Wechsel



Morgen reist die Gruppe ab. Heute Nachmittag noch ein gemeinsames Training, übermorgen sieht meine Welt anders aus. Dann werde ich nicht mehr in diesem Gang üben, der mir ein richtiges Trainingsheim geworden ist, sondern wohl mehr in der Schule. Wir konnten uns glücklich schätzen, nun in der neuen Anlage unsere Schritte und Drehungen machen zu können. In einer angenehm klösterlichen Atmosphäre, ohne Tempelbesucher. Anscheinend hat man inzwischen meine Gebete erhört und die Megaphone und Lautsprecher im Tempel verboten. Nun quäken sie gelegentlich noch vorm Purpurwolken Palast, aber drin ist es ruhiger. Überhaupt hat es sich schon längst wieder normalisiert. Wir waren ja von zwei besonderen Feiertagen geplagt. Zuerst, bei unserer Ankunft, war Zhen Wus Geburtstag, der über drei Tage zelebriert wurde und viele Besucher angelockt hat. Eine Woche später gab es den May Day, den Ersten Mai als Feiertag, der dieses Jahr auf einem Freitag den Chinesen ein verlängertes Wochenende und damit Gelegenheit auf Ausflüge bot.
Jetzt ist es wieder ruhig. Um uns herum nur noch Wald, der bekanntlich still steht und schweigt. Wenn nicht der Wind durch seine Blätter rauscht und die Vögel ihr vielfältiges Gezwitscher anstimmen, das ich so gut verstehe wie das Geplapper der jungen Chinesen, in deren Gesellschaft ich nun bleibe, als einzige Langnase und Yeye 爷爷.


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