zu bewahren und in ihrem Geist zu verfeinern. Bis heute suchen sie nach dem Weg des Großen Gleichgewichts, um so Unsterblichkeit zu erlangen. Unsterblichkeit ist das ersehnte Ziel und Ideal aller Daoisten.

Das Qi zeigt sich auch in der Veränderung und im Zusammenspiel der beiden Kräfte Yin und Yang. Sie bilden ebenfalls zwei wichtige Prinzipien der daoistischen Lehre. Es sind entgegengesetzte Kräfte, die durch ihr Wechselspiel und durch ihr Zusammenwirken das gesamte Universum am Leben erhalten. Beiden Kräften werden bestimmte Eigenschaften zugeordnet. Yin ist das Weibliche, Passive, Weiche, das u.a. durch den Mond, das Wasser, die Wolken, die Schildkröte und die Farbe Schwarz symbolisiert wird. Yang dagegen entspricht dem Männlichen, Aktiven und Harten und wird u.a. verkörpert durch die Sonne, das Feuer, den Drachen und die Farbe Rot.
Das Symbol für Yin und Yang ist der Kreis. Die beiden Punkte weisen darauf hin, dass jede der beiden Kräfte auch ihr Gegenteil in sich trägt. Nichts ist Absolut, sondern enthält immer ein Stück des Anderen. Yin und Yang verkörpern damit den Dualismus zweier entgegengesetzter und doch einander ergänzender Kräfte.
Auch in der traditionellen chinesischen Medizin sind die beiden Kräfte von zentraler Bedeutung. Nur wenn sich Yin und Yang im Gleichgewicht befinden, ist der Körper gesund.

Das Verhältnis der Chinesen zur Religion und zu ihren Gottheiten lässt sich durchaus als pragmatisch und lebensnah beschreiben. Eine Religion als praktische Lebenshilfe bei Problemen im Alltag. Der Daosimus kennt eine Vielzahl von Göttern und Gottheiten, die jederzeit erweitert werden können. Ähnlich den Heiligen in der katholischen Kirche nehmen die jeweiligen Gottheiten Einfluss auf ganz bestimmte Lebensbereiche (z.B. für Prüfungen, Liebesbeziehungen, Geldsorgen usw.). Mit Wünschen und Bedürfnissen wird sich an Instanzen gewandt, die sich als wirksam erwiesen haben. Werden die Bitten nicht erhört oder haben die Opfer nicht die gewünschte Wirkung, wird die Gottheit gewechselt.

Der religiöse Daoismus prägt bis heute die Wertvorstellungen, das Handeln und das Brauchtum des chinesischen Volkes. Im Mittelpunkt stehen die Verfeinerung des menschlichen Körpers und das Streben nach Unsterblichkeit. Dies zeigt sich in der Verehrung der Ahnen und bestimmter Gottheiten, in Wahrsagerei, Traumdeutung und Meditation. Daneben verhelfen die richtige Ernährung, Atemübungen und Gymnastik zu anhaltender Gesundheit. Die Wert- und Zielvorstellungen des Daoismus beruhen auf der Gleichberechtigung aller Menschen und Dinge, auf Friedfertigkeit, Natürlichkeit und Bescheidenheit. Das bedeutet, Rücksicht zu nehmen auf die Interessen der Gegenpartei, sie zu achten und behutsam zu behandeln, außerdem Zugeständnisse zu machen und Toleranz zu zeigen.

Die alte chinesische Volksreligion war lange verboten und erwacht heute wie im Wudang-Gebirge wieder zu neuer Blüte. Trotz der jahrelangen Unterdrückung, v.a. während der Kultur- revolution, blieb der Daoismus sowohl als Philosophie, wie auch als Volksreligion überaus lebendig. Nachdem die Machthaber in Beijing (Peking) den Druck gelockert haben, erlebt der religiöse Daoismus beim chinesischen Volk heute seine Renaissance.



