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Es werden Posts vom November, 2021 angezeigt.

Laurie Anderson über ihr Leben mit Lou Reed und seinen Tod

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  Foto: Guido Harari/Contrasto/Redux In einem exklusiven Essay für Rolling Stone reflektiert Laurie Anderson über ihre 21-jährige Beziehung zu Lou Reed und seine letzten Momente. Ich habe Lou in München kennengelernt, nicht in New York. Es war 1992, und wir spielten beide auf John Zorns Kristallnacht-Festival zum Gedenken an die Reichspogromnacht von 1938, die den Beginn des Holocausts markierte. Ich erinnere mich an die verdatterten Gesichter der Zollbeamten, als ein ständiger Strom von Zorns Musikern durch den Zoll kam, die alle knallrote RHYTHM AND JEWS! T-Shirts trugen. John wollte, dass wir uns alle treffen und miteinander spielen, im Gegensatz zum üblichen "Rein-und-Raus"-Festivalmodus. Deshalb hat Lou mich gebeten, etwas mit seiner Band zu lesen. Das habe ich getan, und es war laut und intensiv und hat viel Spaß gemacht. Nach der Show sagte Lou: "Du hast das genau so gemacht, wie ich es mache!" Warum er mich brauchte, um das zu tun, was er leicht tun k...

Der Schein trügt

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Der Maler Paul Klee soll mal zu seinen Studenten gesagt haben: „Nicht nach der Natur sollt ihr arbeiten, sondern wie die Natur.“ Wie arbeitet die Natur? Ich denke, der wichtigste Unterschied zum vom Menschen Geschaffenen besteht darin, dass die Natur immer von innen heraus schafft. Alles wächst und entsteht von innen nach außen. Du könntest ein Vermögen machen, wenn es dir gelingt, ein drei mal drei Zentimeter großes Objekt einzupflanzen, zu wässern und nach einem Jahr steht dort ein Einfamilienhaus. So aber arbeitet die Natur. Sie entwickelt sich. Im Samen ist das Potential der Blume, des Baums, des Lebens enthalten. Dieses Potential entfaltet sich und pflanzt sich fort. So arbeitet die Natur. Sie schafft es aus sich, von selbst. Das sagt der chinesische Begriff Ziran 自然: Von selbst, aus sich heraus, natürlich. So sollen wir leben. Das ist das daoistische Ideal. In Wudangshan gibt es ein Tal, Xiaoyao Gu 逍遥谷. Xiaoyao bedeutet „sorglos“ und so nennen wir es das Tal des sorglosen Leben...