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Es werden Posts vom Mai, 2010 angezeigt.

Vortrag (Dao-Lesson 3)

wegen meines Magengrummelns am Vortag aber auch zugegeben, wegen des Scheißwetters war ich am Freitag vormittags in meinem Zimmer geblieben und hab meinem Körper die nötige Ruhe gegönnt. Am Nachmittag sind wir dann in die Dao-Lesson. Was ich nicht verstanden hatte, wir hatten wegen des Regens schon am Vormittag Dao-Lesson, am Nachmittag bekam die Gruppe der amerikanischen Kurzzeitgäste Unterweisung. Weil die aber nicht schon in den vorigen Stunden waren, hatte sich der Meister dazu ein neues Thema ausgesucht. Nicht das es schlecht gewesen wäre, im Gegenteil, aber die Fortsetzung über die Meditation des Neijingtu war schon morgens gelaufen. Diesmal ging es wohl eher so um Erleuchtung im Allgemeinen, wie man das hinkriegt und was dem im Weg steht. Scheinbar nichts leichter als das. Darum hier kurz zusammengefasst, sozusagen zum Mitschreiben. Zunächst die Struktur des Bewusstseins. Die Ebene der Sinne hat für jede Sinnesfunktion ein Bewusstsein, also eines für Sehen, eines für Hören etc. ...

facts and fiction

was geschah: Gestern waren wir mit Guan Shifu, seiner Lebensgefährtin und seinem Freund zusammen bei Dr. Wang Taike. Er lebt in einem ebenfalls dem Wudangkomplex zugehörigen aber weit entfernten Tempel. Wir haben dort auch zu Mittag gegessen. In meiner Schale befand sich eine Chillischote, deren Genuß ich mir bis zum Ende verwahrt hatte. Etwa eine Stunde nach dem Essen bekaam ich die ersten Magenkrämpfe. Nichts schlimmes, aber ich machte den Fahler, es Lilo gegenüber zu erwähnen. Statt mich damit alleine fertig werden zu lassen, warf sie mich in den Rachen der chinesischen Medizin. Ob aus Neugier oder Boshaftigkeit kann ich nicht beurteilen. Es ging allerdings glimpflich ab. Dr. Wang fühlte meine Pulse, erklärte das Problem für ein temporäres und diktierte Medikamente. Die wurden besorgt und schon bei unserer Ankunft am Tor ging es mir deutlich besser. Dennoch habe ich heute Vormittag krank genommen, weil ich keine Lust hatte, durch den Regen zu gehen. und wie man es darstellen könnte:...

Neijingtu 1

Den zweiten Teil der Theorie bilden die Dao-Lessons bei Meister Hu. Er hat hervorragende Englischkenntnisse, weswegen auf eine Übersetzung verzuichtet werden kann. Könnte, wenn seine Aussprache ebenso gut wäre. Ich finde es immer drollig, wenn Vortragende uns etwas fragen, dessen richtige Antwort wir nur vermuten können. Also sein Thema ist die berühmte Grafik Nei Jing Tu. die Darstellung der inneren Welt. Dann fragt er:"Was ist gemeint mit 'innere'?" Dann gibt es ein paar Antworten, die er mit lächelndem Kopfschütteln quittiert. Als nächstes erklärt er uns seine Vorstellung vom'Inneren' und fragt dann, ob wir glauben das sei alles innen. Schüttelt wieder freundlich den Kopf, nein es sei auch außen. Aber kann man sagen, dass es außen ist? Wieder freundliches Kopfschütteln, nein, es ist ja nur eine Metapher, eine Metapher. Metapher. Das schreibt er dann auch auf die Wandtafel: Metapher. Nur als Beispiel, damit ihr eine Vorstellung davon bekommt, wie die Vorstel...

