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Xinxinming 22

轉急轉遲  執之失度  心入邪路  wer eilen will, wird anhalten wer festhalten will, wird maßlos dessen Herz betritt den heillosen Weg Wir sprechen hier über Meditation, dass muss noch einmal erinnert werden. In der Stille der Versenkung gibt es keine Hast, dort ist Ruhe. Für den Anfänger ist das aber durchaus anders. Da juckt der Fuß, schmerzt der Rücken, schläft das Bein ein. Da kommen die merkwürdigsten Gedanken in den Kopf, womöglich dringend zu erledigende Angelegenheiten. Nein, da ist nichts von Ruhe. Will man nun diesen Zustand möglichst schnell verlassen, möchte man endlich in die versprochene Ruhe eintreten, dann wird da erst recht nichts draus. Wenn du völlig angespannt da hockst auf deinem Kissen, die Augen zusammengekniffen, dann wird alles mögliche los sein, alle Dämonen werden um dich herum tanzen. Von wegen Meditation. Wenn der Geist erst einmal an einem haftet, dann findet er auch das nächste. Unermüdlich schaufelt er Bilder und Ideen in dein Herz, bestürmt dich mit den wildesten Spek...

Sport aus Hygiene ist etwas Abscheuliches.

Ich muß zugeben, daß ich die These, Körperkultur sei die Voraussetzung geistigen Schaffens, nicht für sehr glücklich halte. Es gibt wirklich, allen Turnlehrern zum Trotz, eine beachtliche Anzahl von Geistesprodukten, die von kränklichen oder zumindest körperlich stark verwahrlosten Leuten hervorgebracht wurden, von betrüblich anzuschauenden menschlichen Wracks, die gerade aus dem Kampf mit einem widerstrebenden Körper einen ganzen Haufen Gesundheit in Form von Musik, Philosophie oder Literatur gewonnen haben. Freilich wäre der größte Teil der kulturellen Produktion der letzten Jahrzehnte durch einfaches Turnen und zweckmäßige Bewegung im Freien mit großer Leichtigkeit zu verhindern gewesen, zugegeben. Ich halte sehr viel von Sport, aber wenn ein Mann, lediglich um seiner durch geistige Faulheit untergrabene Gesundheit auf die Beine zu helfen, "Sport" treibt, so hat dies ebensowenig mit eigentlichem Sport zu tun, als es mit Kunst zu tun hat, wenn ein junger Mensch, um mit sein...

Yijing, Laozi und die anderen

Richard Wilhelm, der protestantische Geistliche, dachte in Bezug auf das Höchste, nicht das Erhabene.

Loreley

Vor 30 Jahren, im August 1980, fand auf der Loreley im Turner und Jugendheim des Deutschen Sportbundes, ein großes Taijiquan Seminar mit Gia Fu Feng statt. Ich hatte den kleinen Chinesen im Jahr davor bei den Internationalen Tanztagen in Köln kennen gelernt und anschließend ein Seminar mit ihm in Margarethenried bei München auf einem sogenannten Sanyassinhof der Baghwan Anhänger besucht. Um sicher zu gehen, weiter mit ihm arbeiten zu können, hatte ich gleich angeboten, eine Veranstaltung zu organisieren. Ich war darin völlig unerfahren, aber erfolgreich. Es fanden sich über 60 Teilnehmer ein. Als Rahmenprogramm gab es afrikanisches Trommeln mit Rolf Exler , natürliche Heilverfahren mit Willi Trienen, der soweit ich weiß inzwischen zum tibetischen Lama wurde, und einige Stunden Kalligrafie mit einer Japanerin, deren Namen ich nicht erinnere, und Shiatsu. Nach mühsamen Verhandlungen konnte ich durchsetzen, eine eigene Küchenleiterin mitzubringen, die dem vorhandenen Personal die makrobi...

Xinxinming 21

大道體寬  無易無難  小見狐疑  der große Weg (die wahre Lehre) ist breit, weder leicht noch schwer, in kleinlicher Betrachtung wachsen die Zweifel. Wir haben uns schon lange nicht mehr mit dem Meister beschäftigt. Es gab da einiges zu verdauen. Nun, er hat ja recht. Der große Weg ist breit, hat für alle Platz. Schon Laozi hat uns Ähnliches gesagt. Aber die Menschen lieben es, auf Umwegen und Abwegen zu wandeln. Sie lieben die Schwierigkeiten in ihrem Leben, denn warum sonst gehen sie nicht den breiten Weg, folgen sie nicht dem Dao? Dem Dao folgen erfordert keine besondere Fähigkeit. Nicht, dass es leicht wäre, leichtsinnig ihm zu folgen. Es ist auch nicht schwer. Keine besondere Anstrengung nötig. Lass einfach los, gib deine kleinlichen Abwägungen, deine Zweifel auf. Lass los. Jesus hat schon gesagt, wie natürlich alles sein kann, wie einfach, in dem er auf die Vögel des Himmels, die Lilien auf dem Felde hingewiesen hat. Das ist die wahre Lehre, es ist die wahre Natur des Seins. Wie kann man daran ...

Neigong, die »Innere Geschicklichkeit« des Taijiquan, birgt kein Geheimnis

Von Sun Jianguo Auszüge aus WenWu Zeitschrift 1.2010 ·· S.15 ff Im Laufe meiner Tätigkeit als Taiji-Lehrer habe ich immer wieder bemerkt, dass fortgeschrittene Schüler, die auch ihre gesundheitliche Konstitution verbessern konnten, trotzdem unzufrieden sind, weil sie den Verdacht hegen, nicht über Neigong, die „Innere Geschicklichkeit“, zu verfügen. Außerdem gibt es in Europa wie in China Menschen, die trotz jahrelanger Übung wesentliche Punkte des Taijiquan noch nicht erfasst haben. Sie sind der Meinung, dass nicht so sehr die äußeren, also die körperlichen Bewegungen, sondern allein innere Geschicklichkeit und Technik von Bedeutung seien. Dabei ist ihnen nicht klar – oder sie vernachlässigen diesen Aspekt –, dass es sich im Taijiquan um eine Kunst handelt, in der man sein Inneres und Äußeres gleichermaßen kultiviert. Dieses Missverständnis kann zum einen daher rühren, dass es ihnen an Wissen über Neigong fehlt. Ein anderer Grund ist darin zu suchen, dass es Leute gibt, die das Neig...

Xinxinming 20

齊含萬像  不見精麁  寧有偏黨 die zehntausend Dinge umfassend ist es weder fein noch grob warum sollte man sich auf eine Seite schlagen
. Wieder, oder noch immer und immer wieder, das Eine, nur das Eine. Nicht unterscheiden und nicht Partei nehmen. Sehen wir das Eine, das Ganze, das Allumfassende, in dem alles enthalten ist, natürlich, wie kann man da eines verwerfen und ein anderes wählen. Aber wir lieben schöne Dinge und verabscheuen Hässliches. Dabei sind die Begriffe relativ. Es gibt nicht das objektiv Schöne, nicht das Gute, nicht das Wertvolle. Wir legen es fest, jeder für sich. Es ist der unaufhörliche Konflikt zwischen dem Subjekt und dem Objekt. Die Dinge sind die Dinge, die Ereignisse sind die Ereignisse. Die Erscheinungen des Lebens sind weder falsch noch sind sie richtig. Sie kommen und vergehen, schneller als wir uns für oder gegen sie entscheiden können. Ist es daher falsch, zu beurteilen? Könnten wir das sagen, wäre es schon wieder ein Urteil. Darum sagte Meister Feng Giafu: "U...