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27.04.2022

Ginko - ein Baum, der uns helfen kann, wieder zu Bewusstsein zu kommen.

 


Ginko wird auf Chinesisch Bai Guo genannt. Bai 白 bedeutet weiß. Und Guo果 bedeutet eine Frucht/Nuss. Dies kann einfach als eine weiße Frucht/Nuss interpretiert werden, und in der Neuzeit wurde es als gutes "Kraut" für das Gedächtnis beworben. Man könnte es dabei belassen, und es ist immer noch ziemlich nett, aber es gibt auch eine Tiefe des Reichtums, für die ich mir eine Minute Zeit nehme, um sie hier zu erläutern. Der Name bezieht sich auf die Fähigkeit der Pflanze, bei der Erinnerung an "vergangene Leben" zu helfen, und deutet auf eine Verbindung zu den Po/Aspekten unserer Seele hin, die in dieser Inkarnation nach Erfüllung suchen. Dies wird als Bai Guo/ Weiße Nuss kodiert, weil Weiß die Farbe des Metallelements ist, das mit dem Po in Verbindung steht. Weiß (Bai) ist das Symbol für die Sonne, mit einem Punkt des Bewusstseins, der über ihr schwebt. Es ist Licht mit Bewusstsein, oder Bewusstsein für die Natur des Lichts. Guo bedeutet nicht nur Frucht/Nuss, sondern kann auch ein Ergebnis oder eine Konsequenz bedeuten. Genauso wie ein Baum ein Ergebnis/eine Folge davon ist, dass eine Frucht und eine Nuss gepflanzt wurden, folgt daraus, dass eine Frucht/Nuss ein weiteres Ergebnis/eine Folge davon ist, dass ein Baum seinen Wachstums- und Entwicklungszyklus durchläuft... und dass er die kodierte Information und Energie dieses Baumes und seiner Vorfahren bis zum Zeitpunkt seiner Frucht trägt, um sie an die nächste Generation/Inkarnation eines anderen Baumes weiterzugeben. In ähnlicher Weise kann unser Leben möglicherweise als Ergebnis der Frucht unserer früheren Generationen und Inkarnationen und des Versuchs unserer Seelen verstanden werden, auf ihrer weiteren Reise zu wachsen. Als eine der ältesten Pflanzenarten - die letzte bekannte Art ihrer Gattung -, die sogar die Dinosaurier überdauerte und deren Existenz durch Fossilien auf mehr als 200 Millionen Jahre zurückdatiert wird, ist der Ginko ein wahres lebendes Fossil und ein uralter Wächter unserer Erde... und er trägt in seiner DNA noch immer eine Botschaft durch die Äonen, von Generation zu Generation... Als solcher ist er ein Baum, der uns helfen kann, uns an unsere tiefe und obskure Vergangenheit zu erinnern, um auf unserem Weg zurück zum Licht wieder zu Bewusstsein zu kommen.

Text von Gregory M. Casey auf Facebook, übersetzt mit Deepl for Mac

26.06.2021

Grundlegendes Wissen über die Praxis des Taiji Quan

veröffentlicht in Hu Haiyas Sammlung über die Kultivierung der Gesundheit.

行走手足板眼齐
Bei der Ausführung bewegter Figuren sind Hände und Füße gleich und der Blick ist ausgerichtet.

内外双修少人知
Innen und Außen sind wie ein Paar, was nur Wenige wissen.

一步三摇空化力
Ein Schritt bekommt drei Mal Kraft   (aus der Leere kommend)

得来不觉费功时
Wenn es kommt, kommt es unbewusst, ohne jede Anstrengung.

站桩试力基本功,
(Zhan Zhuang) Stehender Pfahl und (Shi Li) Spannungstest sind Grundlegende Übungen.

呼吸自然内外松
Der Atem ist ganz natürlich, innen und außen entstpannt.

运劲抽丝势开弓
Die Bewegung ist wie das Spinnen eines Seidenfadens und die Kraft wie einen Bogen zu spannen.

静中生机豁然通。
Aus der ruhenden Mitte entsteht die Vitalität in offener Klarheit.

坐时如钟全体空
Sitzend wie eine Glocke ist der ganze Körper leer.

坎离相交甘露生
Wenn Wasser und Feuer sich verbinden entsteht der süße Tau.

呼吸自然法轮转
Der Atem setzt das Rad des natürlichen Plans in Bewegung

益寿延年不老翁 
Erreiche ein langes Leben voll ausgefüllter Jahre, ohne das Alter zu spüren.

卧似龙虎身如弓
Liegend wie Drachen und Tiger (wie ein außergewöhnlicher Mensch) bleibt der Körper gespannt wie ein Bogen.

闭目养神腹内松
Schließe die Augen und nähre den Geist, der Bauch bleibt weich.

安然自在如睡眠
Frei von Sorgen und ruhigen Geistes, als würdest du schlafen.

气血畅通体还童
Wenn Qi und Blut ungehindert fließen, wird der Körper wieder wie der eines Kindes.

29.04.2014

Die Menschheit verblödet

Christopher Williams : Endstation Gehirn - Die Bedrohung der menschlichen Intelligenz durch die Vergiftung der Umwelt, ISBN: 3-608-91015-8


Der Verfall der menschlichen Intelligenz - eine Weltkarte menschlichen Leids

Als Folge der Umweltvergiftung bahnt sich eine lautlose Katastrophe an: die Degeneration des Gehirns. Weltweit sind die heranwachsenden Kinder und Jugendlichen die Leidtragenden. Die sozialen Folgen sind noch nicht abzusehen. Folgt auf das »Jahrzehnt des Gehirns« nun eine »Epoche des geistigen Verfalls« durch Umweltgifte?

Umweltgifte wie Schwermetalle, insbesondere Blei, aber auch radioaktive Stoffe lagern sich im Gehirn an. Das Gehirn zerfällt unter dieser Belastung, und niemand weiß, ob, wann und wie dieser Verfall aufzuhalten ist. Diese Entwicklung ist in der Dritten und Vierten Welt weit fortgeschritten. In erster Linie leiden Kinder und Jugendliche unter den Folgen. Mediziner gehen von einem Verfall der Intelligenzentwicklung aus. Viele der geschädigten Kinder müßten wie geistig Behinderte versorgt werden, doch dafür fehlen finanzielle Mittel und Infrastruktur. Die Gesundheit der hochindustrialisierten Länder ist durch Fast food-Fehlernährung oder Belastung mit vielen krebserregenden Stoffen bedroht, und das in allen Bevölkerungsschichten. Die Umrisse einer Weltkarte menschlichen Leids werden sichtbar. Erstmals in der Geschichte der Menschheit kündigt sich eine Rückentwicklung der menschlichen Intelligenz an. Und diese Entwicklung ist nicht umkehrbar.

