Das Leben ist eine Baustelle

Gebaut wird immer. Irgendwo hier wird immer etwas erneuert, renoviert oder ganz neu geschaffen. In den ersten jahren waren wir immer im Tian Lu Hotel. Einmal wurde während unseres Aufenthaltes die Fasade gestrichen bzw. gesprüht. Mit einer Farbe, die in Deutschland wahrscheinlich schon seit 100 Jahren verboten ist. Dann wurde in der Akademie, in dem runtergekommenen 70erJahre Hotel, die obere Etage für devisenbringende Touristen renoviert. Hat man richtig gut gemacht, muss gesagt werden. Und im Verlauf der Zeit wurden auch die anderen Etagen zumindest ordentlich mit Strom versorgt und weiße Farbe an den Wänden angebracht.
Dann sah ich auch jenes Gebäude im traditionellen Stil, im Quadrat um einen Hof, an dem gearbeitet wurde und dachte mir, das wäre was schönes für unsere Akademie. Zwei Jahre später war das "Hotel" verkauft, alle ausgezogen und wir Touristen in dem Quadrat untergebracht, das ansonsten Unterkunft bot für Pilger, die die Nacht zum Tag machten. 
Im Tempel wurden auch mal neue Platten verlegt oder ein Dach gedeckt. 
Vor ungefähr zwei Jahren begannen rechts und links vom Zixiaogong umfangreiche Baumaßnahmen. Ungefähr zur gleichen Zeit wurde an der Stelle des alten Hotels, der ehemaligen Akademie, ein neues Hotel gebaut. Fünf Sterne.
In der neuen Akademie renovierte man etappenweise die Etagen. Zumindest jene, die für Ausländer bestimmt wurden. Pilger fanden hier kein Bett mehr, die Nächte wurden ruhiger.

Die Gebäude seitlich des Tempels wurden im letzten Jahr fertig gestellt. Rechts eine Residenz für verrentnerte Mönche und Nonnen, die nach und nach bezogen wird und uns mit dem Anblick fröhlicher Alter beglückt. Links sind Zimmer für Pilger und Kurzzeitbesucher des Tempels. Ob man auch für längere Zeit sich dort einmieten kann, habe ich noch nicht herausgefunden. 
Als wir im Frühjahr kamen, dieses Jahr, werkelte man schon an dem Bagua-Teich vor dem Zixiaogong. Ein Jahr zuvor war eine Xuanwu-Skulptur dort eingezogen.  Nun wurden die Steinernen Geländer entfernt und wir beobachteten aufmerksam die langsamen Fortschritte. Immer mit der Frage: Was machen die da?
Nun ist inzwischen das Bagua verschwunden und ein Halbmondteich entstanden. Alles neu, alles schön, fast fertig. Mit großen Beeten, in die schon Azaleen gesetzt wurden, und weiter sind wir nicht im Pflanzenalphabet.  
Bei unserer Ankunft im Herbst begann eine Baumaßnahme hier auf unserem Gelände. Vornean ist ja die Polizeistation und die haben seit Neuestem eine Hündin. Die wird ein wenig betreut und ein junger Polizist versucht, dem Tier Manieren beizubringen. Mit mäßigem Erfolg. Das Arme Tier wurde die meiste Zeit in einer Toilette eingesperrt. Und dann kamen die Bauarbeiter. Sie bauen ein haus für den Hund. Sie bauen ein großes Haus für den Hund. Sie bauen ein zweites Haus. Nun erfahre ich, dies sei für die jungen Hunde. Und dann wird auch noch bei der Polizei direkt angebaut. Wir vermuten zunächst, es wird eine Waschküche, denn da steht eine Waschmaschine im Freien und der Winter naht. Aber man baut zweigeschossig, gleicht das Dach an und alles, auch die Hundzwinger, erhalten natürlich hübsche, geschwunge Dächer mit den gerundeten  Eckziegeln, auf denen die Drachen Platz nehmen können, um Glück zu bringen.  Gestern wurde der Zementmixer endlich abgebaut. Derweil hat aber auch das Restaurant hinter unserem Haus eine Rundumsanierung begonnen, welche natürlich mit Geräusch verbunden. 
Im Frühjahr hatten wir schon bemerkt, dass etwas vor sich geht im Dorf hinter dem Dong Xian Men, aber im Sommer, als ich dort in Shifus Haus gewohnt habe, war nichts besonderes zu bemerken. Nun hatte inzwischen wohl der Nachbar vom Shifu verkauft, denn ich konnte von der Straße aus sehen, wie dort umgebaut wurde. Umfangreich. Weil es von der Straße bei Kilometer 20.5 einen Pfad gibt, der wohl in das Dorf führt, bin ich letztens mal dort hochgestiegen. Ich wär aus dem Sattel gefallen, hätte ich denn auf einem Muli gesessen. Das ganze Dorf komplett umgestaltet, neue Häuser dazu gestellt, alte verschönert bis zum Gehtnichtmehr. Mit Gaubenfenstern und alles fein im traditionellen Stil, mit hübschen Firstbalken, die es früher dort nicht gab. 
Da hat der Besitzer jener Akademie im Quadrat das Dorf gekauft, oder, wie Gerüchte behaupten, der Tempel habe gekauft. Jedenfalls werden dort jetzt jene Vorhaben wahrgemacht, die man uns schon vor zwei Jahren erklärt hatte und weswegen wir die alte Akademie auch nicht mehr besuchen. Es wird ein Qigong Wellness Hotel. Warum das vor zwei jahren am Baxian Tempel nicht schon geschehen ist? Weil der Teilhaber des Besitzers kurzerhand quasi am Montag festgenommen, am Dienstag wegen Unterschlagung angeklagt und am Mittwoch für 13 Jahre verknackt wurde. Deshalb ist in den zwei Jahren nicht das passiert, was wir erwartet hatten.  

Fortschritte



Gestern hat Zhong Shifu davon erzählt, wie er als 14jähriger hier hin kam in die Wudang Berge. Von den Eltern geschickt, weil er schwächlich war und ständig krank. Damals, in den 80er Jahren, hatten sie hier nur eine notdürftige Unterkunft, mit Löchern im Dach, die man immer wieder versuchte zu flicken. Keine richtige Toilette, erst recht keine Dusche. Nach dem Training sind sie in den Teich gesprungen vorm Zixiaogong, auch im Winter. Da mussten sie erst das Eis aufhacken. Trinkwasser musste vom Berg aus einer Quelle geholt werden, Feuerholz im Wald gesammelt. Nun leben wir daran gemessen im puren Luxus, mit Toiletten in jedem Zimmer, heißer Dusche und einer Köchin, die für das leibliche Wohl sorgt. So hat der Fortschritt viel Verbesserung und Erleichterung gebracht. Aber, so meint der Meister, würden die Schüler nicht mehr so erfolgreiche Fortschritte machen. Er hat Sorge, dass vieles verloren gehen könnte. Es wird jetzt zwar alles verbreitet und nicht mehr so geheim gehalten, wie früher, wodurch auch einiges verloren gegangen ist.
Dazu hat er uns die Geschichte des Tai Yi Wu Xing Quan erzählt, was ich ja gerade lerne. Diese Methode wurde von dem Wudang Meister Zhang Shouxing (张守性) in der Longmen (Drachentor) Tradition um 1500 entwickelt. Die Meister suchten sich immer nur wenige Schüler aus, die sie für geeignet und zuverlässig hielten. Nicht jeder lernte wie heute fast alles (und nichts richtig - Anmerkung des Chronisten) sondern man konzentrierte sich auf wenige Techniken, ergründete sie dabei in der Tiefe. Einer derer, die im Tai Yi Wu Xing Quan ausgebildet wurde, war ein jüngerer Bruder des letzten Kaisers, Aisin Gioro Pu Xuan (daoistischer Name Jin Zitao), dessen bewegtes Leben ein Buch wert wäre. Er blieb 1929 nur kurze Zeit in den Wudang Bergen wo er unter Li Heling hier am Zixiaogong das Tai Yi Wu Xing Quan lernte. Als er nach den Wirren der Kulturrevolution 1980 wieder zurückkehrte, stellte er fest, dass niemand dort war, der Tai Yi beherrschte. Er hatte es bis zu diesem Zeitpunkt auch nicht unterrichtet, weil er keinen geeigneten Schüler gefunden hatte. Nun war er auch nicht mehr der Jüngste und es ging darum, ob er sein Wissen mit ins Grab nehme oder doch noch Schüler unterweisen würde. Er hat sich für letzteres entschieden und kam regelmäßig nach Wudangshan um dortige Kampfkünstler zu unterrichten, darunter Zhao Jianying und Yang Qunli, bei dem ich das Tai Yi Wu Xing Gong (Fünf Tiere) gelernt habe.
Zhao Jianying wurde sehr bekannt. Sie unterrichtete auch Zhong Yun Long, ein Onkel und Lehrer unseres Shifu, damals in den 80er Jahren.

