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27.12.2022

Zeitplan des Lehrgangs "18 Wege von Wudangshan"

Qigong - Die 18 Wege von Wudangshan

Videolehrgang mit mindestens 5 Lektionen je Bild
als Benefit für das Patreon Level Bewusstsein.
Zu buchen mit 40 € monatlich. 
In dem Lehrgang sind sowohl die Videos von Melanie als die Teile von Yürgens Meisterkurs enthalten. 

patreon.com/innerqi

Wir hatten ursprünglich gedacht, diesen Lehrgang in 4 Monaten durchzuführen. Die ersten Bewegungen sind ja auch recht einfach. Aber je weiter wir fortschreiten, desto schwieriger werden die Figuren. Es kommen Schritte und Drehungen hinzu, was nicht so leicht aufzugreifen ist. Auch dürfen wir ja nicht davon ausgehen, dass alle Teilnehmer täglich eine Stunde oder mehr aufwenden können, um die Form zu lernen und zu praktizieren. Deshalb haben wir nun einen Plan aufgestellt:

Beginn Januar, Ende Oktober/November = 10 Monate


1. Woche „Der Hahn kräht, der Tanz beginnt“
2. Woche „Die Wildgans spreizt ihr Flügel“
3. Woche „Der Löwe trägt einen Ball“
4. Woche „Yin und Yang kreisend sich wandeln“

1. bis 4. Woche
zusätzlich ein Video mit dem Durchlauf der ersten 4 Übungen.
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5. + 6. Woche „Der schwarze Drachen schlägt mit dem Schwanz“
7. + 8. Woche „Der Phönix dreht seinen Kopf“
9. + 10. Woche „Die Libelle berührt das Wasser“
11. + 12. Woche „Die weiße Schlange liegt im Gras“
13. + 14. Woche „Der Knabe betet zu Buddha“
15. + 16. Woche „Der Sperber schraubt sich in den Himmel“

5. bis 16. Woche
zusätzlich ein Video mit dem Durchlauf der 5. bis 10. Übungen
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17. Woche Durchlauf der ersten 10 Übungen
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18. - 20. Woche „Die Vögel wieder in den Wald schicken“
21. - 23. Woche „Der schwarze Drachen blickt zurück“
24. - 26. Woche „Den Mond in Händen tragen“
27. - 29. Woche “Das Schwert hinter dem Rücken ziehen“

18. bis 29. Woche
zusätzlich ein Video mit dem Durchlauf der Übungen 11 bis 14.
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30. Woche Durchlauf der bis dahin gelernten Übungen 1 bis 14.
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31. - 33. Woche „Den Fächer gegen den Wind schlagen“
34. - 36. Woche „Der Unsterbliche zeigt den Weg“
37. - 39. Woche „Das Nashorn blickt zum Mond“
40. - 42. Woche „Der goldene Hahn steht auf einem Bein“

31. bis 42. Woche
zusätzlich ein Video mit dem Durchlauf der letzten 4 Übungen.
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43. - 48. Woche gesamter Durchlauf
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Jetzt auch im Level "Harmonie" die 18 Wege im eigenen Tempo lernen und zusätzlich alle Inhalte der anderen Level mitbekommen.
patreon.com/innerqi

25.06.2021

Über die Sprachlosigkeit

Stell dir vor, du lernst ein Gedicht in einer dir völlig fremden Sprache. Selbst wenn dir ein Wort bekannt vorkommt, weil es einem deiner Sprache ähnelt, darfst du sicher sein, dass es reiner Zufall ist. Diese Sprache hat nichts mit deiner gemein. Du wirst dieses Gedicht nie verstehen können, auch wenn dir der Rhythmus, die Melodie gefällt. Du wirst es wahrscheinlich auch nie richtig aussprechen und selbst nach Jahren magst du dich noch verhaspeln. Es wird dir nie selbstverständlich über die Lippen kommen.

So ähnlich verhält es sich mit der Praxis des Qigong und Taiji Quan. Ohne jemals die Sprache, deren Grammatik gelernt zu haben, praktizieren tausende diese Kunst, in dem guten Glauben, zu wissen was sie da tun. Ohne zu ahnen, dass sie es nicht wissen.

Du musst die Sprache lernen, du musst die Grammatik lernen. Du musst wissen, was die einzelnen Bewegungen bedeuten, warum und wie du einen Schritt machst, warum und wie eine Armgeste. Nur dann kannst du Qigong und Taiji Quan ausüben, so selbstverständlich, wie du in deiner Sprache sprichst. Ohne zu stammeln, ohne zu stottern, ohne nach den richtigen Worten suchen zu müssen.

Die meisten Menschen, die sich für Qigong und Taiji Quan interessieren, möchten eine Form lernen, ohne vorher die Basis zu kennen. Selbst wenn sie schon lange Zeit mit einer Form arbeiten, drücken sie sich um die Mühe der Grundlagen. Sie „sprechen“ Taiji Quan schwer verständlich, selbst kaum verstehend.

Schon vor Jahren habe ich in meinem Buch „Dao der Bewegung“ versucht, einen Grundwortschatz und die Grammatik zu vermitteln. Ich kann es noch immer wärmstens empfehlen. Dieses Jahr ist auch das Programm der Sommerakademie diesem Thema gewidmet und ich werde mich auch in Zukunft in meinen Unterricht mehr mit dieser Arbeit befassen. Selbstverständlich werden auch „Formen“ gelehrt, Gedichte. Sie sind dann Mittel zum Zweck, kein Selbstzweck.

Ein Gedicht transportiert die eigentliche Botschaft zwischen den Zeilen. Der kunstvolle Umgang mit der Sprache möchte etwas in uns ansprechen, anklingen lassen, was sich nicht einfach mit Worten sagen lässt. Wie eine Melodie Freude, Sehnsucht oder Trauer zum Ausdruck bringen, Mut machen oder die Seele zu höheren Gefilden schweben lassen kann, so helfen die Formen des Qigong und Taiji Quan bei der inneren Entwicklung, der Selbstkultivierung des Menschen. Dazu muss man sie verstehen.

Ich lade dich herzlich ein, diese Sprache zu lernen.