Weltweite Bedrohung


Mangel- und Fehlernährung, die Umweltverschmutzung lösen einen allmählichen Niedergang intellektueller und damit zusammenhängender Funktionen aus. Die zunehmende Umweltbedrohung ist weniger eine Frage von Leben oder Tod, sondern vielmehr eine von Leben oder Halb-Leben für Millionen Menschen. Schon mal drüber nachgedacht? Achso, geht ja nicht mehr.
Leseprobe :

1. Kapitel

Das menschliche Gehirn wird mittlerweile durch sich selbst gefährdet. Wie eine Endstation ist es ein Endpunkt unserer Fehler und Irrtümer in der Umweltpolitik, aber auch der Ausgangspunkt dieser Fehler und ihrer Korrektur. Es ist Opfer, Täter und Heiler zugleich bei fehlerhaften Veränderungen der Umwelt, die, wie wir heute wissen, unsere intellektuellen Fähigkeiten beeinträchtigen können.

Unsere Intelligenz - wie wir wissen, wie wir argumentieren, wie wir lernen - ist unsere Art zu überleben. Bei Individuen sind die meisten Schädigungen der Gehirnfunktion unumkehrbar, so daß der Preis, den der einzelne zu zahlen hat, offenkundig und oft drastisch ist. Die Natur der Beeinträchtigung bringt es notwendig mit sich, daß die Fähigkeit derer, die unter den Ursachen leiden, sich verringert, diesen entgegenzuwirken. Für Gemeinschaften lassen sich die Konsequenzen eines weitverbreiteten intellektuellen Niedergangs zwar leicht vorstellen, aber nur schwer aufspüren, so daß unsere kollektive Reaktion auf diese besondere Umweltbedrohung ebenfalls minimal ist.
Im Verlauf von Millionen Jahren hat sich unser Gehirn einer positiven Interaktion mit seiner Umwelt erfreut, was zu einer günstigen Entwicklung des Gehirns geführt hat. Jetzt könnte sich dies ändern. In der langen Geschichte der menschlichen Evolution ist die gegenwärtige Bedrohung des Gehirns durch sich selbst eine völlig neuartige Situation, was die Möglichkeiten einer regressiven Gehirnentwicklung in bestimmten Gemeinschaften vorstellbar werden läßt. Unser Gehirn ist der einzige Bestandteil des Ökosystems, der sein eigenes Wohlergehen direkt gefährdet, was eine einzigartige Form von ökologischer Verwundbarkeit ahnen läßt.

Logischerweise sollte dem menschlichen Gehirn bei der Sorge um die Umwelt Vorrang eingeräumt werden, doch so ist es nicht. Wie droht der Endstation Gehirn jetzt durch ihr eigenes Verhalten Gefahr, und was bedeutet dies für das Überleben des einzelnen und der Menschheit insgesamt?

Weltweit gelten bis zu drei Prozent jeder Gemeinschaft als geistig behindert, wenn man klinische Begriffe des Westens wie etwa "geistige Behinderung" zugrunde legt. Aber selbst traditionellere Begriffe wie etwa das dununu der afrikanischen Shona besagen das gleiche. In manchen Weltregionen sind inzwischen schon fast 20 Prozent aller Menschen von solchen Störungen und Fehlentwicklungen betroffen. Parallel dazu ist ein weit häufigeres Vorkommen leichterer Fehlfunktionen des Gehirns ohne klinische Erscheinungen festzustellen. In manchen afrikanischen Städten haben inzwischen 90 Prozent der Kinder Bleikonzentrationen im Blut, die zu Problemen der geistigen Entwicklung führen können.

Der Grund dafür ist das Vorhandensein von Stoffen in der Umwelt, die das intellektuelle Potential zerstören, etwa Schwermetalle oder radioaktive Strahlung, sowie das Fehlen von Makro- und Mikro-Nährstoffen in der Umwelt, die für die korrekte Entwicklung und Funktionsweise des Gehirns notwendig sind, etwa Jod oder Eisen. Es gibt auch schädliche Synergien der beiden, die bedeutsam zu sein scheinen, bei herkömmlichen Analysen aber meist übersehen werden. So kann beispielsweise Eisenmangel die Aufnahme von Blei im Körper beschleunigen.
Eine Einschätzung der Umweltbedrohungen der menschlichen Intelligenz ist einzigartig schwierig, nicht zuletzt deshalb, weil es keinen einzelnen Begriff gibt, um sie zu beschreiben. Ausgangspunkt sollte daher die Benutzung eines kollektiven Begriffs sein: geistiger Verfall infolge von Umwelteinflüssen, GVU. Trotz einer unzulänglichen begrifflichen Erfassung gibt es heute genügend Belege dafür, wie man bedeutsame Probleme in einem kleinen Maßstab zeigen kann. Die Frage, die das vorliegende Buch stellt, lautet folglich einfach: Sind die vorhandenen Fälle dieses geistigen Verfalls infolge von Umwelteinflüssen ein Hinweis auf etwas Größeres?

Auswirkungen auf das Gehirn werden mit Hilfe vieler verschiedener und sich überschneidender Begriffe beschrieben - keiner von ihnen weist ausdrücklich auf umweltbedingte Ursachen hin. Im vorliegenden Buch wird durchgehend so verfahren: Wenn die Diskussion sich aus bestimmten Quellen herleitet, ist die Terminologie der Quelle bewahrt worden. Allgemein gilt:

Geistige Behinderung meint die ernsteren, permanenten Störungen, die man mit Begriffen belegt wie "geistige Behinderung", "geistige Retardation", "Lernbehinderung" - oft auch klinische Resultate genannt;
Geistige Fehlfunktionen: Damit sind die zahlreichen weniger schwerwiegenden permanenten oder vorübergehenden Zustände wie etwa verringerte Auffassungsgabe und Lernfähigkeit, Gedächtnisschwäche oder verringerte kognitive Funktionen gemeint - oft auch Resultate genannt, die keine klinischen Erscheinungen zeigen;
Der Begriff geistiger Verfall bezeichnet beide Erscheinungsformen.

