Meister Propper

Hier im Policehotel hat jedes Zimmer Dusche und WC. Auf halber Treppe gibt es allerdings auch noch ein WC, ein Doppelhocker. Wahrscheinlich für's Personal. Der Raum ist groß genug, um dort auch eine Waschmaschine unter zu bringen. Nicht gerade ein Modell, wie ich es gewohnt bin; Deckel auf, Wäsche rein, Waschpulver in eine Klappe und Programmschalter einstellen - Start.
Nein, so etwas ist das hier nicht. Die genaue Funktionsweise hab ich noch nicht verstanden. Der große Chinese, dessen Frau bei mir Schwert lernt, hat es mir mal im Ansatz erklärt, aber so richtig verstanden hab ich es nicht. Heute Mittag steht Guan Shifu in der Kammer, mit hochgebundenem Kittel, macht Wäsche. Frag ich, ob ich meinen weißen Kittel noch dazu geben kann? No Problem. Zieh ich den Kittel aus und geb ihn dem Meister, denke der schmeißt den gleich in die Maschine. Ich hab noch ein Büttchen Buntes von heut morgen zum Trocknen auf dem Dach, das dürfte jetzt fertig sein. Das pflück ich erst mal von der Leine und brings in meine Stube. Jetzt könnte ich mir doch vom Meister erklären lassen, wie die Waschmaschine funktioniert. Sitzt der da über einem Eimer und wäscht meinen Kittel mit der Hand. "Nene", sag ich, "so war das nicht gemeint. Mit der Hand kann ich auch selber waschen. Komm lass mich mal machen." In seinem sympathischen gestammelten Engisch gibt er mir zu verstehen, dass er das sicher viel besser und schneller sauber bekommt als ich. Er braucht noch einen Kleiderbügel und eine Wäscheklammer, damit der Kittel nicht mit dem Wind spazieren fliegt und ich soll mich hinlegen und ausruhen. Nein, bestehe ich drauf, das kann ich selber waschen. "No! Go sleep!"  
Tja, nun sitz ich mit schlechtem Gewissen vorm iBook und tu es der Welt kund:
Meister Guan wäscht mir den Pelz, aber er macht mich nicht nass.

1 Kommentar:

  1. Nun, das wird schon seinen Grund haben, dass Meister Guan das dringende Bedürfnis hat, deine Klamotten zu reinigen...

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