Tiefe durch Wiederholen?

Zweifellos wird eine Bewegungsfolge durch regelmäßige Wiederholung nach und nach besser verstanden und ausgeführt. Mit der Unterstützung eines erfahrenen Lehrers/Trainers/Coach kann auch bei einfachsten Schritten, Drehungen und Armbewegungen die Körpermechanik und der Energiefluss optimiert werden. Ich selbst greife gerne auf die Seidenfaden-Übungen zurück, um mich einzustimmen auf komplexere Abläufe.

Genügt es dann nicht, eine Qigong oder Taijiquan Folge kontinuierlich zu praktizieren und zu vertiefen? So wie Sitzen im Zen nur Sitzen ist?


Ja und nein. Als Minimalist muss ich bekennen, ja. Zum Beispiel Stehen, Zhan Zhuang, Pfahl-Qigong oder wie du es nennen willst, das genügt. Du stehst, einfach, wirst von Mal zu Mal weicher, leichter, fester, stabiler. Dein Stehen wird ausdauernder, dein Geist ruhiger. Warum mehr machen?
Ist es nicht der unruhige Geist, der nach neuem Futter verlangt, der sich vor der Monotonie fürchtet? Möchtest du in einer Welt leben, die nur blau ist? Der Himmel, die Berge, die Bäume, die Menschen, alles nur blau. Möchtest du Musik, die nur aus einem einzigen Ton besteht? Keine andere Musik. Nur ein Ton.

Die Welt ist die Welt, das Leben das Leben, durch die Vielfalt. Alles was wir kennen hat sich durch Variationen entwickelt. Wir wären nicht das, was wir sind, gäbe es nicht die Diversität. Es geht nicht um das „entweder - oder“. Die Tiefe erreichen wir durch das „sowohl - als auch“.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen