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Es werden Posts vom Mai, 2015 angezeigt.

airchina - eine endlose Geschichte

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Anfang des Jahres buchte ich Flüge für 13 Personen von Frankfurt via Peking nach Xiangfan in der Provinz Hubei. Ende Februar teilte mir die Fluggesellschaft airchina mit, sie müsse die Flüge von Peking nach Xiangfan und zurück stornieren. Als Grund wurde mir gesagt, der Flughafen Xiangfan könne bis Oktober nicht angeflogen werden. Ein Freund, der uns in Wudangshan besuchte, kam von Peking mit airchina nach Xiangfan. Als Alternative bot man mir an, nach Wuhan zu fliegen und von dort zurück. Wuhan liegt ca. 500 km von unserem Reiseziel entfernt. Wie wir von dort weiterkämen müsste ich selbst organisieren. Ich lehnte dieses Angebot ab und teilte mit, wir würde dann per Zug zu unserem Ziel Wudangshan reisen und ebenso per Zug zurück. Man möge mir dann bitte das Geld für die stornierten Flüge zurücküberweisen. Fragen über eventuelle Hilfen seitens der airline, zum Beispiel ein Fahrerservice vom Flughafen zum Bahnhof, der auf der Webseite angeboten wird, oder zumindest eine Information, ...

In my kitchen in New York

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Der wohl bekannteste Dichter der Beat Generation, Allen Ginsberg (1926 - 1997), schrieb ein Gedicht über Tai Chi in seiner Küche in New York City. Es ist der einzige Raum in seinem Apartment, der genug Platz bietet. Offenbar hat er große Mühe, sich auf das zu konzentrieren, was er dort macht, was immer in sein Blickfeld kommt, lenkt ihn ab von seiner Übung. Ginsberg hatte Tai Chi gelernt von Bataan Faigao, einem Schüler von Chen Man Ching. Das Video von 1984 gibt einen Eindruck, was um diese Zeit im Westen teilweise unter Tai Chi verstanden wurde. Thanks to Julianne Zhou, who posted this on Daoist Gate Wudang Arts In my kitchen in New York by Allen Ginsberg for Bataan Faigao Bend knees, shift weight Picasso’s blue deathhead self portrait tacked on refrigerator door This is the only space in the apartment big enough to do t’ai chi Straighten right foot & rise–I wonder if I should have set aside that garbage pail Raise up my hands & bring them back to s...

Die zehn Verbote für den Kampfkünstler

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Die Niederschrift der “Zehn Verbote für den Kampfkünstler” (Xi wu shi jin 习武十禁) wird dem Shaolin-Mönch Jue Yuan 觉远 zugeschrieben, der gegen Ende der Südlichen Song-Dynastie (1126–1279) gelebt haben soll. In den chinesischen Quellen heißt es, Jue Yuan habe sich damals einen Namen als großer Meister der chinesischen Kampfkünste gemacht und im Shaolin-Kloster die Mönche in der Kampfkunst unterrichtet. 1. Verrat am Meister (yijin panshi 一禁叛师) 2. Abschweifendes Denken (erjin yisi 二禁异思) 3. Dummes Gerede (sanjin wangyan 三禁妄言) 4. Oberflächliche Künste (sijin fuyi 四禁浮艺) 5. Rauben und Stehlen (wujin daojie 五禁盗劫) 6. Den eignen Stil als den besten anpreisen (liujin kuangmen 六禁狂门) 7. Fehlende kindliche Pietät (qijin buxiao 七禁不孝) 8. Sich kaiserlichen Befehlen widersetzen (bajin kangzhao 八禁抗诏) 9. Schwache drangsalieren (jiujin qiruo 九禁欺弱) 10. Alkohol und Ausschweifungen (shijin jiuyin 十禁酒淫) Seine Aufzeichnungen wurden zum ersten Mal im Jahr 1915 in dem Werk „Geheime Techniken der Shaolin Kampf...