23.09.2010

Gedanken

"Das, was den Himmel in mir ausmacht ist De (德), die Kraft, das was die Erde in mir ausmacht ist Qi(氣). Wenn die Kraft fließt und sich das Qi sammelt, dann existiert Leben. Deshalb heißt es Jing, Feinststoffe, woraus sich das Leben bildet. Wenn sich die beiden Feinststoffe (von Himmel und Erde, Yang und Yin) gegenseitig festhalten, dann nennt man das Geist.
Das, was dem Kommen und Gehen des Geistes folgt, nennt man Geistseele.
Das, was ebenfalls feinststofflich ist und (am Körper) ein- und austritt, nennt man die Körper-Seele.
Das, womit die Substanz (Körper) verwaltet wird, ist das Herz. Das Herz verfügt über "Reflexion/ Erinnerung“, diese nennt man Gedanken.
Dort wo die Ideen zur Existenz kommen und verweilen, das nennt man den Willen.
Dem Willen zu folgen und das Verweilen zu verändern, das nennt man Denken.
Den Gedanken folgen (bis hin zu) weit entfernten Wünschen, das nennt man Nachdenken.
Dem Nachdenken folgen und daraufhin die Dinge anwenden, das nennt man Wissen.“

Aus dem Huang Di Neijing Lingshu (Fragen und Antworten des Gelben Kaisers zum Inneren)
Das Zeichen "de" 德 kann man mit Tugend oder Kraft übersetzen.

02.09.2010

Dharma

Wenn du dein Dharma* nicht respektierst, dann besteht die Gefahr, dass die Sterne am Himmel sich verirren. (aus: Ulzhan- Das vergessene Licht**)

*Dharma; im Buddhismus das vom Buddha erkannte und verkündete Daseinsgesetz die Lehre von den Vier Edlen Wahrheiten. Hier aber als die hinduistische Ethik gemeint. Hindus sehen die Beachtung des Dharmas nicht nur als Voraussetzung für soziales Wohlergehen, sondern auch für eine gute persönliche Entwicklung. Von der Erfüllung des Dharmas hängt für sie das Karma ab, das die aus den Taten des Individuums entstandenen Resultate beinhaltet (Ursache und Wirkung)
Quelle

**ein Film von Volker Schlöndorff aus dem Jahr 2007

26.01.2010

Big Brother

In ziemlich jeder Abteilung, jedem Labor, gibt es einen Sozialraum; eine Teeküche, meist ein schäbiges kleines „Kabuff“ mit Urlaubsgruß-Postkarten an der Wand, einem heruntergekommenen Tisch ohne Tischdecke, zwei bis drei Stühlen und fünf bis acht alten Kaffeetassen. Irgendwo hängt ein Zettel, auf dem vermerkt ist, dass der Kaffee und der Tee nicht einfach vorhanden sind, sondern gekauft werden müssen, und so gibt es eine Kasse, in die der ehrliche Konsument der genannten aufmerksamkeitsfördernden Getränke seinen Obulus entrichten kann. Oder auch nicht, wenn gerade niemand schaut.

„Menschen helfen einander, sind nicht immer egoistisch und sind sogar großzügig."

