Trainingskleidung aus Wudangshan im traditionellen Han Fu Stil


Im Oktober reise ich wieder mit einer kleinen Gruppe in die Wudangberge. Gerne nehme ich Bestellungen für Trainingskleidung entgegen. Sie ist angenehm zu tragen, leicht zu pflegen und sie zeigt Deinen Respekt gegenüber der Tradition.


Schon 2100 v.u.Z. begann die Han Fu-Tradition in China, wobei jede Dynastie den Kleidungsstil durch die vorherrschende Philosophie und Politik prägte. Mit dem Beginn der Qing-Dynastie im Jahr 1644 übernahmen die Mandschuren die Macht und verboten den Han-Chinesen bei Todesstrafe das Tragen von traditioneller Kleidung. Nur noch Mandschu-Kleidung war erlaubt. Die heutzutage als typisch chinesisch angesehenen Qipaos, die mit Stehkragen und Knebelknöpfchen die Welt eroberten, sind also ein modernes Relikt der mandschurischen Unterdrückung und durchaus nicht chinesisch. Genauso waren die Chinesen gezwungen worden, lange Zöpfe zu tragen. Mit dem Ende der Qing-Dynastie fielen dann die alten Zöpfe. Gleichzeitig orientierte man sich nach Westen und es musste noch die Kulturrevolution ausgestanden werden, bis die Besinnung auf eigene Traditionen einen Aufschwung erleben konnte.

Das Dao gibt die Inspiration ...


Was die alte chinesischen Kleidung so faszinierend macht, ist nicht nur ihre oberflächliche Schönheit. Diese kommt erst zum Tragen durch die vielen Bedeutungen, die ihr innewohnen.

Lao Zi formulierte als Erster den wesentlichen Grundgedanken der chinesischen Kultur, dass Himmel, Erde und Mensch eine Einheit bilden.

Das „Handbuch der Technik“ in den „Riten der Zhou-Dynastie - (ca. 1000 bis 249 v. u.Z. ) erklärt den Zusammenhang zwischen kosmischer Gesetzmäßigkeit und menschlichem Wirken wie folgt: „Der Himmel hat seine Zeit, die Erde hat Qi, jedes Material seine eigene Schönheit. Der Handwerker hat die Kunst. Wenn sich diese vier verbinden, können Dinge von hoher Qualität entstehen.“

 

 Deine zweite Haut


Das Gewand umhüllt den Körper großzügig und zeigt damit die Großzügigkeit und Gerechtigkeit seines Trägers. Durch die nach außen verbreiterten Ärmel wird dieser Effekt noch verstärkt. Die Kanten des Gewandes sind an Kragen und Ärmeln stets mit andersfarbigem Stoff abgesetzt.

Dass der Kragen überkreuzt getragen wird, indem die linke Vorderseite die rechte überlappt, hat folgende Bedeutung: Links ist mit Yang, dem nach außen gewandtem Prinzip assoziiert, Rechts ist Yin, die verinnerlichte Seite, deshalb wird sie von Yang bedeckt.

Der Mensch soll sich stets bewusst sein, ein Leben im großen Zusammenhang der Natur zu führen, in Harmonie mit den himmlischen Regeln und den Jahreszeiten.

Die Informationen über die Han Fu Kleidung habe ich auf der Webseite Ihr Wellness Magazin gefunden.


Für weitere Informationen über Farben, Maße und Bestellung bitte hier klicken.



Der Versand der Kleidung erfolgt direkt aus China.

Berlin September


Schulen und Richtungen in Wudangshan Wushu und Dao



Der neu errichtete Yuxu Palast in der Stadt Laoying
Meist wird man dem Begriff Wudang Stil oder Wudang Pai begegnen. Wer dann glaubt, es sei dies eine Stilrichtung, die in sich geschlossen orientiert ist wie zum Beispiel ein Chen Taijiquan Stil oder der Yang Stil, wird bald darauf in völliger Verwirrung enden. Mit diesem Beitrag hoffe ich, etwas Ordnung in das scheinbare Durcheinander bringen zu können. Dabei erhebe ich nicht den Anspruch, alles richtig zu sagen, sondern gebe nur wieder, was ich bisher gelernt habe.

Zunächst möchte ich die beiden daoistischen Orden vorstellen, die in Wudangshan vorherrschend sind. Es sind dies Quangzhen Jiao und Zhengyi Jiao. Beide sind über ganz China verteilt und aus der Schule der Himmelsmeister hervorgegangen.

Quangzhen Jiao - Schule der vollkommenen Wahrheit wurde von Wang Chongyang im 13. Jahrhundert gegründet. Sie hat eine strengere Regelung des Lebens ihrer Mitglieder, sie essen kein Fleisch, nehmen keine berauschenden Getränke zu sich und leben zölibatär, während die Mitglieder der älteren Zhengyi Jiao ein mehr weltliches Leben führen, heiraten und Knder bekommen können. Damit weichen sie stark ab von der westlichen Vorstellung eines Ordens, es fällt uns schwer, die Mitglieder der Zhengyi Schule als Mönche und Nonnen zu begreifen.
Auch inhaltlich weichen die beiden Schulen voneinander ab. Der Quangzhen Orden kennt mannigfaltige Rituale in farbenfrohen Gewändern, das Rezitieren von „Sutras“ und Methoden der Inneren Alchemie. Zhengyi Daoisten können sich gleichwohl mit den Techniken der inneren Alchemie beschäftigen, sie sind aber auch sehr bewandert in der chinesischen Medizin, praktizieren Feng Shui (Geomantie) und waren in der Vergangenheit auch eng verbunden mit dem Schamanismus.