Ba Gua

Bild
es gibt einiges an Theorie aufzuarbeiten. Bitte, es ist nur die Theorie, mach deine Erfahrungen mit der eigenen Praxis. Zuerst gibt es die chinesische Lady, die in meiner Schwertklasse. Auffällig oft war Guan Shifu mit Verlobter bei ihr und ihrem Mann zu Besuch. Was mich wunderte. Was hatte sie zu bieten. Inzwischen weiß ich vom Meister, dass die gute Frau einen Schatz an Wissen und Erfahrung hütet, vor allem im Bereich der chinesischen Divination. Die zukünftige Gemahlin geht bei ihr in die Lehre. Auch ich durfte schon einiges an Informationen in meine Betteltasche stecken; handbeschriebene Blätter über die Wu Xing (Fünf Wandlungsphasen) und die Ba Gua (Acht Trigramme). Es wäre unhöflich, ihr zu erklären, dass man das alles schon kennt, seit Jahren, außerdem zeigt sich bei genauerer Betrachtung hier und da ein kleines aber durchaus entscheidendes neues Puzzlesteinchen. Besonders im Bereich der Ba Gua kam noch eine Kleinigkeit dazu, die allerdings die Woche im Rahmen der Sommerakademie...

是湿,是清

da wo der Meister mir meinen Kittel gewaschen hat, hab ich ja schon gesagt, steht auch eine Waschmaschine. Manchmal wird die weggerückt, damit für's Personal Platz ist zum Duschen. Das findet nämlich auch in dem Raum statt. Toilette und Bad für Personal. Sonnenschein garantiert schnell trocknende Wäsche und weil sich bei mir inzwischen einiges angesammelt hat, dachte ich, ich wasch mal mit der Maschine. Meine Handwäsche ist doch eher so ein durch dir Lauge ziehen, ausspülen und auswringen. Ganz nach dem chinesischen Sprichwort:"War nass, ist sauber." (是湿,是清) Aber erst mal war die Maschine besetzt, ein anderer Gast, aber ist gleich fertig. Als "gleich" nach einer halben Stunde "noch zehn Minuten" bedeutete, bin ich erst mal zum Essen. Nach dem Essen war die Kammer besetzt, zumindest verschlossen. Da von innen keine Geräusche zu hören waren (monotoner Singsang, Wasserplätschern oder irgendein Geschrubbele) hab ich nach zwanzig Minuten mal schüchtern an...

Dinge, die sich weiterhin tun

Die in der alten Akademie einquartierten Arbeiter haben zu ihren Karten nun weiteres Spielzeug bekommen. Schweres Gerät; Bagger und Räumer. Damit machen sie auch rum, was entsprechendes Geräusch verursacht. Hab ich von den frisch eingepflanzten, sorgsam gehegten und infusionierten Bäumchen geredet? Hab ich. Nun, die verschwinden lansam unter einem Berg von Abraum. Es drängt sich der Gedanke auf, als wolle man die Renovierung mit dem Aushub für den Pool beginnen. Der üblichen hiesigen Arbeitsweise wäre es zuzutrauen. Zum Beispiel fragte ich mich gestern Abend in der neuen Akademie, warum einer laut aber sorgfältig mit der Flex die Noppen auf der Rückseite einer Keramikfliese entfernt. Es ist auch niemand von uns Langnasen einsichtig, warum in den neu renovierten Räumen die Bäder zum Hof hin angelegt werden, während sie in dem gegenüber liegenden Trakt nach außen hin eingebaut wurden. Muss am Fengshui liegen. Diese Woche werde ich auch mit der Fuchen Form fertig. Also dann hab ich den Be...

Lilo kommt

Liebe Leser, nun ist es bald vorbei mit den knappen Beschreibungen und ruhigen Tagen. Lilo ist in Shanghai gelandet, macht sich inzwischen auf den Weg nach Wuhan und wird morgen Abend hier erwartet. Wer sich schon mal einlesen will, bitteschön . Aber sagt hinterher nicht ich hätte euch nicht gewarnt.