Der Oberbegriff ist "geistiger Verfall" infolge von Umwelteinflüssen:

"Infolge von Umwelteinflüssen" heißt aber nicht, daß "die Umwelt an sich" die eigentliche Ursache des Problems ist, sondern bedeutet, daß menschliches Handeln oder Unterlassen dem Verfall zugrunde liegt; "Verfall" bezeichnet die Auswirkung auf das intellektuelle Potential von Einzelpersonen und Populationen.
Der geistige Verfall infolge von Umwelteinflüssen wird im folgenden mit der Abkürzung GVU bezeichnet.
Die Auswirkungen unserer Fehler und Irrtümer beim Umgang mit der natürlichen Umwelt treten in zahlreichen Formen auf. Viele werden durch biologische Öko-Mechanismen unschädlich gemacht. Einige machen sich in der menschlichen Nahrungskette bemerkbar, andere wiederum wirken direkt auf den menschlichen Körper ein, etwa indem sie inhaliert werden, aber auch durch sensorische Penetration oder das Eindringen in die Haut. Auswirkungen sind dann im Blut festzustellen, im Körpergewebe oder in den Genen. Die Wege in den menschlichen Körper sind komplex und ungezählt, und das menschliche Gehirn ist einer der Endpunkte.

Mehr dazu und darüber bei http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/15704/1.html

24.04.2014

Körpermechanik verstehen

Unten ist eine zentrische Schubkurbel zu sehen, bei der die Kurbel mit konstanter Winkelgeschwindigkeit über das Pleuel den Gleitstein antreibt, dessen sich ändernde Geschwindigkeit durch den gelben Pfeil angedeutet wird.
Ein schönes Beispiel dafür, wie sich hinter einer geraden Bewegung eine Kreisbewegung verbirgt.




Quelle: http://www.tm-aktuell.de/TM5/Animationen/animationen.html

Nachtrag: auch sehr schön und etwas umfangreicher wird es auf diesem Video gezeigt.

18.03.2014

Motten und so

Qigong, so glauben die meisten, die es nicht machen, ist vielleicht langweilig, vielleicht anstrengend. Man weiß es nicht. Außerdem gibt es da sonst nichts außer der Bewegungen und dann machen sie lieber Pilates im Bodyshop, wo sie sowieso die Jahreskarte haben. Deshalb hatte ich mir gedacht, müsse man ein Buch schreiben, in dem so viel Interessantes drin steht, dass es den meisten egal ist, ob es von Qigong oder dem Sand in der Wüste handelt. Hauptsache, interessant. So begann ich mit dem Buch über den zwölfteiligen Brokat und allem anderen*.
Dann hab ich erfahren, ein gewisser Bill Bryson schreibe solche Bücher - und tatsächlich tut er das, wenn auch nicht über Qigong. Zumindest habe ich sehr beunruhigt sein Buch "At Home" gelesen, nach dessen Lektüre ich verwundert war, dass die menschliche Rasse überlebt hat, nach allem, womit wir uns schon vom Mittelalter an oder noch früher vergiftet haben. Denn darauf laufen alle Kapitel seines Streifzugs durch das eigene Haus hinaus. Ein alten Pfarrhaus von 1851, welches er zum Vorwand nimmt, uns mit den einzelnen Räumen bekannt zu machen und mit dem, was er über diese Räume, nicht nur die des Pfarrhauses, sondern generell in der Historie Englands, recherchieren konnte. Ob es der nicht abziehende Rauch oder die bleihaltige Farbe in den Tapeten sind, die Chemikalen zum Färben des "Frischfleischs" oder die Bleichmittel in der Wäscherei, sie haben sich vergiftet, ganz gleich, in welchem Zimmer sie sich aufhielten. Dazwischen erzählt Mr Bryson sehr viel anderes interessantes Zeugs, was man zwar gleich wieder vergisst, aber unterwegs ist es unterhaltsam.
Nachdem ich At Home gelesen hatte, wusste ich, dass der zwölfteilige Brokat nicht so unterhaltsam würde, weil ich nicht nur unterhalten wollte, sondern den interessierten Lesern tatsächlich Informationen liefern wollte, die einen gewissen Nutzen haben könnten. Vielleicht empfinden die Menschen es nicht so unterhaltsam, wenn es um ihre Gesundheit geht, wie wenn es sich um die Erkrankungen, Vergiftungen, Todesfälle dreht.


Nun muss ich erfahren, dass es anscheinend ein Hugh Raffles noch besser über Insekten hinbekommen hat. Für mich sind Insekten zwar bezaubernde Wesen, auch bewundere ich deren Vielfalt, Aber ein Buch über Insekten zu lesen, das wäre doch so wie über den Sand in der Wüste. Aber Herr Raffles hat Preise und Auszeichnungen bekommen für sein Werk. Zum Glück brauch ich es jetzt nicht lesen, um darüber zu schreiben, das hat ein Herr Patzer sehr ausführlich getan.

Ob es mein Buch über den zwölfteiligen Brokat auch schafft zu einer Auszeichnung? Fraglich. Aber sicher findet es  den einen oder anderen geneigten Leser. Demnächst an dieser Stelle ein paar Lesermeinungen darüber.

*Es gibt das Buch Der Zwölfteilige Brokat und alles andere jetzt auch als Paperback.

30.11.2013

Heute machen wir ein Türchen auf ...

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Der zwölfteilige Brokat
und alles andere

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14.10.2013

Pflicht zu Cultur, Immanuel Kant

Das Vermögen, sich überhaupt irgend einen Zweck zu setzen, ist das Charakteristische der Menschheit (zum Unterschiede von der Tierheit). Mit dem Zwecke der Menschheit in unserer eigenen Person ist also auch der Vernunftwille, mithin die Pflicht verbunden, sich um die Menschheit durch Kultur überhaupt verdient zu machen, sich das Vermögen zu Ausführung allerlei möglichen Zwecke, so fern dieses in dem Menschen selbst anzutreffen ist, zu verschaffen oder es zu fördern, d.i. eine Pflicht zur Kultur der rohen Anlagen seiner Natur, als wodurch das Tier sich allererst zum Menschen erhebt: mithin Pflicht an sich selbst.

