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18.08.2022

Die drei Schätze

Die drei Schätze sind das Dao, die Schriften und die Lehrer. 

Da das Dao im Grunde die Leere ist, ist es formlos und namenlos. Wenn es also keine Schriften gäbe, könntest du das Dao nicht klar verstehen. 

Das Dao, das in den Schriften dargestellt wird, ist heiter, subtil, wunderbar und in der Tiefe verborgen. Wenn es also keine Lehrer gäbe, könntest du seine Prinzipien nicht erlangen. 



Wenn du nicht zu den drei Schätzen Zuflucht nimmst, ist es unvermeidlich, dass du auf einem krummen Pfad weitergehen wirst, auf den Kopf gestellt wirst und in Verwirrung versinkst. Alle Adepten, die die Wahrheit kultivieren und das Dao studieren, und alle, die ihr Herz hingeben und zu ihrer Lebensbestimmung Zuflucht nehmen, müssen den Gedanken aufbringen, dass es schwierig ist, [den drei Schätzen] zu begegnen.

Auszug aus "Kernmethoden der Drachentorschule" Kapitel 1

Sie alle können diese Welt nicht verlassen

Die Kernmethoden der Drachentorschule; Kapitel 7:
Der folgende Auszug stammt aus dem siebten Kapitel "Reinigung und Läuterung von Körper und Geist" von Wang Changyue (?-1680), einem sehr einflussreichen Daoisten während der Qing-Dynastie und einer Schlüsselfigur bei der Institutionalisierung und Verbreitung der Schule der vollständigen Verwirklichung des Daoismus und insbesondere der Drachentor-Sekte.


O Leute der Versammlung, so wie die Himmel einen bewölkten und einen klaren Himmel haben, können sie nicht aus dieser Welt herauskommen. So wie die Erde einstürzen und aufbrechen kann, so kann sie nicht aus dieser Welt hinausgehen. So wie die Sonne und der Mond zu- und abnehmen, können sie diese Welt nicht verlassen. So wie die Sternenkonstellationen ihre Zyklen und Maße haben, können sie diese Welt nicht verlassen. Da jeder Wind, jede Wolke, jeder Donner, jeder Regen, jeder Frost, jeder Schnee, jeder Nebel und jeder Tau seine eigenen Muster und Einschränkungen hat, können sie diese Welt nicht verlassen. So wie Menschen leben und sterben, können sie diese Welt nicht verlassen. So wie Wesen mit dem Alter gedeihen und vergehen, können sie diese Welt nicht verlassen. So wie Gefühle stark oder schwach sein können, können sie diese Welt nicht verlassen. So wie der Geist aktiv oder still sein kann, so kann er diese Welt nicht verlassen. So wie die Essenz tröpfeln oder auslaufen kann, so kann sie diese Welt nicht verlassen. So wie der Geist verwirrt oder verdunkelt sein kann, so kann er diese Welt nicht verlassen. So wie das Qi ausgeatmet und eingeatmet werden kann, kann es diese Welt nicht verlassen. So wie die Kraft ab- oder zunehmen kann, kann sie diese Welt nicht verlassen. So wie Gewinne sich vervielfachen oder aufteilen können, können sie diese Welt nicht verlassen. Ruhm [kann] Lob oder Tadel ernten, er kann diese Welt nicht verlassen. Alle konditionierten [Phänomene] durchlaufen den Prozess der Entstehung, der Existenz, des Zerfalls und der Leere, werden geboren, altern, erkranken und sterben; wie ist es möglich, dass irgendeines von ihnen diese Welt verlassen kann?

Post-Scriptum: More excerpts can be viewed here: purplecloudinstitute.com/?s=dragon+gate

27.04.2022

Ginko - ein Baum, der uns helfen kann, wieder zu Bewusstsein zu kommen.

 


Ginko wird auf Chinesisch Bai Guo genannt. Bai 白 bedeutet weiß. Und Guo果 bedeutet eine Frucht/Nuss. Dies kann einfach als eine weiße Frucht/Nuss interpretiert werden, und in der Neuzeit wurde es als gutes "Kraut" für das Gedächtnis beworben. Man könnte es dabei belassen, und es ist immer noch ziemlich nett, aber es gibt auch eine Tiefe des Reichtums, für die ich mir eine Minute Zeit nehme, um sie hier zu erläutern. Der Name bezieht sich auf die Fähigkeit der Pflanze, bei der Erinnerung an "vergangene Leben" zu helfen, und deutet auf eine Verbindung zu den Po/Aspekten unserer Seele hin, die in dieser Inkarnation nach Erfüllung suchen. Dies wird als Bai Guo/ Weiße Nuss kodiert, weil Weiß die Farbe des Metallelements ist, das mit dem Po in Verbindung steht. Weiß (Bai) ist das Symbol für die Sonne, mit einem Punkt des Bewusstseins, der über ihr schwebt. Es ist Licht mit Bewusstsein, oder Bewusstsein für die Natur des Lichts. Guo bedeutet nicht nur Frucht/Nuss, sondern kann auch ein Ergebnis oder eine Konsequenz bedeuten. Genauso wie ein Baum ein Ergebnis/eine Folge davon ist, dass eine Frucht und eine Nuss gepflanzt wurden, folgt daraus, dass eine Frucht/Nuss ein weiteres Ergebnis/eine Folge davon ist, dass ein Baum seinen Wachstums- und Entwicklungszyklus durchläuft... und dass er die kodierte Information und Energie dieses Baumes und seiner Vorfahren bis zum Zeitpunkt seiner Frucht trägt, um sie an die nächste Generation/Inkarnation eines anderen Baumes weiterzugeben. In ähnlicher Weise kann unser Leben möglicherweise als Ergebnis der Frucht unserer früheren Generationen und Inkarnationen und des Versuchs unserer Seelen verstanden werden, auf ihrer weiteren Reise zu wachsen. Als eine der ältesten Pflanzenarten - die letzte bekannte Art ihrer Gattung -, die sogar die Dinosaurier überdauerte und deren Existenz durch Fossilien auf mehr als 200 Millionen Jahre zurückdatiert wird, ist der Ginko ein wahres lebendes Fossil und ein uralter Wächter unserer Erde... und er trägt in seiner DNA noch immer eine Botschaft durch die Äonen, von Generation zu Generation... Als solcher ist er ein Baum, der uns helfen kann, uns an unsere tiefe und obskure Vergangenheit zu erinnern, um auf unserem Weg zurück zum Licht wieder zu Bewusstsein zu kommen.

