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Frage an ChatGPT

 "Früher haben die Menschen sich Götter geschaffen, in deren Händen sie ihr Schicksal liegen sahen. Dann haben wir die Götter nach und nach sterben lassen. Vielleicht bauen wir uns mit KI wieder Götter, um uns aus der Verantwortung zu stehlen." ChatGPT: Das ist eine tiefgreifende, fast schon poetische Beobachtung – und ich glaube, sie trifft einen wunden Punkt in der Menschheitsgeschichte. „Früher haben die Menschen sich Götter geschaffen…“ „Jetzt schaffen sie sich vielleicht Götter aus Code.“ Du sprichst etwas aus, das man auch als eine  geistige Sehnsucht  deuten kann – oder vielleicht sogar als eine  menschliche Ermüdung : Die Verantwortung für die Welt, für Entscheidungen, für das moralisch Richtige zu tragen, ist  anstrengend . Götter boten früher ein Sinnsystem, eine Ordnung, ein Außen, das Orientierung gab – sie waren allwissend, gerecht (oder zumindest mächtig), und man konnte ihnen Dinge „überlassen“. Mit dem Tod der alten Götter – Nietzsche lässt grüße...

Warum hier nicht mehr so viel zu lesen ist

 Bis vor einiger Zeit habe ich alles, was mich so interessiert, auf diesem Blog gepostet. Alles, was mich interessiert, mündet früher oder später in meine Arbeit als Taiji Quan und Qigong Lehrer. Wenn du weiterhin erfahren willst, womit ich mich beschäftige (aktuell ist es die Frage: Warum altern wir) und das ganze verbunden mit einer Prise Praxis, also kleinen körperlichen Übungen, dann komm rüber zu meinem Workspace auf Patreon. Dort kannst du frei entscheiden, mit welchem monatlichen Betrag du meine Arbeit unterstützen willst: Einem Kaffee, einem Frühstück oder einem Abendessen.  Ich freue mich, dich dort begrüßen zu können. Yürgen Oster 

Wieso altern wir?

Im geheimnisvollen Gewölbe der Zeit, wo die Echos vergangener Jahrhunderte widerhallen, wo das Flüstern vergessener Weisheiten sich mit dem Wispern von Esoterik, Kaballa und Verschwörungsgedanken mischt, wandeln wir auf dem Pfad der Vergänglichkeit. Warum, so fragen wir uns in den stillen Stunden der Nacht, warum altern wir, obwohl sich unsere Zellen mit der Präzision eines kunstvollen Uhrwerks immer wieder erneuern? Telomere und die Chroniken der Endlichkeit Stellen Sie sich vor, liebe Leser, dass die Chromosomen, jene uralten Schriften unseres genetischen Schicksals, von unsichtbaren Wächtern namens Telomeren bewacht werden. Diese Telomere, Schutzkappen von großer Wichtigkeit, verkürzen sich bei jeder Teilung, wie Sandkörner, die unaufhaltsam durch die Enge der Sanduhr rieseln. Wenn diese Wächter ermatten und ihre Macht schwindet, erlischt die Fähigkeit der Zelle zur Erneuerung, und sie tritt in den Schatten der Sterblichkeit ein. Die Symphonie der genetischen Programme    ...

Ihr und die Dummheit

  Ihr und die Dummheit zieht in Viererreihen in die Kasernen der Vergangenheit. Glaubt nicht, daß wir uns wundern, wenn ihr schreit. Denn was ihr denkt und tut, das ist zum Schreien. Ihr kommt daher und laßt die Seele kochen. Die Seele kocht, und die Vernunft erfriert. Ihr liebt das Leben erst, wenn ihr marschiert, weil dann gesungen wird und nicht gesprochen. Ihr liebt die Leute, die beim Töten sterben. Und Helden nennt ihr sie nach altem Brauch; denn ihr seid dumm und böse seid ihr auch. Wer dumm und böse ist, rennt ins Verderben. Ihr liebt den Haß und wollt die Welt dran messen. Ihr werft dem Tier im Menschen Futter hin, damit es wächst, das Tier tief in euch drin! Das Tier im Menschen soll den Menschen fressen. Ihr möchtet auf den Trümmern Rüben bauen Und Kirchen und Kasernen wie noch nie. Ihr sehnt euch heim zur alten Dynastie und möchtet Fideikommißbrot kauen. Ihr wollt die Uhrenzeiger rückwärtsdrehen Und glaubt, das ändere der Zeiten Lauf. Dreht an der Uhr! Die Zeit hält nie...