24.02.2015

Sensation - meditierender Mönch in Buddha Statue

Photo: M. Elsevier Stokmans

Seit einigen Tagen schwirrt im Internet eine Meldung um mich herum, die mein Interesse geweckt hat. Da ist die Rede von einer sensationellen Entdeckung, die man im Drents Museum in Assen NL gemacht habe. In einer Buddha Statue fand sich eine Mumie. Nun ist heute alles 'sensationell' und zwei klicks später, auf der Seite des Museums war klar, dass man schon von der Mumie gewusst haben musste. Sie wurde in einer Ausstellung über Mumien gezeigt. Auf dem Folder zu der Ausstellung wird das CT Bild mit Verweis auf die Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim abgebildet. Dort gibt es das German Mummy Project, an welches ich mich als erstes um genauere Informationen wandte. Ich erhielt den Hinweis auf die im Juni erscheinende zweite Auflage des Buchs „Mumien – der Traum vom ewigen Leben“ in dem sich auch ein ausführlicher Beitrag zu dieser Mumie finden soll.

In Mannheim hatte man in Zusammenarbeit mit dem Drents Museum maßgebliche Untersuchungen an der Mumie durchgeführt, unter anderem 14C-Datierung, CT-scan und Auswertung, Textilanalyse etc.

Die Mumie ist Teil einer vom German Mummy Project konzipierten Ausstellung, die schon 2008 in Mannheim gezeigt wurde und seitdem auf 13 Stationen durch die USA getourt ist. Die Statue mit der darin enthaltenen Mumie wurde aber erst in Assen Teil dieser Ausstellung, die derzeit in Budapest zu sehen ist und danach in Luxemburg Station macht.

Aber nun weiß ich noch nicht, was ich jetzt gerne wissen möchte. Woher kommt diese Skulptur, seit wann weiß man von der Mumie und wieso steht in einem anderen Blog, die Mumie sei in Amersfoort untersucht worden? Diese Fragen beantwortete mir Drs.Vincent van Vilsteren, Konservator und archäologischer Kurator am Drents Museum in Assen, der mich auf meine Email-Anfrage freundlich anrief.

Die Figur kam wahrscheinlich schon Anfang der 90er Jahre nach Europa. Sie wurde 1996 vom derzeitigen Besitzer in den Niederlanden erworben. Während der Restaurierungsarbeiten 1997 entdeckte man die darin enthaltene Mumie. Es konnte zurückverfolgt werden, dass es sich vermutlich um den buddhistischen Meister Liu Quan handelt, der um 1100 lebte. Eine DNA Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen. Ummantelt und zur Statue wurde die Mumie wohl erst im 14. Jahrhundert. Bis dahin war sie wahrscheinlich in einem Kloster ausgestellt und Ziel buddhistischer Pilger. Vincent van Vilsteren hält es für möglich, dass bei der Einschließung der Mumie auch jene Papiere eingefügt wurden, die man jetzt bei einer Endoskopie dort fand, wo Lungengewebe hätte sein sollen. Die Mumie ist nicht gefüllt mit Schriftrollen, wie es in der Welt geschrieben wurde. Aber auf dem Papier befinden sich chinesische Schriftzeichen. Es handelt sich nicht um eine Buddha Statue sondern um die Statue eines hochrangigen Meisters, eines Mönchs, so wie es auch zu erkennen ist. Er hat keine der typischen Attribute oder Symbolde einer Buddha Darstellung jener Zeit. Keine gekäuselten Haare, keine langen Ohrläppchen. Die Hände ruhen auf den Oberschenkeln, die linke Hand in der Karana Mudra Haltung (chin. qikeyin 期克印). Er trägt typische Mönchskleidung.

Photo: Drents Museum
Seit dem die Figur 1997 restauriert wurde, ist die darin enthaltene Mumie bekannt. 2013 wurde die Figur zum ersten Mal in Mannheim untersucht, im CT gescannt, nach der C14 Methode datiert etc. Im September des darauffolgenden Jahres wurden weitere Untersuchungen im Meander Medical Centre in Amersfoort in den Niederlanden vorgenommen, ein weiterer CT Scan und die erwähnte Endoskopie. Bisher ist nicht geklärt, ob Liu Quan wie jener vor kurzem in der Mongolei gefundene Mönch eine Selbstmumifizieren durchgeführt hat, oder ob sein Leichnam einbalsamiert wurde.

Es ist nicht sensationell, aber ein wunderbares Ereignis, dem wir beiwohnen dürfen.

Photo: Jan van Esch

29.04.2014

Die Menschheit verblödet

Christopher Williams : Endstation Gehirn - Die Bedrohung der menschlichen Intelligenz durch die Vergiftung der Umwelt, ISBN: 3-608-91015-8


Der Verfall der menschlichen Intelligenz - eine Weltkarte menschlichen Leids

Als Folge der Umweltvergiftung bahnt sich eine lautlose Katastrophe an: die Degeneration des Gehirns. Weltweit sind die heranwachsenden Kinder und Jugendlichen die Leidtragenden. Die sozialen Folgen sind noch nicht abzusehen. Folgt auf das »Jahrzehnt des Gehirns« nun eine »Epoche des geistigen Verfalls« durch Umweltgifte?

Umweltgifte wie Schwermetalle, insbesondere Blei, aber auch radioaktive Stoffe lagern sich im Gehirn an. Das Gehirn zerfällt unter dieser Belastung, und niemand weiß, ob, wann und wie dieser Verfall aufzuhalten ist. Diese Entwicklung ist in der Dritten und Vierten Welt weit fortgeschritten. In erster Linie leiden Kinder und Jugendliche unter den Folgen. Mediziner gehen von einem Verfall der Intelligenzentwicklung aus. Viele der geschädigten Kinder müßten wie geistig Behinderte versorgt werden, doch dafür fehlen finanzielle Mittel und Infrastruktur. Die Gesundheit der hochindustrialisierten Länder ist durch Fast food-Fehlernährung oder Belastung mit vielen krebserregenden Stoffen bedroht, und das in allen Bevölkerungsschichten. Die Umrisse einer Weltkarte menschlichen Leids werden sichtbar. Erstmals in der Geschichte der Menschheit kündigt sich eine Rückentwicklung der menschlichen Intelligenz an. Und diese Entwicklung ist nicht umkehrbar.