Innerhalb der beiden Schulen des Daoismus gibt es Linien oder Gruppierungen, die sich vorwiegend  in der Praxis ihrer Kampfkünste, des Qigong und der Meditationstechniken unterscheiden.


Alter Mönch der Quangzhen Jiao
Auch hier sind nicht eindeutige Zuordnungen vorzunehmen. In früheren Zeiten soll es bis zu 80 verschiedene Gruppierungen gegeben haben. Diese sind auch nicht alle unbedingt auf Wudangshan begrenzt. Die angeblich größte sei die Longmen Pai - Drachentor-Schule,
ungefähr 70 % aller auf Wudangshan lebenden Mönche gehören dieser Linie an. Die Longmen Pai nimmt für sich in Anspruch, dass der berühmte Zhang Sanfeng Mitglied dieser Schule gewesen sei. Immerhin war er ein Schüler des Huo Long Zhen Ren, der als Drachentor Daoist bekannt war. Innerhalb dieser Linie gibt es neben einigen sehr effektiven Inneren Kampfkünsten diverse Methoden des Qigong, Meditation und Massage.

Ein Zweig der Longmen Pai ist die Chunyang Pai, welche beinahe, wie viele andere Schulen, in den Wirren des letzten Jahrhunderts verschwunden wäre. Sie hatten ihren angestammten Platz im Wulong Gong, dem Palast der fünf Drachen, welches der älteste Tempel in Wudangshan ist. Er liegt abseits der neueren Pilgerstrecken, die im 15. Jahrhundert entstanden sind. Liu Li Hang, der letzte Großmeister der Chunyang Pai lehrte gegen alle Tradition nach außen, also nicht nur innerhalb des Klosters und rettete auf diese Art das Wissen für die Zukunft. Die Chunyang Schule hat einen berühmten Stil der offenen Hand und ebenso ist sie bekannt für ihre Schwertformen.

Eine der derzeit größten Richtungen repräsentiert die Sanfeng Pai. Auch wenn man es auf Grund des Namens glauben könnte, so leitet sie sich nicht direkt von Zhang Sanfeng* ab. Der Name Sanfeng bedeutet Drei Schätze und kann sich auf mancherlei beziehen. Da wären zunächst die drei Schätze der chinesischen Kultur, Daoismus, Konfuzianismus und Buddhismus, deren Philosophie zu vereinen eine der Bestrebungen von Zhang Sanfeng war. Aber auch Geist, Qi und Blut (oder Form) werden als drei Schätze verstanden, ebenso Himmel, Mensch und Erde. Mitunter findet man dennoch irrtümlich die Bezeichnung Zhang Sanfeng Pai, meist auf westlichen Webseiten und die Chinesen werden sich hüten, dieses Missverständnis zu korrigieren, verlöre doch sonst der andere sein Gesicht.
Oberhaupt der Sanfeng Pai ist der Abt Zhong Yun Long, der auch eine Schule unten am Eingang zum Gebirge führt. Viele seiner Schüler haben inzwischen eigene Schulen in den Bergen oder in der Stadt.

Vorführung einer Sanfeng Pai Schule im Purpurwolken Palast
Eine weitere Richtung mit großer Verbreitung ist die Xuanwu Pai, eine abgebrochene Traditionslinie, die vom ehemaligen Abt Wang Guangde wiederbelebt wurde. Als nach der Kulturrevolution wieder junge Menschen in die brachliegenden Klöster kamen, wurde You Xuande zum neuen Repräsentanten dieser Linie ernannt. Er lebt im sogenannten südlichen Wudang, einem kleinen Gebirge in der Nähe von Wuhan. Aber auch in Wudangshan gibt es nun Schulen seiner Schüler.

Songxi Pai blickt auch auf eine lange Tradition. Sie soll von Zhang Songxi, einem Schüler des Zhang Sanfeng gegründet worden sein. In ihr werden noch einige alte Formen des Gong Fu weitergegeben.

Einen sehr freien Kampfstil pflegt die Ziran Pai, auf natürliche Reflexe Wert legend sind die meisten Formen sehr schnell und beinhalten großes Kampfkunstwissen.

Der Autor mit seinem Lehrer Zhong Xueyong
Es gibt noch viele weitere Linien, kleinere und auch größere, je nach Popularität, die sich wandeln kann. Vor wenigen Jahren noch war Wudangshan nur wenigen Kampfkünstlern im Westen bekannt, Inzwischen erlebt es einen regelrechten Boom. Viele junge Menschen aus Europa, Amerika und Australien kommen für längere Zeit dort hin um sich in den Künsten auszubilden. Schulen sprießen aus dem Boden, einige leben nur kurz und verschwinden rasch, andere finden viel Zulauf. In diesem kurzen Beitrag konnte ich nur eine Übersicht bieten. Nikolaus Klinger hat sich die Mühe gemacht, die meisten Schulen auf einer Karte zu lokalisieren. Vielen Dank.
Sicher gibt es noch weitaus mehr zu lernen und zu erfahren über die Schulen und Stile in den Wudang Bergen. Für jede weitere Information bin ich dankbar.

