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Die letzten Tage

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vergehen wie die ersten. Man möchte denken, jetzt rast die Zeit aber eigentlich war es wie immer, in der Erinnerung dehnen sich diese Tage sogar noch mehr aus. Weil sie nicht mehr so von der Routine geprägt waren? Es gab keine Routine, es gab regelmäßige Trainingszeiten, regelmäßige Essenszeiten, es gab sehr viel Konstantes und dennoch war kein Tag wie der andere. Also haben wir noch die Form bis zu Ende gelernt, wobei da jetzt Korrekturen fehlen. Macht nix, Wudang ist nicht weit und der nächste Aufenthalt ist für spätestens Ende April, Anfang Mai 2008 vorgesehen. Um uns rum waren ständig die Vorbereitungen für das große Fest, welches an unserem Abreisetag begann. Morgenrezitation und gegen Mittag gab es freies Essen für Jedermann und Jederfrau im Tempel. Die meisten kamen aus der ärmeren Landbevölkerung, für die eine mühsame Anreise zum Berg die spirituelle Hilfe und ein ordentliches warmes Essen lohnte. Es war mir unangenehm zu sehen, wie sich die Menschen um die Tröge drängten. Es...

15. Tag

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sonne sonne sonne - mitte oktober und t-shirt wetter. jetzt gehts im schweinsgalopp durch die form, was ich nicht so schätze, aber wir sind einfach nicht lang genug hier. ich könnt direkt noch um zwei wochen verlängern, wenn die pflicht nicht rufen würde. fotos gemacht mit meister zhong xueyong fürs buch. wir konnten keine gute umgebung finden. im tempel zu viele menschen, in der nähe kein schöner boden. werd ich wohl etwas zaubern müssen. nach dem essen ein wenig spazieren gegangen, ist ja alles sehr vertraut. gibt ne gruppe deutscher im hotel nebenan. mal kurz kontaktiert, die meisten aus hamburg, rundreise durch china wudangshan drei tage. so hats bei mir auch angefangen. und jetzt krieg ich den hals nicht voll. obwohl mir gerade mal alle muuskeln und sehnen, vor allem in den leisten, höllisch weh tun. nein, wir haben keine neuen kicks gelernt, wir haben am nachmittag zum aufwärmen eine stunde fussball gespielt. nach zwanzig minuten ging meine kondition in die knie und ich durfte ...

14. Tag

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das wort heisst: sonne, wenigsten etwas ab und zu. aber leider kein training im tempel, wegen des tempelfestes ist da für uns kein platz. auf jeden fall t-shirt wetter, form ist bald zu ende. kommt noch ein doppelter kick. danach geht es in den abspann. wir schaffen es gerade so. huang machte eine kleine form mit 5 tieren, wu xing. wäre was für eine gemischte gruppe, sowohl für anfänger als auch forgeschrittene gut geeignet. vielleicht für die herbstreise. allerdings könnte dazu die zeit zu knapp werden. huang veranschlagt einen monat zum lernen. allmählich kommt auch das abschiedsgefühl auf, nur noch 3 tage, dann geht es in den flieger und zurück in heimatliche gefilde. gepaart mit der hoffnung, dass dort nicht allzuviel von dem, was wir hier gelernt haben, wieder zurückkehrt zum ursprung. den ablauf der form werde ich wohl behalten, aber was ist mit den wichtigen, wertvollen kleinigkeiten, die taiji ausmachen. am nachmittag erst kleiner spaziergang zum grab eines grossen meisters, s...