Weltweite Bedrohung


Mangel- und Fehlernährung, die Umweltverschmutzung lösen einen allmählichen Niedergang intellektueller und damit zusammenhängender Funktionen aus. Die zunehmende Umweltbedrohung ist weniger eine Frage von Leben oder Tod, sondern vielmehr eine von Leben oder Halb-Leben für Millionen Menschen. Schon mal drüber nachgedacht? Achso, geht ja nicht mehr.
Leseprobe :

1. Kapitel

Das menschliche Gehirn wird mittlerweile durch sich selbst gefährdet. Wie eine Endstation ist es ein Endpunkt unserer Fehler und Irrtümer in der Umweltpolitik, aber auch der Ausgangspunkt dieser Fehler und ihrer Korrektur. Es ist Opfer, Täter und Heiler zugleich bei fehlerhaften Veränderungen der Umwelt, die, wie wir heute wissen, unsere intellektuellen Fähigkeiten beeinträchtigen können.

Unsere Intelligenz - wie wir wissen, wie wir argumentieren, wie wir lernen - ist unsere Art zu überleben. Bei Individuen sind die meisten Schädigungen der Gehirnfunktion unumkehrbar, so daß der Preis, den der einzelne zu zahlen hat, offenkundig und oft drastisch ist. Die Natur der Beeinträchtigung bringt es notwendig mit sich, daß die Fähigkeit derer, die unter den Ursachen leiden, sich verringert, diesen entgegenzuwirken. Für Gemeinschaften lassen sich die Konsequenzen eines weitverbreiteten intellektuellen Niedergangs zwar leicht vorstellen, aber nur schwer aufspüren, so daß unsere kollektive Reaktion auf diese besondere Umweltbedrohung ebenfalls minimal ist.
Im Verlauf von Millionen Jahren hat sich unser Gehirn einer positiven Interaktion mit seiner Umwelt erfreut, was zu einer günstigen Entwicklung des Gehirns geführt hat. Jetzt könnte sich dies ändern. In der langen Geschichte der menschlichen Evolution ist die gegenwärtige Bedrohung des Gehirns durch sich selbst eine völlig neuartige Situation, was die Möglichkeiten einer regressiven Gehirnentwicklung in bestimmten Gemeinschaften vorstellbar werden läßt. Unser Gehirn ist der einzige Bestandteil des Ökosystems, der sein eigenes Wohlergehen direkt gefährdet, was eine einzigartige Form von ökologischer Verwundbarkeit ahnen läßt.

Logischerweise sollte dem menschlichen Gehirn bei der Sorge um die Umwelt Vorrang eingeräumt werden, doch so ist es nicht. Wie droht der Endstation Gehirn jetzt durch ihr eigenes Verhalten Gefahr, und was bedeutet dies für das Überleben des einzelnen und der Menschheit insgesamt?

Weltweit gelten bis zu drei Prozent jeder Gemeinschaft als geistig behindert, wenn man klinische Begriffe des Westens wie etwa "geistige Behinderung" zugrunde legt. Aber selbst traditionellere Begriffe wie etwa das dununu der afrikanischen Shona besagen das gleiche. In manchen Weltregionen sind inzwischen schon fast 20 Prozent aller Menschen von solchen Störungen und Fehlentwicklungen betroffen. Parallel dazu ist ein weit häufigeres Vorkommen leichterer Fehlfunktionen des Gehirns ohne klinische Erscheinungen festzustellen. In manchen afrikanischen Städten haben inzwischen 90 Prozent der Kinder Bleikonzentrationen im Blut, die zu Problemen der geistigen Entwicklung führen können.

Der Grund dafür ist das Vorhandensein von Stoffen in der Umwelt, die das intellektuelle Potential zerstören, etwa Schwermetalle oder radioaktive Strahlung, sowie das Fehlen von Makro- und Mikro-Nährstoffen in der Umwelt, die für die korrekte Entwicklung und Funktionsweise des Gehirns notwendig sind, etwa Jod oder Eisen. Es gibt auch schädliche Synergien der beiden, die bedeutsam zu sein scheinen, bei herkömmlichen Analysen aber meist übersehen werden. So kann beispielsweise Eisenmangel die Aufnahme von Blei im Körper beschleunigen.
Eine Einschätzung der Umweltbedrohungen der menschlichen Intelligenz ist einzigartig schwierig, nicht zuletzt deshalb, weil es keinen einzelnen Begriff gibt, um sie zu beschreiben. Ausgangspunkt sollte daher die Benutzung eines kollektiven Begriffs sein: geistiger Verfall infolge von Umwelteinflüssen, GVU. Trotz einer unzulänglichen begrifflichen Erfassung gibt es heute genügend Belege dafür, wie man bedeutsame Probleme in einem kleinen Maßstab zeigen kann. Die Frage, die das vorliegende Buch stellt, lautet folglich einfach: Sind die vorhandenen Fälle dieses geistigen Verfalls infolge von Umwelteinflüssen ein Hinweis auf etwas Größeres?

Auswirkungen auf das Gehirn werden mit Hilfe vieler verschiedener und sich überschneidender Begriffe beschrieben - keiner von ihnen weist ausdrücklich auf umweltbedingte Ursachen hin. Im vorliegenden Buch wird durchgehend so verfahren: Wenn die Diskussion sich aus bestimmten Quellen herleitet, ist die Terminologie der Quelle bewahrt worden. Allgemein gilt:

Geistige Behinderung meint die ernsteren, permanenten Störungen, die man mit Begriffen belegt wie "geistige Behinderung", "geistige Retardation", "Lernbehinderung" - oft auch klinische Resultate genannt;
Geistige Fehlfunktionen: Damit sind die zahlreichen weniger schwerwiegenden permanenten oder vorübergehenden Zustände wie etwa verringerte Auffassungsgabe und Lernfähigkeit, Gedächtnisschwäche oder verringerte kognitive Funktionen gemeint - oft auch Resultate genannt, die keine klinischen Erscheinungen zeigen;
Der Begriff geistiger Verfall bezeichnet beide Erscheinungsformen.