*zur Rolle des Zhang Sanfeng als Begründer des Taijiquan gibt es hier einen umfangreichen Artikel

Taijiquan erklärt nun übersetzt

Den Beitrag von Juni, den ich spontan auf Englisch einkopiert habe, ist nun übersetzt.
Hier.


Genau jetzt

in diesem Augenblick, prallen zwei Systeme aufeinander, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten.

Seit ca. 3000 Jahren entwickelt sich in der chinesischen Kultur ein weltanschaulicher Zweig, der Wert legt auf die Entwicklung des Selbst, sich auf die Natürlichkeit des So-Seins bezieht und sich von gesellschaftlichen Konventionen und Entwicklungen fern halten möchte. Die Rede ist vom Daoismus, sofern es überhaupt ein ismus ist.
Im vorletzten Kapitel der Ur-Schrift dieser Kultur, im Daodejing von Laozi, beschreibt der Autor seine Vorstellung vom idealen sozialen Zusammenhang:

ein kleines land mit wenig menschen
sollen sie zehn oder hundert einheiten haben aber nicht einsetzen


sollen die menschen stark sein

aber nicht weit ihrer heimat sterben
 

sie haben boote und wagen doch reisen sie nicht 
sie haben gerüstete krieger doch preisen sich nicht
sie kehren zurück zum knüpfen der schnüre 

und machen davon gebrauch
 

schmackhaft ihre speisen anmutig ihre kleidung 
ruhig ihre bleibe freudig ihre gebräuche
sie können ihre nachbarn sehen 

hunde bellen und hähne krähen hören 
doch bis sie im hohen alter sterben 
gibt es weder kommen noch gehen

Seit ca. 300 Jahren entwickelt sich ausgehend von der zentraleuropäischen Kultur eine Gesellschaftsordnung, die Wert legt auf das Streben nach materiellem Gewinn durch kontinuierlichen Wachstum. Die Beherrschung des Markts geschieht durch die Verdrängung von Konkurrenten einerseits und das Hervorbringen ständig neuer Ideen und Produkte andererseits. Die Rede ist vom Kapitalismus. Interessanterweise findet sich über den Kapitalismus mehr kritische Literatur als begründende, die es freilich auch gibt.

Als ein Teil der daoistischen Kultur finden seit ca. 40 Jahren im Westen, in den vom Kapitalismus beherrschten Ländern, die Gesundheitsübungen des Qigong und diverse Formen der Kampfkünste, vor allem das Taijiquan große Verbreitung. Obwohl diese Künste vorwiegend erlernt werden sollten, um für sich selbst eine innere Entwicklung in Gang zu setzen, haben sie sich zu einem Markt entwickelt, auf dem es inzwischen mehr darum geht, darin ausgebildet zu werden, wie man es vermittelt, statt wie man es ordentlich praktiziert. Um den Gesetzen des Marktes zu folgen, findet ein Verdrängungswettbewerb statt, in dem mit Attributen wie „traditionell“ „original“ „authentisch“ oder eben „neu“ „effektiv“ „leicht zu erlernen“ etc. versucht wird, sich von anderen Anbietern abzusetzen.

Es ist auch für jede Klientel etwas dabei, vom houchycouchytouchy feeling* bis zum harten, bewaffneten Straßenkampf wird alles geboten. Aber wie kann in dieser auf materiellen Gewinn orientierten Szene noch Daoismus überleben? Er kann es nicht. Er muss sich zurück ziehen, was ihm aber ein Leichtes ist, da es seiner Natur entspricht:

der wissende sucht nicht gewinn 
wer gewinn will ist nicht wissend
 

der weise sammelt nicht
 

indem er anderen hilft 
geht es ihm selbst besser 

indem er anderen gibt 
wird er selbst reicher

Laozi, letztes Kapitel





*Zitat Gia Fu Feng

Guck mal, dein Gehirn wie Tetris (Mehr Alpha Zeugs)

Der promovierte Molekularbiologe Matthieu Ricard, seit 1967 Mönch in der Tradition des tibetischen Buddhismus, stellte sich 2001 dem Gehirnforscher Richard Davidson in Madison USA zu Studien über die Veränderungen im Gehirn in verschiedenen Stadien der Meditation zur Verfügung. Hierzu hatte das Team in Absprache mit Ricard ein Programm aufgestellt, bei dem im Wechsel zwischen einer neutralen Einstellung und verschiedenen Meditationen die Hirntätigkeit im fMRT gemessen und mit bildgebenden Verfahren dargestellt werden sollte.
Im weiteren zitiere ich aus Davidsons Buch ‚Warum wir fühlen, wie wir fühlen‘ 2012 Arkana, München.



Wir wussten, dass wir die Gehirntätigkeit während der Meditation aufzeichenen wollten, aller Voraussicht nach im fMRT, aber ganz so einfach war die Sache nicht. Diese bunten Bilder, die Laien so viel Freude machen, haben in etwa so viel Ähnlichkeit mit den tatsächlichen Daten wie ein Rembrandt mit einer verschmierten Palette. Erstens sind die Rohdaten digitalisiert. Wenn also bestimmte Gehirnareale in Rot, Blau oder anderen Schattierungen abgebildet werden, sind diese Farben willkürlich gewählt. Und was noch wichtiger ist, im fMRT lässt sich die Gehirntätigkeit nicht isoliert messen. Was dabei herauskommt, ist lediglich das Ergebnis einer Substaraktion: Die Aktivität, die für das Gehirn im ruhenden Zustand charakteristisch ist, wird von der Aktivität abgezogen, die während der im Experiment gestellten Aufgabe aufgezeichnet wird.
...
Es stellte sich also die Frage, welchen Ruhe- bzw Referenzzustand wir vom Meditationszustand subtrahieren sollten.
Eine weitere Frage war, wie lange Matthieu meditieren musste, bevor er den „meditativen Zustand“ erreichte. Es ist ja nicht etwa so als müsse man nur einen Schalter umlegen.