Karl und Geli machen einen kleinen Umweg

Während auf meinen Reisen hierhin und wieder zurück immer alles glatt verlief, hatten die beiden etwas Pech, aber immerhin hier ausreichend Gelassenheit getankt. Gelis Bericht: Erst einmal das Erfreuliche: Uns hat wirklich ein guter Geist auf deine Webseite geführt. Es war wunderschön in Wudangshan, jeder Tag ein Geschenk. Wir sind noch ganz erfüllt von allem Erlebten, der Natur, der Kultur, demTraining und vor allem all den lieben Menschen, die wir kennengelernt haben. Die Rückreise war allerdings ein echter Härtetest, den wir wahrscheinlich nur Dank des Kräfte stählenden Trainings bei Li ohne bleibenden Schaden überstanden haben. Schon der erste Flieger in Xiangfan hatte zweienhalb Stunden Verspätung, da war die Maschine in Beijing nicht mehr erreichbar. Gestrandet nachts um 01:30 Uhr auf dem Flughafen Beijing, das war ein sehr spezielles Erlebnis. Alle Schalter geschlossen, die Hallen leergefegt, ein paar Aufsichtskräfte, die uns nichts Ermutigenderes sagen konnten, als dass der Sch...

Dinge, die sich tun.

Die alte Schule steht noch, das ist inzwischen wohl angekommen, auch, dass wir bei Regen dort trainieren. Seitlich auf dem Platz, wo wir damals Taihequan gelernt haben, da hat man neue Bäume gepflanzt. Die hat man nicht nur sehr sorgfältig eingesetzt und abgestützt, die bekommen auch Infusionen. Die hängen tatsächlich am Tropf. Alle zwei drei Tage kommen ein paar wichtige Gestalten vorbei, Gärtner und Uniformierte, die den Verlauf der Verpflanzung begutachten. Neulich, als es regnete, waren Arbeiter da, die haben vor dem Tor ein Loch gebuddelt und zielgenau ein Rohr mit Absperrhahn freigelegt. Des weiteren wurden schwarze Plastikrohre verlegt und eine Art dicker Klingeldraht war im Gebäude an einer Sicherung angeschlossen und lag draussen im Regen rum. Später haben wir dann gesehen, dass die Rohre ganz ordentlich um alle Ecken herum verlegt waren. Dazu hat man sie schneiden müssen, wozu der Strom gebraucht wurde. Das ganze endet oben vorm Eingang in der Ecke, in der Zhong gerne stand, ...

Drumherum

es ist doch völlig egal, wie es drumherum aussieht, wenn du zum dreissigsten Mal versuchst, im richtigen Timing die Arme hoch zu reissen, einen Kick nach vorne zu machen und dann die Arme zu öffnen und auf dem vorderen Fuß aufzukommen, ohne dem Knie dabei Schaden zuzufügen. *Training in der alten, verlassenen und versifften Akademie, weil sich draußen eine dicke, fette Wolke niedergelassen hat, die sich langsam abregnen will. **regt sich auch langsam ab *** alles freiwillig

Dao Lesson

am dritten Tag habe ich schon von der sanft einschläfernden Dao Lesson berichtet, die seinerzeit von dem jungen Chinesen gehalten wurde, den ich gerne Wannebe nennen möchte (wannebe a master - deshalb) Der ist inzwischen sang- und klanglos verschwunden. Als aber letztens zur Lesson gerufen wurde, da war er noch da und ich hatte befürchtet, das wäre wieder seine Veranstaltung und bin nicht hin. War aber nicht. War von Guan Shifu, hat nix gesagt über meine Abwesenheit. Hat garnix gesagt zu mir, stundenlang. Wusste nicht, dass ich ihm so wichtig bin. Muss aber auch nix damit zu tun haben, aber ich seh mich schon gerne als Mittelpunkt des Universums. Als es nun heute wieder hieß sriaklock daolesson, da war ich hellwach und früh da. Es dauerte noch das akademische viertel und dann gings los. Guan Shifu redete und redete und redete. Sonia, diesmal nicht Coco, mit der besseren Aussprache, kam nicht zum Übersetzen. Nach gefühlten fünf Minuten dann endlich - es war eine Zusammenfassung der letz...

