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Es werden Posts vom April, 2018 angezeigt.

Neun Gnaden

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Lai Zhutang hatte ein Leben in daoistischer Meditation gepflegt und am Ende seiner Tage aufgelistet, welche Gnaden er in seinem Leben empfangen hatte. Er kam auf die Zahl neun und nannte daher sein Bett das Neun Gnaden Lager. Seine Liste sah so aus: 1) dass er eine Reihe guter Bücher besitze 2) dass seine Frau Freude am Lesen und Schreiben habe 3) dass er keinen Wein trinke 4) dass er nichts vom Schachspiel verstehe 5) dass niemand nach ihm verlange 6) dass er einen berühmten Lehrer gefunden habe 7) dass er mit seiner Familie in solch einer herrlichen Gegend lebe 8) dass er von Krankheiten verschont sei 9) dass er ungebunden wie ein Vogel leben könne Ting Xiongfei tat es ihm später nach, führte aber andere, mitunter gegensätzliche Gründe als Gnade an. Dies wurde von dem Daoisten Zhang Xinggong kommentiert. Er schrieb, es mache ihn glücklich: 1) dass er nur wenige Bücher besitze 2) dass er keine Frau habe, die ihm mit Lesen und Schreiben zur Last falle 3) dass er tr...

Momente der Freude

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Wir neigen dazu, dem Unglück im Leben zu großes Gewicht zu verleihen und vergessen dabei die Momente der Freude. Noch nie habe ich jemandem die Geschichte erzählt, wie ich in Peking zum Flughafen kam, prima eingecheckt habe, noch etwas bummeln konnte, dann gemütlich zum Gate und nach einiger Wartezeit in den Flieger gestiegen bin. Aber dass ich mich mal mit der Abflugzeit vertan habe, weil ich nicht auf dem Flug direkt nach Frankfurt war, sondern über München gebucht hatte, was aber in Vergessenheit geraten ist und dass ich deshalb mich sputen musste, an den Kontrollen mich vorbei drängeln:“sorry,sorry - my flight is going soon…“ und beim Pass noch mal und keiner hat gemotzt. Dann schnell zum Gate, ohne bummeln „hurry, hurry, run fast“ hatte die Dame gesagt. Sie haben mich noch rein gelassen, hinter mir die Türen zu und auf die Startbahn. Das habe ich schon oft erzählt, weil das ja auch eine Geschichte ist, die zum Glück gut ausging. Knapp am Unglück vorbei geschliddert. Solch...

Es war schon in mir angelegt.

Vor einigen Jahren wurde ich vom Taijiquan Qigong Journal für ein geplantes Special über Pioniere des Taijiquan und Qigong in Deutschland gebeten, einige Fragen zu beantworten. Das habe ich gerne getan. Dann ist lange nichts passiert und vor etwa zwei Jahren hieß es dann, es würde jetzt erscheinen. Aber es ist noch immer nicht erschienen. Nun, hier sind die Fragen und meine Antworten. Sie gelten noch heute wie damals.  Wie sind Sie dazu gekommen, Taijiquan/Qigong zu machen? Schicksal oder Dao. Es bot sich eine Gelegenheit und nach dem ersten Heben und Senken der Arme war ich überzeugt. Es ging sehr schnell. Bei wem haben Sie zuerst gelernt und wie prägend war diese Person? Mein erster Lehrer war Schüler von Chee Soo, der den Lee-Stil verbreitet hat. Ich besuchte recht bald Chee Soo in London und organisierte 1978 ein einwöchiges Seminar mit ihm in Deutschland. Er hat mir damals schon alles Wichtige gesagt. Viel mehr weiß ich heute auch nicht. Hatten Sie Vorerfahrungen in den Bereic...

Die sieben Heilmittel

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nach Zhang Chao (1650 - 1711?) Leidet man an einer schweren Krankheit des Gemüts und mag man vor Kummer fast vergehen, dann soll man eines der sieben Heilmittel probieren. Zhang Chao stellt sie uns in einer Erzählung vor, in der einer, der sich auf das Reden verstand, den schwermütigen Besitzer des Katzenjammer-Gartens zu heilen versuchte. Zuerst möchte er ihn für das Würfelspiel zu begeistern, bei dem es hoch her gehe und die Gemüter sich erhitzen. Dem Kranken aber widerstrebt es, gegen das Gesetz zu verstoßen und seines Vaters Ermahnungen in den Wind zu schlagen. So beschreibt der Erzähler die Freuden des Bogenschießens hoch zu Pferde, wozu sich der Leidende aber nicht kräftig genug fühlt. Dann könne er doch eine Beamtenlaufbahn einschlagen, Gesetze erlassen und Steuern eintreiben. Der Trübsinnige aber sieht nur die möglichen Verfehlungen, wegen derer er aus dem Amt gejagt würde. Wie es denn mit der Dichtkunst wäre, im Kreise von Gleichgesinnten Reimwettbewerbe verans...

Qingming-Fest

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Qingming Darstellung einer Familie, die Papiergeschenke für die Vorfahren verbrennt( The Joy of Chinese Cooking  ca. 1950). Das chinesische  Qingming-Fest  ( chinesisch   清明節  /  清明节 ,  Pinyin   qīngmíngjié , von  清明 ,  qīngmíng  ‚hell und klar‘) am 4. oder 5. April, selten auch am 6. April, ist das chinesische Totengedenkfest. Das chinesische Totenfest fällt auf den 106. Tag nach dem  chinesischen Sonnenkalender (Bauernkalender) , 15 Tage nach  Frühlings-Tagundnachtgleiche  ( 春分 ,   chūnfēn ‚Mittfrühling‘). Man fegt die Gräber, legt Nahrungsmittel, Blumen und Gegenstände, die den Verstorbenen zu ihren Lebzeiten gefielen, vor die Gräber, zündet Weihrauchstäbchen an und verbrennt Totengeld. [1]  Im Süden, im kantonesischen Teil Chinas, kann man zu dieser Zeit auf den Straßen viele Händler sehen, die neben Papiergeld auch Autos, Anzüge, und Schuhe aus Papier an...