Nach einigem Herumprobieren entschied Matthieu, dass zweieinhalb Minuten die richtige Länge für die Meditationsphasen waren. Als Referenzzustand schlug er das sogenannte Lumaten vor, ein tibetisches Wort für einen geistigen Zustand, in dem man weder schläft noch meditiert, sich aber auch nicht auf etwas Besonderes konzentriert.

Als wir schließlich soweit waren…, schaute ich auf den Zeitplan:“Okay, Matthieu; Lumaten.“ Drei Minuten später:“Matthieu, jetzt bitte Mitgefühlsmeditation.“ Zweieinhalb Minuten später:“Jetzt wieder Lumaten.“ Nach sechs solcher Durchläufe legte Matthieu eine kurze Pause ein, bevor wir mit der Achtsamkeitmeditation begannen.

Anschließend folgetn sechs Zyklen mit offener Vergegenwärtigung… und zum Schluss kamen noch sechs Durchläufe Demutsmeditation.



Diese CT Aufnehmen eines Gehirns dienen nur der Illustration. Die Originalbilder können aus urheberrechtlichen Gründen nicht online gezeigt werden.

Die Daten von Matthieu lieferten tatsächlich einen ersten Beweis dafür, dass das Praktizieren bestimmter Meditationsformen zu dramatischen Veränderungen in den mit unserer technischen Ausrüstung messbaren Gehirnfunktionen führt. (Hervorhebung von mir) Wir saßen vor mehreren Computerbildschirmen und schauten uns die Serie von Strukturdiagrammen an, die das Team für uns aufbereitet hatte. Die Farbkleckse zeigten die unterschiedlichen Aktivitätsgrade an, die überall im Gehirn während der unterschiedlichen meditativen Zustände im Vergleich zum Referenzzustand Lumaten gemessen worden waren. Ich wollte Mitgefühl, fokussierte Aufmerksamkeit, offene Vergegenwärtigung und Hingabe nebeneinader sehen. Mit rasenden Gedanken und klopfendem Herzen schaute ich zum ersten Mal in ein meditierendes Gehirn. Dabei fiel mir auf, wie anders sich die vier Übungen darstellten. Obwohl sich die Zustände ausschließlich auf einer rein menatlen Ebene voneinander unterschieden – Matthieu befasste sich lediglich mit jeweils anderen Gedanken – waren in den Abbildungen des Gehirns klare Unterschiede in den Aktivitätsmustern festzustellen.


Zitat Ende

Davidson fand mit Hilfe des Dalai Lama weitere meditationserfahrende Probanden für seine Untersuchungen und betreibt nun mit geradezu missionarischem Eifer sein Projekt Change your Mind. Change the World im Center for Investigating Healthy Minds at the Waisman Center, UW-Madison.

Vor etwa 4 Jahren hielt der buddhistische Mönch und promovierte Molekularbiologe Matthieu Ricard (http://de.wikipedia.org/wiki/Matthieu_Ricard, siehe auch Abb. 1) am Europäschen Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL) in Heidelberg (http://www.embl.de/) einen Vortrag über wissenschaftliche Untersuchungen an sehr meditationserfahrenen buddhistischen Mönchen. Mehr darüber...

Dao De Jing

Wohl kein Text wurde so oft und vielfältig veröffentlicht, übersetzt, interpretiert und verhunzt wie das Buch Dao De Jing (Tao Te King) von Laozi (Lao Tse). Eine neuerliche Bearbeitung scheint daher genauso fragwürdig wie geboten.
In den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts legte Gia Fu Feng (gest. 1985) eine gut lesbare und entmystifizierte Bearbeitung vor, hervorragend ins Deutsche übertragen von Silvia Luetjohann und erschienen bei Irisiana/Hugendubel. Anfang der 80er begann Gia Fu eine neue Übersetzung, an der ich beteiligt war. Diese wich nur marginal von seiner ersten Arbeit ab. Mir reichte diese Version für meine privaten Studien, bis ich auf eine alte Übersetzung des sechsten Kapitels von de Groot stieß, die völlig andere Interpretationen bot. Von da an begann ich, mich ausführlicher mit dem Original, soweit man bei den überlieferten Texten davon sprechen kann, zu beschäftigen.
Meine Kenntnisse der chinesischen Sprache sind nur gering. Jedoch merkte ich schon bald, dass die literarische Qualität meist auf Kosten der hinein interpretierten bzw. heraus gelesenen „Weisheiten“ verloren ging.
Meine Arbeit orientiert sich folglich an der Sprache. Die einzelnen Schriftzeichen werden dabei nicht unbedingt „wörtlich“ übersetzt, sondern mitunter ethymologisch untersucht und ein entsprechendes Pendant gewählt. Das Fehlen von Interpunktion wird beibehalten und die gelegentliche Undeutlichkeit, ob das Zeichen z.B. Substantiv oder Verb ist, wird durch konsequente Kleinschreibung zumindest angedeutet.
Hierbei bleibt die Vielfalt der Deutungsmöglichkeiten in hohem Maß erhalten. Ich lege hiermit vielleicht kein Weisheitsbuch vor, sondern eher ein Bändchen moderner Lyrik.
Es erscheint in wenigen Tagen bei BoD mit der ISBN 978-3-7357-7738-6 und wird so aussehen.