Allein diese Pflicht ist bloß ethisch, d.i. von weiter Verbindlichkeit. Wie weit man in Bearbeitung (Erweiterung oder Berichtigung seines Verstandesvermögens, d.i. in Kenntnissen oder in Kunstfähigkeit) gehen solle, schreibt kein Vernunftprinzip bestimmt vor, auch macht die Verschiedenheit der Lagen, worein Menschen kommen können, die Wahl der Art der Beschäftigung, dazu er sein Talent anbauen soll, sehr willkürlich. – Es ist also hier kein Gesetz der Vernunft für die Handlungen, sondern bloß für die Maxime der Handlungen, welche so lautet: »baue deine Gemüts- und Leibeskräfte zur Tauglichkeit für alle Zwecke an, die dir aufstoßen können«, ungewiß, welche davon einmal die deinigen werden könnten.

31.08.2013

Die Existenzform des Meisters


Der Mensch strebt nach Sinn und ohne Sinn verkommt er. Dazu muß er sich die Frage nach den Zwecken stellen und sie selbst beantworten. Der Lebensentwurf des Handwerkers bietet die Perspektive eines Berufes, der sich zum Teil selbst als Zweck genügt. Diese Option ist sicher nicht für jedermann, aber womöglich eine interessante Alternative zum zwecklosen Jobben im Hamsterrad. Und zumindest ein gutes Referenzbeispiel, um heutige Lebensentwürfe kritisch zu vergleichen und zu analysieren. Dazu wollen wir eine Essenz des Handwerkers destillieren: Die Existenzform des Meisters. Die Meisterschaft oder Meisterlichkeit soll als Lebenseinstellung aufgefaßt werden, die am besten durch die von ihr umfaßten Aspekte beschrieben werden kann:

1. Lehre


Der Weg zum Meister beginnt mit dem Lernen – und hört nie damit auf. Lernen hat freilich rein gar nichts mit Schulgebäuden oder Lehrplänen zu tun, sondern bedeutet die Suche nach einem Lehrer, der in der Regel bereits Meister ist und als Mentor und Vorbild dabei helfen kann, selbst Meisterschaft zu erreichen. Dieses Lernverhältnis hat allerdings etwas Hierarchisches und wirkt dadurch besonders anachronistisch.


2. Übung


Um ein Meister zu werden, braucht es in der Regel ungefähr 10.000 Stunden Übung. Hört sich viel an, aber entspricht ungefähr einem Jahrzehnt mit bloß 3 Stunden Übung pro Tag, etwa so viel wie Sportler trainieren und Musiker auf ihrem Instrument üben. Das Üben selbst ist ein Ritual und will als solches zelebriert werden. Der Lehrling auf dem Weg zur Meisterschaft beginnt die Wiederholung zu lieben und in der Übung einen Zweck an sich zu sehen. Wer darin nur ein Mittel sieht und stets auf die bezweckte Verbesserung der Fertigkeiten schielt, wird kaum die nötige Geduld aufbringen. Denn die Verbesserung verläuft nicht gleichmäßig; über lange Zeiträume scheint kein Fortschritt spürbar, bis man dann plötzlich und unvermutet bemerkt, daß man eine neue Schwelle passiert hat.


3. Hingabe


Der Weg zur Meisterschaft hat eine transzendente Komponente und weist über den einzelnen hinaus. Es ist ein Weg der Sublimierung des Egos zugunsten der ganzen Persönlichkeit. Bequem ist dieser Weg selten, doch je größer der Widerstand, desto bedeutsamer der Schritt. Die größte Gefahr auf dem Weg ist der Stolz – jener Stolz des Lehrlings über das Überwinden einer Schwelle, der ihn darin schwelgen läßt und sich dabei genügen läßt, sodaß er keine weitere mehr zu nehmen vermag. Der wahre Meister setzt das Üben auch nach dem Erreichen der Meisterschaft fort, mit derselben Bescheidenheit und Hingabe wie am ersten Tag. Unbeirrt wandert er dem Gipfel entgegen und am Gipfel angekommen, wandert er weiter. Denn sein Blick gilt nicht dem Ziel an sich, sondern dem Pfad. Diese Pfadorientierung, die Konzentration auf das Wirken im Hier und Jetzt, bringt ihn weiter und läßt ihn größere Ziele erreichen als die verbissenste „Zielorientierung“. Sein Pfad ist ein ewiger, ihn zu Wandern ist des Meisters Lust.


4. Selbstverständnis


Die Meisterschaft liegt also im Weg selbst, nicht im Zeitpunkt deren Erreichens. Man wird nicht zum Meister, sondern ist es – lebt es als Einstellung. Heute tragen wir die Vorstellung in uns, ein Beruf „werden“ zu müssen und zu können, etwa in dem wir viele Jahre in einer Black Box verbringen und dann „geworden“ hinauskommen. Noch niemand ist im Medizinstudium Arzt „geworden“, niemand im Mathematikstudium Mathematiker. Wer angestrengt auf das Werden wartet, wird es nie sein. Wer sich auf das Sein konzentriert hingegen, wird werden – ein immer besserer Arzt oder Mathematiker. In der Motivationsforschung nennt diesen Zugang manchmal „Visualisierung“; man komme dem Erfolg näher, indem man sich vorstelle, wie und wer man nach diesem Erfolg ist und sich fühlt. Tatsächlich gibt es nur einen Weg, etwas oder jemand zu sein, das oder der man noch nicht ist: Es zu sein. Wer nicht sein kann, kann nie werden. Der Weg zum Meister ist nur zu bewältigen in der tiefen, inneren Überzeugung, es schon sein – in jedem Moment, bei jedem Schritt meisterlichkeit zu leben und ihr so ganz unbewußt näher zu kommen. Freilich, auch der größte Meister macht Fehler, und auf dem Weg sind die Fehler stets zahlreicher als die Erfolgserlebnisse. Der Meister jedoch führt auch nach Hunderten Fehler den nächsten Schritt im vollkommenen Selbstverständnis aus, sein Bestes zu geben; irgendwann wird es ausreichen, um das Hindernis zu überwinden. Dieses zuversichtliche Selbstverständnis unterscheidet den wahren Meister von dem, der bloß davon träumt.

