die ersten Tage


das Programm hieß erst mal Besichtigung. Große Tempelanlagen, die inzwischen wieder, dank Spenden und Fördergelder, aufwändig und ordentlich renoviert werden. Schnell wurde klar, dass wir zu jener Sorte Touristen gehören, die garnicht davon begeistert sind, wenn so was schönes touristisch ausgebeutet wird. Der Wudangshan sieht im Jahr 300.000 Besucher. Davon kommen die meisten in den beiden "goldenen Wochen" Anfang Mai und Anfang Oktober. Die Wochen, in denen ganz China Uraub macht. Wir waren von solchen Scharen verschont. Wir konnten die Anlagen in Ruhe besichtigen, beschützt von jenen mehr oder weniger freundlichen Wächtern.
Das letzte Bild zeigt den Purpur Wolken Palast, jene Tempelanlage, die für die nächsten Tage unsere Heimat werden sollte.

zum Berg




Von Wuhan gehts weiter per Zug. Im Marco Polo steht der Wudangshan als Reiseziel in der Nähe von Wuhan. Es sind immerhin 550 Km, soviel zur Größe Chinas. Dementsprechend lang ist auch die Zugfahrt, aber dann, ganz plötzlich, als wir garnicht damit gerechnet hatten, waren wir da. Wudangshan Dorf, ca. 300 000 Einwohner, begrüßt uns mit einem leckeren Mittagessen. Dann mit dem Bus ind Gebirge. Wudangshan ist Weltkulturerbe, dementsprechend ist man nun bemüht, alles schön zu machen. Am Eingang - ja, es gibt einen Eingang, was bei einem Gelände von 400 qkm verwundert - wird nun ein 5 Sterne Hotel gebaut. Gut so, dann bleiben die Tourifuzzies einem oben aus den Füßen. Vom Eingang sind es noch mal ca. 25 km bis zum Hotel, die sich hauptsächlich in Serpentinen falten. Auf dem Weg liegt jener Tempel, in dem die Legende von Laomu gepflegt wird.
Es wird erzählt vom Prinzen Zhen Wu, der sich zur Selbstkultivierung in die Wudangberge zurückgezogen hatte. Als er mit den Ergebnissen seiner Bemühungen nicht zufrieden war und keine Hoffnung auf einen Erfolg hatte, machte er sich auf den Weg zurück in seine Heimat. Auf dem Weg begegnete er einer alten Frau, die eine Eisenstange an einem Stein rieb. Was sie da treibe, wollte Zhen Wu wissen. Die Alte antwortete ihm, sie wolle ihr Kleid flicken, habe aber keine Nadel, nur diese Eisenstange. Die werde sie nun an dem Stein reiben, bis sie zu einer dünen Nadel geworden sei. Da erkannte Zhen Wu den Wert der Beharrlichkeit, kehrte zurück in seine Eremitage und setzte seine Übungen fort.
(Gaby- warum sind die Bilder schwarz/weiß?)

Wuhan


Wuahn ist auf den ersten Blick fürwahr keine attraktive Stadt. Aber auf dem Weg von Shanghai nach Wudangshan ist Wuhan eine notwendige Station. Wir sind von Hangzhou aus hierhin geflogen, weiter geht es dann per Zug. Da der Flug, auf den wir gebucht waren, nicht voll genug war, hat man uns kurzerhand auf einen früheren gesetzt. Das bedeutete, so früh aufzustehen, dass im Hotel noch kein Frühstück zu bekommen war. Statt dessen gabs ein "Lunchpaket" ohne Getränk, was von niemand angenommen wurde. Gerade mal die Banane konnte man essen. Daran muss ein 4Sterne Hotel noch arbeiten.
Der örtlichen Reiseleitung in Wuhan hatte man allerdings auch nicht Bescheid gegeben über unsere frühere Ankunft. So war niemand am Flughafen, nach Telefonat sagte man uns zu, in 40 Minuten dort zu sein. Wir hätten besser zwei Taxi in die Stadt genommen, es dauerte anderthalb Stunden, bis eine ziemlich aufgelöste und nervöse junge Chinesin unsere Gruppe abholte. Sie stellte sich als Michaela vor - eine Unart bei jungen Chinesen, sich westliche Vornamen zu geben. Michaela sollte uns nun über eine Woche begleiten, von Wuhan nach Wudangshan und wieder zurück nach Wuhan.
Dass wir nach diesem misslich begonnen Tag kein sonderliches Interesse am Provinzmuseum zeigten, irritierte sie schon. Immerhin haben wir uns das historische Glockenspiel angesehen und auch angehört. Ausser uns gab es noch zwei Chinesen im Publikum, das wars.
Wir wollten raus und was von der Stadt sehen, nicht schon wieder irgendwelche touristischen Attraktionen, Was wir dann auch getan haben.