Text von Gregory M. Casey auf Facebook, übersetzt mit Deepl for Mac

28.08.2021

Was wichtig ist und was unwichtig



Das Wasser ist von Natur aus klar. Wenn es durch Schmutz getrübt wird, so kann diese Klarheit nicht in Erscheinung treten. Der Mensch ist von Natur aus zu langem Leben bestimmt. Wenn er durch äußere Dinge getrübt wird, so kann dieses lange Leben nicht in Erscheinung treten. Die Außendinge sind dazu da, dass man sie benützt, um durch sie das Leben zu gewinnen, nicht, dass man das Leben benützt, um die Dinge zu gewinnen. Es gibt betörte Menschen, die ihr Leben darangeben, um äußere Dinge zu gewinnen. Sie zeigen damit, dass sie wahren Wert nicht schätzen. Wer den wahren Wert nicht kennt, hält das Wichtige für unwichtig und das Unwichtige für wichtig.

Lü Bu Wei, Chunqiu, Frühling und Herbst, Buch 3 Kapitel 1, Der letzte Frühlingsmonat

26.06.2021

Grundlegendes Wissen über die Praxis des Taiji Quan

veröffentlicht in Hu Haiyas Sammlung über die Kultivierung der Gesundheit.

行走手足板眼齐
Bei der Ausführung bewegter Figuren sind Hände und Füße gleich und der Blick ist ausgerichtet.

内外双修少人知
Innen und Außen sind wie ein Paar, was nur Wenige wissen.

一步三摇空化力
Ein Schritt bekommt drei Mal Kraft   (aus der Leere kommend)

得来不觉费功时
Wenn es kommt, kommt es unbewusst, ohne jede Anstrengung.

站桩试力基本功,
(Zhan Zhuang) Stehender Pfahl und (Shi Li) Spannungstest sind Grundlegende Übungen.

呼吸自然内外松
Der Atem ist ganz natürlich, innen und außen entstpannt.

运劲抽丝势开弓
Die Bewegung ist wie das Spinnen eines Seidenfadens und die Kraft wie einen Bogen zu spannen.

静中生机豁然通。
Aus der ruhenden Mitte entsteht die Vitalität in offener Klarheit.

坐时如钟全体空
Sitzend wie eine Glocke ist der ganze Körper leer.

坎离相交甘露生
Wenn Wasser und Feuer sich verbinden entsteht der süße Tau.

呼吸自然法轮转
Der Atem setzt das Rad des natürlichen Plans in Bewegung

益寿延年不老翁 
Erreiche ein langes Leben voll ausgefüllter Jahre, ohne das Alter zu spüren.

卧似龙虎身如弓
Liegend wie Drachen und Tiger (wie ein außergewöhnlicher Mensch) bleibt der Körper gespannt wie ein Bogen.

闭目养神腹内松
Schließe die Augen und nähre den Geist, der Bauch bleibt weich.

安然自在如睡眠
Frei von Sorgen und ruhigen Geistes, als würdest du schlafen.

气血畅通体还童
Wenn Qi und Blut ungehindert fließen, wird der Körper wieder wie der eines Kindes.

16.04.2021

Das Lied der Drachentor Schule



道德通玄靜
Weg und Wandel* durchdringen die geheimnisvolle Stille

真常守太清
Wahre Beständigkeit beschützt die große Klarheit

一陽來復本
Das Ursprüngliche Yang kommt und kehrt zurück zu den Wurzeln

合教永圓明
Die vereinigte Lehre ist immerwährend ganz und leuchtend

至理宗誠信
Das makellose Prinzip ist Ursprung von Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit

崇高嗣法興
verehrungswürdig und erhaben, überträgt es den Glanz der Lehre.

世景榮惟懋
Das Aufleuchten der Welt ist blühend und überaus üppig.

希微衍自寧 
Das Unhörbare und Unsichtbare breitet sich aus und ist von selbst friedlich.

住修正仁義
Verweile im Kultivieren echter Menschlichkeit und Rechtschaffenheit.

超升雲會登
Transzendierend zu den Wolken aufsteigen, wirst du in der Vereinigung (mit anderen) den Höhepunkt erreichen. 

大妙中黃貴
Großartig und wunderbar wird das Gelb der Mitte geehrt

聖體全用功
Der geheiligte Körper erfüllt seine Aufgabe

虛空乾坤秀 
In der grenzenlosen Leere zeigt das Universum (Qian Kun) seine Pracht.

金木性相 
Metall und Holz folgen ihrer Natur

山海龍虎交
Berge und Meere, Drachen und Tiger erfreuen sich aneinander

蓮開現寶新
Der Lotus öffnet sich und zeigt wieder seine Pracht

行滿丹書詔 
Wenn die Reise vollendet ist, wird die rote Schrift verkündet

月盈祥光生
Der volle Mond erzeugt ein verheißungsvolles Strahlen

萬古續仙號 
Für alle Zeiten werden die Namen der Unsterblichen erschallen

三界都是亲
und die drei Reiche sind miteinander versöhnt.

*Ich benutze für De nicht die herkömmliche Übersetzung Tugend, da es das (be)folgen des Dao, des Wegs bedeuten soll. "Dao De" meint dem Weg folgen, auf dem Weg wandeln. Es ist eine natürliche Tugend, "Der bestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir:" (Immanuel Kant)

02.04.2021

Die Fünf Höchsten

Zwischen der grenzenlosen Leere und dem Auftauchen von Himmel und Erde durchläuft das Werdende die fünf Zustände des Höchsten, die Zeit von Xian Tian. Es sind dies:

Der Höchste Wandel, der Höchste Ursprung, der Höchste Anfang, die Höchste Einfachheit und das Höchste Letzte.

Der Höchste Wandel ist jener Zustand, bevor der Lebenshauch Qi entsteht.

Der Höchste Ursprung ist jener Zustand, unmittelbar nachdem der Lebenshauch Qi entstanden ist, aber noch keine Wesen.

Der Höchste Anfang zeichnet sich aus durch das Erscheinen von Wesenheit, die Wesenheit jedoch ist noch nicht wahrnehmbar. Der Höchste Anfang ist der Anfang der Wesenheit, der durch das Vorhandensein und Vereinigen von Yin und Yang entsteht. Es gibt Wesen, doch keine Substanz. Wenn die Form sich in Substanz äußert, wird der Zustand Höchster Einfachheit durchschritten.

Im Zustand der Höchsten Einfachheit bekommt das Wesen Substanz, aber noch keinen Körper. Qi, Wesen und Substanz sind bereits vorhanden, doch sie befinden sich noch in Ruhe. Wenn sie in Bewegung geraten und sich vereinen, entsteht das Höchste Letzte, das Ungeformte oder das Chaos. Es ist Substanz in Bewegung.

Das Höchste Letzte ist die Quelle von Himmel und Erde. Wenn Himmel und Erde entstehen, ist dies das Höchste Eine. 