Diese Haltung schildert keinen spezifischen Handwerker zu einer spezifischen Zeit oder an einem spezifischen Ort. Es handelt sich um den Versuch, einen Archetypus als Essenz zu destillieren – den Archetypus des mit eigener Hand Werkenden, dessen Arbeit unabhängig von anderen Zwecken sinnstiftend ist. „Mit eigener Hand“ ist nicht rein wörtlich zu nehmen, wenngleich es in der Regel wörtlich sein muß: Eine Tätigkeit, deren spezifisches Muster an Fertigkeiten uns „ins Blut“ übergehen kann und somit Teil von uns selbst wird. Diese Tätigkeit wird in der Regel Werkzeuge erfordern, in deren Einsatz wir Meisterschaft erlangen können. Das Werkzeug unterscheidet sich vom Automaten dadurch, daß es den Menschen nicht ersetzt, sondern ergänzt. An der Maschine ist nichts an sich Schlechtes, viele Maschinen können überaus nützliche Werkzeuge sein, andere sind Automaten. Auch der Automat ist nicht an sich schlecht, nur erlaubt er die Existenzform des Handwerkers nicht, außer dem Automaten-Konstrukteur. Wem die Arbeit Sinn stiftet, der verzichtet auf den Automaten – wie der Maler das Malen seiner Bilder nicht „auslagern“ wird. Welchen Anteil eines Werkes wir – angesichts der deutlichen Vorzüge der Arbeitsteilung – auslagern können, ohne daß es aufhört, unser Werk zu sein, ist eine schwierige Frage. Die Antwort darauf läßt sich wohl bloß spüren.

Auch der Eremit kann Meister sein; doch fehlt dem Eremiten ein ganz wesentlicher Aspekt des Werkes: anderen von Wert und dadurch von Bedeutung zu sein. Das Schöne ist auch schön, wenn es niemand sieht, doch niemals wird es Menschen etwas bedeuten. Das Werk, das nicht unter Menschen wirkt, soll man es überhaupt Werk nennen? Kann es Werken ohne Wirken überhaupt geben? Den tiefsten, am stärksten befriedigenden Sinn erhält das Werk jedenfalls erst dadurch, für andere Menschen wertvoll zu sein – erst dann hat der Handwerker einen Wert geschaffen, und kann zuversichtlich sein, auch ein Werk geschaffen zu haben, nicht bloß einer Täuschung erlegen zu sein.

Auszug aus dem Vortrag "Handwerk - die Seele des Unternehmertums?"von Rahim Taghizadegan am 10.03.2008 im Institut für Wertewirtschaft, Wien ©

Ich danke für seine freundliche Genehmigung zur Weiterverwendung.

18.08.2013

Das E-Book


Das Buch Tai Ji Quan - Dao der Bewegung ist jetzt auch als E-Book erhältlich
Die Verfügbarkeit in weiteren E-Book-Shops wird sukzessive ausgebaut.

Das E-Book erscheint mit der ISBN 9783848224401 und wird zum Verkaufspreis von 9.99 EUR angeboten.

14.06.2013

Qi


Wir finden für den Begriff Qi zwei verschiedene Schriftzeichen, genau genommen sind es drei. 
Da wäre zunächst das gebräuchliche , welches sich zusammensetzt aus dem oberen Teil Qi, was sich aus der Darstellung geschichteter Wolken entwickelt hat und dem unteren Teil Mi, was für ungekochten Reis steht. Daraus lässt sich ableiten, das Binomen meine Dunst über Reisfeldern oder der Dampf, der aus dem Reiskochtopf aufsteigt. Einfallsreicher finde ich die Deutung, Qi entstehe aus Atem und Nahrung, was tatsächlich der Fall ist. Auch lässt sich verstehen, das Qi sich sowohl als feinsten Hauch oder festes Samenkorn manifestieren kann. Leider wird in der nun gebräuchlichen modernen Kurzschrift nur noch der obere Teil geschrieben. Das ist Atem oder Dunst, die feste Nahrung fällt  weg. 

Wenige gebräuchlich ist eine andere Variante, die auch vorwiegend in philosophischen Texten zu finden ist.  
Dieses Zeichen besteht ebenfalls aus zwei Teilen: ji mit der Bedeutung „Nahrung hinunter zu würgen“ und darunter das Radikal für Feuer , was in Verbindung mit einem anderen Zeichen in vier kurzen Strichen geschrieben wird. Wenn uns das auch ziemlich fremd vorkommen mag, so ist es doch in der Bedeutung nicht viel anders, wenn wir es verstehen als das Feuer, welches entfacht wird von dem, was wir „hinunterschlucken“, sei es nun feste Nahrung oder Atemluft.


Nachtrag: Im Kangxi Zidian, einem der wichtigsten klassischen Wörterbücher der chinesischen Schrift finden wir das Zeichen mit der Deutung 氣宇註 Qi Yu Zhu, was ich als "das sich in den Weltraum oder aus dem Weltraum ergiessende Qi" übersetzen würde.

09.06.2013

Loslassen


放之自然  體無去住  任性合道
Sich lösen, Selbst vertrauen
das Wesen weder geht noch bleibt
die eigene Natur dem Dao folgt

Das Wesen mag die Form verändern, kann sich auf die unterschiedlichsten Weisen offenbaren. Heute bist du glücklich, morgen traurig, heute bildest du dich, morgen hängst du rum, was ist dann dein Wesen. Das Wesen hat keine feste Erscheinung. Warum solltest du dann an etwas festhalten, was du für dein Eigen hältst? 

Wer dem Dao folgen will, muss freundlich, aufrecht und ernsthaft  sein in seinem Streben. Ein weißer Kranich (ein Schüler des Dao) muss seine Sinne klären und zur Natur zurückkehren.
Nur mit einem ausdauernden. gewissenhaften und duldsamen Herzen, voller Respekt und tiefem Glauben, kann man die höchsten Fähigkeiten erlernen.
Wer die Ruhe im Herzen erreicht, kann dem Dao folgen.
(Zhang San Feng  ca. 1200)

Das Dao ist niemals weit entfernt, gleichwohl es schwer zu erreichen sein mag. Es ist in jedem von uns, gleichwohl es schwer zu ergreifen sein mag. Wenn wir frei von Wünschen bleiben, wird der Geist sein Heim (das Herz) betreten. Wenn wir alle Unreinheiten weg fegen, wird der Geist bei uns bleiben. Die Menschen sehnen sich alle nach Intelligenz und Weisheit, doch nur selten suchen sie zu verstehen, was die Quelle ihrer Existenz ist. 
(Guanzi, ca. 200 v. Chr.)