Chinesisch 2

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Um einem Westler die Aussprache eines chinesischen Schriftzeichens zu erleichtern, hat man sich schon seit längerem die verschiedensten latinisierte Umschriften einfallen lassen. Ist ja auch nicht so einfach, spricht doch ein Engländer ein geschriebenes Beijing anders aus als ein Franzose oder Deutscher. Da ist doch im Deutschen schon das ei nicht mehr von einem ai zu unterscheiden, wird es ja wie letzteres ausgesprochen. Was übrigens zur Folge hat, dass der höchste Berg Spaniens, der Teide auf Teneriffa, von Deutschen gern Te-Ide genannt wird, weil sie es anders schon nicht mehr können und zwanghaft ohne die Trennung Taide sagen würden. In alten Büchern findet man mitunter noch so eigenwillige Umschreibungen, die direkt der deutschen Sprache angepasst sind. So hatte ich mal eine Ausgabe des Laozi Buches in der Hand, auf dem der Autor Lau Dse und das Buch Dau Dö Dsching geschrieben waren. Kommt der tatsächlischen Aussprache jedenfalls näher als die lange Zeit genutzte und hängen gebl...

die 14 qigong gedichte der sun buer einfuehrung

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Sun Bu’er (孙不二, ca.1119-1182) gehört zu den sogenannten Sieben Meistern des Quanzhen-Daoismus. Ihr bürgerlicher Name lautete Sun Fuchun (孙富春). Sie war verheiratet mit Ma Yu (马钰, 1123-1183), mit dem sie drei Söhne hatte. Offenbar begann sie erst recht spät, etwa im Alter von 50 Jahren, ernsthaft daoistische Übungen zu betreiben, überholte dann aber, wenn man der weiter unten zitierten biographischen Skizze Glauben schenkt, darin ihren Mann. Beider Lehrer war Wang Zhe (王喆, 1113-1170). Die Rahmendaten sind zwar spärlich, geben aber doch einen Hinweis darauf, dass das Praktizieren der Inneren Alchemie viel Zeit erfordert und sich eigentlich nur in klösterlicher bzw. einsiedlerischer Abgeschiedenheit verwirklichen lässt, also gewissermaßen erst dann, wenn „die Kinder aus dem Haus sind“. Der Name „Bu’er“ weist darauf hin, dass Sun sich, als sie einmal den Entschluss gefasst hatte, durch nichts und niemanden mehr vom Studium und Meditieren abhalten ließ. Sie soll sich sogar selbst heißes...

Chinesisch

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Gleich an einem der ersten Tage bekam ich von meiner Nachbarin, der 13jährigen Yao Jia Xian, eine ihrer Kaligraphien geschenkt. Wahrscheinlich ganz frisch von der täglichen Unterrichtsstunde. Nur wusste ich mit den vier Schriftzeichen erst mal nichts anzufangen, was deren Sinn angeht. Dann kam ich dahinter, es muss von rechts nach links gelesen werden, aber viel schlauer wurde ich daraus auch nicht. Da steht 上 shang: nach oben, hochlaufen oder steigen, vorher, an einer Tätigkeit teilnehmen, beginnen. 善 shan: billigen, für gut befinden, gut, lieb, warmherzig 若 ruo: als ob, scheinen deuchen, wie 水 shui, Wasser, Flüssigkeit, Fluss, Gewässer 若水 ruo shui, wie Wasser, heißt fließen. Aber mit dem shang shan kam ich lange nicht zurecht. ich fragte die Kleine, die verhältnismäßig gut Englisch spricht ( sie kann ein paar Brocken), ob sie wisse, was das bedeutet. "No." Dann kam ich endlich auf die Idee, den ganzen Komplex in mein digitales Wörterbuch einzugeben, und ...

放鬆 - relax

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The Psoas: Muscle of The Soul Quelle:https://bodydivineyoga.wordpress.com   MARCH 23, 2011  /  DANIELLE PROHOM OLSON I was delighted when I first came across  Liz Koch’s  amazing work because it confirmed much of what I’d been intuiting on my own. I had begun to open and close my yoga practise with hip opening poses with the specific intention of releasing tension in my psoas and hip flexors. I’d breathe and imagine tension flowing out of constricted muscles to be released as energy into the torso. It worked, I’d feel my body soften yet somehow grow stronger. Reading Liz Koch I instantly realized what I was doing – by learning to relax my psoas I was literally energizing my deepest core by reconnecting with the powerful energy of the earth. According to Koch, the psoas is far more than a core stabilizing muscle; it is an organ of perception composed of bio-intelligent tissue and “literally embodies our deepest urge for survival, and more pro...

