Von dem Einen und den Anderen.

Was man kennt, hält man für bekannt. Es wundert einen, wenn jemand das gleiche nicht kennt. Ganz schnell hat man in der Umgebung auch nur Mitmenschen, die das gleiche auch kennen. So wie man erst einmal kaum Leute mit Kindern kennt, aber kaum hat man selber welche, sind alle neuen Freunde auch Eltern.
Für mich ist seit 2005 Wudangshan der Mittelpunkt meiner Taijiquan Praxis. In meiner Facebook Timeline wimmelt es nur so von Wudang Praktikern aus aller Welt. In meiner Wahrnehmung hat sich die ganze Taijiquan Szene inzwischen auf Wudangshan ausgerichtet.
Im aktuellen Taijiquan und Qigong Journal ist ein Artikel von mir, nicht über Wudangshan. Als "Honorar" habe ich eine Anzeige, in der ich Trainings - Reisen nach  Wudangshan anbiete. Wahrscheinlich wird sich niemand darauf hin melden. Im ganzen Heft taucht das Wort Wudang sonst nicht auf (vielleicht irgendwo in den Kleinanzeigen, die hab ich nicht alle gelesen). Unter den Lesern des Taijiquan Journals scheint man sich nicht so sehr für die heiligen Berge zu interessieren.
Letztlich kann ich auch froh sein, wenn es dort nicht zu voll wird.
Es sind zwei verschiedene Welten, die deutsche Taijiquan und Qigong Szene, wie sie in diesem Journal repräsentiert wird und die Taijiquan und Qigong Szene in und um Wudangshan. Obwohl wir uns anscheinend in einer gemeinsamen Nische bewegen.
Wenn man erst einmal damit beginnt, dieses und jenes zu denken, dann reißen Himmel und Erde auseinander. