Das Dao

Georg möchte all zu gerne erklärt bekommen, was das Dao ist. Um es gleich vorweg zu nehmen. Ich weiß es, Georg weiß es, jeder weiß es, selbst jene, die nicht wissen, dass sie es wissen, wissen es, aber bislang hat's noch niemand erklären können. Es ist der Lauf der Welt, möchte man sagen. Das klingt zwar sehr banal, kommt der Sache aber ziemlich nahe. Der Begriffs Dao wurde anscheinend zuerst für die wiederkehrenden Konstellationen der Gestirne benutzt. Da hat man gesehen, das geht da so seiner Wege und das hat eine Ordnung. Oben am Himmel sieht es auf den ersten Blick sehr chaotisch aus. Man muss schon eine ganze Weile sehr aufmerksam hinschauen, um darin die Ordnung zu erkennen. Anscheinend gab es auch in frühen Zeiten, in denen das Leben sehr schwer gewesen sein soll, dafür genug Muße. Wohl auch, weil sich damit ein geordneteres Leben organisieren ließe. Ich vermute, die ersten Astronomen waren Frauen. Nun kannten die Menschen in früheren Zeiten in denen das Leben sehr schwer gewesen sein soll, sicher auch schon sehr unordentliche Gefühle. Dann haben wahrscheinlich einige Männer den Frauen gesagt, dass die Gefühle gar nicht so unordentlich seien, es sähe nur so aus, es wäre genauso wie mit Sonne, Mond und Sternen. Wenn das Leben auch recht durcheinander aussähe, letztlich stecke doch System dahinter. Damit haben die Männer die Forschung an sich gerissen, können nun beobachten und betrachten, Fliegen die Beine ausreissen oder einen Kumpel zum Mond schicken. Alles nur, um rauszufinden, wie das Dao funktioniert. Werden die Frauen unruhig, dann erfinden die Männer flott mal eine Waschmaschine oder den Haarföhn und für eine Weile ist Ruhe.
Ja, lieber Georg, so hat sich das entwickelt. Die Daoisten aber, die machen das genaue Gegenteil. Naja, auch nicht immer, aber meistens. Ziehen sich in die Berge zurück, sammeln Kräuter und möchten gerne, dass es doch allen Menschen gut gehe. Wenn welche vorbei kommen und Fragen stellen, dann erzählen sie ihnen, was die gerne hören wollen. Weil sie wissen, es ist egal was sie erzählen, die Leute verstehen sowieso immer nur das, was sie hören wollen. Dann sind die Menschen froh.
So, und jetzt lass mich wieder meditieren.
Achja, wenn du mal Zeit hast, dann kannst du mir doch helfen, die englischsprachige Website zu übersetzen, alles über Dao.

Kommentare:

  1. Das ist doch einfach:

    Daoismus ist China's indigenische traditionale Religion; sein Name stemmt sich vom 'Dao', seiend sein höchstes Glaubensobjekt. Das Herz des Glaubens ist beim Engagieren in einem Prozess von Kultivation und Vereinerung, man kann attainen zu einem Staat der Immortalen...

    Soll ich weitermachen?

    AntwortenLöschen
  2. Das ist dein Dank?
    Ja, mach nur so weiter, aber wunder dich nicht, wenn dir die Bücher um die Ohren fliegen.
    Das Dao lässt nicht mit sich spaßen.

    AntwortenLöschen
  3. Oh, und dich dachte immer, das Dao sei auch witzig. So wie die Mainzer...

    AntwortenLöschen
  4. Witzig sind die Mainzer nicht, sie haben eine Art Humor, ja. Das Dao auch, deshalb lässt es Bücher fliegen.

    gescheite gelehrte vernehmen vom weg
    fleißig folgend
    gewöhnliche gelehrte vernehmen vom weg
    gleich labend wie leidend
    geringe gelehrte vernehmen vom weg
    schallend lachend

    ohne gelächter
    wäre der weg der ehre nicht wert

    AntwortenLöschen
  5. stimmt das Zitat wirklich? Nicht eher "gleich labernd wie leidend"

    vermutet schwer
    die Xiaomaus

    AntwortenLöschen
  6. Jetzt aber mal im Ernst: Ich habe noch selten so eine gute Erklärung für den Paradigmenwechsel in der chinesischen Philosophie vom Matriarchat zum Patriarchat gelesen!

    AntwortenLöschen
  7. @Xiaomaus: bei den gelehrten könnt das wirklich so sein. trau mir auch zu, das damals absichtlich mit dieser assoziation so übersetzt zu haben.

    @Georg: Ja, darin liegt meine bescheidene größe: komplizierte inhalte einfach erklären zu können, statt wie die oben erwähnten gelehrten, die es umgekehrt tun.

    AntwortenLöschen