Wenn das Höchste Eine auftaucht, ist die Zeit von Xian Tian vorüber.

Nachtrag zu meinem Video "Ohne Himmel" 



19.08.2020

Die daoistischen Methoden der Kampfkünste

 ...erfüllen drei wesentliche Aspekte: 

1) Sie dienen der Selbstverteidigung

2) Sie dienen der Gesundheit

3) Sie dienen der Selbstkultivierung

 

Selbstverteidigung 


Das Leben ist das einzige, was wir wirklich besitzen. Es ist uns gegeben für eine begrenzte Zeit. Es liegt an jedem selbst, diese Zeit so gut wie möglich zu nutzen.

Einem körperlichen Angriff begegnen zu können ist wichtig für den Erhalt des Lebens, der Gesundheit und der Selbstkultivierung. Das Grundprinzip der daoistischen Kampfkünste ist nicht die Konfrontation, sondern das Weichen. Nicht dort zu sein, wo der Gegner ist. Das bedeutet zu erst, sich nicht wissentlich in Gefahr zu begeben, Situationen zu meiden, in denen man mit Angriffen rechnen muss. Nicht provozieren. Kommt es trotzdem zu einer körperlichen Auseinandersetzung, so gilt es, sein eigenes Leben und die eigene Gesundheit zu schützen. Ebenso den Gegner nicht zu verletzen oder gar zu töten, nur wenn es zum Erhalt des eigenen Lebens nicht zu vermeiden ist.Schlägen, Tritten und Hieben weicht man aus, lässt sie ins Leere laufen oder lenkt ihre Energie auf den Angreifer zurück. 

Es gibt allerdings auch Schulen, die sagen, man müsse möglichst schnell den ersten Treffer landen und damit sofort den Gegner ausschalten. Das schließt aber das vorher gesagte nicht aus.

 

 

Gesundheit

 

Das wertvollste Gut in unserem Leben ist die Gesundheit. Wir sollten alles tun, sie zu schützen und zu erhalten. Das chinesische Konzept der Lebenskraft Qi betrachtet den Menschen und seine Gesundheit von einer völlig anderen Perspektive als die westliche Medizin. Die Lebenspflege, in der Ernährung, Massage, Atemübungen, Meditation und Bewegungspraxis enthalten sind, richtet sich auf den energetischen Körper, von wo aus alle anderen Systeme, wie sie auch die westliche Medizin kennt (z.B. Knochen, Organe, Bindegewebe, Nerven etc.) versorgt werden. Qi verbindet aber nicht nur die körperlichen Systeme, es wirkt auch auf die emotionalen und geistigen Kräfte und deren Aktionen. Der Zustand unserer Lebenskraft Qi bedingt demnach sämtliche Funktionskreise unseres Wesens, all dessen was wir für das „Ich“ halten. Die Lebenspflege (Yangsheng 養生) sollte unsere vornehmste Aufgabe sein. 

 

Selbstkultivierung

 

Während es schon schwierig für die meisten Menschen ist, sich für den Erhalt ihrer Gesundheit einzusetzen, ist es noch schwerer, sich darüber hinaus zu kultivieren. Derzeit ist es eher en vogue, jenen zu applaudieren, die sich nicht kultivieren können, weil sie sich selbst nicht wahrnehmen. Jene, die völlig unkontrolliert ihren Trieben folgen, Bildung verabscheuen und damit noch ein Vermögen verdienen. Die Selbstkultivierung erfordert Disziplin. Nicht eine auferlegte. Wer den Weg gehen will, soll sich zuerst befreien von jeglicher Kontrolle, auch der eigenen. Kein „ich sollte, ich müsste, richtig wäre es…“

Die Disziplin muss ganz von innen kommen. So wie die Planeten und Gestirne ihre Bahnen einhalten. Es muss dem Wesen eigen sein. Ohne Frage, ohne Zweifel. Voller Vertrauen.

 

Mehr brauche ich dazu nicht sagen.

24.02.2015

Sensation - meditierender Mönch in Buddha Statue

Photo: M. Elsevier Stokmans

Seit einigen Tagen schwirrt im Internet eine Meldung um mich herum, die mein Interesse geweckt hat. Da ist die Rede von einer sensationellen Entdeckung, die man im Drents Museum in Assen NL gemacht habe. In einer Buddha Statue fand sich eine Mumie. Nun ist heute alles 'sensationell' und zwei klicks später, auf der Seite des Museums war klar, dass man schon von der Mumie gewusst haben musste. Sie wurde in einer Ausstellung über Mumien gezeigt. Auf dem Folder zu der Ausstellung wird das CT Bild mit Verweis auf die Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim abgebildet. Dort gibt es das German Mummy Project, an welches ich mich als erstes um genauere Informationen wandte. Ich erhielt den Hinweis auf die im Juni erscheinende zweite Auflage des Buchs „Mumien – der Traum vom ewigen Leben“ in dem sich auch ein ausführlicher Beitrag zu dieser Mumie finden soll.

In Mannheim hatte man in Zusammenarbeit mit dem Drents Museum maßgebliche Untersuchungen an der Mumie durchgeführt, unter anderem 14C-Datierung, CT-scan und Auswertung, Textilanalyse etc.

Die Mumie ist Teil einer vom German Mummy Project konzipierten Ausstellung, die schon 2008 in Mannheim gezeigt wurde und seitdem auf 13 Stationen durch die USA getourt ist. Die Statue mit der darin enthaltenen Mumie wurde aber erst in Assen Teil dieser Ausstellung, die derzeit in Budapest zu sehen ist und danach in Luxemburg Station macht.

Aber nun weiß ich noch nicht, was ich jetzt gerne wissen möchte. Woher kommt diese Skulptur, seit wann weiß man von der Mumie und wieso steht in einem anderen Blog, die Mumie sei in Amersfoort untersucht worden? Diese Fragen beantwortete mir Drs.Vincent van Vilsteren, Konservator und archäologischer Kurator am Drents Museum in Assen, der mich auf meine Email-Anfrage freundlich anrief.