Nun weiß man, dass die Menschen ganz allgemein sich weniger „egoistisch" verhalten, als man dies nach den von Standardmodellen der Ökonomie (der Mensch handelt als homo öconomicus nach den Prinzipien von Egoismus und Rationalität) erwarten sollte. Kurz: Menschen helfen einander, sind nicht immer egoistisch und sind sogar großzügig - dies stellte sich in entsprechenden Studien immer wieder heraus. Die bange Frage bleibt jedoch: Warum sind die Menschen eigentlich so?
Ein Grund für Großzügigkeit könnte sein, dass man als großzügig angesehen werden will, um aufbauend auf einem guten Ruf in Zukunft einmal Hilfe zu bekommen, wenn man sie braucht. Man merkt sich, wie sich jemand früher verhalten hat, schäbig oder nett, und verhält sich künftig entsprechend. Dazu passend zeigen Laborexperimente zu kooperativem Verhalten, dass die
Versuchspersonen dann kooperativer waren, wenn sie davon ausgehen mussten, dass sie beobachtet werden. Dass es hierzu ausreicht, in einer experimentellen Spielsituation die Versuchspersonen mit den Augen eines Roboters zu konfrontieren, hatten Burnham und Hare ja schon gezeigt. Es blieb die Frage, ob dies auch in der wirklichen Welt, und nicht nur in den Räumen psychologischer Laboratorien, so ist.
Um dies zu untersuchen, das heißt, um herauszufinden, ob bereits das Bild eines Augenpaares eine Auswirkung auf das Verhalten in der wirklichen Welt hat, hing die bereits erwähnte Melissa Bateson wöchentlich eine andere Preisliste in der Kaffee- und Teeküche auf, mit jeweils denselben freiwillig zu entrichtenden Preisen für die Getränke. Geändert wurde nur ein 3,5 mal 15 cm messendes Bild, das nach Art eines Banners über der Preisliste im DIN-A-5-Format auf dem fotokopierten Blatt mit ausgedruckt war: Auf dem Bild waren entweder Blumen oder ein aus realen Gesichtern stammendes Augenpaar zu sehen. Die Bilder waren jeweils verschieden, aber in allen Fällen blickten die Augen den Leser der Liste direkt an. Die Preisliste hing in Augenhöhe direkt über der Kaffeekasse.
Die abhängigen Variablen in diesem Experiment waren zum einen die wöchentlichen Einnahmen in der Kaffeekasse und zum anderen der Verbrauch an Milch. Dieser diente als indirektes Maß für den Getränkekonsum insgesamt (je mehr Kaffee oder Tee getrunken wurde, desto mehr Milch wurde auch verbraucht). Der Quotient aus diesen beiden Variablen (Geld/ Milch) diente als Maß für die Ehrlichkeit der insgesamt 48 Mitglieder der psychologischen Abteilung, 25 davon weiblich. (…) Insgesamt waren die Mitarbeiter der Abteilung 2,76-fach ehrlicher beim Bezahlen ihrer Getränke, wenn ein Augenpaar über der Preisliste zu sehen war, eine Effektgröße, die selbst die beteiligten Wissenschaftler überraschte: „Um ehrlich zu sein, die Effektgröße hat uns die Sprache verschlagen" kommentierte der Seniorautor Gilbert Roberts.

Auszug aus Manfred Spitzer: "Beobachtet werden"
via Panther

31.12.2009

Die Kräfte des Daoismus

Der folgende Text ist im Original von Xuan Yun und wurde mit freundlicher Genehmigung von mir ins Deutsche übersetzt.
Mehr und ausführlichere Informationen über den Daoismus findest Du hier


Unter die Bezeichnung "Daoismus" fallen unterschiedliche philosophische und religiöse Überzeugungen, welche die chinesischen Kultur auf allen Ebenen durchdrungen haben. Daoismus wird definiert durch den Glauben an das Dao 道 (als "Tao" in der älteren Wade-Giles-System) welches wörtlich "Weg" oder "Pfad" bedeutet. Dao bezieht sich auf die formlosen, grenzenlosen Aspekte des Universums, welche der ganzen Schöpfung zugrunde liegen. Daoisten studieren und streben danach, im Einklang mit den Rhythmen der kosmischen Kraft zu handeln. Der daoistische Lebensstil beinhaltet Studium der klassischen daoistischen Philosophie, rituelle Praktiken, Meditation und Körperübungen.


Die erste Schule des Daoismus, die in Wudangshan praktiziert wurde, war Zheng Yi Dao (正 一道 - Orthodox Unity Daoismus) , 142 u.Z. während der Tang-Dynastie gegründet. Viele Praktiken der ursprünglichen "Einheit der orthodoxen Daoisten" sind schamanistischer Herkunft; die Herstellung von schützendenTalismanen einerseits und die Nutzung der natürlichen Kräuter und Mineralien zum Erhalt der Gesundheit. Mitglieder der"Orthodoxen Einheit" können wahlweise in Tempeln leben, oder ihre Dienste anbieten unter den Menschen. Viele orthodoxe Einheit Daoisten praktizieren Kampfkünste oder Medizin. Hunderte von Jahre nach Gründung der "Orthodoxen Einheits Schule", während der Song-Dynastie (960-1279), begann die daoistische Religion sich zu mischen mit den Ritualen des Buddhismus und lokaler Volkspraktiken, woraus die Schule der Vollständigen Wahrheit des Daoismus (Quanzhen Dao) entstand. Heute ist dies die größte klösterliche Form des Daoismus. Die Daoisten der Vollständigen Wahrheit leben zölibatär, traditionell ausschließlich in Klöstern und praktizieren "innere Alchemie", die den Körper durch Atemübungen, Visualisierungs-Verfahren und Meditation verfeinern soll. Im Westen werden die Daoisten der Vollständigen Wahrheit mitunter als daoistischen Mönche bezeichnet, und dagegen die Daoisten Orthodoxen Einheit als taoistischen Priester, aber in der chinesischen Sprache gibt es diese Unterscheidung nicht. Es gibt viele Ähnlichkeiten zwischen den Schulen des Daoismus, und alle beinhalten die drei Juwelen des Dao: Mitgefühl, Mäßigung und Demut.