Alpha Zeugs

Chen Taijiquan Meister Chen Ziqiang ließ sich in Polen auf eine EEG- Sitzung ein, bei der es im Rahmen eines brain-mapping programms darum ging festzustellen, inwieweit eine Person mit langjähriger Meditationspraxis fähig ist, sich schnell und bewusst in den Zustand der Alpha-Wellen zu versetzen.

Diese Alpha-Wellen Geschichte ist nichts besonders Neues und auch nicht, meditations erfahrene Menschen in solche Versuche zu verstricken. Das alles wird schon mindestens seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts gemacht und anscheinend bekommen die Doktoranden davon nicht genug. Die Meditationssekte des Maharischi Mahesh Jogy, der bereits Ende der 60er den Beatles und anderen Gutgläubigen personalisierte Mantras* verkaufte, ließ später, als sie sich einen wissenschaftlichen Anstrich gaben, solche Messungen an ihren Jüngern vornehmen. 

Nun, Chen Ziqian war wohl erfolgreich und quittierte das Ergebis mit der knappen Bemerkung: “If you can’t control your mind, how can you control your body”.

Den vollständigen Bericht über das Ereignis findest du hier.


* Mantras sind sogenannte Keimsilben im Sanskrit oder auch einer anderen Sprache, die ständig rezitiert werden soll. Juddu Krishnamurti sagte damals zu dem Mantra-Business:"Wenn ich tausend Mal 'Coca Cola' vor mich hinmurmel, dann spüre ich auch etwas in meiner Wirbelsäule."

Hier gibt's mehr Alpha Zeugs

3 Stufen der Taijiquan Entwicklung

 

 

Die drei Stufen der Taijiquan Entwicklung nach Großmeister Yang Jun, 6. Generation des Yang Stil Taijiquan.

 

1. Dein Körper versteht alle Bewegungen des Taijiquan. Du kannst sie vollständig und richtig ausführen. Dieses Stadium kann man durch fleißiges Üben der Soloform erreichen.

2. Du verstehst die verschiedenen Energien:
  •  Yin und Yang oder Leere und Fülle, vor allem die Übergänge von voll zu leer und umgekehrt.
  •  weich und hart
  •  die Energie sammeln und wieder freisetzen und die Übergänge zwischen sammeln und auslösen.
Das meiste hiervon lässt sich durch regelmäßiges Tuishou Training erlernen.

3. Dein Geist versteht Taijiquan vollständig und du kannst es praktizieren ohne nachzudenken. Du erreichst ein Stadium, Shen Ming 神明 genannt, was man mit Erleuchtung übersetzen könnte. Dazu muss man die Philosophie von Yin und Yang verstehen.
  • Es gibt im Universum Yin und Yang, deshalb gibt es auch in den Bewegungen des Taijiquan Yin und Yang. Generell kann man sagen, Yin ist eine geschlossene oder kontrahierte Haltung oder Position, Yang ist eine offene oder expandierte Haltung oder Position. Im Tuishou ist jeweils eine Person Yin und die andere Yang. Durch ihre Verbindung entsteht ein ständiger Wandel und Ausgewogenheit.
  • Im Yin ist Yang und im Yang ist Yin. Ein Taijiquan Praktizierender sollte sich immer darüber im Klaren sein, nicht in Extreme zu verfallen.
  • Yang entsteht, wenn Yin seine Fülle erreicht und Yin entsteht, wenn Yang seine Fülle erreicht. Wenn sich das nicht in deiner Praxis zeigt, dann bedeutet es, deine Energie stagniert und es entsteht ein Zustand von Unbeweglichkeit.

Taijiquan beginnt mit dem Erlernen der Formen und zielt auf den Shen Ming Zustand, in dem es keine Form gibt.

Wer hat's erfunden?

Chen family comes out fighting over Zhang Sanfeng claims!!!

2007 Chenjiagou recognised as the birthplace of Taijiquan.

Open warfare has erupted in China over the question of Taijiquan’s origin. It appeared that the dispute over where Taijiquan was created and by who had finally been settled in 2007. After extensive investigation and evaluation by the Chinese Wushu Association, and China's People Association, Wen County, Henan Province was named as, the "birthplace of Chinese martial arts Taijiquan" and "China Taijiquan birthplace" respectively. Chen Wangting was recognised as the creator of Taijiquan. This confirmed the 1930s research of Tang Hao, often viewed as China’s greatest martial arts historian.

Taking questions
However, the origin debate has dramatically reared its head again in the last few weeks. On July 16 China’s Ministry of Culture accepted and announced “Zhang Sanfeng Taijiquan” as one of the approved applicants in its "Fourth Instalment of National Intangible Cultural Heritage Recommended List” under the “Traditional Sports, Entertainment and Acrobatics Category”. The Zhang Sanfeng Taijiquan group in question hail from Shaowu County in China’s Fujian Province. The level of anger at this announcement can be seen from the reactions of two of the leading members of the Chen family, Chen Xiaowang and Chen Zhenglei.