13. Tag

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heute morgen fast nur kicks gemacht, das ging mir dann langsam auf den keks. noch ein neuer und noch ein neuer - ich bin hier um taiji zu üben und meine zukunft sehe ich nicht in ausgefeilten wushu techniken. zugegeben, ich finde das sieht sehr gut aus und es gibt mir auch selbst einiges, wenn ich die kicks trainiere. nur blieb heute keine zeit für taiji. zweimal, dreimal die form, dann:"class over" "xiexie - verbeugung und schon war schluss. dafür sollte dann am nachmittag auf die kicks verzichtet werden. Am nachmittag dann aber im tempel ein mordsauftrieb. kurz vorm 9.9.nach dem chinesischen kalender. zu diesem datum wird Zhen Wus Immortalität gefeiert, sozusagen himmelfahrt. alle schüler waren eingespannt, bühnenteile zu schleppen, fahnenschmuck an allen gebäuden und dazwischen wuselten einige touristen. auf unserem übungsplatz wurde eine zeltbude aufgebaut. zur folge hatte das eine rundwanderung durch den tempel und nebenanlagen auf der suche nach einem platz für uns...

12. Tag

fühle mich mehr und mehr einmal auf den kopf gestellt und nun langsam wieder auf die füße. dieser aufenthalt ist noch mal eine ganz andere dimension als die gruppenreisen. deshalb soll die nächste reise auch mit klarer trainingsansage sein. wir haben ja noch nicht mal das programm der "normalen" schüler und studenten der akademie. wir lao wai werden alle extra vom für uns abgestellten meister guan (23) trainiert. hab ich schon die gang of four erwähnt? die amerikaner?eigentlich ein engländer, eine amerikanerin mit chinesischem einschlag, ein südamerikaner und eine (?)... sind mit uns zusammen, aber nicht gleichzeitig, angekommen. wollten mit Zhong Qigong trainieren und dann weiter hoch in die Berge zu einem Meister, den sie schon in Beijing verpasst haben, bei dem sie Dao studieren wollen. gehen jeden Morgen zur Rezitation in den Tempel, abends ebenso. nehmen aber an sonst keinem programm teil. Ich weiß auch nicht, was die den tag über so machen, halten sich zurück. zurück ...

11.Tag

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die ganze nacht regen, den ganzen tag regen. ICH WILL HIMMELBLAU. obwohl es ein faszinierendes schauspiel ist, zuzusehen, wie die nebel aus den tälern aufsteigen, die Berge langsam verschwinden, wieder auftauchen, sich hintereinanderschichten. seit tagen schaue ich immer wieder nur aus dem fenster und lasse die natur auf mich wirken. die form wird runder und auch die bewegungen, allerdings steht uns noch einiges bevor und wir sind meiner meinung nach etwas im verzug. zum schluss werden die letzten schritte im dauerlauf gemacht und bleiben nur unscharf im gedächtnis. befürchte ich. lehrer guan ist sehr genau, hat aber auch viel humor und es wird häufig gelacht. allerdings lässt er keine nachlässigkeit zu. zweie reden miteinander, so zur ablenkung vom ernsthaften üben. steht er auch schon dabei: "problems? no?! practice!" ansonsten werden meine alten knochen hier noch mal kräftig gelüftet und es tut gut. werde wohl zuhause ein neues trainingsprogramm für mich aufstellen. nich...

9. & 10. Tag

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ich werde nachlässig. gestern am morgen um sechs aufgemacht zum tianzhu, zur goldenen spitze des himmelspfeilers. zu fuss. über nanyan, treppen runter und rauf und runter, aber natürlich hauptsächlich rauf. zweieinhalb stunden und dabei ca 700 höhenmeter überwunden. hat ziemlich geschlaucht, aber es hat sich gelohnt. zum ersten mal einen blick weit über die berge und bis in die täler hinein. kein nebel, keine wolken. nur über uns. leider kein blauer himmel. all die tage keinen blauen himmel gesehen, den vermiss ich ich doch schon. oben gefrühstückt und wieder runter. die kurze zeit ohne touristen (wir sind ja keine). am nachmittag training im tempel, sehr schön, jedoch dauerndes objekt für objektive. wir werden in hunderten von chinesischen homepages, flickr accounts und privaten alben auftauchen. die lao wai machen taijiquan. kam auch ein interessierter chinese fragen, ob der meister ihm korrektur geben könne. machte dann eine form, wie ein blatt papier, ohne jeden raum. guan hat ganz...