Loslassen ist ganz einfach. Man öffnet die Faust. So wie man die Faust öffnet, kann man auch den ganzen Körper öffnen. Den Körper als Ganzes, als Einheit und in seinen Teilen. Alle Gelenke, die Muskeln, die Schwere. 
Eine Faust öffnet sich von Innen, aus ihrer Mitte und so öffnet sich auch der gesamte Körper aus seiner Mitte. Du lässt los, was du in deinem Innersten festhältst. Du lässt es los und in die Welt treten.
Ist der Körper nicht in gelöstem Zustand, dann stagniert das Qi.  Gelöst bedeutet entschlossen. Entschlossenes ist offen, aufnahmebereit und lebendig. Wie eine geöffnete Hand bereit ist, etwas anzunehmen. Wer festhält, nimmt sich selbst gefangen. 



Es ist für viele Menschen schon sehr schwer, ihren Körper zu entspannen, umso schwerer fällt es ihnen, sich von der geistigen Spannung zu lösen. 
Die meisten kommen mit ihren Vorstellungen, die ihnen den Blick auf die Wirklichkeit versperren. Das ist die schwierige Arbeit, diese Vorstellung beiseite zu schieben. Sie wissen zwar nicht, was Dao ist, aber sie glauben, es zu wissen. Mit jeder neuen Information, die sie bekommen, glauben sie, es besser zu wissen. Mit all diesem Glauben und Wissen stehen die Übenden der Erfahrung des Dao im Weg. 

In der richtigen Körperhaltung  kannst du alle Gedanken und Gefühle loslassen. Im natürlichen Gleichgewicht werden Körper und Geist eins, und wir verwirklichen die schlichte Wirklichkeit so wie sie ist - ohne Färbungen und Verzerrungen durch unsere Gedanken, Gefühle, Hoffnungen, Ängste etc. ohne irgendetwas zu erwarten. Es handelt sich dabei nicht um einen speziellen, entrückten, "spirituellen" Geisteszustand. Es ist nicht notwendig, Mantras aufzusagen, Räucherwerk zu verbrennen, Zeremonien auszuführen oder irgendwelche Heiligen zu verehren. 
Es ist der Zustand vor allen Zuständen.
Wir können Dao weder erlangen noch herstellen. Es ist immer und überall vorhanden, reichlich. Wir können es erfahren, spüren, erlauschen, erkennen. Nach und nach entwickelt sich ein Sinn dafür. Der Weg dorthin heißt Üben. Immer und immer wieder. 
Wiederholen, 
Rezitieren. 
Man kann den Prozess nicht beschleunigen, nur verlangsamen, indem man zu wenig tut.

Durch Rezitation dringt die Übung in dich ein. Sie öffnet sich für dich, wenn du offen bist für sie. Wenn du gewartet hast. Loslassen kannst du nicht durch Nachdenken, durch Grübeln erreichen. 
Je mehr du deinen Körper lockerst, löst und entspannst, desto gelöster wird dein Geist, desto mehr befreist du dich von deinen Vorstellungen, deinen Sorgen und Ängsten. Dann gerätst du langsam in den Zustand von Wu Wei, dann wird dein Handeln frei. Du fragst nicht mehr danach, ob dein Qi fließt. Es fließt. Du machst deine Übungen und du kehrst zurück zu deinem ursprünglichen Wesen, deinem Antlitz vor der Geburt. Deinem wahren So-Sein, zu dem, was sich in dir und durch dich verwirklichen will.
Dies ist ein langer und schwieriger Weg. Es braucht eine Menge Geduld. 

07.06.2013

Taijiquan nicht als „Taiji-Gymnastik“ üben


Von Wang Yusheng
aus Wuhun Nr. 200, übersetzt von Stefan Gätzner für das Magazin für Chinesische Kampfkunst 2005
Einhergehend mit der Schaffung und Popularisierung der verschiedenen Taijiquan Wettkampfformen mit 24, 42 und 48 Figuren ist das Üben dieses „modernen Taijiquan“ bereits zu einem Fitnessport für die Massen geworden, der überall auf den Straßen häufig zu sehen ist. Jedoch erregen auch einige dadurch entstandene Probleme die Aufmerksamkeit, z.B.:
Manche Leute kucken beim Üben durch die Gegend oder unterhalten sich dabei, sie sind unkonzentriert. Andere legen Wert auf die Übung der Formen und vernachlässigen dabei das Training der Grundlagenübungen; sie mögen zwar seit vielen Jahren üben, aber ihr Fortschritt ist mäßig. Wiederum andere setzen die (Muskel)Kraft und nicht das Verständnis des Herzens beim Üben ein, ihr Taijiquan ist hart und nicht geschmeidig; zwar sieht es von der äußeren Form nach richtig aus, aber der geistige Aspekt entspricht nicht den Anforderungen. In den parkanlagen gibt es auch Gruppen von Leuten die zu Musik Taijiquan üben, mal bewegen sie sich schnell, mal langsam…
Es handelt sich hierbei um eine „Verfremdung“ des Taijiquan.
Was einen aber noch mehr mit Besorgnis erfüllt ist die Tatsache, dass zahlreiche Freunde aus dem Ausland selbst glauben, echtes chinesisches Gongfu erlernt zu haben. Sobald sie jedoch echtes Taijiquan zu Gesicht bekommen, wissen sie erstaunlicherweise nicht einmal, was das ist. 

25.05.2013

Auf der Suche nach Taijiquan 1

Yang Chen Fus berühmte 10 Sätze über die richtige Ausführung des Taijiquan:


1) 
虛領頂勁
Den Kopf leicht und hoch halten, Bai Hui zum Himmel, damit der Geist den Körper durchdringen kann.

2) 
含胸胸背
Den Brustkorb sinken lassen und den Rücken strecken. 

3) 
鬆腰
Die Hüften entspannen. 

4) 
分虛實
Unterscheiden zwischen dem Wesentlichen und dem Unwesentlichen, zwischen Fülle und Leere. 

5) 
沉肩墜肘
Schultern und Ellbogen hängen. 

6) 
用意不用力 
Die Vorstellungskraft (Yi) statt Körperkraft einsetzen. 

7) 
上下相隨
Oben und Unten miteinander koordinieren. 

8) 
內外相合 
Innen mit Außen vereinen. 

9) 
相連不斷
Beständige Bewegung ohne Unterbrechung. 

10) 
動中求靜
Handle aus der Mitte und suche die Ruhe.