Nicht gesehen haben wir so den Gelben Kranich Turm. In Wudangshan erstand ich dann eine Kaligrafie mit einem Gedicht des berühmten Tang Dichters Li Bai (* 701 / † 762):
Der Freund nach Osten fährt, am Gelben Kranich Turm sag ich ade,
Nach Yangzhou im März umgeben von Nebel
Das Segel entschwindet ins Leere endlich
Nur den Yangtze seh ich noch fließen zum Horizont.

Übersicht der ersten Tage

am 31. Mai macht sich ein kleines Grüppchen Unverzagter auf nach China mit dem Fernziel Wudangshan. Davor soll es noch einiges zu sehen geben, sind doch die meisten zum ersten Mal im Reich der Mitte. Der Flug geht über Nacht, Ankunft in Shanghai 1. Juni vormittags. Es begann die typische Reiseleiter - Tortour. Möglichst viel in möglichst kurzer Zeit abhaken. Hotel - halbe Stunde "reicht das?" erste Besichtigung.
Um es kurz zu machen: Wir waren in Shanghai im Jadebuddha-Tempel, am nächsten Tag in der "Altsstadt" (Betonklötze mit vorgesetzten alten Fassaden) und Besichtigung des Yü-Gartens.
Weiter nach Suzhou- 45 Minuten Zugfahrt, Besichtigung eines Gartens (dafür ist Suzhou berühmt, die Gärten und die Kanäle) am nächsten Tag Besichtigung Seidenspinnerei und den nächsten Garten ( kennste einen kennste alle) und außerhalb des Programms noch eine Bootsfahrt (extra bezahlen) mit hurtiger Besichtigung eines alten Stadtviertels. Ich merk schon, mir fliegt einiges in der Reihenfolge durcheinander, ich hätte doch Tagebuch führen sollen. Vielleicht hilft mir ja einer der anderen Mitreisenden, zumal ich von den ersten Tagen kaum Bilder habe. Die Reiseleiter scheinen die alten Stadtviertel zu mögen, man nennt es wohl malerisch, ist aber in Wirklichkeit arm und runtergekommen. Einiges wird inzwischen renoviert, das ist dann in zwanzig Jahren wieder malerisch.
Weiter nach Hangzhou. Berühmt ist der Westsee und der Lingyi Tempel sowie der Anbau des berühmten Drachenbrunnentees. Was wir in Deutschland zu kaufen bekommen ist gerade mal die Herbsternte, was Chinesen sich als Kopfkissenfüllung genehmigen. Die Teekultur ist zu vergleichen mit einem guten Wein. Hangzhou hat wohl eine ziemlich gute Lage.

Reise zum Berg Wudang

Berichte über unsere Reise zum Wudangshan im frühen Sommer 2006.
Der Aufenthalt war von einem tiefen Geist der Freundschaft durchdrungen. Die nächste Reise möchte ich am liebsten schon im Herbst diesen Jahres machen. Ich plane mal so für ca.9. bis 22. Oktober. Das kann sich noch um ein paar Tage nach hinten verschieben. Besuch von Xi´an, dem Huashan und möglichst viel Zeit auf dem Wudangshan mit Taijiquan Unterricht. Allgemeine Vorkenntnisse wären ganz gut. Wer sich dafür interessiert und mehr darüber wissen will, kann per Mail anfragen.