Sieben Sterne

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Eine Suche nach Bedeutung   Am äußeren Rand des Bewusstseins „Herr Ushikawa, würden Sie bitte nicht rauchen.“ Ushikawa sah mich über seinen Schreibtisch hinweg an und blickte dann auf die noch nicht angezündete Seven Stars zwischen seinen Fingern. „Wenn es Ihnen nichts ausmacht“, fügte ich höflich hinzu. Ushikawa schaute verdutzt. Er schien sich zu fragen, wie die Zigarette überhaupt in seine Hand gekommen war. „Selbstverständlich, entschuldigen Sie“, sagte er. „Der Griff zur Zigarette ist schon beinahe ein Reflex bei mir.“ Wir befanden uns in Ushikawas nicht allzu großem Büro. Von draußen drang Musik von einem nicht fernen Rummelplatz. Es entstand die Atmosphäre eines frühen Fellini-Films. „Häppchenweise Informationen zu liefern entspricht nicht meiner Arbeitsweise“, sagte Ushikawa und spielte nun statt mit der Zigarette mit seinem goldenen Feuerzeug. „Hier ein bisschen und da ein bisschen - das widerstrebt mir. Ich muss die Dinge im Zusammenhang sehen und sie auch mal von der and...

Die magische Insel San Borondon

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Eine unserer liebsten Wanderstrecken führt im Teno Gebirge von Puerto de Erjos nach Las Portelas. Sie geht später oberhalb von Masca auf einem Höhenzug entlang und von dort hat man einen phantastischen Blick auf die beiden Nachbarinseln La Palma und La Gomera. Wir hatten vor einigen Tagen absolut klare Sicht bis weit hin zum Horizont. Dort entdeckte ich einen dunklen Strich, deutlich zu sehen. Dort war etwas. Das konnte nur El Hierro sein, sonst ist dort keine Insel, auch wenn El Hierro meiner Meinung nach weiter links liegen müsste, von La Gomera verdeckt. Was sollte es sonst sein? Zuhause schaute ich mir das auf der Karte noch mal genauer an. Beim besten Willen konnte das nicht El Hierro gewesen sein. Was war es dann? Immerhin war es deutlich zu sehen. Mit einer Internetsuche „Insel westlich von La Palma“ stieß ich auf San Borondón. Die magische Insel, die schwimmende Insel, sie taucht auf und verschwindet wieder. Viele haben sie gesehen, auf alten Karten ist sie eingezeichnet. Kana...

Auf der Durchreise

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Im Bereich der Quantenphysik gelten nicht unbedingt jene Regeln, die für die allgemeine Physik grundlegend sind. Deshalb lässt sie sich auch nicht mit dem Denken der allgemeinen Physik verstehen. In der daoistischen Selbstkultivierung gelten nicht immer die Bilder vom Menschen, wie er medizinisch oder psychologisch verstanden wird. Deshalb lässt sich die Selbstkultivierung auch nicht mit der Sprache der Medizin oder Psychologie vermitteln. Die Illusion von einem Selbst entsteht durch die Eindrücke, welche die Sinne aufsammeln. Es projiziert die Vorstellung von einem eigenen und einem anderen. Es identifiziert sich mit jenem Körper. Dabei ist es, das Selbst, von seiner Natur her leer wie ein Spiegel. Es nimmt auf, was vorüber zieht. Niemand kann sagen, woher die Gedanken kommen, seien es nun freie, wilde Gedanken, die einfach aufsteigen oder einfallen, seien es Gedanken, die innerlich errungen werden durch überlegen, durch Vergleiche und Abwägungen. Sobald ein Körper-Selbst vorhanden ...