Der Oberbegriff ist "geistiger Verfall" infolge von Umwelteinflüssen:

"Infolge von Umwelteinflüssen" heißt aber nicht, daß "die Umwelt an sich" die eigentliche Ursache des Problems ist, sondern bedeutet, daß menschliches Handeln oder Unterlassen dem Verfall zugrunde liegt; "Verfall" bezeichnet die Auswirkung auf das intellektuelle Potential von Einzelpersonen und Populationen.
Der geistige Verfall infolge von Umwelteinflüssen wird im folgenden mit der Abkürzung GVU bezeichnet.
Die Auswirkungen unserer Fehler und Irrtümer beim Umgang mit der natürlichen Umwelt treten in zahlreichen Formen auf. Viele werden durch biologische Öko-Mechanismen unschädlich gemacht. Einige machen sich in der menschlichen Nahrungskette bemerkbar, andere wiederum wirken direkt auf den menschlichen Körper ein, etwa indem sie inhaliert werden, aber auch durch sensorische Penetration oder das Eindringen in die Haut. Auswirkungen sind dann im Blut festzustellen, im Körpergewebe oder in den Genen. Die Wege in den menschlichen Körper sind komplex und ungezählt, und das menschliche Gehirn ist einer der Endpunkte.

Mehr dazu und darüber bei http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/15704/1.html

24.04.2014

Körpermechanik verstehen

Unten ist eine zentrische Schubkurbel zu sehen, bei der die Kurbel mit konstanter Winkelgeschwindigkeit über das Pleuel den Gleitstein antreibt, dessen sich ändernde Geschwindigkeit durch den gelben Pfeil angedeutet wird.
Ein schönes Beispiel dafür, wie sich hinter einer geraden Bewegung eine Kreisbewegung verbirgt.




Quelle: http://www.tm-aktuell.de/TM5/Animationen/animationen.html

Nachtrag: auch sehr schön und etwas umfangreicher wird es auf diesem Video gezeigt.

10.04.2014

is good

In manchen Dingen der Selbstvermarktung bin ich mitunter schwerfällig. Nun habe ich endlich verstanden, wie man sich bei amazon eine Autorenseite einrichtet und habe auch gleich eine schöne KurzURL eingerichtet:
is.gd/yoster
Leider kann man dort noch nicht DVDs anbieten, aber es gibt ja auch noch keine neuen.


01.03.2014

E.T.

Sie sind sehr populär, tauchen in vielerlei Gestalt in Filmen auf und haben angeblich schon einige Mitmenschen in ihren Raumschiffen entführt, dort misshandelt oder einer ausgiebigen Analyse unterzogen. Einige kamen wieder zurück, aber wer weiß, wie viele der verschwundenen Menschen in entfernte Galaxien entführt wurden. Ist eine Begegnung mit Außerirdischen möglich? Nun ja, möglich ist fast alles. Aber ist es realistisch? Meiner Meinung nach nicht.
Argumente.
Ich halte es durchaus für realistisch, dass auf anderen Planeten Leben entstehen kann. Aber betrachten wir unseren Planeten, der zur Zeit ungefähr 8,7 Millionen Arten von Lebensformen trägt. 8 700 000 verschiedene Arten und soviel ich weiß, sind die Mikroben dabei noch nicht mitgezählt. Ungefähr die gleiche Zahl ist in den verschiedenen Epochen die Frühzeit ausgestorben. Eine einzige Lebensform hat sich inzwischen so weit entwickelt, dass es ihr eventuell eines fernen Tages möglich sein könnte, diesen Planeten zu verlassen um andere, sehr weit entfernte Planeten zu erreichen, auf denen eventuell auch Leben vorkommt.
Wenn wir das Zeitalter der Erde von ca. 4,5 Milliarden Jahre auf den Maßstab von einem Jahr setzen, dann begann das Leben vor ungefähr 3,5 Milliarden Jahren, also Anfang März. Die ersten Tiere tauchen dagegen erst Anfang Oktober auf und es ist der 31. Dezember, nachmittags, als sich in der afrikanischen Steppe die ersten Homoniden zum aufrechten Gang erhoben. Gegen 23:45 Uhr wird langsam Europa bevölkert, aber erst um 23:59 tauen die Gletscher in der norddeutschen Tiefebene und die eigentliche Kulturgeschichte der Menschheit beginnt. Unter 10.000 verschiedenen Kulturen der Gattung homo sapiens hat sich eine (1) entwickelt, die Oberhand gewann auf dem Planeten und sich technologisch weiter entwickelte. Wir befinden uns gerade genau eine Sekunde vor Mitternacht. Wie lange die Menschheit noch existieren wird, ist fraglich und erst recht fraglich ist, ob sie es tatsächlich schaffen könnte, intergalaktische Reisen zu ermöglichen.
Aber angenommen es funktioniert, dann ist die Chance, auf einen Planeten zu stoßen, der vergleichbare Lebensformen in einer kulturellen Entwicklung gerade in diesem Moment der Entdeckung durch die Menschen vorweisen kann, sehr gering. Ich denke, hier greift das Bild der Buddhisten von einem unendlichen Ozean, auf dessen Oberfläche ein Ring schwimmt. In diesem Ozean schwimmt eine Schildkröte, die alle tausend Jahre einmal auftaucht. Mit anderen intelligenten Lebensformen in Kontakt zu treten gleicht wohl der Chance dieser Schildkröte, mit ihrem Kopf genau in dem schwimmenden Ring aufzutauchen.

Bisher war nur die Rede von Lebensformen, so wie wir sie kennen. Es könnte aber durchaus völlig andere geben. Der theoretische Physiker Gerald Feinberg und der Chemiker Robert Shapiro begründeten in ihrem bereits 1980 erschienenen Buch Life Beyond Earth die folgende alle Lebensformen im Kosmos erfassende Definition: Leben entsteht durch Wechselwirkungen zwischen freier Energie und Materie, die imstande ist, auf diese Weise eine größere Ordnung innerhalb des gemeinsamen Systems zu erreichen.
Demnach wäre Leben in eisigen Ammoniakseen ebenso denkbar wie in Ölmeeren, es könnte auf der Basis elektromagnetischer oder Gravitationsfelder existieren. Es gibt vielleicht Siliziumwesen in geschmolzenem Gestein, Plasmaleben im Inneren von Sternen oder Strahlungsorganismen in interstellaren Staubwolken. (Wikipedia)

Vor etwa vier Milliarden Jahren, als das Leben begann, war der Darwinsche "warme, kleine Teich" an sich kein guter und in seiner Form auch wahrscheinlich nicht der einzige Ort für die Herausbildung von Leben.

