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Es werden Posts vom April, 2015 angezeigt.

wieso weshalb warum 2

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Ein chinesischer TV Sender, der international zu sehen sei, dafür wollten sie einen Beitrag machen über ausländische Taiji Quan Studenten in Wudangshan. So sagten sie mir und warum soll ich ihnen nicht glauben. Sie haben ein paar Shots gemacht während des Trainings und danach ein Interview mit mir. Der junge Mann stellte mir einige freundliche Fragen. Man würde in China sagen, Taiji Quan zu erlernen sei sehr schwierig, was uns denn bewegen würde, diese Anstrengung auf uns zu nehmen. Wenn etwas am Anfag leicht fällt, dann wird es mit der Zeit zu einer Last. Was aber anfangs Mühe bereitet, wird immer leichter und bereitet Freude. Es ist zum Beispiel leicht, mit Freunden ein Glas Wein zu trinken, fröhlich zu sein und das Leben für ein, zwei Stunden zu genießen. Verlässt man sich aber auf den Wein, um das Leben genießen zu können, dann wird es dich mit der Zeit abhängig machen und schnell bist du auf dem Weg zum Alkoholiker. Besteigst du einen Berg auf einem beschwerlichen Weg, dann wi...

wieso weshalb warum

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Ob das alles so stimmt auf der Grafik, kann ich nicht beurteilen. Es kommt mir ziemlich küchenpsychologisch daher. Dennoch sollte sich jeder Gedanken machen, warum an welchen Stellen des Körpers die Schmerzen auch seelischen Hintergrund haben könnte. Dass ungeübte Muskeln, die über Jahre, Jahrzehnte nicht beansprucht wurden, bei intensivem Training sich bemerkbar machen, ist wohl eine andere Sache. Beobachte ich jedoch die Schwierigkeiten einiger Übenden (nicht nur hier in unserer Wuudang-Gruppe, sondern in allen Kursen und Seminaren) den unteren Rücken zu entspannen, das Steißbein hängen zu lassen, oder die Knie so zu beugen, dass sie nicht schmerzen, dann kommen mir die Angaben auf dieser Grafik durchaus folgerichtig vor. Heute hat Lehrer Ming seinen freien Tag. Lehrer Zhong Xuehao, Cousin des Meisters, nimmt seinen Platz ein. Er ist noch sehr jung, gerade mal 18 Jahre (Ming ist immerhin 5 oder 6 Jahre älter). Ich bewundere diese jungen Leute, die scheinbar völlig unbefangen u...

Phänomene

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Offenbar ist auch unseren Trainern das "Vierte Tag Syndrom" bekannt. So wurde nur geringes Jibengong angesagt, zwanzig statt der erwarteten vierzig Minuten gestanden (Zhan Zhuang) und auch beim Formentraining die Leine etwas locker gelassen. Aber der Tag ist noch nicht vorbei.  Quelle: brisbanechentaichi Wie so oft, wenn ich eine neue Form lerne bzw. eine Form neu lerne, vergesse ich erst mal alles, was ich über Gong Fu weiß und missachte die eiinfachsten Regeln. Zum Dank darf ich mir dann alles das anhören, was ich selbst ununterbrochen meinen Schülern predige. Kennt einer von euch Experten eine wissenschaftliche Bezeichnung für dieses Phänomen? Auch ein anderes Phänomen lässt sich schon nach wenigen Tagen beobachten, welches Meister Liu Yiming (1734 - 1821) in seinen Fünfzig Hindernissen auf dem Weg der Entwicklung unter "Falsches Verständnis" beschrieben hat: "Die Verfeinerung ist ein langer und langsamer Vorgang. Wenn ein wenig sichtbar wird, ...

oben und unten

Unten am Eingang in das Wudanggebiet, wo vor zehn Jahren nur ein Tor stand mit einer Baracke davor, in der man seinen Eintritt zahlen konnte, ist inzwischen eine kleine Stadt entstanden. Immer mehr und dichter gedrängt stehen neue Gebäude, während die ersten schon langsam verfallen. Inmitten der Hotelklötze, die alle einmal bewohnt werden sollen, steht die erste International Wudangshan Wushu University. Meister Yang, bei dem ich vor zwei Jahren noch die fünf Tiere studierte, ist nun deren Leiter. Vor wenigen Tagen fragte er R. der auch schon seit Jahren immer wieder hier landet und seine Kentnisse erweitert, ob er als sein Assistent arbeiten wolle. Free training, room and acccomodation includet. Aber R. glaubt nicht, dass er das Angebot annimmt. Er mag nicht "dort unten" sein.  Es gibt einen gewissen Geist hier oben in den Bergen, der seit zweieinhalb tausend Jahren die Einsiedler und Alchemisten fasziniert. Den findest du da unten nicht. Ich kann R. gut verstehen. Wenn ei...