Earlier today (August 11) Chen Xiaowang, an eleventh generation descendant of the founder of Taijiquan, held a press conference in Zhengzhou, Henan Province. During the press conference he publicly criticised the Zhang Sanfeng Taijiquan farce, and requested clarification from the relevant bodies and an assurance that they would deal with the issue justly, fairly and transparently

Chen Xiaowang addressing the press over the Zhan Sanfeng issue...
Chen Xiaowang pointed out a number of inaccuracies with the claims of Zhang Sanfeng Taijiquan as regards to Zhang Sanfeng's birthplace and its association with the art of Taijiquan and the evolution of the various schools of Taijiquan. He also pointed out the realistic and multi-angle damage the inclusion of "Zhang Sanfeng Taijiquan" could cause. In his words, "Once included in the list, it will create confusion regarding historical records and bound to lead to endless controversies". He also questioned the selection process of the Ministry of Culture, and went as far as stating that " there may be serious bureaucratic and other unhealthy practices." Strong words in China when speaking about the actions of officials!

In a similar vein, Chen Zhenglei reacted immediately upon returning from his world teaching tour on July 23. Hearing the news on his arrival back in China, within two days two letters were sent on behalf of the Henan Taijiquan Association and the Wenxian County Department to the Ministry of Culture and the National Intangible Cultural Heritage Protection Centre about the “problem report”. Chen Zhenglei also contacted Zhengzhou's major news organisations, and "as an individual and as a Chen Taijiquan successor" made public the situation and his dissatisfaction with the whole affair.

Chen Zhenglei - "Zhang Sanfeng story based on myth and fairy tale".
Chen Zhenglei stated that the criteria for "intangible cultural heritage" is its lineage and continuity, generally for three generations or more, through father to son (the family), or master to disciple, or through other forms of traditional school. He went on to say that the Zhang Sanfeng Taijiquan story is based on myth and fairy tale, and the Ministry for the protection of intangible cultural heritage must not confuse the public. This is not the first time that Chen Zhenglei has spoken out against misrepresentations of Taijiquan and the damage this can do to public perceptions. Over a decade ago in an interview with BBC Radio’s Eastern Horizon programme, which we reproduced in The Essence of Taijiquan under the heading “Ancient Art or New Age Fad”?, Chen Zhenglei stated that: “There is lots of imitation Taijiquan out there, and the public do not know the difference. These eclectic styles will be passed on as authentic and there will be fewer traditionalists amongst Taijiquan practitioners”.

The mythical Zhan Sanfeng popularised in the Jin Long novels
So just who was Zhang Sanfeng and does it matter who created Taijiquan? In popular culture Zhang Sanfeng is closely linked to the Wudang Mountains. This is largely due to the martial arts novels of Jin Yong and the movie “Taiji Master” by Jet Li. Whether or not he was a real person, or during which historical era he lived has been variously debated. But in both myth and 'fact' Zhang Sanfeng is an alchemist and Daoist monk of Wudang. Which begs the question why does the current application come from a group in Fujian and not from Wudang in Hebei? And if the claim is recognised will all the other Taijiquan families have to acknowledge it as their ancestor?

Whatever the truth, it seems the public is lapping it up. In September 2013, Shaowu held an "Across the Taiwan Strait · Sanfeng Hometown" event, and showcased for the first time Zhang Sanfeng (original style) Taijiquan slogans. Since then almost 3000 foreign students are reported to have come to learn the “Shaowu Zhang San Feng (original style) Taijiquan and Taiji exercises." It is this stressing of the wording “original style” that has stirred up other Taijiquan groups in China. This year from March 31 to April 2, the first Shaowu Zhang San Feng (original style) Taijiquan competition, took place with nearly 2,000 people attended the event.

aus:





Warum ist Bewegung gesund?

 19.01.2014

Wissenschaftler wollen einen Wirkstoff entdeckt haben, der in den Muskeln entsteht und andere Gewebe wie Fettzellen oder die Leber beeinflusst

Immer mal wieder macht die Meldung die Runde, dass Sex dieselben Wirkungen hat wie sportliche Betätigung, wenn es um das Verbrennen von Kilokalorien geht. Männer sollen, wie kanadische Wissenschaftler herausgefunden haben wollen, durchschnittlich 120 Kilokalorien verbrennen, Frauen 90, etwa so viel wie bei einem 15-minütigen Lauf. Deswegen schlugen die Wissenschaftler vor, dass man Sex auch als Sport bewerten sollte.
Sportliche Betätigung soll den Gesundheitszustand verbessern und womöglich die Lebensdauer verlängern, vor allem weil sie vor Fettleibigkeit und Diabetes schützt. Angenommen wird, dass dies mit der Betätigung der Muskeln zu tun hat, aber wie die Muskelaktivität den Restkörper beeinflusst, ist noch nicht so klar. US-Wissenschaftler wollen nun, wie sie in der Zeitschrift Cell Metabolism schreiben, einen Wirkstoff entdeckt haben, der in den Muskeln entsteht und andere Gewebe wie Fettzellen oder die Leber beeinflusst.
Dabei handelt es sich um die Beta-Amino-Isobuttersäure (b-aminoisobutyric Acid) (BAIBA). Schon zuvor war beobachtet worden, dass das Protein PGC-1∝ metabolische Gene in den Muskeln steuert und in transgenen Mäusen auf muskuläre Aktivität reagiert. Anhand von Experimenten mit Mäusen und Zellen wurde untersucht, welche Metabolite durch die Expression von PGC-1∝ produziert werden. BAIBA war eines der Metabolite, das Fettzellen veranlasst, Kalorien zu verbrennen, und dafür sorgt, in Mäusen den Blutzucker in der Waage zu halten. Bestätigt wurde dies durch Studien über die Auswirkungen von sportlicher Betätigung, die zeigten, dass die BAIBA-Konzentration durch körperliche Bewegung ansteigt und metabolische Risikofaktoren wie Blutzucker, Insulin, Triglyzeride und Cholesterin sinken.
Die Wissenschaftler schließen aus ihren Ergebnissen, dass BAIBA, produziert durch sportliche Betätigung, vor metabolischen Krankheiten schützen kann, was also ein Mechanismus wäre, warum Bewegung, also die Aktivität der Muskeln, der Gesundheit dient. Es "bräunt" weißes Fett. Insofern könnte es auch therapeutisch bedeutsam werden, so die Wissenschaftler, um Diabetes Typ 2 und das metabolische Syndrom (Fettleibigkeit, Bluthochdruck, hohe Blutfettwerte, Insulinresistenz) zu behandeln – auch ohne sich körperlich anstrengen zu müssen.