Money money money...



Bei dem einen wurde eingebrochen, mir wurde Geld gestohlen, eine Freundin fühlt sich als Sklave des Geldes. Nun mal langsam. Zunächst denke ich, ist jener Mensch, der mir Geld gestohlen hat ein größerer Sklave des Geldes, wenn überhaupt. Gestohlen wird, was einen Wert darstellt, manchmal für den Bestohlenen einen größeren, als der Dieb dafür einlösen kann. Wert aber ist etwas sehr abstraktes. Wert kommt in der Natur nicht vor. Er existiert nur in unserer Vorstellung. Die folgende Belehrung stammt nicht von mir, ich habe sie in einem Buch gelesen, weiß nicht mal mehr, in welchem.


Ein Dollar hat einen bestimmten Wert, auf den sich die Gesellschaft im allgemeinen geeinigt hat. Es wurde zwar nicht jeder gefragt, wieviel ihm das Papier wert sei, das regelt der Markt. Früher war der Geldschein noch ein Garant für eine bestimmt Menge Goldes, die die Bank jederzeit bereit war, dem Besitzer dafür auszuhändigen. Diese Zeiten sind vorbei. Obwohl die Bundesbank, welche die Geldscheine ausgibt dafür nichts an echtem Wert bereit ist zu geben, ist es noch immer verboten, Geldscheine nachzumachen. Bei Strafe. Ein nachgemachter Geldschein ist nichts wert.
Als aber der Popkünstler Andy Warhol im Siebdruckverfahren ganze Notenbögen herstellte, und das recht schlecht, wurde er dafür nicht bestraft, sondern hoch gelobt. Seine Dollar-Bögen waren schnell mehr wert, als die darauf abgebildeten Dollars. Würde nun jemand hingehen und das gleiche machen, mit Andy Warhol signieren, also kein Geld, aber Kunst fälschen, dann wären die Bögen, spätestens wenn der Schwindel aufgeflogen ist, nichts mehr wert.


Also was ist ein Dollar? Wahrscheinlich würde man dir hier in China sogar etwas für den Dollar verkaufen. Einfach um einen Dollar zu besitzen. Jedoch umgekehrt wird dir in USA kein Ladenbesitzer etwas für die hiesigen Mao-Bildchen geben.


Weil wir angefangen haben, Dingen einen Wert beizumessen, wurde vor ca. 3000 Jahren das Geld erfunden. Es hat etwas durchaus Praktisches. Im reinen Tauschhandel hätte ich wohl große Probleme, an mein tägliches Essen zu kommen, wenn ich keinen Bauern finde, der an Taijiquan interessiert ist.
Du bist sowenig Sklave des Geldes, wie du Sklave der Atemluft bist. Beides brauchst du, um in dieser Welt, in dieser Zeit, in dieser Kultur zu überleben. Wenn du mehr willst, als du brauchst, dann wirst du Sklave. Wenn unser Atemluft immer dreckiger wird und Nestlé über dem Ozean saubere Luft auf Flaschen zieht, dann wirst du Sklave. Womit wir uns selbst und andere unterjochen, das ist nicht das Geld, es ist die Gier. Weil wir glauben und uns gegenseitig glauben machen, dieses oder jenes unbedingt besitzen zu müssen. Weil wir uns gegenseitig einreden, die Dinge hätten einen Wert.
Deshalb rät uns Laozi, Gewinn und Verlust gleichermaßen zu behandeln. Gleich gültig, gleich wert.

Eine Schale

Du hast eine Schale, eine, die groß genug ist, eine Portion Reis mit Gemüse zu fassen oder aus der du eine Suppe trinken kannst. Für unsere Betrachtung ist es völlig irrelevant, aus welchem Material die Schale ist. Sie kann aus Keramik, Glas, Blech oder Plastik sein. Was uns interessiert ist das Potential der Schale. Wenn sie leer ist, kann sie mit allem möglichen gefüllt werden: mit Nahrung, Sand, kleinen Souvernirs aus dem letzten Urlaub, du legst deine Schlüssel hinein, was auch immer. Alles was nicht zu groß ist, kann in der Schale Platz finden. Solange nichts anderes darin ist, solange sie leer ist. In dem Moment, in dem du sie mit etwas füllst, gibst du ihr eine Bestimmung. Ihr Potential verändert sich. Solange sie leer ist, ist sie aufnahmebereit. Gibst du ihr eine Bestimmung, wird sie definiert. Sie wird zur Schlüsselschale, oder zur Suppenschale.
Vielleicht hast du die Schale aber gekauft, oder geschenkt bekommen, weil sie eine besonders schöne Schale ist. Sie ist aus so herausragendem Material, von solch hoher Handwerkskunst, dass selbst klares Wasser ihre Schönheit mindern würde. So ist sie eigentlich keine Schale mehr, nur von der Form her, aber sie wird nie eine andere Bestimmung haben, als sie selbst zu sein. Sie ist leer und nur in ihrer Leerheit ist sie zu ertragen.
Ich kannte einen Mann, der sich nach einer erfüllenden Arbeit sehnte. Er bekam auch die verschiedensten Angebote, gute Angebote. Aber er lehnte stets ab, weil er dann ein anderes Angebot ja nicht mehr bekommen oder annehmen könnte. Eines, dass ihn vielleicht mehr erfüllen würde. So blieb er ständig unerfüllt, schlug sich mit Gelegenheitsjobs durch und wartete auf die große Erfüllung, die er nie erkennen würde. Denn nur wenn er eine Arbeit annehmen und ausführen würde, könnte er davon erfüllt sein. Nicht, wenn er nur ihre Möglichkeit in Betracht zog.
Nun denke wieder an deine Schale. Lässt du sie für immer leer, hat sie immer das Potential, etwas aufzunehmen. Erst wenn du ihr eine Bestimmung gibst, ist sie er-füllt.

Oh my darling

Bei meinem letzten Aufenthalt in Münster Ende September lernte ich jenen Straßenmusiker mit den Rumbarasseln und seinem "Oh my Darling" Sprechgesang kennen. Ja, ich nenne ihn einen Musiker, ein echtes Genie der Minimal Art, ein John Cage hätte seine helle Freude an ihm gehabt. Ein Wunder, dass er noch nicht ein umjubelter Youtube Star ist. (http://youtu.be/2SVQaH5BiVw)
Nun schickt mir mein Freund aber eine Zeitungsglosse nach China, in welcher dieser Mensch verhöhnt, mit jenem glücklosen Troubadix aus den Comic Heften verglichen wird. Dieser Mann hier aber ist aus Fleisch und Blut, ein Mensch. Wer sich von seiner Darbietung gestört fühlt, und jeder Laubbläser ist um ein vielfaches störender, soll sich bewusst machen, dass man im Vorübergehen den monotonen Gesang höchsten 20 Sekunden ertragen muss. Dieser Mann aber erträgt es den ganzen Tag. Jeden Tag. Dafür gebührt ihm Respekt und vielleicht auch eine kleine Anerkennung.

Love is in heaven

Selbst wenn die Tage neblig waren, zeigte sich abends der Himmel klar. Ich kann mich regelrecht berauschen an der Fülle der Sterne, die hier zu sehen sind. Dazu die Stille. Direkt über dem Purpurwolken Palast steht derzeit das Bild des Schwan. Von Schwänen sagt man, wenn sie sich als Paar finden, was selten ist, dann bleiben sie zusammen ein Leben lang.