Häufig wird Daoismus getrennt in einen philosophischen Daoismus
(Daojia 道家) über die Texte Dao De Jing und Zhuangzi (道德 经, 庄子) und den religiöse Daoismus (Daojiao 道 敎), der orthodoxen Einheit und Vollständigen Wahrheit (sowie anderer Schulen). Eine solche Trennung aber ignoriert die Verbindungen zwischen den klassischen Texten und daoistischen religiösen Praktiken. Sie wird von daoistischen Gelehrten und Historiker auf der ganzen Welt abgelehnt. Die Dao De Jing und Zhuangzi Texte bieten sehr einfühlsame und kraftvolle Lehren, aber auch sie sind nur ein kleiner Teil der großen daoistischen Literatur. Nur wenigen Menschen ist die Existenz der Daozang bekannt (道 藏 ), der daoistische Kanon. Dieser wurde ursprünglich in der Jin, Tang und Song-Dynastie kompiliert, aber die bis heute überlieferte Version wurde während der Ming-Dynastie veröffentlicht. Der Ming Daozang enthält fast 1500 Texte, welche daoistische Geschichte, Philosophie, die Methoden und Praxis diskutieren.
Die mühsame aber lohnende Arbeit einer Übersetzung des Daozang in Englisch ist langsam begonnen. Dies wird einen tieferen Bereich der daoistischen Praxis für den Rest der nicht-chinesischen Welt eröffnen.

Daoistische Mönche und Priester folgen verschiedenen Wegen. Einige leben als Einsiedler zurückgezogen aus der Gemeinschaft, oder in Klöstern. Andere leben in Dörfern und Städten. Die Arbeit des Daoisten in der Gemeinde dient der Heilung und Gesunderhaltung. In einigen Gegenden (vor allem in Hongkong und Taiwan) stellen daoistische Priester auch Amulette und Talismane her, arbeiten mit Zaubersprüche und Beschwörungen. Andere sind Spezialisten als Wahrsager oder als Medium; bilden eine Brücke zwischen den menschlichen und den göttlichen Welten. Auf den heiligen Bergen Chinas werden daoistische Priester ausgebildet und praktizieren ihre Künste, die auch von Laien ausgeführt werden können, in daoistischen Tempeln, in den Dörfern und Städten.


Die verschiedenen Schulen des Daoismus systematisieren auch die Volksheilkunde Chinas, zusammengefasst unter dem Begriff "Yang-sheng" (Lebenspflege). Dies umfasst verschiedene Techniken aus allen Bereichen des täglichen Lebens, ebenso Meditation und Visualisierungstechniken, Atemtechniken, sexuelle Praktiken und Ernährungslehren. Zur Stärkung des Körpers und Klärung des Geistes. Eine der wichtigsten Lehren ist der Gedanke, den Körper zu behandeln, bevor er krank wird. Dies deckt sich mit Erkenntnissen der modernen Präventivmedizin, die Wert legt auf richtige Ernährung und Bewegung.
Jede einzelne Person Der Körper jedes Individuums wird als ein Modell des Universums gesehen, ein untrennbarer Teil der natürlichen Welt. Durch die Reinigung des Körpers kann er in Harmonie mit der umgebenden natürlichen Welt gebracht werden, was wiederum zu einem höheren Maß an Gesundheit führen wird. Wudang Daoisten widmen ihr Leben dem Studium und der Bewahrung dieser wertvollen Kunst. Es ist unsere Hoffnung, dass die Schüler aller Kulturen und Religionen ihr Leben durch das Erlernen des Daoismus und der daoistischen heiligen Kunst bereichern.