Antrainieren

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Drei Tage dauert die ruhelose Zeit, in der von morgens bis abends im Tempel gesungen, getrommelt und geflötet wird. Selbst wenn nur drei Menschen vor dem Seitentempel an der Zeremonie teilnehmen, werden Gesang und Musik über stadionreife Lautsprecher in den Hof übertragen. Unser erstes Training im Tempel wird darob vom Meister abgebrochen. Zu laut. Wir siedeln um in die neuen Anlagen, die in den letzten Jahren errichtet wurden. Das Refugium für verrentete Mönche und Nonnen, welches von außen eher bescheiden wirkt, bietet in seinem Inneren mehrere weiträumige Höfe, ideale Trainingsplätze, weitab vom touristischen Rummel. Für Neulinge gebe ich einen kurze Überblick der historischen Entwicklung. Nachdem die von Mao Zi Dong angestiftete Kulturrevolution ihr Ende gefunden hatte, wurden im weiteren Verlauf der chinesischen Öffnung auch die ehemals verbotenen Religionen wieder belebt, die Klöster durften wieder Mönche und Nonnen aufnehmen. Einige der jungen Männer, die in den achtzige...

Ankunft

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Die lange schreckliche Zugfahrt war nicht so schrecklich wie befürchtet. Es gab gutes Essen auf Rädern und dann hatte man Zeit genug, den Jetlag wegzuschlafen. Pünktlich wie meistens bei den chinesischen Zügen erreichen wir den Bahnhof von Wudangshan. Der wurde verlegt in die Nachbarstadt Liuliping, 20 Fahrminuten von Laoyying, der eigentlichen Wudangstadt entfernt. Dafür hatte uns Meister Zhong ein Lastenkamel fürs Gepäck besorgt und drei PKW, die uns nach Laoying zum Frühstücken brachten. Der mir bekannte große Frühstücksraum hatte zwar geöffnet, aber Essen gab es erst in 40 Minuten. Zeit genug, durch die Umgebung zu bummeln und dann am alten Bahnhof Foto Stephan Indermühle von einem tüchtigen jungen Mann in sein Etablissement verführt zu werden. So gab es doch schon früher zu essen, Nudelsuppe, von seiner junngen Frau fleißig in die Schalen gefüllt. Mit Tofu und Gemüse, reichhaltig und nahrhaft. So unbeschwert, vom Gepäck beftreit, waren auch alle bereit, den Weg zum Wudangmen,...

Bahnhof Beijing West

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Landet man um 5:30 in Beijing, sollte man glauben, genug Zeit zu haben, den Zug um 10:03 am Westbahnhof zu erreichen. Sollte man besser nicht glauben. denn die Wege im Terminal 3 sind lag und die Busfahrt dauert anderthalb Stunden. Sollte man nicht glauben, wenn man sich noch einen letzten Kaffee gönnt, bevor man den Bus besteigt. Als die digitale Anzeige bei 9:00 angelangt war, aber der Bus sich noch immer im nördlichen Bezirk befand, wurde ich langsam nervös. Immerhin hatte man mir mitgeteilt, es sei ratsam, die reservierten Fahrkarten eine Stunde vor Abfahrt am Schalter zu holen. Aber der Bus hält an, der Verkehr staut sich, ein Bahnhof West ist nicht in Sicht und die Uhr springt eine Minute weiter, zwei Minuten, drei Minuten. Bitte, wir sollten fahren, bitte schnell zum Bahnhof. Was passiert, wenn die Karten nicht rechtzeitig abgeholt werden. Begehrte Fahrkarten für weiches Liegen. Wird man mich mitleidig belächeln, den Kopf schütteln und auf die Zeit verweisen.  9:30 Ba...

Nächster Schritt

Heute ist es soweit. Flug nach Peking, mit dem Zug weiter nach Wudangshan. dann dort mindestens drei Monate oder vier, wenn das Visum verlängert wird. Ausgiebige Erkundigungen stehen an, wie ein längerer Aufenthalt möglich wird. Mehrmalige Einreise oder welches Visum wie beantragt werden kann und muss. An einen geliebten, altbekannten Ort reisen mit der Absicht, dort lange und länger zu leben, ist etwas Neues. Von dort werden neue Aktivitäten ausgehen. Die Zeit auf Teneriffa war weniger mit Unterrichten, dafür mehr mit Publizieren gefüllt. Was wird mit der Zeit in Wudang passieren. Schaun wir mal. Oder wie ich es immer beim Taijiquan sagen: Wenn du etwas machst, kann nichts passieren.

Es war ein Autounfall

Es war ein Autounfall. Nicht spektakulär, aber dennoch tödlich. Du hinterlässt eine Frau und zwei Kinder. Du hast nicht lang gelitten. Der Notarzt tat sein bestes dich zu retten, aber es war vergebens. Glaub mir, dein Körper war so sehr zerstört, es ist besser so für dich. Und dann triffst du mich. „Was… was ist passiert?“, fragst du. „Wo bin ich?“ „Du bist gestorben.“, antworte ich dir knapp. Es zu beschönigen hätte keinen Sinn. „Da war ein… Lastwagen… es hat geregnet…“ „Ja.“ „Ich… ich bin gestorben?“ „Ja. Sei deswegen nicht traurig. Der Tod gehört zum Leben.“ Du schaust dich um. Doch dort ist nichts. Nur du und ich. „Was ist das für ein Ort?“, fragst du. „Ist das… das Jenseits?“. „Mehr oder weniger.“ „Bist du Gott?“, fragst du. „Nicht wirklich.“, antworte ich. „Aber so etwas ähnliches.“ „Meine Kinder… meine Frau.“, sagst du. „Was möchtest du wissen?“ „Werden sie zurechtkommen?“ Ich lächle. Gerade erst bist du gestorben, und du denkst nur an deine Familie. Du bist ein gu...