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Qing Jing Jing 4

4. 如此清靜,漸入真道。 既入真道,名為得道。 雖名得道,實無所得。 為化眾生,名為得道。 能悟之者,可傳聖道。 In Klarheit und Stille, erreiche das wahre Dao erreichst du das wahre Dao, heißt es vollendetes Bewusstsein Obwohl vollendetes Bewusstsein genannt, ist nichts zu vollenden. Das vollendete Bewusstsein ist bestrebt, alle Lebewesen zu befreien. Nur wer fähig ist dies zu begreifen,  kann den heiligen Weg auch vermitteln. Fortsetzung

Qing Jing Jing 2 & 3

2. 夫人神好清,而情撓之。 人心好靜,而慾牽之。 常能遣其慾,而心自靜。 澄其心,而神自清。 自然六慾不生,三毒消滅。 所以不能者,為心未澄者, 慾未遣也。 能遣之者﹕ 內觀於心,心無其心; 外觀於形,形無其形; 遠觀於物,物無其物。 三者既悟,唯見於空。 Des Menschen Geist mag Klarheit, aber Gedanken stören sie. Des Menschen Herz sehnt Ruhe, aber die Wünsche verwirren es. Wer sein Verlangen bändigt, dessen Herz findet Ruhe. Wer seine Gedanken klärt, dessen Geist wird rein. Ganz natürlich entstehen die sechs Begierden nicht mehr und die drei Gifte verschwinden. Der Grund, warum dies so schwer zu erreichen ist, liegt darin, dass die Herzen nicht klar sind und das Verlangen nicht gebändigt. Gelingt es das Verlangen zu bändigen: Betrachte dein Herz, dann findet sich kein Herz, betrachte deinen Körper, dann gibt es keinen Körper, betrachte die Dinge, dann existieren keine Dinge. Hat man diese drei Wahrheiten realisiert, dann sieht man nur Leere. 3. 觀空以空,空無所空。 所空既無,無無亦無。 無無既無,湛然常寂。 寂無所寂,慾豈能生。 慾既不生,即是真靜。 真靜應物,真常得性。 常應常靜﹕常清靜矣。 Selbst das „Sehen der Leere...

Qing Jing Jing 1

von Guan Shifu ein Holzperlenarmband geschenkt bekommen mit kleinen eingravierten Schriftzeichen. Ziemlich zum Ende seines Aufenthalts war er dann bereit, uns die ersten Zeilen zu erklären. Ungeduldig wie ich bin, habe ich im Netz gesucht und die komplette Fassung gefunden. Es handelt sich um das Qing Jing Jing 清靜經, dem Klassiker der Reinheit und Stille, wahrscheinlich um das 2 Jahrhundert geschrieben. Der erste überlieferte Kommentar dazu stammt von Du Guanting ( 850 - 933) . Hier der erste Teil im Original und meiner Übersetzung: 老君曰 ﹕ 大道無形,生育天地。 大道無情,運行日月。 大道無名,長養萬物。 吾不知其名,強名曰道。 夫道者 ﹕ 有清有濁,有動有靜。 天清地濁,天動地靜。 男清女濁,男動女靜。 降本流末,而生萬物。 清者濁之源,靜者動之基。 人能常清靜,天地悉皆歸。 Laojun sagte: Das große Dao ohne Form gebärt und nährt Himmel und Erde. Das große Dao ohne Gefühle bewegt Sonne und Mond. Das große Dao ohne Namen erstellt die Welt. Ich kenne seinen Namen nicht, so nenne ich es ‚Dao‘. Das große Dao zeigt sich in Klarheit und Trübnis, in Bewegung und Ruhe Der Himm...