Wir bewegen uns durch den leeren Raum, genau genommen durch die freie Luft, Fische bewegen sich im Wasser. So wie die Wassertiere sich nicht lange an der Luft aufhalten können und wir ohne technische Hilfsmittel nicht lange im Wasser überleben, könnte es durchaus Lebensformen geben, die sich nur innerhalb von Materie aufhalten. Wir würden sie vielleicht als substanzlos bezeichnen, aber was bedeutet das schon.

Was wir als Substanz betrachten, besteht zu 99,999% aus leerem Raum. Aber selbst der leere Raum ist nicht leer, er vibriert geradezu auf hoher Frequenz als Äther, Quantenschaum oder wie auch immer wir es nennen wollen. Es ist diese Leere, die allem Sein zugrunde liegt. Was wir mit unseren Sinnen oder deren technischen Verlängerungen wahrnehmen können ist nicht die Wahrheit, sondern nur ein Flimmern, ein Chaos bunter Flecken, welches wir zu uns sinnvollen Bildern zusammen setzen.

Vielleicht sind die Ausserirdischen schon lange unter uns. Sie müssen nicht unbedingt unserem Bild entsprechen, aussehen wie die Kreuzung zwischen einem Insekt, einem Reptil und einer deutschen Dogge. Vielleicht nehmen sie uns nicht wahr als Lebewesen, die eine Form von Intelligenz entwickelt haben, zumindest so intelligent, dass wir sie für möglich halten können. Vielleicht sind wir ganz allein. Vielleicht.

Nachtrag: Weil wir uns größe Zahlen, leere Räume so schwer vorstellen können, hier eine Webseite zum scrollen, wenn der Mond nur 1 Pixel groß wäre. Danke Paula

25.01.2014

Der zwölfteilige Brokat - und alles andere

Als ich mit dem Buch anfing, da befürchtete ich, ob ich überhaupt genug zusammentragen könnte, damit es ein ordentliches Buch würde. Aber dann flog es geradewegs auf mich zu und ich musste anfangen zu kürzen, wenn es nicht zu umfangreich werden sollte. ich will den Leser ja auch nicht zumüllen mit überflüssigem Text.

Wenn ich jetzt drin lese, habe ich mitunter das Gefühl, zu schnell gewesen zu sein, nicht ausführlich genug alles erörtert zu haben. Dann habe ich zwei Seiten gelesen und war schon in drei verschiedenen Aspekten unseres Universums. Und dann gab es die Option, ein Hardcover, gebunden, herzustellen. Am liebsten hätte ich noch einen Schutzumschlag gehabt. Aber es reichte damit auch an eine Preisgrenze. 49,90 € ist kein Pappenstil. Wenn ich jetzt reinblättere, dann weiß ich, das wäre locker Material für drei oder vier Wochenend-Seminare. Davon würde jedes 150 € kosten. Ihr hättet dabei zwar meine persönliche Anwesenheit, das Buch aber könnt ihr, vor allem in der soliden Ausstattung, jahrelang mit euch tragen.

Man muss das nicht alles wissen, was in dem Buch steht, um die Brokate ordentlich zu praktizieren. Ich habe mich bemüht, sie ausführlich zu beschreiben.

Aber man muss auch nicht die Brokate lernen wollen, um mit diesem Buch seine Freude zu haben.

Ich wünsche ihm viele, viele Leser und freue mich über jede Form des Feedback.


Was in diesem Buch außer dem zwölfteiligen Brokat vorkommt:

  • Womit alles anfing und warum es uns schwer fällt, Qi zu verstehen.
  • Was die Dan Tian sind und der Dreifache Erwärmer und was das mit der Bahnhofstraße zu tun hat.
  • Natürlich Yin und Yang, die Trigramme und die 8 Unsterblichen.
  • Die Wandlungsphasen, das mittlere Gefäß und Spiegelneuronen.
  • Der Unterarm, das Kniegelenk, die Wirbelsäule und was alles zu viel ist.
  • In welche Richtung die Zeit verläuft und ob das eine angebundene Katze ist.
  • Der Eisenochse und die Ruhe der Berge, warum manche Menschen gerne auf Tischen tanzen und andere Steinchen ins Wasser werfen.
  • Wie die TCM entstanden ist, wie weit schulterweit sein kann und wie man eine Ejakulation vermeidet.
  • Ein magisches Quadrat, die sieben Sterne und die sieben Po.
  • Gesundheit, wie man eine Faust macht und der Alleskönner-Dämon.
  • Das vorgeburtliche Qi, das nachgeburtliche Qi und ein Blick über den Tellerrand.
  • Eine Organuhr, ein naiver Missionar, die zwölf Irdischen Zweige und die zehn Himmlischen Stämme.
  • Daoistische Meditation, Alchemie und die Geschichte vom Affenkönig.
  • Und alles andere. 

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Nachtrag: Die für Ende Januar angekündigte Paperbackversion kommt leider etwas später. Ich denke, dass man schon in wenigen Tagen auch im Buchhandel bestellen kann, die Lieferung dauert dann voraussichtlich, ca. 10 Tage. Unter der angegebenen email-Adresse kann man auch direkt bei mir bestellen. Danke.

30.11.2013

Heute machen wir ein Türchen auf ...