4 Kilo Erdbeeren

Der aufmerksame Leser wird sich an die Mühen erinnern, die ich hatte, an eine chinesische Telefonkarte zu kommen und sie dann wieder los zu werden. Dabei waren mir die drei Grazien aus dem Büro und der junge Mann, der Fahrer des Daomobil, äußerst behilflich. Dafür wollte ich mich doch bedanken. Nur kamen ständig andere Ereignisse dazwischen, die mich hinderten, down in the town nach passenden Geschenken zu schauen. Ich bin in der Hinsicht nicht so einfallsreich wie Lilo. Wahrscheinlich, weil ich selbst kaum was brauche und die meisten Güter eines Supermarktes oder Kaufhauses für überflüssigen Tinnef halte. Dann müsste ich auch noch ein Gespür dafür haben, was von diesem Tand vom zu Beschenkenden nicht als solchen betrachtet wird. Lilo aber kann sich für das alles begeistern und mit Begeisterung anderen aufzwingen. Also war ich glücklich, heute am trainingsfreien Nachmittag in der Stadt Erdbeeren zu entdecken. Habe ich hier oben noch nicht gesehen. Liegen nicht rum, ziehen keinen Staub ...

Fuchen fuchteln

Schwert abgeschlossen. Letzte Bemerkung vom Meister:"Have no big problem." Das ist so was ähnliches wie ein Ritterschlag. Angefangen mit Fuchen. So heißt das Gerät, Es ist auch eine Art Fuchteln aber gemeint ist das Ding aus Pferdeschweifhaar, naja inzwischen ist es Nylon. (http://www.youtube.com/watch?v=4Ajamvccz8g&feature=player_embedded) Schon die klassisschen Abbildungen von Zhang Sanfeng zeigen ihn mit diesem Utensil des Daoisten. Wozu ist das Ding ursprünglich gut gewesen? Ich dachte ganz einfach, um Mücken zu verscheuchen. Aber die Chinesin namens Joy erklärte es mir dann ausführlicher. Der Einfachheit halber habe ich den Text lippensynchron ins Deutsche übersetzt. "Ich und die Geister sind nicht das selbe." "Ah! Um die Geister zu vertreiben." "Nonono! Den Geist reinigen, um ein Engel zu werden." "Wann macht man denn diese Reinigung? Vorm Tod?" "Nonono! Jeden Tag." Fuchtelt sich mit dem Fuchen am Körper rum. "...

Die Stufenzählerin

Nirgendwo sonst in der Welt ist es wohl so, dass wie in Deutschland das erste Stockwerk bzw. die erste Etage nicht das Erdgeschoss ist. Vielleicht irre ich aber auch. Soooo weit gereist bin ich auch nicht. Wir, die verbleibene Reisegruppe, ist im Policehotel im zweiten Stock (deutsch: erste Etage) untergebracht. Ich habs nicht kontrolliert aber angeblich sind es von hier bis auf die Straße 95 (in Worten fünfundneunzig) Stufen. Nämlich von der Etage runter ins "Erdgeschoss", von da weiter runter in den Hof und dann noch mal einiges hinter dem Tor bis runter auf die Straße. Reni hat die Stufen gezählt und warum sollte sie lügen. Sie könnte höchstens irren. Wenn wir diese Stufen runter gelaufen sind, um zum Beispile morgens zum Essen zu gehen, dann haben wir nach ein paar hundert Metern laut Renis Zählung weitere 195 (in Worten hundertfünfundneunzig) Stufen nach unten zu gehen zum Daoistenhof, wo es Futter gibt. Geht man dann nach dem Frühstück z.B. wieder zurück auf sein Zimmer...