Direkt neben dem Schwan aber sehen wir das bekannte chinesische Liebesdrama. Der Knabe und das Jademädchen, von der himmlischen Mutter getrennt durch einen reißenden Fluss, den sie nur einmal im Jahr überqueren können auf der Elsterbrücke.


Es sind die Sterne Wega in der Leier und Atair im Adler, zwischen denen die Milchstraße strömt.
Jeder Stern ist an seinem Platz, jedes Sandkorn.

Scheiße

Eine Geschichte bei Ajahn Brahm erinnerte mich an eine Begebenheit, damals, als ich anfing in Münster Taijiquan zu unterrichten. Zu der Zeit hatte ich schon des öfteren Belehrungen tibetisch buddhistischer Mönche besucht, die immer das gleiche erzählten über die Unendlichkeit des Geistes, seine ständige Wiederkehr in den verschiedenen Erscheinungsformen etc. Ich konnte das immer nachvollziehen, aber micht begreifen, es blieb für mich auch nur ein weiterer Auftritt des Geistes, eine hübsche Performance ohne Realitätsbezug. 



Nun, zu jener Zeit gingen wir bei schönem Wetter gerne zum Training in den "Alten Friedhof" eine Parkanlage, die nicht mehr viel mit einer Begräbnisstätte zu tun hatte.  Es war damals noch nicht üblich, dass Hundebesitzer die Hinterlassenschaften ihrer vierbeinigen Freunde in kleinen Plastikbeutelchen einsammelten. So ein Hundehaufen geht je nach Wetter in fünf bis zehn Tagen in die Natur auf. Ein Plastikbeutel braucht dafür vierhundert Jahre. So bemerkte ich auf der Wiese einige Tretminen und machte darauf aufmerksam. In diesem Moment durchfuhr es mich, alles wurde klar. Jeder Krümel Erde war schon zig Mal Scheiße gewesen, war Nahrung geworden für Pflanzen, die von kleineren oder größeren Lebewesen gefressen wurden, ausgeschieden und wieder eingetreten in den Kreislauf. Letztlich besteht der ganze Planet nur aus Scheiße, in der einen oder anderen Form seiner Inkarnation. Nichts da mit 'Staub bist du und zum Staub kehrst du zurück'. Du bist Scheiße. 

Sagen wir mal, es ist wie schwimmen

Die Rede ist natürlich vom Taijiquan. Während es einem Anfänger meist egal ist, was er oder sie da macht, das sich Taijiquan nennt,  stellt sich mit fortschreitender Kenntnis und Interesse an der Sache die Frage, was Taijiquan denn nun mal ausmacht. Da gibt es verschiedene Stile, die sich deutlich unterscheiden und es gibt auch andere Methoden, vielfältige Qigong-Formen, die dem Taijiquan doch sehr ähnlich sind. Was also macht es aus. Sagen wir mal, es ist wie schwimmen. Zuerst einmal stellen wir sicher, das nur der schwimmt, der nicht untergeht. Da kann man noch soviel im Wasser rumplantschen, hopsen und springen oder oben so tun als würde man schwimmen, während unten die Füße über den Grund spazieren. Auch solange man sich nur mit Hilfe diverser Untensielien, Schwimmreifen, Westen oder Flügelchen über Wasser halten kann, sollte man nicht für sich in Anspruch nehmen, schwimmen zu können. Es braucht einen kleinen, besonderen Kick, irgendwas muss sich im inneren, in der Einstellung ändern und mit einem Mal treibt man, ohne viel Bewegung, Gestrampele und Prusten auf dem Rücken liegend auf dem Wasser. Man schwimmt.

Nun kann man noch dazu den Anspruch erheben, richtiges Schwimmen habe mit gezielter Fortbewegung auf dem Wasser zu tun. Auch jetzt kann man einfach drauflos machen und wie ein Hund paddeln oder anfangen zu lernen. Und siehe da, es gibt verschieden Stile, die sich deutlich voneinander unterscheiden. In allen Fällen wird geschwommen, Brust, Kraul, Schmetterling, Delphin, Rücken etc.
Ich schätze mal so bei einem Blick in die Runde, die meisten schwimmen, erst einmal, um es zu können, und dann, um gelegentlich ein paar Züge im Hotelpool zu ziehen, oder zwei mal die Woche ins Agrippabad zu gehen, zwanzig Bahnen, ausruhen und wieder ins Büro,  oder im Urlaub am Strand mal richtig ins Wasser zu können. 
Das unterscheidet sich natürlich gewaltig von jenen, die einen Sport daraus machen; immer schneller werden wollen oder Wasserhandball spielen, Synchronschwimmen oder Turmspringen. Wobei letztere das Schwimmen nur brauchen, um wieder aus dem Wasser raus zu kommen. 
Wir sehen eine große Vielfalt. Niemand wird einem anderen absprechen, schwimmen zu können. Nur jenen, die nur so tun, die es einfach nicht kapieren, die es im Leben nicht lernen aber dennoch behaupten, das sei so richtig, denenen kann man nicht helfen.
Oder sagen wir mal, es sei wie Musik. Den Ton sollte man treffen und einigermaßen Rhythmusgefühl haben, dann genügen auch nur drei Akkorde...
Ich denke, ich habe dazu genug gesagt. Den Rest kann sich jeder denken.

Am Himmel



Mir war schon vor einige Tagen aufgefallen, dass sich am Morgenhimmel die Planeten Venus, Jupiter und Mars wie aufgereiht über der Mondsichel zeigten. Heute war nun deutlich zu sehen, dass Jupiter und Mars dicht beieinander stehen, ja fast nur einen Lichtpunkt bilden, würde der Mars nicht mit seiner Röte auffallen. Diese Begegnung des Kriegsgottes Mars mit dem Obersten Herrscher des Himmels Jupiter finde ich nun besonders bemerkenswert, da wir morgen hier das Chongyang Fest feiern. Chongyang, die doppelte Neun fällt auf den 9.9. des Mondkalenders und wird in China als das Chrysanthemenfest gefeiert. Aber hier in Wudangshan feiern wir an diesem Tag Zhen Wus "Himmelfahrt", den Tag seiner Vervollkommnung, als er, der Wahrhafte Krieger (Mars) von fünf Drachen emporgehoben wurde zum höchsten Gipfel des Gebirges und dort vom Höchsten Herrscher des Himmels (Jupiter) begrüßt und zum Unsterblichen ernannt wurde.

sunsi miao on meditation

Note: While reading the following translation please bear in mind that the Heart also means Mind, Shén is usually translated as spirit and Líng is could be roughly translated as the Great Spirit or Numinous.

孫思邈 – 存神錬氣銘

Sūn Sīmiǎo – Cún shén liàn qì míng

Inscription of Preserving Shén and refining Qì

夫身爲神氣之窟宅
神氣若存身康力健
神氣若散身乃死焉
若欲存身先安神氣
即氣爲神母神爲氣子
神氣若倶長生不死
Human embodiment is dwelling place of Shén and Qì
If Shén and Qì are stored the embodiment is tranquil, strong and healthy
If Shén and Qì disperse the embodiment dies
If one desires to support the embodiment [one must] first calm Shén and Qì
The Qì is mother of Shén, Shén is the child of Qì
If Shén and Qì are whole the life is long and there is no death
若欲安神須煉元氣
氣在身内神安氣海
氣海充盈心安神定
定若不散身心凝靜
靜至定倶身存年永
常住道源自然成聖
If one desires to calm Shén one must refine Yuánqì
[When] Qì is within embodiment
The Shén is peacefully in Qìhǎi
[When] Qìhǎi is full and overflowing
The Heart is calm and Shén is settled
If [Shén] is settled and not dispersing
The embodiment and Heart are concentrated and tranquil
Tranquility peaks to being settled completely1
The embodiment is maintained years everlasting
Always dwelling at the source of Dao and one naturally becomes a Saint
1. (定倶 term comes from Buddhist sources and is usually translated as Samadhi)
氣通神境神通慧命
命住身存合於眞性
日月齊齡道成究竟
依銘煉氣欲學此術
Qì is connected to condition of Shén, Shén is connected to wisdom and destiny (Mìng)
Destiny residing within [constantly] maintained embodiment unites with True nature
[Thus one obtains] age equal to Sun and Moon and Dao is obtained
According the inscriptions of refining Qì if one wishes to learn this technique
先須絶粒安心氣海
存神丹田攝心靜慮
氣海若具自然飽矣
專心修者百日小成三年大成
初入五時後通七候
First the cereals must be renounced and Heart must be placed to Qìhǎi
Store Shén in Dāntián and collect the Heart to tranquillize [its] anxieties
When Qìhǎi is whole one is naturally satisfied
In concentrated Heart cultivation 100 days [bring] small accomplishments
Three years [bring] great accomplishments
First one enters five states [of mind] and then one can go through seven stages
神靈變化出沒自在
峭壁千里去住無礙
氣若不散即氣海充盈
神靜丹田身心永固
自然迴顏駐色變體成仙
隱顯自由通靈百變
名曰度世號曰眞人
Shén and Líng transform and change exiting and submerging freely
Steep cliffs or thousands miles, leave or staying without hindrances
If Qì does not disperse Qìhǎi fills to overflowing
[When] Shén is still in Dāntián, the embodiment and Heart are always constant
Naturally returns the [youthfulness of] colors to facial features and stature
The embodiment changes to immortal
The hidden and obvious [reveal their] natural origins
One understands hundreds of transformations of Líng
This is called Passing through the world
[One is then] entitled as True person (Zhēnrén)
天地齊年日月同壽
此法不服氣不嚥津不辛苦
要吃但吃須休即休
自在自由無阻無礙
五時七候入胎定觀
夫學道之人入有五時
Heaven and Earth are like his years, sun and moon like his lifespan
With this way one does not [need to] swallowing Qì or saliva nor is it exhausting or painful
[When] needs to eat one just eats, [when] requires rest one sets to rest
Naturally and spontaneously without blocking and without obstacles
Five states and seven stages [all happen by] entering the womb and fixing the contemplation
Student of Dao starts with five states
第一時心動多靜少
思綠萬境
取捨無常
忌慮度量
猶如野馬
常人心也
1. State: Heart has lots of movement and peace is minimal
[In mind] thoughts, green colours and 10 000 things
Conditions come and go without continuity
Jealous, anxious, considering and measuring like a wild horse is the usual human Heart
第二時心靜少動多
攝動入靜
心多散逸
難可制伏
攝之勤策
追道之始
2. State: Heart has very little peacefulness but lot of movement
[When] regulating movement one enters to peace but Heart disperses and escapes often
[Mind] is difficult to control or suppress and direct it to [this] method
Here the pursuit for Dao begins
第三時心動靜相半
心靜似攝
心常靜散相半
用心勤策
漸見調熟
3. State: The Heart moves and is still equally
Heart is peaceful and seem directed
Heart in general is peaceful and scattered in equal amounts
[One is able to ] use Heart for the method
Gradually consciousness adjusts and becomes skilled [using the method]
第四時 心靜多動少
攝心漸熟
動即攝之
專注一境
失而遽得
4. State: Heart has lots of peace and little movement
The Heart is collected and more and more skilled in [technique]
The movement is right away directed with it
One is truly focused to the present
If [concentration is momentarily] lost then [focus is] immediately obtained
第五時心一向純靜
有事無事
觸亦不動
田攝心熟
堅散准定
從此已後處顯而入七候
任運自得非關作矣
5. State: The Heart has unified direction and is pure and calm
Then doing is not doing and [even] emotional blows don’t move
[Dān]tián has gathered Heart deeply and steadfastly the scattered has made to set
This already completed ones place is clear and one enters to the seven stages
Making use of [method] one naturally obtains [Dao] without obstructions!
第一候宿疾並銷
身輕心暢
停心人内
神靜氣安
四大適然
六情沉寂
心安懸境
抱一守中
喜悅日新
名爲得道
1. Stage: Old diseases dissolve
The embodiment becomes light and the Heart joyful
[When] Inside man the Heart is meditative Shén is tranquil and Qì is peacful
Four big (elements) are married and six passions are in profound peace
The Heart is peacefully suspended [over] circumstances and embraces unity and protects the center
Joyfully happy about every new day
This is called “Obtaining Dao”
第二候超過常限
色返童顏
形悅心安
通靈徹視
移居別郡
揀地而安
鄰里知人
勿令舊識
2. Stage: Crossing over normal limits
One’s appearance returns to younger outlook, form is joyous and Heart is in peace
One opens to Líng and has [all] penetrating vision
Change [your] residence, leave [your] country, select place and settle down
Associates and relative who [once] had known one, no longer recognize him
第三候延年千載
名曰仙人
遊諸名山
飛行自在
青童侍衛
玉女歌揚
騰躡煙霞
綠雲捧足
3. Stage: Prolonging life years to thousand
This is called immortality
Traveling all famous mountains, flying and moving freely
Azure servants follow as guardians, jade women are singing praises
Rising and walking vaporous rosy clouds, green mists offer its support
第四候煉身成氣
氣繞身光
名曰眞人
存亡自在
光明自照
晝夜常明
遊諸洞宮
諸仙侍立
4. Stage: Refining the embodiment to Qì
Qì revolves [ones] embodiment with light [and one] is called True Human (Zhēnrén)
Appearing and disappearing (living and dying) freely
Brightness and light naturally shines and day and night are constantly illuminated
One can travel all caves and palaces or attend all immortals immediately
第五候煉氣爲神
名日神人
變通自在
作用無窮
力動乾坤
移山竭海
5. Stage: Refining Qì to become Shén
One is called Spirit-human (Shénrén)
Transforming and going freely and doing and using without exhaustion
One has power to move Qián and Kūn (Heaven and Earth)
Move mountains or empty the seas
第六候煉神合色
名曰至人
神既通靈
色形不定
對機施化
應物現形
6. Stage: Refine Shén and uniting it with color (substances creating the body)
[One] is called Perfected man (Zhìrén)
[Being] Shén already one connects to Líng
Color and form are not fixed
They respond to moment by changing
And [one] reflects other beings with his shape and form
第七候身超物外
迥出常倫
大道玉皇
共居靈境
聖賢集會
弘演至眞
造化通靈
物無不達
修行至此
方到道源
萬行休停
名日究竟
7. Stage: Embodiment transcends outside material
One distances oneself outside all normal order [of the world]
Together with Jade Emperor of Great Dao reside in Líng-realm
Saints and wise assemble spreading the greatest truth of Mother Nature and universal Líng
There is nothing that could not be reached
Cultivation culminates at the root of Dao
10 000 ways all end here and this is called The Ultimate
今時之人
學道日淺
曾無一候
何得通靈
理守愚情
保持穢質
四時遷運
形妄色衰
體謝歸空
稱爲得道謬矣
People of this age study Dao less [each] day and cannot [obtain even] the first stage
How could they obtain universal Líng?
Ruled with maintaining their stupidity and sentimentality
Only preserving and holding on to their filth and material [wealth]
Four seasons turn and change, their shapes distort and color (body) grows weak
Their substance declines and [they] return to the emptiness
To call this obtaining Dao is absurd!
此胎息定觀是留神駐形之道術
在口訣不書於文
有徳至人方遇此法
細詳留意 必獲無疑
賢達之人 逢斯聖矣


    These Daoist techniques of embryo-breathing and fixed contemplation keep Shén and halt form
    [These] were transmitted orally and not written in language
    Having the virtue to meet the Perfected man and this teaching
    [One must] be very precise and throughout to keep the idea
    These must be learnt without doubts.
    Man worthy of attainment will meet this Saint

    Air - Qi

    In Taijiquan and Qigong the body should be relaxed, be empty, so as to follow the inner qi, the flow of energy, in complete harmony. Each part of the body moves by itself and all parts playing together, like an orchestra, a flock of birds or fish, like the leaves of a tree in the wind.
    The works of the famous artist Daniel Wurtzel show the importance of relaxation and the flow of qi in a poetic way.

    8 Minuten Kirchenfenster betrachten - Vollbild

    Sigmar Polke - Church Windows Grossmünster Zürich from ikonoTV on Vimeo.