03.12.2009

Gruppenglück

Gefühlszustände können mit Signalen wie der Mimik oder bestimmten Handlungsweisen von Mensch zu Mensch übertragen werden. Wie sich Glücklichsein in einem sozialen Netzwerk ausbreitet, erforschten amerikanische Wissenschaftler.

Zugrunde lag wieder einmal die Gemeinde Framingham mit ihrem Heart-Study-Kollektiv. 4739 Teilnehmer wurden zwischen den Jahren 1983 und 2003 beobachtet. Das Glück wurde auf einer Skala anhand von vier Kriterien festgemacht.

Man konnte „Cluster“ von glücklichen und unglücklichen Menschen in der Gemeinschaft feststellen. Es bestanden Verbindungen zwischen glücklichen Menschen über drei Stufen (zu den Freunden der Freunde von Freunden). Menschen im Zentrum eines solchen Netzwerks hatten die größte Chance, auch künftig glücklich zu sein.

Statistische Modelle führten zu dem Schluss, dass sich Glücklichsein in der Gemeinschaft ausbreitet und dass sich nicht etwa glückliche Menschen zusammenfinden. Ein Freund, der innerhalb einer Meile lebt und glücklich wird, erhöhte Chance anderer Menschen seiner Umgebung, glücklich zu werden, um 25%; beim nächsten Nachbarn sind es 34%. Keine solchen Interaktionen stellte man bei Menschen am selben Arbeitsplatz fest. – Nach diesen Ergebnissen ist Glücklichsein, ähnlich wie Gesundheit, ein kollektives Phänomen. WE

Fowler JH et al.: Dynamic spread of happiness in a large social network: longitudinal analysis of the Framingham Heart Study social network. BMJ 338 (2009) 23-28
Bestellnummer der Originalarbeit 091236


aus Praxis-Depesche 12/2009 via Roths-Splitter

10.09.2009

Xinxinming 1. Zwischenkommentar


Himmel und Erde sind die große Verkörperung von Yang und Yin. Der Himmel ist außen, die Erde ist innen. Das Qi des Himmels senkt sich herab, das Qi der Erde steigt auf. Der Himmel umfängt uns, die Menschen, die Erde trägt uns.
Wie sich Himmel und Erde in der Natur durchdringen, sehen wir in der chinesischen Malerei, wenn die Berge aufsteigen und die Wolken sich senken. Erde und Himmel durchdringen sich. Auch in der Natur gibt es Zeiten, in denen Himmel und Erde sich verbinden, und Zeiten, in denen sie sich voneinander entfernen. Wenn sie zusammenkommen, dann ist es Sommer. Alles ist prächtig und fruchtbar. Im Winter zieht sich das Qi von Himmel und Erde zurück. Dann wird es kalt. Die Bäume sind kahl, die Felder stehen leer. Im Kleinen vollzieht sich dieser Wechsel zwischen Tag und Nacht. Darum heißt es:"Der kleine Tageskreislauf".
In uns Menschen durchdringen sich ebenfalls Himmel und Erde, Yang und Yin. Die Yin-Energie steigt innen auf, die Yang-Energie sinkt außen hinab. Die Yin-Energie gibt den Körper, die Yang-Energie gibt den Geist. Die Gefühlsregungen halten die beiden für einen Widerspruch
Darum heißt es, nicht hassen und nicht lieben, nicht ablehnen und nicht verlangen. In der Stille der Meditation gibt es nichts Trennendes mehr. Wo Form und Leere widerspruchsfrei sich vereinen, zum Beispiel in den Künsten. können wir in stiller Betrachtung Freude empfinden.