SUBSKRIPTION


Der zwölfteilige Brokat
und alles andere

Das neue Buch von Yürgen Oster
jetzt in der Vorbestellung


244 Seiten, Großformat 21 x 21 Hardcover, Fadenbindung, runder Rücken 49,90 €
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Das Subskriptionsangebot endet am 24. Dezember. Danach gilt der Preis von 49,90 €.*

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14.10.2013

Pflicht zu Cultur, Immanuel Kant

Das Vermögen, sich überhaupt irgend einen Zweck zu setzen, ist das Charakteristische der Menschheit (zum Unterschiede von der Tierheit). Mit dem Zwecke der Menschheit in unserer eigenen Person ist also auch der Vernunftwille, mithin die Pflicht verbunden, sich um die Menschheit durch Kultur überhaupt verdient zu machen, sich das Vermögen zu Ausführung allerlei möglichen Zwecke, so fern dieses in dem Menschen selbst anzutreffen ist, zu verschaffen oder es zu fördern, d.i. eine Pflicht zur Kultur der rohen Anlagen seiner Natur, als wodurch das Tier sich allererst zum Menschen erhebt: mithin Pflicht an sich selbst.

Allein diese Pflicht ist bloß ethisch, d.i. von weiter Verbindlichkeit. Wie weit man in Bearbeitung (Erweiterung oder Berichtigung seines Verstandesvermögens, d.i. in Kenntnissen oder in Kunstfähigkeit) gehen solle, schreibt kein Vernunftprinzip bestimmt vor, auch macht die Verschiedenheit der Lagen, worein Menschen kommen können, die Wahl der Art der Beschäftigung, dazu er sein Talent anbauen soll, sehr willkürlich. – Es ist also hier kein Gesetz der Vernunft für die Handlungen, sondern bloß für die Maxime der Handlungen, welche so lautet: »baue deine Gemüts- und Leibeskräfte zur Tauglichkeit für alle Zwecke an, die dir aufstoßen können«, ungewiß, welche davon einmal die deinigen werden könnten.

08.10.2013

Bücher, Wiederauflage, überarbeitet.

Aus den Aufzeichnungen der zwölf Brokatübungen, wie ich sie in Wudangshan vor einigen Jahren gelernt habe, wurde zunächst eine mehrseitige, als pdf-Datei zu ladende Hilfe für jene, die die Übungen bei mir gelernt hatten. Dann hielt ich es für nötig, einige Kommentare dazu zu schreiben und zu den Kommentaren kamen Erklärungen und so langsam wurde mir klar: Das wird ein neues Buch. Mit den Erfahrungen der letzten Bücher, die zwar in guten Verlagen, aber schlechter Distribution gelandet waren, beschloss ich, es mit Selbstverlag zu versuchen. Dabei stieß ich auf BoD (Books on Demand) und das Konzept gefiel mir von Anfang an. Darein sah ich auch eine Gelegenheit, die alten, nicht mehr im Handel erhältlichen Bücher, selbst neu aufzulegen. Das Ta Ji Quan Buch erhielt eine komplette Überarbeitung, viel neues Material und Bilder. Wäre auch traurig, wenn ich in den Jahren nichts dazu gelernt hätte. Ich bin sehr glücklich mit dieser neuen Ausgabe. Das Buch des Jahreszeiten-Qigong nach Chen Tuan habe ich im Grunde belassen. Es ist ja eine Überlieferung, wenig eigenes Material und konnte so bleiben. Aber wegen der Arbeiten, bin ich im Buch über die Brokate natürlich hinter den Zeitplan gerutscht. Ich befürchte, ich schaffe es nicht mehr dieses Jahr. Aber ich bin dran. Die beiden fertigen Bücher können direkt bei mir bestellt werden, bei jedem Internet-Versender und natürlich auch bei deinem Lieblingsbuchhändler.

Tai Ji Quan - das Dao der Bewegung 14,90€ 
ISBN-13: 978-3732252732 (auch als eBook erhältlich)

Dao Shi - Qigong im Wechsel der Jahreszeiten 15,90€ 
ISBN-13: 978-3732252756 (auch als eBook erhältlich)



05.10.2013

Kampfkunst, Esoterik oder gute Laune?

Auf der Suche nach Tajiquan


Als man das Automobil entwickelte, ging es darum, eine Reisegefährt zu schaffen, eine Kutsche ohne Pferde. Man dachte nicht daran, so schnell wie möglich im Kreis fahren zu können, schwere Spezialfahrzeuge oder Reisebusse zu bauen. Aber die Entwicklung ging rasch in die verschiedenen Richtungen. Wir wissen nicht, ob Taijiquan seinen Anfang als Kampfkunst nahm, die dann verfeinert wurde zu einer Methode des Qigong und der inneren Alchemie, oder ob es sich aus Selbstkultivierungspraktiken zu einer Kampfkunst mauserte. Wir wissen es nicht und wir werden es wahrscheinlich auch nie wissen. Was uns heute begegnet, wird in den meisten Fällen einem Reisegefährt gleichen, um morgens zur Arbeit und am Wochenende mit der Familie ins Grüne zu kommen. Nur wenige wollen Rennen fahren, als Show-Wettkampf, als Performance-Meister oder im Zweikampf. Nur wenige wollen ein Spezialfahrzeug, einen Schwertransporter mit mannshoher Bereifung an 12 Achsen, innere Verfeinerung bis zur Unsterblichkeit. Das alles wollen nur wenige. Die meisten wollen den Führerschein und dann endlich mal über die Autobahn. Das ist das höchste der Gefühle. Aber jeder der Auto fahren kann, könnte zur Not auch einen 7,5 Tonner oder ein Fahrzeug mit sehr hoher Geschwindigkeit lenken. Denn für alle gelten die gleichen Regeln, es wird gelenkt, gekuppelt, beschleunigt und gebremst. Das muss man können, wenn man Auto fahren will.