    Simple life leads to health


    SHIYAN, Hubei - A bee suddenly flies into Jia Yongxiang's ear as he is cooking in his shabby kitchen.The 80-year-old, wearing a well-worn Taoist hat and dark blue robe, laughs happily and uses a toothpick to help dislodge the bee, calmly saying "please come out".The playful bee soon exits his ear and crawls into his big white beard without stinging him at all.

    "The bees are my Taoist friends as well as my neighbors," Jia says in Hubei dialect with a big smile. "There is a basic Taoist idea: harmony between humans and nature."Jia has been living with tens of thousands of bees in a natural cavern for about 20 years in the Wudang Mountains, Central China's Hubei province. They are among the most sacred mountains of Taoism, and were made a UNESCO World Cultural Heritage Site in 1994.

    Following zigzagging flagstone steps more than 700 years old, one can find Crown Prince Cavern lurking half way up Zhanqi Peak.Legend has it that Prince Zhenwu practiced in the cavern for decades before becoming immortal as the Great Emperor Zhenwu, one of the most influential gods in Taoism.The cavern is about 15 square meters and floored with stone slabs, with a small exquisite stone palace around it built in the Yuan Dynasty (1271-1368).The statue of the young Crown Prince is worshipped in the middle of the cavern, with Jia's bed and other simple furniture on the other side.

    Outside the cavern is a balcony with stone balustrades, a place where he cooks, reads and talks with guests. Jia plays Taoist music and gently opens his one-meter tall wooden cupboard. What catches one's eyes is a big honeycomb covered with bees, occupying a quarter of the cupboard. In the other areas of the cupboard are his bowls, plates and chopsticks.

    In the spring of 1996, a swarm of bees flew in and made their home in the cavern. He drilled four small holes for the bees to fly in and out, but they prefer the cracks in the door.At first, the uninvited guests stung him when he opened the cupboard. After that, he played Taoist music whenever he was going to open the door, and gradually the bees became his friends and never stung him.


    "They love the music. I think they come here to practise Taoism with me," he says.

    Jia was a farmer in Xiangyang, Hubei province, and was diagnosed with hepatitis, gastritis, pneumonia and an inflamed gall bladder more than 25 years ago.At first he grew vegetables at the foot of the mountains and for a while lived in a small garden building."It's strange that I gradually recovered without any treatment, and I have never gone back home," he says.He moved to the cavern in the 1990s, where he could practice Taoism alone, doing meditation and chanting.Although he asks his family not to come to see him, his younger daughter and daughter-in-law visit him once a year.He says he enjoys the beautiful view of mountains and trees, which makes him feel one with all things on earth.

    Enjoying his simple life in the remote place, he has never left the area around the cavern for years. He gets up at 5 am, then does his daily morning prayer and meditation. After breakfast, he cleans the cavern, including the long stone path.There is no electricity or tap water. He goes to sleep early after a regular evening prayer, and uses a candle or a flashlight. On the cliff outside the cavern is a long groove, where the rainwater drains into the ancient well on the balcony.

    "The Crown Prince Cavern is cool in summer and warm in winter, " he says.Although the cavern is not open to tourists, he receives dozens of visitors every day to share his understanding of Taoism and to see the bees in the cupboard.They are mainly Taoist believers from all over the world, and bring him gifts such as fruits.When people who can't speak Chinese arrive, he just smiles and gently flicks dust off their clothes.Local Taoists also call on him regularly to offer necessities. He never accepts money, and always gives visitors protective talismans and snacks. Sometimes he invites them to share a meal.

    Listening to the radio and reading are his only ways to keep in touch with the outside world."I subscribe to newspapers and magazines and read them every day, as I'm concerned about national affairs," he says.He often writes his feelings about Taoism, which are mainly about filial piety, morality and values."To practice Taoism is very simple, just be yourself, with a clean conscience and justice. It is useless for those who have done something illegal to beg for the gods' forgiveness," he says."One can practice Taoism as long as one has heart and fulfills his duty. For example, a cleaner who cleans restrooms devotedly or an official who serves the people wholeheartedly," he says.

    China Daily


    Lieber Eckhart Tolle,



    Das wissen wir doch. Schon lange, und die Leute wissen das auch, eigentlich alle. Das haben schon kluge Kopfe vor zweieinhalbtausend Jahren in Asien und in Griechenland formuliert, das wussten schon die alten Ägypter und haben dennoch, oder gerade deshalb, die Pyramiden gebaut. Wenn du das nun nachplapperst (statt zu zitieren), wird es auch nicht besser. Du plapperst und deine Anhänger plappern es dir nach. Wie du siehst, machen sie bunte Bildchen und verteilen es in den sozialen Medien. Das hilft nicht, das ändert nichts. In ihren Köpfen existieren weiter Zukunft und Vergangenheit, in die Gegenwart kommen sie weder mit Sprüchen noch mit Bildchen. Es genügt nicht, in irgendeine beliebige Richtung zu zeigen und zu rufen: "Da lang, Leute."
    In unserem grenzenlosen oder gekrümmten Universum ist jede Richtung recht. Es gibt keine Mitte da draußen, jeder ist seine eigene Mitte da drinnen. Es gilt den Menschen zu sagen, wie sie den Weg einschlagen können. Sonst erwächst aus der Beliebigkeit ein Nihilismus. Dann verfällt die Wahrheit der Ironie und die Sehnsucht dem Sarkasmus. Statt eine Haltung einzunehmen, suchen sie nach Unterhaltung. Sie machen den Weisen zum Clown und halten sich selbst zum Narren.
    Man braucht den Leuten auch nicht sagen, was sie machen sollten, statt so weiter zu machen wie bisher. Sie wissen es. Jeder weiß es. Sie müssten es nur tun. Sag ihnen das. Sag ihnen, sie sollen es tun.

    Die Vermessung des Ichs



    Es ist ein heiliger Berg, und so sieht er auch aus. Man muss gleich an Kung-Fu-Filme denken, in denen die Kämpfer von Gipfel zu Gipfel fliegen. Weißer Fels stürzt in schwindelerregende Abgründe, um wieder in sanften Wellen aufzusteigen. Auf Felsvorsprüngen reiten bizarre Kiefern. Mal frisst sie der Nebel, dann haucht er sie wieder aus.

    Der Huashan, in der Provinz Shaanxi im Herzen Chinas gelegen, ist einer der heiligsten Berge des Reiches, eines seiner frühesten spirituellen Zentren. Berühmt für die abenteuerlichen Pfade, die einst daoistische Eremiten in seine senkrecht aufsteigenden Felswände hauten. Mal balanciert man auf rostigen Ketten, dann auf morschen Brettern, wer hier stürzt, hat sein Leben verspielt. Die Pfade gibt es zwar noch, aber längst drängen sich in der Gegend Touristen, zwei Millionen pro Jahr. Und doch, wer sucht, kann noch Einsiedler finden.


    Da – an der Brücke scharf rechts abbiegen, beim Schild "Zutritt verboten". Man tritt durch ein Steintor, mächtig, uralt, durchquert einen Tunnel, von Menschenhand in den Berg gehauen, und steht vor einer blauen Tür, die in den Angeln quietscht. Hier auf dem Huashan lebt Shi Xiaohong, in der ältesten menschengemachten Einsiedelei der ganzen Gegend.

    Shi sehnte sich nach etwas Namenlosem. Alle genossen die neue Freiheit, die sich für Shi gar nicht wie Freiheit anfühlte. "Die moderne Gesellschaft ist so flatterhaft. Ich spürte immer mehr, dass ich mich ihr nicht anpassen konnte." Damals habe er sich allein gefühlt, inzwischen habe er verstanden, dass es vielen so gehe. "Die moderne Gesellschaft hat ein Extrem erreicht, der Wunsch der Menschen nach Wohlstand, nach Luxus ist extrem. Die Welt der Objekte ist vom Geist getrennt. Die Seelen der Menschen sind leer, sie können ihr Inneres nicht mehr sehen, sie haben sich vergessen."