Der tausendjährige Molch

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Es ist 20:22 Ortszeit und ein Zug verlässt den Bahnhof von Wuhan (Wuchang). Ich weiß nicht, ob meine Reisegruppe drin sitzt. Was ist passiert? Zuerst die gute Nachricht? Ok zuerst die gute. Es ging darum, wie lange ein Bus braucht nach Wuhan Wuchang. Ältere Informationen sprachen von viereinhalb Stunden. Ich kalkulierte sechs. Bedeutet, wenn man um acht Uhr dort sein möchte, um zwei Uhr abfahren. Dann aber meinte Freund Pei, der sich auskennt, wir sollten um Zwölf unten am Tor losfahren, also um elf hier oben von der Schule weg. Der Fahrer aber meinte, um zwölf würde der Verkehr zu dicht, er wolle schon um elf fahren. Die Mitglieder der Reisegruppe wurden ob des immer weiter nach vorne verlegten Abfahrttermins langsam ungehalten. Dann hatte ich noch einen Wagen organisiert, der das Gepäck zum Tor bringt, damit die Leut nicht mit ihrem ganzen Gelerch in den Gebirgsbus steigen müssen. (Zwischenbericht, die wirklich gute Meldung: Sie sitzen im Zug! Danke QQ - siehe auch Bahnhof Beijin...

Perlen

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Guan Shifu, den wir heute noch mal getroffen haben, aber das ist eine andere Geschichte, schenkte mir vor ein paar Jahren dieses Armband mit kleinen, eingravierten Schriftzeichen. Neugierig wie ich bin, habe ich eine Perle entziffert, die Zeichen gegoogelt und den kompletten Text gefunden. Es handelt sich um das Qing Jing Jing, ein kleiner daoistischer Text. Vor einigen Wochen ist mir der Gummi gerissen und die Perlen haben sich verteilt. Weil die Schrift so klein ist und meine Augen schlechter werden, habe ich mich vor der Mühe gedrückt, alle wieder in die richtige Reihenfolge zu bringen und neu aufzufädeln. Ich hab es mir jetzt hier neu gekauft. Diese Ausführung aus feinem Sandelholz gibt es anscheinend nur im Tempel, dem Zixiao Gong. Nun nehm ich die Wiederaufnahme als Gelegenheit, den Text noch einmal zu veröffentlichen (er steht auch im Anhang des "Sitzen in Vergessenheit") 老君曰 ﹕ 大道無形,生育天地。 大道無情,運行日月。 大道無名,長養萬物。 吾不知其名,強名曰道。 夫道者 ﹕ 有清有濁,有動有靜。 天清地濁,天動...

Wechsel

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Morgen reist die Gruppe ab. Heute Nachmittag noch ein gemeinsames Training, übermorgen sieht meine Welt anders aus. Dann werde ich nicht mehr in diesem Gang üben, der mir ein richtiges Trainingsheim geworden ist, sondern wohl mehr in der Schule. Wir konnten uns glücklich schätzen, nun in der neuen Anlage unsere Schritte und Drehungen machen zu können. In einer angenehm klösterlichen Atmosphäre, ohne Tempelbesucher. Anscheinend hat man inzwischen meine Gebete erhört und die Megaphone und Lautsprecher im Tempel verboten. Nun quäken sie gelegentlich noch vorm Purpurwolken Palast, aber drin ist es ruhiger. Überhaupt hat es sich schon längst wieder normalisiert. Wir waren ja von zwei besonderen Feiertagen geplagt. Zuerst, bei unserer Ankunft, war Zhen Wus Geburtstag, der über drei Tage zelebriert wurde und viele Besucher angelockt hat. Eine Woche später gab es den May Day, den Ersten Mai als Feiertag, der dieses Jahr auf einem Freitag den Chinesen ein verlängertes Wochenende und damit G...

Flötentöne

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Da ist einer in unserer Reisegruppe, eigentlich Schauspieler, aber jetzt verdient er sein Geld als Graphiker, Joachim. Neben dem beruflichen Zeichnen übt er sich im Manga-Stil, was bei den jungen Schülern auf großes Interesse stößt, Am liebsten hätten alle ein Portrait von ihm. Gleich zu Anfang hat er mal den Lehrer Ming gezeichnet, und weil dem die erste Interpretation nicht gefiel, bekam er noch zwei weitere auf's Blatt. Lehrer Ming, der ein sehr klares Training durchführt, aber jetzt nur noch für die "Kleinen" zuständig ist, übt auch fleißig die Bambusflöte. Deren Klang wiederum fasziniert auch unseren Zeichner, der heute, auf einem kurzen Abstecher runter in die Stadt, gehofft hatte, dort eine solche Flöte kaufen zu können. Aber entweder es gab keine, oder die Läden hatten zu. Nun versucht Lehrer Ming, ihm bis zu seiner bevorstehenden Abreise, eine Flöte zu besorgen. Wenn das nicht gelingt, muss Joachim sich gedulden. Entweder bis nächstes Jahr, wenn er wieder he...