8. Tag

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Ein Tag ausgesetzt. Krank. Magenkrämpfe, was bei dem öligen Essen nicht verwundert. dazu Kälte. Der Herbst ist angekommen und auch die ganz harten tragen beim Training nicht mehr nur ein T-shirt. Also heute wieder fit und statt Training gab es eine lange Busfahrt bis zum Fuß des Tianzhu, dorthin wo die Seilbahn abfährt. Im Tempel Jade Plateau wurde die erste Internationale Ausstellung daoistischer Malerei eröffnet. Dazu waren anwesend: Die Studenten "unserer" Akademie, eine Truppe Schüler einer anderen Akademie, eine 8 köpfige Gruppe einer weiteren Akademie, Die Organisatoren, Parteifunktionäre, einige Mönche, 8 Nonnen mit einem langen, breiten roten Band, das jeweils zu einer Blüte gebunden von jeder Nonne auf einem Tablett getragen wurde. Diese kamen nun in feierlicher Prozession in den Tempelhof, reihten sich auf, wurden einen Schritt weiter nach vorne geschickt, wieder etwas zurück, alles vor versammeltem Publikum. Es sah aus wie eine Probe. Und es war eine Probe. Dann zu...

6. Tag

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Kein Nebel, die Berge alle zu sehen, darüber Wolken, die sich langsam im Laufe des Morgens senkten und jetzt in lieblichem Niesel abregnen. Zhong ist wieder zurück, herzliche Begrüssung, dann weiter üben. Wang ist mit ihm gekommen, nun fragt sich, wann und wie wir unsere Gaben überreichen. Soll nicht als eine Zeremonie abgehalten werden, so wie heute morgen die Verabschiedung von Henry. Chic im weißen Gewand mit Pose zum Fotografieren und Pose zum Fotografieren bei der Überreichung des Zertifikats und Pose zum Fotografieren mit allen anderen Ausländern und das alles mit 5 Kameras, damit auch jeder eine Erinnerung hat. Das Training wird nun immer diffizieler, wir werden mehr und mehr mit den Feinheiten vertraut gemacht. Wobei das auch so aussehen kann. Lehrer Zhang spielt mit den Jungs Fußball, während wir auf der Terrasse üben. Ab und an schaut er mal hoch zu uns und lächelt. Und dann macht er von da unten mal kurz eine kleine Korrektur. Da ist noch ein Block vor dem Hebel. Ein paar Mi...

5.Tag

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heute morgen war selbst auf dem Flur Nebel. Am Nachmittag kam sogar kurz die Sonne raus, am abend Regen. Ebenso dauerhaft und verlässlich wie das Wetter ist das Essen. Immer gleich mit leichten Abwandlungen. Zum beispiel gibt es jetzt nicht nur Rührei mit Tomaten, was sehr lecker ist, sondern als Variation, mit Zwiebeln. Bääääh. Fürs TQJ, zweiter Teil meines Wudangberichts will die Chefredaktion wissen: Was machen die da? Ja was machen die hier? Viel Wushu, oder Gongfu, viele Formen und Methoden, die ich nicht alle benennen kann. Daniel macht Baguazhang, dafür gibt er sich einen Monat. In der Zeit kann man natürlich schon viel lernen hier. Weil man hier sonst nicht viel anderes macht. Halb sechs aufstehn, laufen, Qigong, Frühstück, Training, Mittagessen, Freizeit, das bedeutet ein wenig ausruhen, ein wenig sich um die kleinen Dinge kümmern, die gemacht werden müssen, nochmal das neu gelernte wiederholen, Abendessen, Training, schlafen. Irgendwo dazwischen auch noch ein paar Notizen mac...