    Selbstkultivierung in der chinesischen Medizin


    Die Selbstkultivierung eines Therapeuten spielt eine sehr große Rolle im Hinblick auf die Fähigkeit, einen klaren Blick auf das Problem des Patienten zu bekommen. Selbstkultivierung bedeutet im Prinzip das Arbeiten an sich selbst, und Konfuzius drückt es folgendermaßen aus:

    „好学近乎知,力行近乎仁,知耻近乎勇。知斯三者,则知所以修身; 知所以修身,则知所以治人; 知所以治人,则知所以治天下国家矣。”

    Der, der das Lernen liebt, gelangt näher zum Wissen, der, der in seinen Handlungen immer korrekt ist, gelangt näher zur Großzügigkeit, der, der die Demut kennt gelangt näher zur Tapferkeit. Diese drei Dinge zu kennen erlaubt einem die Selbstkultivierung. Weiß man über die Selbstkultivierung, ermöglicht es einem, zu heilen. Weiß man darum, wie man heilt, kann man alles unter dem Himmel heilen.“

    Speziell im Bezug auf die Akupunkturausbildungen im Westen (und sicher auch in China) habe ich den Eindruck, daß die technische Seite sehr überbetont wird, und die energetische (mit Selbstkultivierung einhergehende) Seite vernachlässigt oder ganz aus dem Curriculum gestrichen wird. Dies hat nicht zuletzt politische Gründe, die das Thema eines anderen Artikels sein werden. So studiert man also Landkarten der Meridiane, doch das ist ganz ähnlich als schaute man sich Bilder ferner Länder an ohne je dort gewesen zu sein. Fraglich ist auch, woher kommen die Landkarten? Zu irgendeinem Zeitpunkt in der Geschichte muss jemand die Meridiane kartographiert haben.

    Ich bin der Überzeugung, daß die Meridiane und die darauf liegenden Akupunkturpunkte durch Selbstkultivierung entdeckt wurden. Über eine Innenschau, die in den Inneren Kampfkünsten vielmals als Neigong (内功 innere Fähigkeit) bezeichnet wird.

    „Heilung beginnt in uns, und um dorthin zu gelangen müssen wir das Wissen (des Herzens) suchen…“ Yaron Seidman (Hunyuan Fertility)

    Das erste Mal erfuhr ich von Kultivierungsmethoden speziell zur Akupunktur über ein Video von Andrew Nugent-Head. Er nennt es Tangible Acupuncture (Greifbare / Fühlbare Akupunktur) und ist in der Lage, Sensationen beim Patienten hervorzurufen die er vorher selbst bestimmt (bsp. Körperteile und Meridiane wärmen oder kühlen etc.). Was im relativen Gegensatz zur Methode des Einstechens und Liegenlassens steht (die Videos sind übrigens frei auf youtube verfügbar).
    .
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    Spuren im Kopf


    Immer noch halten viele Menschen die Meditation für eine rein religiöse Praxis. Dabei entfaltet sie messbare Wirkung - auf Gehirn, Gedanken und Gesundheit.
    Von Kai Kupferschmidt  (süddeutsche.de 8. Februar 2015)

    Ein Lagerraum, kahle Wände. Kaltes Licht beleuchtet die Stapel von Holzkisten. Die Aufgabe lautet, die grünen Gläser einzusammeln, die hier und da auf den Kisten stehen. Doch plötzlich sind überall Spinnen. Dicke, haarige, furchterregende Spinnen krabbeln über den Boden, kleben an den Wänden. In einer Ecke des Raumes steht ein grün leuchtendes Glas. Darunter ragen wiederum Spinnenbeine hervor. Das Herz pocht. Der Körper meldet: Angst.

    Dabei geht es hier - im Keller des Max-Planck-Instituts für kognitive Neurowissenschaften in Leipzig - weder um Spinnenphobien noch um Angststörungen. Die Hirnforscherin Tania Singer und ihr Team wollen vielmehr untersuchen, wie Meditation Menschen verändert. Der programmierte Albtraum, intern "Raum 101" genannt, gehört zu einem Forschungsprojekt. Den Probanden wird die künstliche Umwelt über einen Helm auf die Netzhaut projiziert, um herauszufinden, ob das mentale Training Menschen hilft, ihre Emotionen besser zu regulieren.

    Immer noch halten viele Menschen die Meditation für eine nur religiöse Praxis, mit der sich vor allem rot gewandete Mönche im Himalaja beschäftigen. Tatsächlich ist sie eine psychische Technik, mit der prinzipiell jeder Mensch seinen Geist und die Gesundheit beeinflussen kann.
    Die Frage ist nicht mehr, ob Meditation einen Effekt hat - sondern welchen

    Dass Meditation Spuren im Gehirn hinterlässt, ist mittlerweile gut belegt. Der Psychologe Richard Davidson von der University of Wisconsin-Madison konnte schon 2007demonstrieren, dass ein dreimonatiges Meditationstraining die Aufmerksamkeit schärft. Die Teilnehmer erkannten Zahlen, die auf einem Bildschirm zwischen zahlreichen Buchstaben versteckt sind, schneller als vor dem Training. Und Sara Lazar vom Massachusetts General Hospital in Boston berichtete, dass sich das Training sogar in der Morphologie des Gehirns niederschlägt. Der Hirnscanner zeigte, dass es den Mandelkern schrumpfen lässt, eine Struktur im Gehirn, die unter anderem an der Steuerung von Angst beteiligt ist. Zugleich hatte die graue Substanz in Bereichen des Gehirns zugenommen, die zum Beispiel mit Mitgefühl assoziiert sind.

    "Das Gehirn ist in der Lage, sich zu verändern, und so wie wir eine neue Sportart lernen, können wir auch Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit oder Mitgefühl trainieren", sagt Richard Davidson. "Das ist kein Voodoo."


    So sieht das auch Tania Singer: "Die Frage ist eigentlich nicht mehr, ob Meditation einen Effekt hat, sondern welche Meditation welchen Effekt hat, wie groß der ist und wie lange es dauert, bis er sich einstellt." Genau das untersucht sie in ihrem Projekt, an dem 17 Meditationslehrer und 160 Probanden in Leipzig und Berlin beteiligt sind. Die Teilnehmer haben neun Monate lang mindestens sechs Tage die Woche meditiert. Zugleich wurden sie von den Forschern körperlich und seelisch durchgecheckt: Wie hoch ist der Pegel des Stresshormons Cortisol im Speichel? Wie häufig kooperieren sie in speziell entwickelten Computerspielen? Wie glücklich sind sie? Und wie schnell rast ihnen das Herz, wenn sie durch Raum 101 laufen? Außerdem wurde das Gehirn jedes Teilnehmers fünf Mal gescannt.

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    Siehe auch: Sitzen in Vergessenheit, Daoistische Meditation nach Sima Chengzhen
    Yürgen Oster, BoD 2015

    Eine Reise zu den Quellen des Taijiquan



    Journalisten nehmen es nicht immer so genau mit der Wahrheit, wenn es sich anders spektakulärer oder geheimnisvoller anhört. Aber immerhin, ein einigermaßen anständiger Bericht.

    Drachenbootfest

    Das Drachenbootfest findet am 5. Tag des 5.Monats nach dem chinesischen Mondkalender statt und fällt dieses Jahr auf den 20. Juni. Das Fest hat eine Geschichte von mehr als 2000 Jahren und dessen Ursprung geht auf die Streitenden Reiche zurück. Über den echten Ursprung gibt es zahlreiche Legenden. Darunter ist die Legende von Qu Yuan, Dichter und Staatsmann des Reiches Chun in der Periode der Streitenden Reiche, die berühmteste.

    Früher hatte das Drachenbootfest viele interessante Brauchtümer, die heutzutage nicht mehr so üblich sind. Trotzdem findet man Spuren dieser Bräuche noch in manchen ländlichen Gebieten.