26.08.2009

Karma 3

das hab ich doch neulich erklärt - jau, ist fast schon ein Monat her, wiediezeitvergeht - liest das denn keiner? Muss ich heute über den Satz stolpern, "dass Pflanzen das Karma eines Raumes beeinflussen".* HERRGOTTNOCHMAL!
Ein Raum hat kein Karma, ganz bestimmt nicht. Der hat vielleicht Atmosphäre. Ist auch ein schönes deutsches Fremdwort.
Karma ist die Folge einer Handlung. Hat schon mal einer einen Raum handeln sehen? Jetzt kommt mir ja nicht feinsinnig. Manche glauben auch, es sei von Bedeutung, mit welcher Gemütsverfassung man eine Handlung ausführt. Nun, mit meiner momentanen Gemütsverfassung erzeuge ich bestimmt mieses Karma. Aber mich bringt diese Esoterik-Pornographie auf die Palme. Der mit Fengshuigedudel untermalte AloeVera Buddhismus betreibt emotionale Verrohung auf dem höchsten Niveau nachmittaglichen Prekariats-TV. Macht sich denn keiner Gedanken, welche Folgen das hat (Karma) bei unschuldigen Kinderseelen, die mit diesem Amuletten-Schwindel aufwachsen? Deren Mütter an sonntäglichen Familienaufstellungen nach einem passenden Partner für's kommende Tantra-Seminar Ausschau halten (einfühlsamer Sitzpinkler mit Aszendent Jungfrau sucht Lichtwesen zum gemeinsamen Channeling)
Shaolin kommt von Schalom und heißt Frieden und Karma kommt von Karmeliter und gibt's jetzt in Flaschen.
Prost.

*über Weblog für innere Kampfkünste (das macht mich ja so wütend)

02.08.2009

Wiedergeburt

"Nach hinduistischer Vorstellung ist der Mensch eine unsterbliche Seele (Atman), die sich nach dem Tode des Körpers in einem neu in Erscheinung tretenden Wesen – dies können auch Tiere sein – wieder verkörpert. Die Qualität der Wiedergeburt oder Seelenwanderung ist abhängig von den in der/den Vorexistenz/en gewirkten Taten (Karma)". (Wikipedia1)

"In der Frage der Reinkarnation geht der Buddhismus (entstanden etwa 500 v. Chr.) grundlegend andere Wege als der Hinduismus. In Ablehnung einer geschaffenen, individuellen Seele (Anatta-Lehre) kennt er keinen Übergang einer seelischen Substanz von der einen auf die andere Existenz, keine Transmigration, keine Wanderung der Seele. Wiedergeburt wird verstanden als eine Kontinuität der Geistesprozesse, als Fortsetzung der beim Ableben eines Individuums noch nicht erloschenen mentalen Kräfte, die sich in einer (oder mehreren) neu in Erscheinung tretenden Existenz(en) aufs Neue reaktualisieren." (Wikipedia2)

Die meisten mir bekannten Mitmenschen, die sich zu einem Reinkarnationsglauben bekennen, bezeichnen sich gleichzeitig als buddhismusnahe, verwenden aber einen dem Hinduismus ähnelnde Vorstellung der Wiedergeburt. Sie möchten gerne, dass mit dem Tod nicht alles vorbei ist, dass sie eventuell verpasste Chancen noch nachholen können. Einige sind auch davon überzeugt, sich an frühere Leben erinnern zu können. Sie klammern sich an die Idee des individuellen Selbst, des "Ich":

"Gemäß der buddhistischen Lehre (Dharma) ist die Vorstellung es gäbe ein „Ich“, eine abgegrenzte Person, also ein Selbst bzw. eine Seele, bereits eine grundlegende Täuschung über das Wesen der Wirklichkeit. Was Menschen als ihr Selbst oder ihre Seele bezeichnen, ist vielmehr ein ständig im Wandel begriffenes Zusammenspiel der fünf Daseins- oder Aneignungsgruppen (Skandhas): des materiellen Körpers mit seinen Sinnesorganen, der Empfindungen, der Wahrnehmung der Welt, der Geistesformationen (Interessen, Willensregungen, Sehnsüchte und Tatabsichten) und letztlich des Bewusstseins." (Wikipedia3)

10.07.2009

In einer Zeit allgegenwärtigen Betruges ist es ein revolutionärer Akt, die Wahrheit zu sagen.

George Orwell

Der große Klimaschwindel

FAQs:
Wer ist daran interessiert, diese These zu verbreiten?
Wer ist daran interessiert, diese These zu unterdrücken?
Wem nützt was?
Was ist die Wahrheit?