20.05.2013

Schulmotto


Die Kampfkünste fördern für gemeinsamen Fortschritt


1. Das Dao der Kampfkünste soll Freundschaften fördern.


2. Respektiere die Meister und Kameraden und kümmere dich um sie. 


3. Übe die Kampfkünste und vervollkommne deine Fähigkeiten.

4. Lerne von jedem und miteinander.

5. Verwende den Gruß der Kampfkünste, sei höflich und freundlich, gib dein Bestes.

6. Verbessere deine Selbstkultivierung, sei aufrichtig und bescheiden, bewahre deinen Glauben.

7. Folge den Regeln und halte dich an die Gesetze, bewahre Gerechtigkeit und Ethik.

8. Schütze die Ressourcen und vermeide Müll, verhalte dich verantwortungsvoll.

9. Pflege öffentliches Eigentum, sei sparsam im Gebrauch von Wasser und Elektrizität und achte auf Hygiene.

10. Genieße dein Studium und lebe in Harmonie.

25.03.2013

Li Qing Yun (1677 – 1933) starb im Alter von 256 Jahren.


Um ein besonders langes Leben zu erreichen hatte der Chinese Li Qing Yun seine eigenen Methoden.
Li Qing Yun (1677 – 1933) war ein chinesischer Arzt, Kräuterexperte, Qigong-Meister und strategischer Berater. Er soll neun Kaiser der Qing-Dynastie überlebt haben.
Seine Todesanzeige im Mai 1933 im Time Magazine trug den Titel „Schildkröte-Taube-Hund“ und offenbarte sein Geheimnis der Langlebigkeit: „Halte dein Herz ruhig, sitze wie eine Schildkröte, laufe munter wie eine Taube und schlafe wie ein Hund.“ Li wird nachgesagt, ungewöhnliche Gewohnheiten in seinem Alltagsleben gepflegt zu haben. Er trank nie Schnaps, rauchte nicht und nahm seine Mahlzeiten zu regelmäßigen Zeiten ein. Er war Vegetarier und trank häufig Wolfsbeerentee. Die Wolfsbeere ist auch unter dem Namen Goji-Beere bekannt.
Er ging früh zu Bett und stand früh auf. Wenn er Zeit hatte, saß er aufrecht mit geschlossenen Augen, legte seine Hände in den Schoß und bewegte sich manchmal für ein paar Stunden gar nicht. In seiner Freizeit spielte Li Karten und es gelang ihm meistens, genug Geld zu gewinnen, um seinem Gegner eine Tagesmahlzeit zu bezahlen. Aufgrund seiner Großzügigkeit und seinem überlegten Auftreten war jeder gerne in seiner Gesellschaft.
Li widmete sein ganzes Leben dem Studium der Kräuterheilkunde und dem Erforschen der Geheimnisse der Langlebigkeit. Er bereiste verschiedene Provinzen Chinas und Thailands, um Kräuter zu sammeln und Krankheiten zu heilen. Obwohl man nicht genau weiß, ob Li tatsächlich so lange lebte wie man annimmt, so stimmt das wenige, das wir über seine Gewohnheiten wissen, mit den modernen Studien über Langlebigkeit überein.

Vielleicht spielte der Wolfsbeerentee von Li eine entscheidende Rolle in seinem Leben. Nachdem sie die Geschichte von Li gehört hatten, führten Mediziner aus Großbritannien und Frankreich eingehende Forschungen über die Wolfsbeere durch und entdeckten, dass sie ein unbekanntes Vitamin enthält, das Vitamin X oder Schönheitsvitamin genannt wird. Ihre Studien bestätigten, dass die Wolfsbeere die Aufnahme von Fett blockiert, die Produktion neuer Leberzellen fördert, den Blutzucker- und den Cholesterinspiegel senkt und vieles mehr.
Die Wolfsbeere spielt darüber hinaus eine Rolle bei der Verjüngung: Sie aktiviert Gehirnzellen und die endokrinen Drüsen; sie fördert die Ausschüttung von Hormonen; sie entfernt im Blut angesammelte Gifte, was eine normale Funktion des Körpergewebes und der Organe begünstigen kann.

Nachtrag:
In diesem Beitrag vom 5. Jan. 2012 werden die Wolfs- bzw. Goji-Beeren als ein mögliches Geheimnis der Langlebigkeit von Li Qing Yun angepriesen. In einem früheren Beitrag der EpochTimes vom 13. Mai 2009 wurde schon im besonderen auf die Goji Beeren hingewiesen und am 4. Sept. 2011 berichtete EpochTimes über Einfuhrbeschränkungen für Goji Beeren nach EU und USA.
Die EpochTimes ist ein internationales Organ der Falun Gong Bewegung. Es taucht die Frage auf, inwieweit Falun Gong an der Vermarktung der Goji Beeren beteiligt ist oder von einem Hauptlieferanten gesponsert wird.

25.12.2012

Xinxinming 30


得失是非  一时放却  眼若不眠

richtig und falsch werden scheitern
in dem Augenblick zurückgewiesen
wo das Auge selbst wie schlaflos scheint.



12是非3  一时456  眼78不眠9 

1  de:  Suffix zur Beschreibung der Art und Weise, werden, müssen
2  shī:  ausfallen, scheitern; fehlen, fehlschlagen; verlieren 
3 是非  shìfēi:  Gerede, Geschwätz, Gerüchte; recht oder unrecht; richtig oder falsch; wahr oder falsch
4 一时  yīshí:  kurzzeitig, vorübergehend, spontan, momentan, im Augenblick
5  fàng:  freilassen, gehen lassen, platzieren, setzen 
6  què:  aber, jedoch, dennoch; zurückweisen, ablehnen, ausschlagen 
7  yǎn:  Auge 
8  ruò:  als ob...; ob, sofern; scheinen, deuchen; wie 
9 不眠  bùmián:  schlaflos 


21.11.2012

Qing Jing Jing 5 & 6


5.
老君曰:
上士無爭,下士好爭。
上德不德,下德執德。
執著之者,不名道德。
眾生所以 , 不得真道者,
為見妄心。
既見妄心,即矜其身。
既矜其身,即著萬物。
既著萬物,即生貪求。
既生貪求,即是煩惱。
煩惱妄想,  憂苦身心。
Lao Jun sagt:
Der Hohe meidet Streit, der Niedere leidet Streit.
Hohe Tugend berührt keine Tugend, niedere Tugend führt zu Tugend. 
Diejenigen die darauf bestehen, verstehen weder Weg noch Wandel.

