Sagen wir mal, es ist wie schwimmen

Die Rede ist natürlich vom Taijiquan. Während es einem Anfänger meist egal ist, was er oder sie da macht, das sich Taijiquan nennt,  stellt sich mit fortschreitender Kenntnis und Interesse an der Sache die Frage, was Taijiquan denn nun mal ausmacht. Da gibt es verschiedene Stile, die sich deutlich unterscheiden und es gibt auch andere Methoden, vielfältige Qigong-Formen, die dem Taijiquan doch sehr ähnlich sind. Was also macht es aus. Sagen wir mal, es ist wie schwimmen. Zuerst einmal stellen wir sicher, das nur der schwimmt, der nicht untergeht. Da kann man noch soviel im Wasser rumplantschen, hopsen und springen oder oben so tun als würde man schwimmen, während unten die Füße über den Grund spazieren. Auch solange man sich nur mit Hilfe diverser Untensielien, Schwimmreifen, Westen oder Flügelchen über Wasser halten kann, sollte man nicht für sich in Anspruch nehmen, schwimmen zu können. Es braucht einen kleinen, besonderen Kick, irgendwas muss sich im inneren, in der Einstellung ändern und mit einem Mal treibt man, ohne viel Bewegung, Gestrampele und Prusten auf dem Rücken liegend auf dem Wasser. Man schwimmt.

Nun kann man noch dazu den Anspruch erheben, richtiges Schwimmen habe mit gezielter Fortbewegung auf dem Wasser zu tun. Auch jetzt kann man einfach drauflos machen und wie ein Hund paddeln oder anfangen zu lernen. Und siehe da, es gibt verschieden Stile, die sich deutlich voneinander unterscheiden. In allen Fällen wird geschwommen, Brust, Kraul, Schmetterling, Delphin, Rücken etc.
Ich schätze mal so bei einem Blick in die Runde, die meisten schwimmen, erst einmal, um es zu können, und dann, um gelegentlich ein paar Züge im Hotelpool zu ziehen, oder zwei mal die Woche ins Agrippabad zu gehen, zwanzig Bahnen, ausruhen und wieder ins Büro,  oder im Urlaub am Strand mal richtig ins Wasser zu können. 
Das unterscheidet sich natürlich gewaltig von jenen, die einen Sport daraus machen; immer schneller werden wollen oder Wasserhandball spielen, Synchronschwimmen oder Turmspringen. Wobei letztere das Schwimmen nur brauchen, um wieder aus dem Wasser raus zu kommen. 
Wir sehen eine große Vielfalt. Niemand wird einem anderen absprechen, schwimmen zu können. Nur jenen, die nur so tun, die es einfach nicht kapieren, die es im Leben nicht lernen aber dennoch behaupten, das sei so richtig, denenen kann man nicht helfen.
Oder sagen wir mal, es sei wie Musik. Den Ton sollte man treffen und einigermaßen Rhythmusgefühl haben, dann genügen auch nur drei Akkorde...
Ich denke, ich habe dazu genug gesagt. Den Rest kann sich jeder denken.

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