15.09.2013

Die Fäuste ballen und mit den Augen funkeln

um die Kraft zu mehren 


Es gibt Menschen, die an dieser Stelle mit den Brokatübungen ein Problem bekommen. Die Fäuste werden geballt, die Augen sollen funkeln, die zu mehrende Kraft hat anscheinend mit Aggression zu tun. Und das wollen sie nicht. Sie wollen etwas für ihre Gesundheit tun, nicht kämpfen. 
Die Vorstellung von Gesundheit hat sich in den letzten 150 Jahren mehrfach gewandelt. Galt bis vor ca. 100 Jahren jemand als gesund der leistungsfähig war, so wurde ungefähr ab dieser Zeit der Begriff Gesundheit eher als die Abwesenheit von Krankheit verstanden. In den letzten 30 Jahren hat sich ein erneuter Wandel des Gesundheitsbegriffs vollzogen, der den Maßstab über das persönliche Befinden definiert. So kann jemand durchaus eine Krankheit haben, sich aber dennoch als gesund bezeichnen, weil er sich so fühlt. Das aktuelle Verständnis von Gesundheit als ein Maß an Wohlbefinden wird nicht mehr nur durch den körperlichen Zustand definiert, sondern bezieht die persönliche Lebenseinstellung, die innere Widerstandsfähigkeit und die Einbindung in eine soziale Gemeinschaft mit ein. 
Um Gesundheit zu erhalten braucht es von Natur aus keine besondere Anstrengung, denn der Organismus besitzt eine selbstregulierende und selbstreproduzierende Fähigkeit, Autopoiesis genannt. Wir sagen für gewöhnlich Selbsterhaltung oder Selbstheilungskräfte dazu. Ein lebender Körper regeneriert und repariert sich ein Leben lang selbst. Schon Voltaire wusste: "Die Kunst der Medizin besteht darin, den Patienten zu unterhalten, während die Natur seine Krankheit heilt." Diese permanenten Vorgänge von Erhaltung und Heilung sind allerdings keine Kuschelstunden sondern ein hochorganisierter Kampf gegen Invasoren und Rebellen. Wir verstehen uns als eine Einheit, die sich von der Umwelt abgrenzt. Doch während wir durch die Welt gehen, geht die Welt auch durch uns. Ihre Spuren prägen sich in Körper, Geist und Seele, so wie wir unsere Spuren in der Welt hinterlassen. Nicht alles, was wir mit der Umwelt austauschen, kommt uns auch zu Gute. Entweder gelingt es dem Organismus, seine Struktur aufrechtzuerhalten, dann lebt er weiter, oder es gelingt ihm nicht, dann ist er tot.

Wir reagieren auf interne Veränderungen oder Interaktionen mit der Umwelt. Dabei ist es völlig gleichgültig, ob es sich um Bakterien, Schadstoffe oder ein soziales Ereignis handelt. Das soziale Ereignis kann auch die Faust eines Mitmenschen sein, die mir das Nasenbein zertrümmert hat. Obwohl solche sozialen Ereignisse heutzutage nur in bestimmten Gegenden der zivilisierten Welt vorkommen, sollte doch die Fähigkeit und Bereitschaft zu kämpfen trainiert werden. Es geht bei einem solchen Training nicht darum, sich nun frohen Herzens in den Straßenkampf zu begeben. Im Gegenteil. Es geht um das Gefühl, sich seiner Haut wehren zu können und mit dieser inneren Haltung unangreifbar zu werden. 

aus: Yürgen Oster, Der zwölffache Brokat und alles andere.
Erscheint Herbst/Winter 2013

05.09.2013

Chen Tuan


oder Chen Xiyi (871 - 989) war ein bekannter Daoist seiner Zeit.

Er entwickelte die Übungen der 24 Qi, um das menschliche Qi, die Lebenskraft, in Einklang zu bringen mit den wechselnden athmosphärischen Einflüssen.

In jungen Jahren schon rühmte man seine Fähigkeiten in Mathematik, Lyrik und der Interpretation des Yi Jing, dem Buch der Wandlungen. Dennoch verfehlte er die staatlichen Examen, die ihm eine Karriere am Hof ermöglicht hätten. So zog er sich zurück in die Wudangberge und lebte dort einige Jahre in der Höhle der neun Kammern. Ein ihm im Traum erschienener Unsterblicher erklärte, er sei am falschen Platz, woraufhin Chen Tuan zum Huashan, einem der fünf heiligen Berge zog.

Obwohl er als Einsiedler lebte, wurde er weit bekannt. Es heißt, er konnte für lange Zeit (Wochen) im Schlaf verweilen, ohne Nahrungsaufnahme, während sein Qi im Körper zirkulierte. Auch war er berühmt für die Kunst der Physiognomik, der Schicksalsdeutung anhand der Gesichts- und Körperbeschaffenheit.

Er wird beschrieben als eine Person mit profundem Wissen, außerordentlichen Fähigkeiten und hoher Intelligenz. Er war bewandert in den Philosophischen Schulen, Prinzipien der Medizin, Astronomie, Geographie und der Dichtkunst.

Seine Ideen der Integration der drei klassischen Lehren von Daoismus, Konfuzianismus und Buddhismus war richtungsweisend für die philosophisch-religiöse Entwicklung der Song-Periode. Seine daoistische Alchemie berücksichtigt sowohl die Kultivierung der Essenzen, die Innere Verfeinerung, Reinigung und Beruhigung des Geistes, Atemkontrolle und das Eintreten in die Stille.

Einer seiner Schüler wurde bekannt unter dem Namen Huo Long Zhen Ren, von dem ein umfangreicher Text über das Kreisen des Lichts überliefert ist und der wiederum Lehrer des Zhang Sanfeng war, jenem legendären Begründer des Taijiquan.




Dao Shi - Die 24 Übungen des Chen Tuan - Qigong im Wechsel der Jahreszeiten

herausgegeben von Yürgen Oster als Print oder eBook
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11.07.2013

Die Nachhimmlische Leere - Hou Tian Wu Ji

Anfang und Ende der Dinge haben keine genauen Grenzen. Die Ursprünge könnten zu den Enden werden, und die Enden werden zum Ursprung. Wie könnte man eine genaue Trennungslinie ziehen zwischen diesen Zyklen? Was jenseits aller Dinge liegt und vor allen Ereignissen, können wir nicht wissen.