Darum können nicht alle Wesen 
den wahren Weg erkennen
denn ihre Herzen sind verwirrt.
Ist das Herz verwirrt, 
sind die Gedanken verworren
sind die Gedanken verworren, 
suchen sie äußeren Halt.
Haften sie an äußeren Dingen, 
entstehen Verlangen und Anmaßung.
Haben sich Verlangen und Anmaßung eingenistet, 
breiten sich Ärger und Ängste aus.

6.
便遭濁辱,流浪生死。
常沉苦海,永失真道。
真常之道,悟者自得。
得悟道者,常清靜矣。
Sorgen und Gier vergiften Leib und Seele,
dennoch wälzen sie sich im Schlamm der Schande,
wandern von der Geburt zum Tod,
drohen ständig im Meer der Bitterkeit zu versinken,
auf ewig dem wahren Dao entzweit.

Der wahre und natürliche Weg 
offenbart sich ganz von selbst
denjenigen, die sich ihm widmen.
Wer auf diese Weise begreift, 
bewahrt sich natürlichen Frieden.

15.10.2012

Qing Jing Jing 4


4. 如此清靜,漸入真道。 既入真道,名為得道。 雖名得道,實無所得。 為化眾生,名為得道。 能悟之者,可傳聖道。


In Klarheit und Stille, erreiche das wahre Dao
erreichst du das wahre Dao, heißt es vollendetes Bewusstsein
Obwohl vollendetes Bewusstsein genannt, ist nichts zu vollenden.
Das vollendete Bewusstsein ist bestrebt, alle Lebewesen zu befreien.
Nur wer fähig ist dies zu begreifen,  kann den heiligen Weg auch vermitteln.



Fortsetzung

28.09.2012

Qing Jing Jing 1

von Guan Shifu ein Holzperlenarmband geschenkt bekommen mit kleinen eingravierten Schriftzeichen. Ziemlich zum Ende seines Aufenthalts war er dann bereit, uns die ersten Zeilen zu erklären. Ungeduldig wie ich bin, habe ich im Netz gesucht und die komplette Fassung gefunden. Es handelt sich um das Qing Jing Jing 清靜經, dem Klassiker der Reinheit und Stille, wahrscheinlich um das 2 Jahrhundert geschrieben. Der erste überlieferte Kommentar dazu stammt von Du Guanting ( 850 - 933).

Hier der erste Teil im Original und meiner Übersetzung:

老君曰 ﹕

大道無形,生育天地。
大道無情,運行日月。
大道無名,長養萬物。
吾不知其名,強名曰道。
夫道者 ﹕
有清有濁,有動有靜。
天清地濁,天動地靜。
男清女濁,男動女靜。
降本流末,而生萬物。
清者濁之源,靜者動之基。
人能常清靜,天地悉皆歸。


Laojun sagte:
Das große Dao ohne Form gebärt und nährt Himmel und Erde.
Das große Dao ohne Gefühle bewegt Sonne und Mond.
Das große Dao ohne Namen erstellt die Welt.
Ich kenne seinen Namen nicht, so nenne ich es ‚Dao‘.
Das große Dao zeigt sich
in Klarheit und Trübnis, in Bewegung und Ruhe
Der Himmel ist klar, die Erde ist trüb.
Der Himmel bewegt und die Erde ruht.
Das Männliche klar, das Weibliche trüb.
Das Männliche bewegt, das Weibliche ruhend. 
Aus der Quelle entspringend zum Ende hin strömend 
wird alles geboren.
Klarheit ist Ursprung des Trüben
Ruhe ist Ursprung der Bewegung
Wer ständig in Ruhe und Klarheit verweilt
wird sich im Ursprung mit Himmel und Erde vereinen.



Fortsetzung

15.03.2011

Xinxinming 27

妄自爱着  将心用心  岂非大错

eingebildete Liebe
das Herz mit dem Herz suchen
wäre das nicht der größte Fehler?



Wenn man diese Zeile auch auf die Beziehung zwischen Menschen anwenden kann, so ist hier doch die Lehre des Dao gemeint. Die Lehre ist die Lehre. Sie ist wahr ohne unserer Gefühle zu bedürfen. Die Lehre beschreibt das natürliche Sosein. Es ist die Natur aller Dinge, das Universum von Anbeginn bis Ende. In jedem Augenblick. Als wenn da das Gefühl eines kleinen Erdenlebens von Bedeutung wäre. Was du fühlst ist dein Gefühl, was du denkst, sind dein Gedanken. Das ist alles richtig und gut. Aber es ist weit davon entfernt, den Geist zu durchdringen. Du glaubst das Dao zu lieben und zu schätzen? Vergiss es. Wie willst du Dao lieben können, wenn du es nicht erfassen kannst. Wie willst du überhaupt etwas lieben können. Selbst dein Selbst kannst du nicht erfassen in seiner ganzen Tiefe und Breite. Selbst dich selbst kannst du nicht lieben. Wie denn einen anderen Menschen oder gar das ganze Universum. Das ist nur eingebildete Liebe.
Sei ehrlich, sei aufrichtig.In ruhiger Betrachtung. Muss ich dir das wirklich sagen? Du weißt es, wie ein jeder das weiß. Selbst die Narren wissen es.
Im Herzen findet der Geist seinen Sitz. Sowohl der himmlische Geist als auch der menschliche Geist. Also können wir mit dem Herz nicht nach dem Herz suchen. Wir können nicht klatschen mit einer Hand. Sich also da hin zu setzen mit der Liebe zum Dao im Herzen, das wäre nur eitel. Es wäre der größte Fehler überhaupt.


妄自1爱2着3  将4心5用6心  岂7非8大错9

1 妄自  wàngzì:  anmaßen; arrogant; eingebildet
2 爱 ài: Liebe; etwas gerne tun, etwas gerne haben; lieben
3 着 zhuo, zhao, zhe: berühren, Feuer fangen, in Kontakt kommen; bildet nach einem Verb die Verlaufsform

4 将  jiāng:  werden, wollen, zu …her; Zukunftspartikel; Jiang;
5 心  xīn:  Radikal Nr. 61 = Herz
6 用  yòng:  mit, brauchen

7 岂 qǐ: wie? was? (Partikel drückt Erstaunen bei abweichender Meinung aus)
8 非 fēi: nicht, nein
9 大错  dàcuò:  einen Bock schießen; " Fauxpas " grober Fehler (u.E.)