4. tag

die erste traumlose nacht. 6 Uhr aufstehen, runter zum Tempel, Qigong, danach Frühstück. Heute Nebel, aber warm. Bei Frau Zhü die gestern bestellte Jacke, extra lang und aus Baumwolle, abgeholt. Schön, schwarz, trage ich doch lieber als weiß. Ist so. Wie bei dem Training mein Muskelkater schwinden und mein Selbstwertgefühl sich wieder heben soll, ist mir noch schleierhaft. Vielleicht sind die Kicks heute ja tatsächlich ein bisschen schneller gewesen, ein bisschen höher und das Bein gerader. Gestern abend ist noch eine junge Frau hergekommen, Deutsche, die in Chengdu Chinesisch studiert. Bleibt nur für wenige Tage, um etwas Qigong zu lernen.

3. Tag

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hab ich gestern von muskelkater gesprochen? Phhh! damit nix verlorengeht, hat der Lehrer uns Sonderunterricht verordnet. kein freier Tag für uns. am nachmittag ausgiebig den nanyan besichtigt. als exoten sind wir für die chinesen auch ein gerne gefragtes fotoobjekt. ob das fräulein freundin sich mal mit uns fotografieren lassen könnte, die beiden süßen kleinen dreckfratzen, der freund mit den schrägstehenden zähnen... wir laufen den alten daoisten mit den langen bärten noch den rang ab. eingeschlafen und unterrichtsbeginn verpennt. Noch immer nicht geduscht. während des unterichts kam Daniel, ihn gefragt wie man unter eine dusche kommt. Guan hat alles telefonisch geregelt. Nach dem Unterricht können wir duschen. Denkste. Schüsselwäsche, ab ins Bett.

2. Tag

Muskelkater ist das Wort. Mein Körper entdeckt mal wieder völlig unbekannte Teile seiner selbst. Graben im muskulären Unterbewussten. Guan ist der Name des Lehrers, den wir diesmal zugeteilt bekommen haben. Zhang kommt gelegentlich dazu. Zhong ist noch unterwegs in Wuhan.

die ersten tage

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30 Stunden fliegen und zugfahren, eine Übernachtung im Flieger von Frankfurt nach Beijing, eine Übernachtung in Xiangfan. Erst mal ans Gepäck kommen. Der Fieger hält in der Nähe des Gebäudes, Treppe rangefahren, ausgestiegen und dem Schild nach zum Exit. Dort beinah schon draussen gewesen,, aber wo ist das Gepäck. Kein Band hier. Die werkstattähnliche Halle, durch die wir vom Flugfeld her ins Gebäude gekommen sind, ist wieder verschlossen. Aber alle, die erst mal die abholenden Verwandten begrüßt haben, stehen inzwischen gedrängelt vor der verbindenden Tür, versuchen durch das schmale Fenster zu spähen. Die Tür öffnet sich, alles strömt wieder zurück in die werkstattähnliche Halle, wo das Gepäck von einem Lastwagen geladen wird und verstreut auf dem Boden steht. Abgesehen davon, dass uns der allem Anschein nach illegale Taxifahrer auch noch übers Ohr gehauen hat war die Fahrt in die Stadt in den Abendstunden sehr angenehm. Er wollte uns natürlich auch gerne am nächsten Tag mit seinem ...

lange danach und wieder kurz davor

tatsächlich war die letzte Reise nicht so umwerfend für mich, sondern sehr realistisch. Das ist ja auch wichtig, um nicht total euphorisch zu werden. Schadet dem Herz-Qi. Jetzt die Steigerung. Absolut untouristisch fahren wir auf schnellstem Weg hin und auch wieder zurück. Leben direkt in der Akademie in den Bergen. Völlig offen, was wir lernen werden, ein bisschen mit der Hoffnung, etwas schöneren Herbst dort zu haben, als wir hier zurücklassen.

kurz vorher

bald geht es los und ich bin sehr gespannt. Letztes Jahr war traumhaft. Alles passte und wir glitten nur so in die wunderbare Atmosphäre von Wudangshan. Diesmal tauchen schon in der Vorbereitung kleinere und größere Probleme auf. Da bin ich mal gespannt, wie es weiter geht.