Am Abend des 30. April 2011

ich sag mal so:"Ich schreib mal was."
Weil, draussen ist viel zu viel los, als zum Beispiel schlafen zu
gehen. Heute Nachmittag stellten einige aus der Gruppe anscheinend
mit Verwundern fest, dass die Schüler, also die Residents, die
dauerhaften, die Jungen, dass die mit Heften unterm Arm in den
Meditationsraum gezogen sind. Entschuldigung, liebe Gemeinde, aber
wieso sollen junge chinesische Menschen, die an einer Wushu Akademie
eingeschrieben sind, nicht auch Lesen und Schreiben lernen. Sollen
sie als tumbe Akrobaten in die Welt entlassen werden? Weil also am
Nachmittag irgendwas Intellektuelles gemacht wurde, ist heute Abend
Training. Waffengeklirre und Kommandos im Hof.
Heute war auch zwei Mal unabhängig von einander Sprache und
Denkstrukturen Thema. Inwieweit erzieht eine pictographische Schrift
wie die chinesische zu einem komplexeren Erfassen von Bewegungen als
die lineare lateinische Schrift? Macht euch eure eigenen Gedanken dazu.
Das Training der Residents unterscheidet sich elementar von unserem.
Ich beschreib mal letzteres.
Für gewöhnlich beginne wir vormittags mit ein paar Runden Laufen,
anschließendem Dehne, vor allem der Beine und anschließenden Kicks
(Kicks 'n Keks wär noch ein Thema für den T-Shirt Shop von Frau Qu;
es gibt ein anderes neues Motiv in Anlehnung an Kennedy*) sorry,
zurück zum Thema. Nach den Kicks gibt's Pause, dann Formentraining,
also jeder macht, was er/sie gerade lernt. Die Meisters gehen rum und
helfen auf Anfrage oder sichtbarer Notwendigkeit. Ich begnüge mich
damit, bisher gelerntes zu verbessern - Taijiquan Sanfeng Shisan,
Baguazhang, Taijijian (Schwert, wozu ich immer brav das passende T-
Shirt anziehe mit der Kaligraphie aus Hero*). Zugegeben, es bekommt
einen Aspekt der Langeweile, aber immerhin ist die 13er Form für mich
jetzt kein Rätsel mehr und einige Bewegungen im Zökeln (Bagua) sind
nun auch klarer.
Man muss sich das so vorstellen, das maximal gerade Mal zwei Menschen
vielleicht wenn's hoch kommt, gerade mal das Selbe üben und zwar auch
auf gleichem Niveau. Zum Besipiel übt auch ein dunkel gewandeter
Chinese die 13er Form. Wir beäugen uns auch gegenseitig, aber wir
üben nicht zusammen. Er lernt, ich werde korrigiert. Dazwischen
liegen Welten.
Jetzt wird schwierig, wenn ich den >Unterschied zwischen draußen
jetzt und uns am Nachmittag - ach soweit sind wir ja noch nicht.
Am Nachmittag findet meist sowas wie Taijibu statt. Taiji-
Grundschritte. Das ist immer schön ztu gucken. Weil das ist langsam.
Da kann man mal rumkucken. Eigentlich macht fast jeder was anderes
und man kann auch sehen, dass fast jeder glaubt, genau das zu machen,
was Pan-Shifu** uns vormacht. Ich bin auch davon überzeugt. Manchmal
gibt es im Anschluss daran noch 30 Minuten Stehen. (hatten wir schon
mal) Dann Formentraining.

So, jetzt ist aber gut. Draußen wird auch langsam ruhiger.

*http://frau-qu.spreadshirt.de
** Pan die Jüngste. Es gibt hier drei Schwestern, die gemeinsam
beschlossen haben, die Wudang-Ausbildung zu machen. Die beiden
älteren sind derzeit auf Tour und unterrichten sonst wo in China.

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