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Es werden Posts vom November, 2015 angezeigt.

Fortschritte

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Gestern hat Zhong Shifu davon erzählt, wie er als 14jähriger hier hin kam in die Wudang Berge. Von den Eltern geschickt, weil er schwächlich war und ständig krank. Damals, in den 80er Jahren, hatten sie hier nur eine notdürftige Unterkunft, mit Löchern im Dach, die man immer wieder versuchte zu flicken. Keine richtige Toilette, erst recht keine Dusche. Nach dem Training sind sie in den Teich gesprungen vorm Zixiaogong, auch im Winter. Da mussten sie erst das Eis aufhacken. Trinkwasser musste vom Berg aus einer Quelle geholt werden, Feuerholz im Wald gesammelt. Nun leben wir daran gemessen im puren Luxus, mit Toiletten in jedem Zimmer, heißer Dusche und einer Köchin, die für das leibliche Wohl sorgt. So hat der Fortschritt viel Verbesserung und Erleichterung gebracht. Aber, so meint der Meister, würden die Schüler nicht mehr so erfolgreiche Fortschritte machen. Er hat Sorge, dass vieles verloren gehen könnte. Es wird jetzt zwar alles verbreitet und nicht mehr so geheim gehalten, wie...

Money money money...

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Bei dem einen wurde eingebrochen, mir wurde Geld gestohlen, eine Freundin fühlt sich als Sklave des Geldes. Nun mal langsam. Zunächst denke ich, ist jener Mensch, der mir Geld gestohlen hat ein größerer Sklave des Geldes, wenn überhaupt. Gestohlen wird, was einen Wert darstellt, manchmal für den Bestohlenen einen größeren, als der Dieb dafür einlösen kann. Wert aber ist etwas sehr abstraktes. Wert kommt in der Natur nicht vor. Er existiert nur in unserer Vorstellung. Die folgende Belehrung stammt nicht von mir, ich habe sie in einem Buch gelesen, weiß nicht mal mehr, in welchem. Ein Dollar hat einen bestimmten Wert, auf den sich die Gesellschaft im allgemeinen geeinigt hat. Es wurde zwar nicht jeder gefragt, wieviel ihm das Papier wert sei, das regelt der Markt. Früher war der Geldschein noch ein Garant für eine bestimmt Menge Goldes, die die Bank jederzeit bereit war, dem Besitzer dafür auszuhändigen. Diese Zeiten sind vorbei. Obwohl die Bundesbank, welche die Geldscheine ausgibt d...

Eine Schale

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Du hast eine Schale, eine, die groß genug ist, eine Portion Reis mit Gemüse zu fassen oder aus der du eine Suppe trinken kannst. Für unsere Betrachtung ist es völlig irrelevant, aus welchem Material die Schale ist. Sie kann aus Keramik, Glas, Blech oder Plastik sein. Was uns interessiert ist das Potential der Schale. Wenn sie leer ist, kann sie mit allem möglichen gefüllt werden: mit Nahrung, Sand, kleinen Souvernirs aus dem letzten Urlaub, du legst deine Schlüssel hinein, was auch immer. Alles was nicht zu groß ist, kann in der Schale Platz finden. Solange nichts anderes darin ist, solange sie leer ist. In dem Moment, in dem du sie mit etwas füllst, gibst du ihr eine Bestimmung. Ihr Potential verändert sich. Solange sie leer ist, ist sie aufnahmebereit. Gibst du ihr eine Bestimmung, wird sie definiert. Sie wird zur Schlüsselschale, oder zur Suppenschale. Vielleicht hast du die Schale aber gekauft, oder geschenkt bekommen, weil sie eine besonders schöne Schale ist. Sie ist aus so her...

Oh my darling

Bei meinem letzten Aufenthalt in Münster Ende September lernte ich jenen Straßenmusiker mit den Rumbarasseln und seinem "Oh my Darling" Sprechgesang kennen. Ja, ich nenne ihn einen Musiker, ein echtes Genie der Minimal Art, ein John Cage hätte seine helle Freude an ihm gehabt. Ein Wunder, dass er noch nicht ein umjubelter Youtube Star ist. ( http://youtu.be/2SVQaH5BiVw ) Nun schickt mir mein Freund aber eine Zeitungsglosse nach China, in welcher dieser Mensch verhöhnt, mit jenem glücklosen Troubadix aus den Comic Heften verglichen wird. Dieser Mann hier aber ist aus Fleisch und Blut, ein Mensch. Wer sich von seiner Darbietung gestört fühlt, und jeder Laubbläser ist um ein vielfaches störender, soll sich bewusst machen, dass man im Vorübergehen den monotonen Gesang höchsten 20 Sekunden ertragen muss. Dieser Mann aber erträgt es den ganzen Tag. Jeden Tag. Dafür gebührt ihm Respekt und vielleicht auch eine kleine Anerkennung.

Love is in heaven

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Selbst wenn die Tage neblig waren, zeigte sich abends der Himmel klar. Ich kann mich regelrecht berauschen an der Fülle der Sterne, die hier zu sehen sind. Dazu die Stille. Direkt über dem Purpurwolken Palast steht derzeit das Bild des Schwan. Von Schwänen sagt man, wenn sie sich als Paar finden, was selten ist, dann bleiben sie zusammen ein Leben lang. Direkt neben dem Schwan aber sehen wir das bekannte chinesische Liebesdrama. Der Knabe und das Jademädchen, von der himmlischen Mutter getrennt durch einen reißenden Fluss, den sie nur einmal im Jahr überqueren können auf der Elsterbrücke. Es sind die Sterne Wega in der Leier und Atair im Adler, zwischen denen die Milchstraße strömt. Jeder Stern ist an seinem Platz, jedes Sandkorn.