Die Figur kam wahrscheinlich schon Anfang der 90er Jahre nach Europa. Sie wurde 1996 vom derzeitigen Besitzer in den Niederlanden erworben. Während der Restaurierungsarbeiten 1997 entdeckte man die darin enthaltene Mumie. Es konnte zurückverfolgt werden, dass es sich vermutlich um den buddhistischen Meister Liu Quan handelt, der um 1100 lebte. Eine DNA Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen. Ummantelt und zur Statue wurde die Mumie wohl erst im 14. Jahrhundert. Bis dahin war sie wahrscheinlich in einem Kloster ausgestellt und Ziel buddhistischer Pilger. Vincent van Vilsteren hält es für möglich, dass bei der Einschließung der Mumie auch jene Papiere eingefügt wurden, die man jetzt bei einer Endoskopie dort fand, wo Lungengewebe hätte sein sollen. Die Mumie ist nicht gefüllt mit Schriftrollen, wie es in der Welt geschrieben wurde. Aber auf dem Papier befinden sich chinesische Schriftzeichen. Es handelt sich nicht um eine Buddha Statue sondern um die Statue eines hochrangigen Meisters, eines Mönchs, so wie es auch zu erkennen ist. Er hat keine der typischen Attribute oder Symbolde einer Buddha Darstellung jener Zeit. Keine gekäuselten Haare, keine langen Ohrläppchen. Die Hände ruhen auf den Oberschenkeln, die linke Hand in der Karana Mudra Haltung (chin. qikeyin 期克印). Er trägt typische Mönchskleidung.

Photo: Drents Museum
Seit dem die Figur 1997 restauriert wurde, ist die darin enthaltene Mumie bekannt. 2013 wurde die Figur zum ersten Mal in Mannheim untersucht, im CT gescannt, nach der C14 Methode datiert etc. Im September des darauffolgenden Jahres wurden weitere Untersuchungen im Meander Medical Centre in Amersfoort in den Niederlanden vorgenommen, ein weiterer CT Scan und die erwähnte Endoskopie. Bisher ist nicht geklärt, ob Liu Quan wie jener vor kurzem in der Mongolei gefundene Mönch eine Selbstmumifizieren durchgeführt hat, oder ob sein Leichnam einbalsamiert wurde.

Es ist nicht sensationell, aber ein wunderbares Ereignis, dem wir beiwohnen dürfen.

Photo: Jan van Esch

23.08.2014

Genau jetzt

in diesem Augenblick, prallen zwei Systeme aufeinander, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten.

Seit ca. 3000 Jahren entwickelt sich in der chinesischen Kultur ein weltanschaulicher Zweig, der Wert legt auf die Entwicklung des Selbst, sich auf die Natürlichkeit des So-Seins bezieht und sich von gesellschaftlichen Konventionen und Entwicklungen fern halten möchte. Die Rede ist vom Daoismus, sofern es überhaupt ein ismus ist.
Im vorletzten Kapitel der Ur-Schrift dieser Kultur, im Daodejing von Laozi, beschreibt der Autor seine Vorstellung vom idealen sozialen Zusammenhang:

ein kleines land mit wenig menschen
sollen sie zehn oder hundert einheiten haben aber nicht einsetzen


sollen die menschen stark sein

aber nicht weit ihrer heimat sterben
 

sie haben boote und wagen doch reisen sie nicht 
sie haben gerüstete krieger doch preisen sich nicht
sie kehren zurück zum knüpfen der schnüre 

und machen davon gebrauch
 

schmackhaft ihre speisen anmutig ihre kleidung 
ruhig ihre bleibe freudig ihre gebräuche
sie können ihre nachbarn sehen 

hunde bellen und hähne krähen hören 
doch bis sie im hohen alter sterben 
gibt es weder kommen noch gehen

Seit ca. 300 Jahren entwickelt sich ausgehend von der zentraleuropäischen Kultur eine Gesellschaftsordnung, die Wert legt auf das Streben nach materiellem Gewinn durch kontinuierlichen Wachstum. Die Beherrschung des Markts geschieht durch die Verdrängung von Konkurrenten einerseits und das Hervorbringen ständig neuer Ideen und Produkte andererseits. Die Rede ist vom Kapitalismus. Interessanterweise findet sich über den Kapitalismus mehr kritische Literatur als begründende, die es freilich auch gibt.

Als ein Teil der daoistischen Kultur finden seit ca. 40 Jahren im Westen, in den vom Kapitalismus beherrschten Ländern, die Gesundheitsübungen des Qigong und diverse Formen der Kampfkünste, vor allem das Taijiquan große Verbreitung. Obwohl diese Künste vorwiegend erlernt werden sollten, um für sich selbst eine innere Entwicklung in Gang zu setzen, haben sie sich zu einem Markt entwickelt, auf dem es inzwischen mehr darum geht, darin ausgebildet zu werden, wie man es vermittelt, statt wie man es ordentlich praktiziert. Um den Gesetzen des Marktes zu folgen, findet ein Verdrängungswettbewerb statt, in dem mit Attributen wie „traditionell“ „original“ „authentisch“ oder eben „neu“ „effektiv“ „leicht zu erlernen“ etc. versucht wird, sich von anderen Anbietern abzusetzen.

Es ist auch für jede Klientel etwas dabei, vom houchycouchytouchy feeling* bis zum harten, bewaffneten Straßenkampf wird alles geboten. Aber wie kann in dieser auf materiellen Gewinn orientierten Szene noch Daoismus überleben? Er kann es nicht. Er muss sich zurück ziehen, was ihm aber ein Leichtes ist, da es seiner Natur entspricht:

der wissende sucht nicht gewinn 
wer gewinn will ist nicht wissend
 

der weise sammelt nicht
 

indem er anderen hilft 
geht es ihm selbst besser 

indem er anderen gibt 
wird er selbst reicher

Laozi, letztes Kapitel





*Zitat Gia Fu Feng

26.06.2014

Tai Chi Chuan erklärt von einem Meister des Yang Stils

Tung Ying Chieh (1898-1961) war ein bekannter Meister der Yang Taijiquan Tradition. Er war einer der Meisterschüler des großen Yang Stil Meisters der dritten Generation, Yang Cheng Fu.



Taijiquan ist eine Übung der Innern Kampfkünste. Stärke wird in den Knochen erzeugt. Kraft lagert in de Muskeln. Man benötigt keine dicke Haut oder kräftige Muskeln, jedoch sollte das Qi sinken und die Knochen sollen stark sein. Deshalb haben Taijiquan Übende keine Sorgen, sich die Knochen zu brechen oder die Muskeln zu zerren. Auch wird man nicht müde von Kicks und Sprüngen. Man bewegt sich natürlich, mit der inneren, ursprünglichen Energie. Diese zu entwickeln ist das Ziel dieser Übungen.

2.

Die drei Hauptpunkte:Geist, Intention und Haltung müssen sich vereinen. Ist die Haltung korrekt, sind Geist und Intention vorhanden und Fortschritt bleibt nicht aus. Auch wirst du dich jeden Tag besser fühlen. Man sollte diese Unterschiede und deren Entwicklung aufmerksam verfolgen.

3.