    Es ist eine Tradition für die Chinesen während des Drachenbootfestes Zongzi zu essen. Zongzi wird in verschiedenen Gebieten Chinas gemacht. 
    Historische Aufzeichnungen belegen, dass Menschen Zizania caduciflora Blätter verwendeten, um Hirse in der Form von Ochsenhörnern zu wickeln und diese dann in Bambus legten, um sie zu kochen. 
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    Nehmen wir mal zum Beispiel das Fahradfahren


    Manche lernen es ja nie, aber meist kommt man nach kurzen Anlaufschwierigkeiten damit zurecht. Man muss nur herausfinden, wie das Gleichgewicht zu halten ist. Erklären, wie das geht, kann man wohl nicht. Man hat ein Gespür dafür. Ich finde das erstaunlich, weil es kein direktes Equivalent in der Entwicklungsgeschichte gegeben hat. Auf einem Pferd reiten funktioniert völlig anders.
    Also wichtig für's Fahradfahren ist das Gleichgewicht, da ist es egal, ob du später mit dem Mountainbike die Landschaft verschandeln willst, auf dem schmalspurigen Rennrad Autofahrer nervös machst oder nur einfach auf deinem Hollandrad den Einkauf vom Markt nach Hause bringst. Dann gibt es noch Spezialisten die es sogar mit nur einem Rad, auf dem Einrad schaffen, in Balance zu bleiben, aber das eignet sich vorwiegend für die Zirkusarena oder die Straßenkunst. Rennen fährt man damit nicht und auch nicht querwaldein.
    Nun bedeutet Fahradfahren Bewegung an der frischen Luft und das ist im allgemeinen durchaus gesund. Das hat sich dann etwas vom eigentlich Radfahren abgekoppelt und entwickelte sich von Hometrainer zum Spinning. Dabei sind allerdings zwei wichtige Eigenschaften abhanden gekommen. Du brauchst nicht mehr das Gleichgewicht halten und du kommst nicht von A nach B.
    Was das nun auf meinem Blog zu suchen hat?
    Nehmen wir mal zum Beispiel Taijiquan oder Qigong. Manche lernen es ja nie, aber meist kommt man nach kurzen Anlaufschwierigkeiten damit zurecht.

    Daoistische Traditionslinien im Wudang Kungfu


    Im Wudang Kungfu gibt es noch immer eine Menge verschiedener Traditionslinien. Auf dem weit in der Vergangenheit liegendem Höhepunkt ihrer Geschichte gab es sogar mehr als 80 verschiedene Linien, Sekten, Schulen oder Stile, im Chinesischen "Pai" oder "Men". Sie haben unterschiedliche Größen, Bedeutungen und historische Hintergründe. Einige sind sehr groß. Die Hauptlinie der "Longmen Pai" - Drachentor Linie - ist bei weitem die größte daoistische Linie in ganz China und rund 70% aller daoistischen Mönche auf dem Wudang stammen aus dieser Linie. Im Stammbaum ist die Drachentor Linie der Stamm, während andere Linien wie die Chunyang Pai nur Zweige des gleichen Baumes sind. Viele Dinge sind bereits durch die Irrungen und Wirrungen der jüngeren Geschichte verloren gegangen und heute bestehen einige der kleineren Linien nur aus ein paar einzelnen Inhalten die in ihnen gelehrt werden. Die meisten von ihnen starben aus oder wurden für lange Zeit unterbrochen. Die Sanfeng Pai und Xuan Wu Pai, gegenwärtig die am weitesten verbreiteten Wudang Linien, sind gute Beispiele für wieder auferstandene Linien, die zuvor unterbrochen waren. Wang Guangde, der ehemalige Abt des Zixiaogong, des Haupttempel in Wudang, ließ diese beiden Linien wieder erstehen und legte sie in die Hände von Zhong Yunlong als Vertreter der Sanfeng Pai Linie und You Xuande als Vertreter der Xuanwu Pai Linie. Lassen Sie sich von den Namen der Linien nicht durcheinander bringen. Beispielsweise bedeutet der Name der Sanfeng Pai Linie nicht, dass nur diese Linie das überlieferten Kungfu von Zhang Sanfeng unterrichtet. Zhang Sanfeng war selbst ein Jünger des daoistischen Meisters der Drachentor Linie "Huolong Zhen Ren". Zhang San Feng, der Gründer des Taijiquan, ist nicht der Begründer von Wudang Kungfu und sogar Taijiquan hat seine Wurzeln in älteren Wudang Traditionen. Zhang Sanfengs letzter und bei weitem wichtigster Schüler war Zhang Songxi. Zhang Songxis Jünger gründeten die Songxi Pai Linie. Diese Linie ist heute eine weitere sehr große und wichtige eigene Linie außerhalb des größeren Stammbaumes der Drachentor Linien, jedoch nicht ohne auch von dieser beeinflusst und entfernt verwandt zu sein. Heute steht für viele Linien infrage, ob und wie sie in Zukunft weitergegeben werden.

    Longmen Pai: Die Drachentor Linie ist groß und alt und besteht aus vielen verschiedenen Aspekten die von innerem Kungfu & Kampffähigkeiten bis hin zu Qigong, Meditation, Massage, aber vor allem auch Zermoniell und religiösen Praktiken reichen. Die Drachentor Linie ist bei weitem der größte aller daoistischen Linien und wird in Wudangshan vor allem von Meister Wang Xing Qing vertreten.

    Chunyang Pai oder Chunyang Men war beinahe ausgestorben, ist dann aber tief aus den letzten klösterlichen Traditionen des Daoismus am Palast der Fünf Drachen zurückgekehrt. Großmeister Liu Li Hang, auch Liu Ling Guo genannt, LinienhLter in der 22, Generation, gab deren Künste an die Außenwelt weiter und hat damit ihr Fortbestehen in der näherer Zukunft garantiert. Chunyang Pai ist durch das berühmte Chunyang Boxen, Chunyang Schwert und Chunyang Qigong bekannt geworden.

    Songxi Pai: Außerhalb der Drachentor Longmen Traditionen ist diese Pai Linie eine wichtige große und noch immer existierende Linie mit einer Menge von traditionellen Kungfu von hohem Stellenwert, wegen seines reinen Charakters vom ursprünglichen inneren Wudang-Stil-Boxen.

    XuanWu Pai und Sanfeng Pai: Wie schon erwähnt waren diese Linie quasi ausgestorben, bzw. nicht mehr auf dem Wudang vertreten. Nachdem in den achziger Jahren des letzten Jahrhunderts von der Regierung wieder erlaubt worden war, die Klöster zu öffnen, wurden junge Mönche hinausgeschickt ins Land, um ehemalige Mitglieder der Linie zu finden und von ihnen die alten Techniken zu erlernen. You Xuande vertritt die Xuanwu Pai auf dem südlichen Wudang bei Wuhan und Zhong Yunlong vertritt in Wudangshan die Sanfeng Pai.

    Wudang Pai: Dieser Begriff wird in der Regel für die gesamte Wudang Kunst und Kultur verwendet und beinhaltet eben nicht nur die Kampfkunst. Wir verwenden diesen Begriff auch für viele der alten Formen, die nicht zurückverfolgt und mit einer bestimmten Abstammungslinie in Verbindung gebracht werden können, die aber schon immer traditionell in Wudang unterrichtet wurden.

    Ziran Men ist die Linie, aus denen sich eine Menge der traditionellen Kampffertigkeiten ableiten. Ziran Men betont die Kampffähigkeiten und für diese Zwecke verwendet sie die höchste Maxime des Daoismus "dao fa zi ran", was bedeutet, dass "das Gesetz des Dao die Natur ist". Deshalb betont diese Tradition die natürlichen Reflexe und eine Reflex-orientierte Entwicklung von Anwendungen der inneren Wudang Kampfkünste. Das Üben innerhalb dieser Linie geht einher mit rasch zunehmenden kämpferischen Fähigkeiten und dem Entwickeln schneller Reflexe. Die Praktiken dieser Linie sind sehr interessant für Liebhaber der echten inneren Kampffähigkeiten im Sinne von Wu Wei und Wu Wo, dem "Handeln durch Nichthandeln" sowie dem "Nicht-Ich".

