Taijiquan nicht als „Taiji-Gymnastik“ üben


Von Wang Yusheng
aus Wuhun Nr. 200, übersetzt von Stefan Gätzner für das Magazin für Chinesische Kampfkunst 2005
Einhergehend mit der Schaffung und Popularisierung der verschiedenen Taijiquan Wettkampfformen mit 24, 42 und 48 Figuren ist das Üben dieses „modernen Taijiquan“ bereits zu einem Fitnessport für die Massen geworden, der überall auf den Straßen häufig zu sehen ist. Jedoch erregen auch einige dadurch entstandene Probleme die Aufmerksamkeit, z.B.:
Manche Leute kucken beim Üben durch die Gegend oder unterhalten sich dabei, sie sind unkonzentriert. Andere legen Wert auf die Übung der Formen und vernachlässigen dabei das Training der Grundlagenübungen; sie mögen zwar seit vielen Jahren üben, aber ihr Fortschritt ist mäßig. Wiederum andere setzen die (Muskel)Kraft und nicht das Verständnis des Herzens beim Üben ein, ihr Taijiquan ist hart und nicht geschmeidig; zwar sieht es von der äußeren Form nach richtig aus, aber der geistige Aspekt entspricht nicht den Anforderungen. In den parkanlagen gibt es auch Gruppen von Leuten die zu Musik Taijiquan üben, mal bewegen sie sich schnell, mal langsam…
Es handelt sich hierbei um eine „Verfremdung“ des Taijiquan.
Was einen aber noch mehr mit Besorgnis erfüllt ist die Tatsache, dass zahlreiche Freunde aus dem Ausland selbst glauben, echtes chinesisches Gongfu erlernt zu haben. Sobald sie jedoch echtes Taijiquan zu Gesicht bekommen, wissen sie erstaunlicherweise nicht einmal, was das ist. 

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