Laurie Anderson über ihr Leben mit Lou Reed und seinen Tod
Foto: Guido Harari/Contrasto/Redux In einem exklusiven Essay für Rolling Stone reflektiert Laurie Anderson über ihre 21-jährige Beziehung zu Lou Reed und seine letzten Momente. Ich habe Lou in München kennengelernt, nicht in New York. Es war 1992, und wir spielten beide auf John Zorns Kristallnacht-Festival zum Gedenken an die Reichspogromnacht von 1938, die den Beginn des Holocausts markierte. Ich erinnere mich an die verdatterten Gesichter der Zollbeamten, als ein ständiger Strom von Zorns Musikern durch den Zoll kam, die alle knallrote RHYTHM AND JEWS! T-Shirts trugen. John wollte, dass wir uns alle treffen und miteinander spielen, im Gegensatz zum üblichen "Rein-und-Raus"-Festivalmodus. Deshalb hat Lou mich gebeten, etwas mit seiner Band zu lesen. Das habe ich getan, und es war laut und intensiv und hat viel Spaß gemacht. Nach der Show sagte Lou: "Du hast das genau so gemacht, wie ich es mache!" Warum er mich brauchte, um das zu tun, was er leicht tun k...