Wenn andere singen...

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Es gibt solche, die ihre innere Kraft zur Schau stellen und mit ihrem Können protzen, um andere zu beeindrucken. Andere reisen umher um Menschen zu begegnen, Segen zu spenden oder Zeremonien abzuhalten. Dann gibt es noch jene, die sich zurückziehen um das Leben eines Eremiten zu führen, sich aber insgeheim eine Karriere wünschen. Wieder andere laden großzügig zu Essen und Wein in der Hoffnung auf spätere Gunst. Das alles ist nicht im Sinne des DAO und verunglimpft rechtes Verhalten. All das muss man vollkommen unterlassen. Wenn ich nicht singe, singt auch niemand mit mir. Wenn andere singen, falle ich nicht mit ein. So können alte Verstrickungen gelöst werden und neue vermieden. Ritualisierte Feste und ungesunde Gelage verlieren nach und nach an Interesse. Man kann sich ganz der Dao-Kultivierung widmen. ... Verwirrung und Unwissenheit des Geistes sind bedingt durch den Ort, an dem er sich niedergelassen hat. Will man sein Verhalten ändern, muss man auch den Ort ändern. Das ist...

Die Position des Taijiquan im Westen

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www.taichimasterhenry.com Nach Gründung der Volksrepublik China wurde Taijiquan zu einem staatlich propagierten Instrument zur Förderung der Volksgesundheit. Selbst während der für die traditionellen Kulturgüter Chinas verheerenden Kulturrevolution (1966-1976) konnte Taijiquan für gesundheitliche Zwecke geübt werden, allerdings begab sich jeder in Gefahr, der den Aspekt der Kampfkunst offensichtlich unterrichtete oder übte. Die Regierung der Volksrepublik China hat die verschiedensten Kampfkünste zusammengefasst und unterstützt auf nationaler und internationaler Ebene die Verbreitung ausgewählter Stile mit vereinheitlichten Formen als Wettkampfsportarten. Dazu gehört auch das Taijiquan. Dass hierbei der ursprüngliche individuelle Kampfkunstcharakter verloren geht, wenn es um das Erringen von Punkten nach ästhetischen Kriterien geht, liegt auf der Hand. Auch der meditative Aspekt ist für den Wettkampf unbedeutend. Tatsächlich geht es der Regierung auch weniger darum, die Kampfküns...

Die kleinen Dinge - mal wieder.

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"Warum", so werde ich gefragt, "machen wir denn keine Meditation? Gehört doch auch zum Daoismus." Gemeint ist mit dem Po auf dem Kissen. Natürlich machen wir hier Meditation. Im Stehen, Zhan Zhuang. Im Gehen Taiji Bu und Tai Yi Wu Xing Bu. Wenn man es genau nimmt, sind auch Qigong und Taiji Quan Meditationen. Wir kommen kaum mit der Zeit hin, die gewünschten Formen einigermaßen brauchbar zu lernen, damit genug Kenntnis und Wissen mitgenommen werden kann, um zuhause weiter üben zu können. Bei diesen bewegten Meditationen können unsere Lehrer auch sehen, was richtig gemacht wird und was noch nicht verstanden ist. Was sollen sie denn machen, wenn wir 40 Minuten auf den Kissen hocken. Warum hier keine Theorie vermittelt wird, will man auch wissen. Woanders wäre das anders, da bekäme man erklärt, in welchem Meridian das Qi bei dieser und bei jener Bewegung fließt. Und überhaupt, der Daoismus. Darüber wird gar nicht geredet. Woanders ist woanders. Hier ist hier. Das zu...