Wenn die äußere Haltung nicht korrekt ist liegt es an einem Mangel in der inneren Haltung. Das Ergebnis gleicht dem kochen eines leeren Topfes. Selbst nach vielen Jahren  intensiven Übens wird man keinen Erfolg verzeichnen. Man sagt mitunter schon mal, zehn Jahre Taijiquan Training wären nicht so hilfreich wie drei Jahre Gongfu Training. Deshalb braucht man, um ein gutes Taijiquan zu praktizieren, regelmäßige und tiefgreifende Übung und ebenso ein tiefes Verständnis. Natürlich hat es auch etwas mit deiner Intelligenz zu tun. Aber hartes Training überwindet auch Dummheit. Deshalb soll man sich selbst ständig anspornen, intensiver zu trainieren.

4.

Die Atmung soll natürlich sein. Versuch nicht besonders tief zu atmen. Nach einiger Zeit der Übung wird dein Taijiquan einen natürlichen Zustand erreichen und dann wird auch der Atem von selbst  ausgeglichen sein.

5.

Ursprünglich entsprechen die dreizehn Bewegungen des Taijiquan den Methoden, Qi zu lenken und zu leiten. Lenken und leiten meint, die Zirkulation von Qi und Blut. Deshalb wird durch ein geschicktes Leiten oder Führen Qi und Blut in einen ausgeglichenen Zustand gelangen. Krankheiten werden sich zurückziehen. Aber bitte missverstehe nicht die Methoden und arbeite hart daran, das Gleichgewicht herzustellen. Wenn du kräftig un d natürlich übst, dann wird sich alles von selbst einstellen, wenn du die entsprechende Reife erlangst.

6.

Die Schultern lockern und die Ellbogen hängen lassen bedeutet, die Kraft nicht in den Schultern zu stagnieren. Versuch nicht, die Hände schwer zu machen sondern sie weich und leicht zu bewegen.

7.

Halte den Kopf aufrecht, nach oben "gezogen" und hebe den Beckenboden an. Den kopf aufrecht halten muss ganz natürlich sein. Wird der Beckenboden angehoben, dann steigt das Qi von selbst auf. Um die Kraft zu halten, wird das Brustbein leicht hängen gelassen, ohne den Rücken zu krümmen.

8.

Wenn du die Form praktizierst, gibt es drei Dinge, auf die du zumindest achten sollst. Zuerst entspann deine Muskeln, als zweites kläre deine Haltung, und drittens konzentriere dich auf die Intention und den Geist. Wenn du die Bewegungen meisterst, dann wird der geistige Aspekt sich von selbst offenbaren. Wenn du dieses Stadium erreichst,wird dein Fortschritt unaufhaltsam sein.

9.

Kraft spüren und verstehen - um diese Qualität zu erlernen, sollte man viel Tui Shou praktizieren, dann begreift man die Unterschiede von anhaften, halten, berühren und folgen. Wenn du keinen Partner hast, kannst du dennoch im fleißigen Üben der Soloform das Gefühl der Kraft in beiden Armen entwickeln. Stell dir einen Angriff vor und die Methode, mit der du ihn kontrollieren willst. Auf diese Art und Weise kannst du mit langem und intensiven Training auch die Entwicklung der inneren Kraft lernen.

10.

Im Tui Shou Training geht es vor allem darum, das Gefühl für die verschiedenen Energien zu entwickeln, nicht darum, den Gegener zu besiegen. Versuche ständig, deine Mitte dem Gegner zu entziehen, aber die seine zu beherrschen.

11.

Du kannst Taijiquan üben während du gehst, sitzt, stehst oder liegst. Nutze die Methode, mit deinem Geist dein Qi kreisen zu lassen und ein Gefühl dafür zu finden.  Zum Beispiel: fühle den Unterschied, wenn du eine Teetasse mit Kraft hältst und ohne Kraft. Fühle den Unterschied mit kräftigen Schritten zu gehen und mit leichten. Wenn du ruhig stehst, teste das Gefühl, mit durchgedrückten Knien zu stehen und mit gebeugten.

12.

Im Anfangsstadium deines Trainings wirst du vielleicht Muskelkater verspüren, aber sei unbesorgt, das geht bald vorbei und du wirst dich später sehr wohl fühlen.

13.

Im Erlernen der Taui Shou Techniken ist es grundlegend, die Kraft zu verstehen. Es gibt darin verschiedene Formen der Kraft, zum Beispiel: klebende Kraft, folgende Kraft, innere Kraft, unterbrechende Kraft, reibende Kraft, sanfte Kraft, beschleunigende Kraft, haltende Kraft, berührende Kraft, stoßende Kraft. Desweiteren gibt es Formen der Kraft wie die Knochen erreichende Kraft, schüttelnde Kraft,  entschiedene Kraft, plötzliche Kraft, ein Zehntel Inch Kraft, Pfeil abschießende Kraft und gleichmäßige Kraft. Im allgemeinen lernt man diese Formen der Kraft während der regelmäßigen Praxis. Es ist weitaus schwieriger, diese Formen alleine zu lernen und zu verstehen als mit einem Partner, denn ein Mensch ist nun mal lebendig. Zusätzlich erfährst du die Kräfte, wenn du selber sie einsetzt und dabei sehr aufmerksam und kontrolliert vorgehst. Alle diese Kräfte hat man aus den Körperbewegungen entwickelt und gelernt. Wenn du keinen Partner hast, kannst du die Kräfte von der Luft lernen. (Man kann sich auch einen mittelschweren Gegenstand an einem Seil aufhängen, ungefähr in Brusthöhe, und damit Tui Shou trainieren. Anm. d. Übersetzers)

14.

Die Prinzipien des Taijiquan: Die Wurzeln liegen bei den Füßen, die Kraft wird verstärkt in den Beinen, von den Hüften gelenkt und mit den Händen nach außen geführt. Folgend die Prinzipien im Umgang mit der Kraft: die Knie reichen nie über die Zehen hinaus; komm mit den Händen nicht über die Körpermittelachse; hebe die Hände nicht höher als deine Augenbrauen; drücke nicht weiter nach unten als zur Brustmitte. Dies sind die überlieferten Regeln. Wenn du gegen die Regeln verstößt, wird deine Kraft schwächer werden. Alle Änderungen kommen von den Hüften.
Ein Beispiel: wenn du mit deiner Rechten jemanden nach links drückst und deine Hand geht über deine Körpermitte hinaus zur Seite, dann verlierst du die Kraft. Aber wenn du deinen Brustkorb links etwas zurücknimmst indem du die Hüften etwas drehst, dann ist die Kraft wieder vorhanden. Auch wenn die Veränderung den Brustkorb betrifft, so kommt sie von den Hüften und wird in der Hand erfahrbar. Wenn der ganze Körper entspannt und sensibel ist, wirst du eine große Kraft in den Händen spüren.