Quelle: http://www.heise.de/tp/news/Warum-ist-Bewegung-gesund-2102267.html

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Die Drei Hun (Teil 2)


So wie Hun in der klassischen Literatur beschrieben wird, hat man sich auf die Übersetzung Wanderseele geeinigt. Das Schriftzeichen setzt sich zusammen aus Wolke und Gespenst, nicht Geist im Sinne von Spirit. Es ist eine unruhige, umherwandernde Erscheinung, welche wie ein Schwamm alle Eindrücke aufnimmt und speichert.

Nach anderer Schulmeinung werden die drei Hun folgendermaßen charakterisiert:

Unteres Dan Tian

生魂 (Sheng Hun) Hun des Lebens

Die Aufgabe von 生魂 (Sheng Hun) liegt darin, das Leben zu vermehren, Wachstum zu fördern und die Lebewesen dabei zu unterstützen, sinnvoll und angemessen auf die Umgebung zu reagieren.

Mittleres Dan Tian

覺魂 (Jue Hun) Hun des Gefühls

覺魂 (Jue Hun) reguliert die sinnlichen Wahrnehmungen, die daraus resultierenden Stimmungen, unser Gefühlsleben und die Entscheidungen.

Oberes Dan Tian

靈魂 (Ling Hun) Hun des Geistes

Wie der Name sagt, reguliert 靈魂 (Ling Hun) das menschliche Bewusstsein, das Verständnis von richtig und falsch, gut und schlecht etc. Ling Hun vermittelt uns die Liebe, lässt und Ziele sehen und anstreben.

Nach dieser Schule des Daoismus haben Pflanzen nur 生魂 Sheng Hun
Tiere haben sowohl 生魂 Sheng Hun als auch 覺魂 Jue Hun und nur Menschen haben alle drei, also auch 靈魂 Ling Hun.


Die drei Hun werden meist im Zusammenhang mit den sieben Po genannt. Sie stehen sich quasi gegenüber und sind die beiden seelischen Aspekte, die in mehrere Imanationen aufgeteilt werden. Die drei Hun sind Holz und die sieben Po Metall. Holz steht im Osten und wird vom Drachen repräsentiert, Po steht im Westen, dargestellt als der weiße Tiger. Die Po sind mit dem Körper verbunden und verfallen mit dem Körper, die Hun sind mit dem Seelisch-Ätherischen verbunden und bilden die Brücke zur Ewigkeit. In der chinesischen Kultur gab es vor dem Auftauchen des Buddhismus keine Gedanken an Wiedergeburt, erst recht nicht im Sinne einer individuellen Reinkarnation. Die während des persönlichen Lebens gesammelten Eindrücke gehen über in den gesamten Äther, lösen sich auf wie der Tropfen im Ozean.

Wenn wir die beiden Beschreibungen vergleichen (s. vorherigen Post), finden wir durchaus Übereinstimmungen. Über den Hun-Aspekt 胎光Tai Guan des oberen Dan Tian heißt es, ein Mensch würde ohne ihn nur noch vegetieren, was der Vorstellung entspricht die besagt nur Menschen besäßen 靈魂 Ling Hun.

Der Klare Geist 爽靈 Shuang Ling im Mittleren Dan Tian wird beschrieben wie 靈魂 Ling Hun, aber 覺魂 Jue Hun ist auch für Entscheidungen zuständig, was ein Unterscheiden und demnach Ordnen voraussetzt.

Das Untere Dan Tian verbindet zur Erde und zur Körperenergie. Alles für die körperlichen Funktionen notwendige Qi wird dort verwaltet. Es ist für die Fortpflanzung, die Lebenserhaltung verantwortlich. Überlässt man sich ganz dem Unteren Dan Tian, dann werden die Essenzen erschöpft. Sexualität als Weg wird im Daoismus ebenfalls praktiziert und wird  Inhalt einer weiteren Untersuchung sein.
Das Untere Dantian, die Dunkle Essenz und Hun des Lebens erschaffen aus sich die Sieben Po.

Die Drei Hun bewachen den Yang-Aspekt des Geistes im Körper,
die Sieben Po bewachen den Yin-Aspekt des Geistes im Körper,
alle bestehen aus Qi.
Die Hun sind verantwortlich für das formlose Bewusstsein,
Die Po sind verantwortlich für das (be)greifende Bewusstsein,
welches erzeugt wird durch die Sinnesorgane.
Wenn sich Po manifestiert, entsteht Jing (Essenz),
Innerhalb der Essenzen manifestiert sich Hun.
Hun bewirkt die Geburt von Shen.
Shen ist die Grundlage des Bewusstseins
und das Bewusstsein bringt wiederum Po hervor.
Hun und Po, Yang und Yin sowie die fünf Wirkphasen (Wu Xing) sind ein endloser Kreislauf.