03.06.2013

Auf der Suche nach Taijiquan 2


Du machst also Taijiquan. Woher weißt du das? Ich meine, dass es Taijiquan ist. 
Hat dir dein Lehrer gesagt. Und woher weiß der das? 
Na, hat ihm wohl sein Lehrer gesagt. 
Wer sein Lehrer war, das weißt du nicht? Aber er ist gut, dein Lehrer. 
Woher weißt du das? Ich meine, hast du dir schon viele verschiedene Lehrer angesehen?
Nein, aber wie er sich so bewegt. Aha. Dann weißt du also, wie Taijiquan aussehen sollte.
Weiche, fließende Bewegungen. So eine Art Schleiertanz ohne Schleier vielleicht?
Nein nein, ich bin nicht ironisch, ich möchte nur wissen, woher du weißt, dass es Taijiquan ist, was du da seit drei Jahren im TV Heimersbach machst. 
Es heißt so. 
Na dann muss es ja Taijiquan sein. Wo Taijiquan drauf steht, ist auch Taijiquan drin. 

Jetzt stellen wir uns mal vor, so eine fremde Kultur, hat bis vor kurzem noch nie was von Schach gehört. Aber seit ca 40 Jahren verbreitet sich dieses Spiel. Findet immer mehr Anhänger. Es gibt hübsche Spielbretter zu kaufen mit unterschiedlicher Anzahl der Felder, auch sehr verschiedene Figuren mit voneinander abweichenden Namen. Zwei oder mehr Menschen sitzen um so ein Brett und schieben die Figuren hin und her. Nicht unbedingt nach Regeln oder zumindest selten nach den Schachregeln. Manche legen Wert darauf, dass immer hübsche Muster entstehen. Einige halten sich an die Regeln, zumindest insofern, dass sie wissen, wie welche Figur bewegt werden darf, versuchen aber nie, den Gegner zu schlagen.
„Gegner? Schlagen? Nein, das machen wir nicht. wir spielen Schack für die Gesundheit.“ 
Schöne Namen haben sie auch gefunden für ihre Spielzüge.




Nun kommen in den letzten Jahren immer wieder einige Schach-Lehrer, die das Spiel inzwischen wirklich gelernt haben. Die begriffen haben, um was es dabei geht. Die versuchen, ernsthaft und bedächtig, liebevoll und begeistert den Mitmenschen die ganze großartige Dimension dieses Spiels nahe zu bringen. Aber Regeln lernen, sich merken, wie welche Figur gezogen werden darf, vorausschauend planen und erst recht nicht, auf Sieg spielen. Das wollen sie einfach nicht. 
Aber Zertifikate möchten sie haben und auch Lehrer werden wollen sie gerne und das schöne Spiel verbreiten, diesen Blödsinn den sie da treiben. 
Bald weiß man selbst im Rest der Welt nicht mehr, wie eigentlich wirklich Schach gespielt wurde, damals, bevor es in der fremden Kultur landete.


25.05.2013

Auf der Suche nach Taijiquan 1

Yang Chen Fus berühmte 10 Sätze über die richtige Ausführung des Taijiquan:


1) 
虛領頂勁
Den Kopf leicht und hoch halten, Bai Hui zum Himmel, damit der Geist den Körper durchdringen kann.

2) 
含胸胸背
Den Brustkorb sinken lassen und den Rücken strecken. 

3) 
鬆腰
Die Hüften entspannen. 

4) 
分虛實
Unterscheiden zwischen dem Wesentlichen und dem Unwesentlichen, zwischen Fülle und Leere. 

5) 
沉肩墜肘
Schultern und Ellbogen hängen. 

6) 
用意不用力 
Die Vorstellungskraft (Yi) statt Körperkraft einsetzen. 

7) 
上下相隨
Oben und Unten miteinander koordinieren. 

8) 
內外相合 
Innen mit Außen vereinen. 

9) 
相連不斷
Beständige Bewegung ohne Unterbrechung. 

10) 
動中求靜
Handle aus der Mitte und suche die Ruhe.

14.02.2013

Sendung zum Jahre der Schlange

Die Winterakademie endete zum chinesischen Neujahrsfest, seit dem 10. Februar befinden uns im Jahr der Schlange und gemäß den Fünf Wirkphasen wird dieses Jahr dem Element Wasser zugeordnet. Die Schlange gilt als klug, logisch denkend und kreativ. Sie gilt aber auch als undurchsichtig und listig, als ein Wesen, dass nach Außen etwas anderes zeigt, als sich im Inneren verbirgt. Gefürchtet werden Umwälzungen, Konflikte und unvorhergesehene Ereignisse.


Das Jahr der Schlange lässt uns erleben, dass Verlust zum Wachstum dazu gehört. Wie sich die Schlange häutet, um wachsen zu können müssen auch wir unsere alten Kleider (Ideen, Pläne, Vorstellungen, Weltbild, Überzeugungen,...) von Zeit zu Zeit überprüfen, abstreifen und neue anprobieren, in denen wir uns erstaunlicherweise dann wohler fühlen.

31.01.2013

Xinxinming 32


一如体元,兀尔忘缘。
万法齐观,归复自然。

Wie dein ursprünglicher Körper,
Nackt und ohne Karma.

Betrachte die zehntausend Wege gleich
kehre zurück zum natürlichen Sein.

25.12.2012

Xinxinming 31


诸梦自除  心若不异  万法一如

Die zahllosen Träume verschwinden von selbst 
wenn das Herz nicht unterscheidet
sind die zehntausend Wege gleich




1234  心5若不67  万89一如10

1  zhū:  viele, verschiedene; Zhu; alle 
2  mèng:  Traum; Wunschtraum, Illusion; träumen; Meng 
3  zì:  aus, von, von...aus, seit; Radikal Nr. 132 = selbst, selber, selbstverständlich, aus, von, seit; von, selber, selbst, seit; selbst, selber, persönlich, in eigener Person; selbstverständlich, natürlich; Zi 
4  chú:  beseitigen, entfernen; dividieren, teilen 
5  xīn:  Radikal Nr. 61 = Herz
6 若不  ruòbù:  als ob nicht, wenn nicht
7  yì:  Verschiedenheit, Differenz; ungewöhnlich, außergewöhnlich, fremd, fremdartig; ungleich, verschieden, anders; iso, iso-
8  wàn:  sehr viel, zahllos, unzählig; zehntausend (10000); Wan
9  fǎ:  Gesetz, Recht; Methode
10 一如  yīrú:  genauso wie etw.