15.

Menschen sind Dinge, aber mit Sinnen. Zum Beispiel, wenn ich jemanden mit der Faust schlage, wird er sicher versuchen, meine Faus abzublocken oder seinen Körper aus der Schlaglinie bewegen. Das ist der natürliche Reflex von Menschen. Dinge sind da anders. Ein hängender Sandsack ist selbst ohne Bewegung. Wenn du drauf schlägst, wird er sich vor und zurück bewegen. Seine Bewegung liegt auf einer festen Strecke. Schlägst du ihn nach links, wird er nach rechts zurückkommen. Aber Menschen sind anders, sie haben verschiedene Möglichkeiten, auf einen Hieb zu reagieren. Deshalb gelten für einen Boxer drei Worte:
Sicher, präzise und kämpferisch.
Wer diese drei Qualitäten nicht mitbringt, kann seine Kraft nicht voll entfalten. Also, wie wird man sicher, präzise und kämpferisch? Zunächst musst du ein Gespür entwickeln. Wie das geht? Bewege dich nicht, wenn sich der Gegner nicht bewegt. Wenn sich dein Gegner bewegt, folge der Bewegung und beende sie, bevor er es tut. Du musst dich also um diese Sekunde bemühen, in der du die Bewegung beendest. Dann bist du unschlagbar.


16.

Bevor man Taijiquan trainiert ist die Kraft wahrscheinlich trüb oder stumpf. Hat man Taijiquan verstanden, dann wird der ganze Körper locker und entspannt und voller Energie. Aber du musst frei werden von allen nervlichen Anspannungen und dabei die stumpfe Kraft bewahren. Denn wenn du entspannt bist, kann die dumpfe Kraft in wirkungsvolle Kraft gewandelt werden. Ein Beispiel für stumpfe oder trübe Kraft ist das, was manche die Schulterkraft nennen. Du kannst es bei Boxern sehen, die ihre Kraft in den Schultern stecken haben und von dort in die Fäuste schicken. Diese Kraft wird nicht von den Hüften gelenkt. Deshalb ist die trübe Kraft dein Kapital und Entspannung ist deine Methode. Hast du die Methode verstanden, kannst du auch mit geringem Kapital großen Gewinn erziehlen. Kennst du diese Methode nicht, dann wirst du auch mit viel Kapital nicht viel gewinnen. Deshalb ist das Verständnis von taijiquan hilfreich in allen Sportarten.

24.04.2014

Körpermechanik verstehen

Unten ist eine zentrische Schubkurbel zu sehen, bei der die Kurbel mit konstanter Winkelgeschwindigkeit über das Pleuel den Gleitstein antreibt, dessen sich ändernde Geschwindigkeit durch den gelben Pfeil angedeutet wird.
Ein schönes Beispiel dafür, wie sich hinter einer geraden Bewegung eine Kreisbewegung verbirgt.




Quelle: http://www.tm-aktuell.de/TM5/Animationen/animationen.html

Nachtrag: auch sehr schön und etwas umfangreicher wird es auf diesem Video gezeigt.

14.04.2014

10.04.2014

is good

In manchen Dingen der Selbstvermarktung bin ich mitunter schwerfällig. Nun habe ich endlich verstanden, wie man sich bei amazon eine Autorenseite einrichtet und habe auch gleich eine schöne KurzURL eingerichtet:
is.gd/yoster
Leider kann man dort noch nicht DVDs anbieten, aber es gibt ja auch noch keine neuen.


25.03.2014

Wudangshan Oktober 2014

03. - 25. Oktober

Der Herbst ist eine wunderbare Zeit in Wudangshan. Noch spürt man die Wärme des Sommers, aber die Hitze ist zurückgegangen und die Kühle der Täler steigt auf. Ideal für Training und Wanderungen, Besichtigung der unschätzbaren Werte daoistischer Tempel und Heiligtümer und zwischendurch ein erfrischender Tee.
Die Reise geht ab Frankfurt über Peking nach Wudangshan und zurück. Eventuell bleibt auf dem Rückweg etwas Zeit für einen kurzen Besuch der verbotenen Stadt oder eines der erhaltenen alten Stadtteile.
Ausführliche Informationen zu der Reise auf unserer Webseite.






























20.03.2014

Chunfen - Frühlings - Tag und Nachtgleiche

ca. 21. März bis 4. April

Sie sitzen aufrecht im Schneidersitz, atmen gleichmäßig und lassen den Geist zur Ruhe kommen.
Winkeln Sie das linke Bein an und strecken das rechte Bein aus. Strecken Sie die Arme horizontal nach vorne aus. Drehen Sie den Kopf nach links und blicken Sie nach hinten, ohne dabei den Oberkörper zu bewegen.
Drehen Sie den Kopf wieder nach vorne.
Führen Sie die gleiche Bewegung nach rechts aus.
Atmen Sie ein, wenn Sie den Kopf zur Seite drehen, atmen Sie aus, wenn Sie den Kopf wieder nach vorne drehen. Wiederholen Sie die Übung drei Mal. Dann wechseln Sie die Beinstellung und wiederholen die Übung drei weitere Male. Wiederholen Sie den Vorgang fünf Mal.
Danach schlagen Sie mehrmals die Zähne leicht aufeinander, bis sich reichlich Speichel im Mund gesammelt hat. Diesen schlucken Sie in drei kleinen Portionen.
Richten Sie ihren Blick nach innen, lächeln Sie und atmen ruhig.

Die Übung lindert energetische Störungen in der Brust, den Schultern, den Armen und in den Ohren, sowie Störungen der kleinen Blutgefäße. Auch ist die Übung hilfreich bei erhöhter Körpertemperatur und macht den Blick klar.