    Es gibt viele weitere Linien die noch nicht erwähnt wurden, wie z.B. die Qingxu Pai, Tiangang Pai, oder die Linie des Großmeisters Liu De Yi, die Linie des dritten Himmelstores von Wudang (santianmen pai). Die Liste wäre zu lang, um hier vollständig wiedergegeben zu werden. Am Ende wollen wir hinzufügen, dass es für Einsteiger wahrlich nicht einfach ist, einen guten Überblick über den Charakter und die Bedeutung der Linien und Schulen zu bekommen. Selbst nach einer gut gemeinten kleinen Einführung wie dieser hier, bleiben sicher viele Fragen offen. Aber wir möchten dazu ermuntern, sich weiter zu informieren und die Linien mit uns zu diskutieren. Wer sich über Wudang Kungfu informieren möchten, ist immer willkommen, uns eine E-Mail zu schreiben.

    Die zwei daoistischen Ordensrichtungen: Quanzhen Jiao und Zhengyi Jiao

    Alle daoistischen Jünger, Mönche und Priester sind in der Regel in einer der beiden philosophisch-religiösen Ordensrichtungen 1. der Quanzhen Jiao und 2. der Zhengyi Jiao. Diese beiden Orden (Sekten) beschreiben verschiedene Wege der Kultivierung und haben in der Geschichte des Daoismus unterschiedliche Rollen übernommen.
    Während die Quanzhen Jiao eher die von der Welt zurückgezogeneren Wege pflegt und mit vielen Regeln und Disziplin der Kultivierung eines Mönch in einem Kloster entspricht, ist die Zhengi Jiao desto mehr eine weltliche Ordnung, die oft auch mit einem normalen Beruf und Familienleben verbunden wurde. Bei der Quanzhen Jiao führt der Weg der Kultivierung vor allem durch Sutra Rezitation, Zeremonien, dem Einsatz von Medizin, Erhaltung der Gesundheit, Praktiken für Langlebigkeit und die inneren Kampfkünste. Quanzhen Jiao ist auch der traditionelle Orden der für innere Alchimie bekannt ist. Jünger dieser Ordnung dürfen kein Fleisch essen oder Alkohol trinken und praktizieren strenges Zölibat.

    Zhengyi Pai Jünger haben eine andere Art der Kultivierung welche alle genannten Praktiken oder Teile der Praktiken der Quanzhen Jiao Praxis beinhalten kann aber nicht muss. Sie arbeitetenn früher viel für das Wohl der Gesellschaft wie z.B. durch Bändigung von Geistern, Magie, Heilen der Kranken, und durch Fengshui (chinesisch Geomantie) zu helfen, das Gleichgewicht von Yin und Yang aufrecht zu erhalten etc. Ihr Weg der Kultivierung ist nicht geprägt von Gesetzen, strenger Disziplin und Keuschheit, sondern vielmehr der "natürliche Weg" und daher beispielsweise der Weg mit einer Familie, Frau und Kindern. Die Praxis der äußeren Alchemie durch verwenden von externen Elixieren ist traditionell der Weg zur Unsterblichkeit in der Zhengyi Jiao. Ob Unsterblichkeit die wichtigste Maxime in der Allgemeinheit des Daoismus ist, ist dabei ein ganz andere Frage.

    Hinweis:

    Mit diesem Text wollen wir weder Personen/Personengruppen oder Generationslinien diskriminieren, sondern wollen bestimmte Fragen, die wir über die Jahre immer wieder gestellt bekommen, so gut wie möglich beantworten. Hier an dieser Stelle ist nicht genug Platz, um alles detailliert zu beschreiben. Deswegen bitten wir um Verständnis, falls einige themenbezogene Informationen fehlen. Der Zweck dieses Textes ist nur die Einführung der daoistischen Traditionslinien von Wudang. Jeder ist herzlich willkommen, uns für weitere Informationen zu kontaktieren.

    Quelle: www.wudang-kungfu.net

    The Legendary Daoist Wang Chongyang

    Source: asia-sale.com

    Wang Chongyang (11 January 1113 – 22 January 1170) [Chinese calendar: 22nd day, 12th month, 2nd year, Zhenghe era in the reign of Emperor Huizong of Song – 4th day, 1st month, 10th year, Dading era in the reign of Emperor Shizong of Jin was a Chinese Taoist and one of the founders of the Quanzhen School in the 12th century during the Song dynasty.  




    Wang Chongyang was born with his birth name as “Zhongfu” in a wealthy family in 1113. He was educated in Chinese classics and martial arts.
    Wang Chongyang intended to start a rebellion against the Jurchen Jin dynasty, which conquered northern China in the Jin–Song Wars. According to tradition, in the summer of 1159 when he was 48, he met two Taoist immortals in a tavern, Zhongli Quan and Lü Dongbin. They trained him in secret forms of Taoism. He changed his name to “Zhe” and adopted the Taoist name “Chongyang”.   
    In 1160, Wang Chongyang met one of the immortals again and was provided with a set of written instructions called “Ganshui Xianyuan Lu”. Those written instructions included the names of two men who would later become his disciples (Ma Yu and Tan Chuduan). Wang built a tomb for himself near Mount Zhongnan and called it “Tomb of the Living Dead”. He lived in it for three years.
    At the end of the three years, Wang filled the tomb with earth and built a hut on top of it and called it “Complete Perfection Hut”. He spent the next four years in the hut studying Taoism and imparting his knowledge to others. During that time, he met Tan Chuduan, who became his disciple after he cured Tan from illness. Qiu Chuji and Tan traveled around the local towns and villages with Wang and founded five Taoist congregations. Wang’s teachings were referred to the “Teachings of the Complete Perfection” (after the hut) and his branch of Taoism became known as the Quanzhen School.
    In 1167, Wang Chongyang burnt down the hut and travelled east to Shandong, where he met Ma Yu and Ma’s wife, Sun Bu’er. They became his disciples as well. He accepted a total of seven disciples who later became known as “Seven Masters of Quanzhen” or “Seven Elders of Quanzhen”. They are also called the “Seven Immortals” or “Seven Perfected Beings”.
    In 1187, Emperor Shizong of Jin summoned Wang’s disciple Wang Chuyi (and, according to some sources, also Qiu Chuji) to preach in his inner palace. Later, he requested the presence of Wang Chuyi at his deathbed. Shizong’s successor, Emperor Zhangzong, banned the teaching of Quanzhen Taoism. He considered them as causing heretical and detrimental to society; He converted to Quanzhen’s teachings later and let Wang Chuyi stay in Yanjing (present-day Beijing) for a year. Shizong’s grandson Wanyan Shou later wrote a biography for Wang Chongyang.
    Wang Chongyang was the author of many poems of Taoist instruction. According to legend, Liu Chuxuan became a follower of Wang after reading one of Wang’s poems.
    Wang Chongyang’s writings include:

    • “An Anthology of Complete Perfection by Chongyang” (Chongyang Quanzhen Ji)
    • “Chongyang’s Anthology on Teaching Transformation” (Chongyang Jiaohua Ji) 
    • “Chongyang’s Anthology of the Ten Transformations by Dividing Pears” (Chongyang fenli shihua ji) (The phrase “to divide a pear” is a pun for “to separate,” these were writings intended to convince Ma Yu and Sun Bu’er to separate in order to better cultivate the Dao.)

    • Disciples from Wang Chongyang

    The most notable ones among Wang’s seven disciples were Sun Bu’er and Qiu Chuji. Sun’s husband, Ma Yu, was one of the seven, while she became an important role model for female Taoists. Ma Yu later succeeded Wang as the leader of the Quanzhen School.
    Qiu Chuji gained the favour of Genghis Khan and founded the White Cloud Monastery in Beijing. Genghis Khan granted tax-exempt status to all Quanzhen schools and placed Qiu in charge of all religions in China.
    Each of the seven disciples founded his or her own lineage of Quanzhen Taoism. They are as follows:
    1. Ma Yu (馬鈺) founded the Yuxian lineage (Meeting the Immortals)
    2. Tan Chuduan (譚處端) founded the Nanwu lineage (Southern Void)
    3. Liu Chuxuan (劉處玄) founded the Suishan lineage (Mount Sui)
    4. Qiu Chuji (丘處機) founded the Longmen lineage (Dragon Gate)
    5. Wang Chuyi (王處一) founded the Yushan lineage (Mount Yu)
    6. Hao Datong (郝大通) founded the Huashan lineage (Mount Hua)
    7. Sun Bu’er (孫不二) founded the Qingjing lineage (Clarity and Stillness)  (siehe auch hier)