18.05.2015

die 14 qigong gedichte der sun buer einfuehrung


Sun Bu’er (孙不二, ca.1119-1182) gehört zu den sogenannten Sieben Meistern des Quanzhen-Daoismus. Ihr bürgerlicher Name lautete Sun Fuchun (孙富春). Sie war verheiratet mit Ma Yu (马钰, 1123-1183), mit dem sie drei Söhne hatte. Offenbar begann sie erst recht spät, etwa im Alter von 50 Jahren, ernsthaft daoistische Übungen zu betreiben, überholte dann aber, wenn man der weiter unten zitierten biographischen Skizze Glauben schenkt, darin ihren Mann. Beider Lehrer war Wang Zhe (王喆, 1113-1170). Die Rahmendaten sind zwar spärlich, geben aber doch einen Hinweis darauf, dass das Praktizieren der Inneren Alchemie viel Zeit erfordert und sich eigentlich nur in klösterlicher bzw. einsiedlerischer Abgeschiedenheit verwirklichen lässt, also gewissermaßen erst dann, wenn „die Kinder aus dem Haus sind“. Der Name „Bu’er“ weist darauf hin, dass Sun sich, als sie einmal den Entschluss gefasst hatte, durch nichts und niemanden mehr vom Studium und Meditieren abhalten ließ. Sie soll sich sogar selbst heißes Öl ins Gesicht gekippt haben, um sich unattraktiv zu machen und sich ganz der Inneren Alchemie widmen zu können.
Die Textsammlung Nüzi danjing huibian (女子丹经汇编 , Sammlung von Texten über Innere Alchemie für Frauen) enthält u.a. die 14 Qigong-Gedichte der Sun Bu’er und liefert auch die unten folgende kurze biographische Skizze, in der die Sun Fuchun, Ma Yu und Wang Zhe bei ihren daoistischen Namen Bu’er, Danyang 丹阳 (=Zinnober-Yang) und Chongyang 重阳 (=doppeltes Yang) genannt werden. Während im Buddhismus die Erleuchtung angestrebt wird, geht es in daoistischen Texten um die „Transformation“ bzw. das „Emporsteigen“. Das bedeutet, die körperlichen und geistigen Prozesse werden komplett umgestellt, der Adept / die Adeptin wird unsterblich und entzieht sich so dem Verständnis und der Existenz normaler Menschen.

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