Aus: Dao Shi - die Übungen des Chen Tuan, Qigong im Wechsel der Jahreszeiten





18.03.2014

Motten und so

Qigong, so glauben die meisten, die es nicht machen, ist vielleicht langweilig, vielleicht anstrengend. Man weiß es nicht. Außerdem gibt es da sonst nichts außer der Bewegungen und dann machen sie lieber Pilates im Bodyshop, wo sie sowieso die Jahreskarte haben. Deshalb hatte ich mir gedacht, müsse man ein Buch schreiben, in dem so viel Interessantes drin steht, dass es den meisten egal ist, ob es von Qigong oder dem Sand in der Wüste handelt. Hauptsache, interessant. So begann ich mit dem Buch über den zwölfteiligen Brokat und allem anderen*.
Dann hab ich erfahren, ein gewisser Bill Bryson schreibe solche Bücher - und tatsächlich tut er das, wenn auch nicht über Qigong. Zumindest habe ich sehr beunruhigt sein Buch "At Home" gelesen, nach dessen Lektüre ich verwundert war, dass die menschliche Rasse überlebt hat, nach allem, womit wir uns schon vom Mittelalter an oder noch früher vergiftet haben. Denn darauf laufen alle Kapitel seines Streifzugs durch das eigene Haus hinaus. Ein alten Pfarrhaus von 1851, welches er zum Vorwand nimmt, uns mit den einzelnen Räumen bekannt zu machen und mit dem, was er über diese Räume, nicht nur die des Pfarrhauses, sondern generell in der Historie Englands, recherchieren konnte. Ob es der nicht abziehende Rauch oder die bleihaltige Farbe in den Tapeten sind, die Chemikalen zum Färben des "Frischfleischs" oder die Bleichmittel in der Wäscherei, sie haben sich vergiftet, ganz gleich, in welchem Zimmer sie sich aufhielten. Dazwischen erzählt Mr Bryson sehr viel anderes interessantes Zeugs, was man zwar gleich wieder vergisst, aber unterwegs ist es unterhaltsam.
Nachdem ich At Home gelesen hatte, wusste ich, dass der zwölfteilige Brokat nicht so unterhaltsam würde, weil ich nicht nur unterhalten wollte, sondern den interessierten Lesern tatsächlich Informationen liefern wollte, die einen gewissen Nutzen haben könnten. Vielleicht empfinden die Menschen es nicht so unterhaltsam, wenn es um ihre Gesundheit geht, wie wenn es sich um die Erkrankungen, Vergiftungen, Todesfälle dreht.


Nun muss ich erfahren, dass es anscheinend ein Hugh Raffles noch besser über Insekten hinbekommen hat. Für mich sind Insekten zwar bezaubernde Wesen, auch bewundere ich deren Vielfalt, Aber ein Buch über Insekten zu lesen, das wäre doch so wie über den Sand in der Wüste. Aber Herr Raffles hat Preise und Auszeichnungen bekommen für sein Werk. Zum Glück brauch ich es jetzt nicht lesen, um darüber zu schreiben, das hat ein Herr Patzer sehr ausführlich getan.

Ob es mein Buch über den zwölfteiligen Brokat auch schafft zu einer Auszeichnung? Fraglich. Aber sicher findet es  den einen oder anderen geneigten Leser. Demnächst an dieser Stelle ein paar Lesermeinungen darüber.

*Es gibt das Buch Der Zwölfteilige Brokat und alles andere jetzt auch als Paperback.

01.03.2014

E.T.

Sie sind sehr populär, tauchen in vielerlei Gestalt in Filmen auf und haben angeblich schon einige Mitmenschen in ihren Raumschiffen entführt, dort misshandelt oder einer ausgiebigen Analyse unterzogen. Einige kamen wieder zurück, aber wer weiß, wie viele der verschwundenen Menschen in entfernte Galaxien entführt wurden. Ist eine Begegnung mit Außerirdischen möglich? Nun ja, möglich ist fast alles. Aber ist es realistisch? Meiner Meinung nach nicht.
Argumente.
Ich halte es durchaus für realistisch, dass auf anderen Planeten Leben entstehen kann. Aber betrachten wir unseren Planeten, der zur Zeit ungefähr 8,7 Millionen Arten von Lebensformen trägt. 8 700 000 verschiedene Arten und soviel ich weiß, sind die Mikroben dabei noch nicht mitgezählt. Ungefähr die gleiche Zahl ist in den verschiedenen Epochen die Frühzeit ausgestorben. Eine einzige Lebensform hat sich inzwischen so weit entwickelt, dass es ihr eventuell eines fernen Tages möglich sein könnte, diesen Planeten zu verlassen um andere, sehr weit entfernte Planeten zu erreichen, auf denen eventuell auch Leben vorkommt.
Wenn wir das Zeitalter der Erde von ca. 4,5 Milliarden Jahre auf den Maßstab von einem Jahr setzen, dann begann das Leben vor ungefähr 3,5 Milliarden Jahren, also Anfang März. Die ersten Tiere tauchen dagegen erst Anfang Oktober auf und es ist der 31. Dezember, nachmittags, als sich in der afrikanischen Steppe die ersten Homoniden zum aufrechten Gang erhoben. Gegen 23:45 Uhr wird langsam Europa bevölkert, aber erst um 23:59 tauen die Gletscher in der norddeutschen Tiefebene und die eigentliche Kulturgeschichte der Menschheit beginnt. Unter 10.000 verschiedenen Kulturen der Gattung homo sapiens hat sich eine (1) entwickelt, die Oberhand gewann auf dem Planeten und sich technologisch weiter entwickelte. Wir befinden uns gerade genau eine Sekunde vor Mitternacht. Wie lange die Menschheit noch existieren wird, ist fraglich und erst recht fraglich ist, ob sie es tatsächlich schaffen könnte, intergalaktische Reisen zu ermöglichen.
Aber angenommen es funktioniert, dann ist die Chance, auf einen Planeten zu stoßen, der vergleichbare Lebensformen in einer kulturellen Entwicklung gerade in diesem Moment der Entdeckung durch die Menschen vorweisen kann, sehr gering. Ich denke, hier greift das Bild der Buddhisten von einem unendlichen Ozean, auf dessen Oberfläche ein Ring schwimmt. In diesem Ozean schwimmt eine Schildkröte, die alle tausend Jahre einmal auftaucht. Mit anderen intelligenten Lebensformen in Kontakt zu treten gleicht wohl der Chance dieser Schildkröte, mit ihrem Kopf genau in dem schwimmenden Ring aufzutauchen.

Bisher war nur die Rede von Lebensformen, so wie wir sie kennen. Es könnte aber durchaus völlig andere geben. Der theoretische Physiker Gerald Feinberg und der Chemiker Robert Shapiro begründeten in ihrem bereits 1980 erschienenen Buch Life Beyond Earth die folgende alle Lebensformen im Kosmos erfassende Definition: Leben entsteht durch Wechselwirkungen zwischen freier Energie und Materie, die imstande ist, auf diese Weise eine größere Ordnung innerhalb des gemeinsamen Systems zu erreichen.
Demnach wäre Leben in eisigen Ammoniakseen ebenso denkbar wie in Ölmeeren, es könnte auf der Basis elektromagnetischer oder Gravitationsfelder existieren. Es gibt vielleicht Siliziumwesen in geschmolzenem Gestein, Plasmaleben im Inneren von Sternen oder Strahlungsorganismen in interstellaren Staubwolken. (Wikipedia)

Vor etwa vier Milliarden Jahren, als das Leben begann, war der Darwinsche "warme, kleine Teich" an sich kein guter und in seiner Form auch wahrscheinlich nicht der einzige Ort für die Herausbildung von Leben.