Das kleine Einmaleins

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Wir sind eine kleine Gruppe von 13 erwachsenen Menschen. Für einige Übungen, wie den Taiji Bu, eine Schritt-Meditation, sollen wir zwei oder drei Reihen bilden. Das gestaltet sich immer schwierig, eine Reihe klappt bisher am Besten. Zum Schluss, wenn wir unseren Trainingsplatz verlassen. Ich habe den Eindruck es sträubt sich der Deutsche gegen gemeinsame, synchrone Bewegung. Es kommt ihm vielleicht zu militärisch vor. Auch den Schritt dann gleichzeitig auszuführen, gemeinsam das Bein zu strecken, den Fuß aufzusetzen und das Gewicht zu verlagern, das stößt auf gewaltige innere Widerstände. Dabei sind die Deutschen doch begeisterte Chorsänger. Rund anderthalb Millionen Menschen singen in ungefähr 60.000 Chören. Wohlgemerkt, in Laienchören. Da singt man doch, hoffentlich, auch gemeinsam und nicht durcheinander, hinkt jeder so ne halbe Note hinter seinem Nebenan her. Den Schritt nicht zusammen und erst recht nicht einen Formenablauf. Zugegeben, ich schaff auch nicht mein Xuanwu Quan so ...

Du musst zuerst dein Herz reinigen

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Es wird ein Artikel, der auf Taiji-europa veröffentlicht wurde, mit dem obigen Bild auf facebook verlinkt. Ich habe es gewagt, dieses Bild zu kritisieren. Was ist daran zu bemängeln? Nun, wer sich hier in den chinesischen Tempeln nicht auskennt, wird es nicht erkennen. Da sitzt ein junger Mann leicht verzückt meditierend auf einem Polster, offenbar in chinesischer Umgebung, im Hintergrund eine Chinesin. Zunächst möchte ich klarstellen, dass ich den Mann nicht kenne, ich weiß nicht, ob er identisch ist mit dem Autor oder das Bild aus einem anderen Zusammenhang für den Beitrag gewählt wurde. Das Polster, auf dem er sitzt, wird in daoistischen Tempeln nicht zur Meditation bereitgestellt, sondern um sich darauf zu knien und in Richtung des Altars zu verbeugen. Man macht das drei Mal und zu jeder Verneigung würde die dort sitzende Nonne mit einem Klöppel an die Klangschale schlagen, die neben ihr auf dem Tisch steht. Der junge Mann hat sich nicht zur Meditation auf das Polster gesetzt, ...

Der Torwart

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Den Mann kenne ich nun seit fast zehn Jahren. Will man an der morgendlichen Andacht im Tempel teilnehmen, die so gegen sechs in der Früh beginnt, nimmt man nicht den Haupteingang, denn der ist noch geschlossen, sondern benutzt rechts die Rampe und geht durch eine Tür in dem großen rostigen Tor. Früher war die Tür um die Zeit manchmal noch geschlossen, dann zog ich enttäusch wieder davon, bis ich lernte, dass kräftiges und unbarmherziges Bollern hilft. Irgendwann hörte man gegrummelte Flüche, der Mann schiebt den Riegel zurück und ehe man die Tür geöffnet hat, ist er schon wieder auf dem Weg in seinen kleinen, erbärmlichen Kabuff, eine Kammer, für die selbst dieses schlichte Wort eine Schmeichelei ist. Rohe Steinwände, schmutzige rohe Steinwände, nicht jener Designer-Stil, in dem jede zweite Berliner Butike understated wird. Betonboden, ein Bett hinter Lappenvorhang und ein kleiner Fernseher auf einer Kiste. Meist sitzt er zusammengefaltet auf einem niedrigen chinesischen Stühlchen, die...

Andere Zeiten

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Die meisten Schulen hier haben wohl eine "daoistische Woche" mit Mittwoch Nachmittag und Donnerstag als Wochenende, sprich trainingsfrei. Damals, als Meister Zhong noch die alte Akademie leitete, wurde es auch so gehandhabt. Nun, in seiner eigenen Schule, hat er ein Zehntage-System eingeführt. Neun Tage Training, ein Tag frei. Ich glaube nicht, dass er je von meiner Dezimal Zeit erfahren hat, die ich leider nicht intensiv propagiert habe.* Morgen ist unser freier Tag, sehnsüchtig erwartet. Überraschend teilt uns Meister Zhong nach dem Vormittagstraining mit, auch der heutige Nachmittag sei frei. Freude in allen Augen und mein Vorschlag, in die Stadt zu fahren, wird von allen angenommen. Unten angekommen verteilen sich die kleine Gruppen rasch und wir, Susanna und ich, streben zum Supermarkt, sichern die letzten beiden Pakete Sesamkekse und zwei Päckchen Nescafe Mokka (ja, ich wollte eigentlich nie wieder ein Nestle Produkt kaufen). Nachdem wir noch ein paar versprochene Erl...