Die Drei Hun werden auch mit der Lotuspflanze verglichen, die im Schlamm wurzelt, deren Stengel, vom Wasser bewegt nach oben strebt und der Blüte, die sich über das Wasser erhebt.

Die Drei Hun

魂(Hun) ist die ätherische Seele, auch Wolken- oder Wanderseele genannt. Im Karussell der 5 Wirkphasen sitzt Hun auf dem Holzpferd. Daraus wird ersichtlich, dass sie in der Leber wurzelt. Sie wird vom Blut gehalten. Der Hun Aspekt der Seele entspricht dem Unbewussten. Hun saugt alles auf und speichert es. Daraus speist sich zukünftiges Karma. Wenn ein Mensch stirbt, löst sich Hun im Äther auf. Wie wir in überlieferten daoistischen Schriften nachlesen können, zeigen sich Hun in den folgenden drei Immanationen.
Die drei Dan Tian sind Wohnstatt der drei Hun.

Oberes Dan Tian

胎光 (Tai Guang) - Das Lichte des Fötus

胎光 (Tai Guang) beherrscht das Leben. Mit der Technik Tai Guan zu sammeln kann ein Mensch seine Kräfte erneuern und ein langes Leben erreichen. Es ist der wichtigste seelische Aspekt. Geht Tai Guan verloren, kann ein Mensch durchaus weiter existieren, Nahrung aufnehmen und den Körper bewegen, aber tatsächlich ist er schon tot (siehe auch You Jing)

Mittleres Dan Tian

爽靈 (Shuang Ling) - Klarer Geist

爽靈 (Shuang Ling) ist eigentlich Yin Energie und kann überschüssiges Yang regulieren, Shuan Ling verleiht einen klaren Verstand und die Fähigkeit, zu ordnen und zu organisieren. In dem Klaren Geist wurzelt der menschliche Intellekt, Wissen und Verantwortung.
Menschen mit geistigen Handicaps, Autisten etc. haben eine Störung im Shuang Ling Bereich. Eine Überdosis bringt brilliante Denker hervor, denen es in anderen, meist sozialen Kompetenzen mangelt.

Unteres Dan Tian

幽精 (You Jing) - Dunkle Essenz

幽精 (You Jing) - trübt die Yin Energie ein. Er gehört zur Erde und bestimmt das menschliche Geschick, verstrickt die Menschen in Süchte und dunkle, chaotische Gedanken, womit die Essenzen erschöpft werden. You Jing steht einer Verbindung zu spirituellen Energien im Weg. Übernimmt die Dunkle Essenz die Lebensführung, lebt der Mensch zwar weiter, aber ist in seinem Inneren schon tot.


 

Fortsetzung

Die Drei Dantian


In der grenzenlosen Leere der Zeit vor der Zeit entwickelt sich Hun Dun 混沌 , das Trübe oder auch Formlose genannt. Das Trübe teilt sich in die Drei Ursprünge San Yuan Dian 三原点 Himmel, Erde und Wasser, woraus sich die Ordnung der Menschen ergibt. Diese drei sind im Menschen als die Drei Wärmer San Jiao wiederzufinden. Sie werden geschützt oder bewahrt von den Drei Dan Tian, welche zwar keinen Raum einnehmen, aber ihre Positionen haben.

Allgemein wird das untere Dan Tian als das wichtigste angesehen. Es ist verbunden mit den Nieren, die aus dem Yin (des Mondes) und dem Yang (der Sonne) das Wasser generieren, aus dem das ‚Meer des Qi‘ entsteht, dessen Zentrum das Dan Tian bildet. Es ist die Wurzel des Menschen(körpers). Das untere Dan Tian kopiert den Ursprung des Wassers, reguliert alle körperlichen Vorgänge und die Verdichtung des Feinstofflichen. Durch die Verschmelzung von Qi und Geist im unteren Dan Tian wird die körperliche Gestalt geschaffen.

Das mittlere Dan Tian symbolisiert die Erde und sitzt in der Nähe des Herzens. Es empfängt das ursprüngliche Yin Qi der Erde und nährt die Gefühlsregungen. Das Herz wird andererseits von den Emotionen bewegt, so dass es angeraten wird, die Gefühle ruhig zu halten, damit das mittlere Dan Tian die Herzspiritualität entwickeln kann. Zum Schutz des Herzens wird es vom Xin Bao ummantelt. Die Existenz des Herzens ist notwendig, um das Wesen zu bilden.

Das obere Dan Tian repräsentiert den Himmel, empfängt das ursprüngliche Yang Qi und nährt den Geist. Es ist Herr über das Gehirn und die hundert Gelenke, also über all jenes, was uns beweglich macht. Körper und Geist sind einander zugetan, sie bedingen sich. Sie sind miteinander verflochten und ihre Knoten sind die drei Dan Tian. Der Körper hat seine Grenzen und der Geist hat seine Grenzen, aber in ihrer Vereinigung (in den drei Dan Tian) sind sie grenzenlos.

aus: Der zwölfteilige Brokat und alles andere, Yürgen Oster 2013