Wir bewegen uns durch den leeren Raum, genau genommen durch die freie Luft, Fische bewegen sich im Wasser. So wie die Wassertiere sich nicht lange an der Luft aufhalten können und wir ohne technische Hilfsmittel nicht lange im Wasser überleben, könnte es durchaus Lebensformen geben, die sich nur innerhalb von Materie aufhalten. Wir würden sie vielleicht als substanzlos bezeichnen, aber was bedeutet das schon.

Was wir als Substanz betrachten, besteht zu 99,999% aus leerem Raum. Aber selbst der leere Raum ist nicht leer, er vibriert geradezu auf hoher Frequenz als Äther, Quantenschaum oder wie auch immer wir es nennen wollen. Es ist diese Leere, die allem Sein zugrunde liegt. Was wir mit unseren Sinnen oder deren technischen Verlängerungen wahrnehmen können ist nicht die Wahrheit, sondern nur ein Flimmern, ein Chaos bunter Flecken, welches wir zu uns sinnvollen Bildern zusammen setzen.

Vielleicht sind die Ausserirdischen schon lange unter uns. Sie müssen nicht unbedingt unserem Bild entsprechen, aussehen wie die Kreuzung zwischen einem Insekt, einem Reptil und einer deutschen Dogge. Vielleicht nehmen sie uns nicht wahr als Lebewesen, die eine Form von Intelligenz entwickelt haben, zumindest so intelligent, dass wir sie für möglich halten können. Vielleicht sind wir ganz allein. Vielleicht.

Nachtrag: Weil wir uns größe Zahlen, leere Räume so schwer vorstellen können, hier eine Webseite zum scrollen, wenn der Mond nur 1 Pixel groß wäre. Danke Paula

18.02.2014

Yushui - Regenwasser

ca. 19. Februar bis 5. März





Sie sitzen aufrecht im Schneidersitz, atmen gleichmäßig und lassen den Geist zur Ruhe kommen.
Legen Sie die rechte Hand über die linke auf den linken Oberschenkel nahe des Knies.

Beugen Sie sich leicht vor, drehen den Oberkörper nach links und drehen den Kopf nach oben, als wollten Sie zu den Wolken blicken. Dabei üben Sie leichten Druck auf die Hände aus und atmen ein. Atmen Sie aus, wenn Sie sich wieder nach vorne wenden.

Beim nächsten Einatmen drehen Sie sich nach rechts. Dabei wird der rechte Oberarm leicht gegen den Brustkorb gedrückt und etwas Druck auf die Hände gelegt. Ausatmend wenden Sie sich wieder nach vorne.

Wiederholen Sie dies drei Mal.
Dann legen Sie die Hände auf den rechten Oberschenkel, links über rechts, und beginnen die Drehung nach rechts. Wiederholen Sie den ganzen Vorgang fünf Mal.
Danach schlagen Sie mehrmals die Zähne leicht aufeinander, bis sich reichlich Speichel im Mund gesammelt hat. Diesen schlucken Sie in drei kleinen Portionen.

Richten Sie ihren Blick nach innen, lächeln Sie und atmen ruhig.

aus:DAO SHI - die Übungen des Chen Tuan
       Qigong im Wechsel der Jahreszeiten

25.01.2014

Der zwölfteilige Brokat - und alles andere

Als ich mit dem Buch anfing, da befürchtete ich, ob ich überhaupt genug zusammentragen könnte, damit es ein ordentliches Buch würde. Aber dann flog es geradewegs auf mich zu und ich musste anfangen zu kürzen, wenn es nicht zu umfangreich werden sollte. ich will den Leser ja auch nicht zumüllen mit überflüssigem Text.

Wenn ich jetzt drin lese, habe ich mitunter das Gefühl, zu schnell gewesen zu sein, nicht ausführlich genug alles erörtert zu haben. Dann habe ich zwei Seiten gelesen und war schon in drei verschiedenen Aspekten unseres Universums. Und dann gab es die Option, ein Hardcover, gebunden, herzustellen. Am liebsten hätte ich noch einen Schutzumschlag gehabt. Aber es reichte damit auch an eine Preisgrenze. 49,90 € ist kein Pappenstil. Wenn ich jetzt reinblättere, dann weiß ich, das wäre locker Material für drei oder vier Wochenend-Seminare. Davon würde jedes 150 € kosten. Ihr hättet dabei zwar meine persönliche Anwesenheit, das Buch aber könnt ihr, vor allem in der soliden Ausstattung, jahrelang mit euch tragen.

Man muss das nicht alles wissen, was in dem Buch steht, um die Brokate ordentlich zu praktizieren. Ich habe mich bemüht, sie ausführlich zu beschreiben.

Aber man muss auch nicht die Brokate lernen wollen, um mit diesem Buch seine Freude zu haben.

Ich wünsche ihm viele, viele Leser und freue mich über jede Form des Feedback.


Was in diesem Buch außer dem zwölfteiligen Brokat vorkommt:

  • Womit alles anfing und warum es uns schwer fällt, Qi zu verstehen.
  • Was die Dan Tian sind und der Dreifache Erwärmer und was das mit der Bahnhofstraße zu tun hat.
  • Natürlich Yin und Yang, die Trigramme und die 8 Unsterblichen.
  • Die Wandlungsphasen, das mittlere Gefäß und Spiegelneuronen.
  • Der Unterarm, das Kniegelenk, die Wirbelsäule und was alles zu viel ist.
  • In welche Richtung die Zeit verläuft und ob das eine angebundene Katze ist.
  • Der Eisenochse und die Ruhe der Berge, warum manche Menschen gerne auf Tischen tanzen und andere Steinchen ins Wasser werfen.
  • Wie die TCM entstanden ist, wie weit schulterweit sein kann und wie man eine Ejakulation vermeidet.
  • Ein magisches Quadrat, die sieben Sterne und die sieben Po.
  • Gesundheit, wie man eine Faust macht und der Alleskönner-Dämon.
  • Das vorgeburtliche Qi, das nachgeburtliche Qi und ein Blick über den Tellerrand.
  • Eine Organuhr, ein naiver Missionar, die zwölf Irdischen Zweige und die zehn Himmlischen Stämme.
  • Daoistische Meditation, Alchemie und die Geschichte vom Affenkönig.
  • Und alles andere. 

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Nachtrag: Die für Ende Januar angekündigte Paperbackversion kommt leider etwas später. Ich denke, dass man schon in wenigen Tagen auch im Buchhandel bestellen kann, die Lieferung dauert dann voraussichtlich, ca. 10 Tage. Unter der angegebenen email-Adresse kann man auch direkt bei mir bestellen. Danke.