Fest der doppelten Neun

Am 23. Oktober ist dieses Jahr das Fest der doppelten Neun. Der neunte Tag des neunten Monats nach dem Mondkalender. Es heißt auf Chinesisch auch Chongyang Fest. Das bedeutet doppeltes Yang. In der Yin und Yang Theorie werden auch Zahlen den beiden polaren Kräften zugeordnet. Gerade Zahlen sind Yin, ungerade Zahlen sind Yang. Am 9.9. kommen die beiden höchsten Yang- Zahlen zusammen. Daher der Name. Wenn das Yang am größten wird, wechselt es über in Yin. Chongyang ist ein bedeutendes Fest in China seit alters her.  Als Fest der goldenen Zeit des Herbstes hat es Ähnlichkeit mit dem Erntedankfest. So gehen die Menschen hinaus und genießen die letzte Farbenfreude der Natur, ehe es in den Winter geht. Schon vor über 2000 Jahren in der westlichen Han Dynastie zogen die Menschen vor die Tore der Hauptstadt Chan'an auf eine Plattform, um die Schönheit der Natur zu betrachten. Daraus hat sich der Brauch entwickelt, zum Chongyang Fest auf einen Anhöhe zu steigen.  Was aber machen die Me...

Was den Himmel in mir ausmacht

"Das, was den Himmel in mir ausmacht ist De, die Kraft , das was die Erde in mir ausmacht ist Qi.  Wenn die Kraft fließt und sich das Qi sammelt, dann existiert Leben. Deshalb heißt es Jing, Feinststoffe, woraus sich das Leben bildet.  Wenn sich die beiden Feinststoffe (von Himmel und Erde, Yang und Yin) gegenseitig festhalten, dann nennt man das Geist.  Das, was dem Kommen und Gehen des Geistes folgt, nennt man Geistseele.  Das, was ebenfalls feinststofflich ist und (am Körper) ein- und austritt, nennt man die Körper-Seele (Po).  Das, womit die Substanz (Körper) verwaltet wird ist das Herz. Das Herz verfügt über "Reflexion/ Erinnerung“, diese nennt man Gedanken (Yi).  Dort wo die Ideen zur Existenz kommen und verweilen, das nennt man den Willen.  Dem Willen zu folgen und das Verweilen zu verändern, das nennt man Denken.  Den Gedanken folgen (bis hin zu) weit entfernten Wünschen, das nennt man Nachdenken.  Dem Nachdenken folgen und daraufhin ...

Wolkenhände

Keiner machte Wolkenhände wie Gia Fu. Manchmal waren seine Wolkenhände wie zarte Federn, hingetupft auf einen klaren, blauen Himmel, grenzenlos und ohne Maß, wie ich mal eine hatte erscheinen lassen, direkt über Pikes Peak, nachdem ich eines dieser New Age Bullshit Bücher gelesen hatte, in denen von absoluter Freiheit und der reinen Kraft des Willens geschwärmt wurde. Also wollte ich es wissen, auf der Straße nach Beula, auf der ich jeden Tag meine zehn Meilen zurücklegte, fünf hin und fünf wieder zurück, auf der manchmal ein freundlicher Autofahrer anhielt und fragte, ob er mich mitnehmen könne, nein ich wolle laufen vielen Dank, was sie meistens nicht verstehen konnten, weil doch weit und breit nichts war, wo man hingehen könnte und selbst ein paar Meilen geht doch keiner freiwillig zu Fuß, nicht in Colorado. Aber es gehörte zu unserem täglichen Programm.  Wolken erscheinen lassen gehörte nicht zum Programm, ganz entschieden nicht, aber ich wollte es wissen und so konzentrierte i...

Philosophie und Volksreligion Daoismus in China

Die beiden Hauptformen des Daoismus sind der philosophische und der religiöse Daoismus.  Beide sind in der Praxis jedoch eng miteinander verbunden.  Philosophischer Daoismus Der Daoismus ist neben dem Konfuzianismus die bedeutendste Strömung in der chinesischen Philosophie. Er geht im wesentlichen auf die rund 2500 Jahre alten Texte des legendären Laotse (und Dschuangtse) zurück. Ob Laotse als historische Person überhaupt gelebt hat, ist allerdings umstritten. Trotzdem gelten seine Schriften bis heute als Leitfaden für ein richtiges Leben. Eine der wichtigsten Verhaltensregeln des Daoismus ist nach Laotse das Gebot des "Wu Wei", des "Nicht-Handelns". Der vollkommenste und natürlichste Zustand aller Dinge sei durch Leerheit und Stille gekennzeichnet: kein Karrierestreben, keine Ausbeutung, keine Aggressionen. Laotse verglich den nach heiligen Prinzipien lebenden Menschen dazu mit dem Wasser. Es nützte allen Wesen, ringe aber mit niemandem. Die Folgerung: Wenn niemand...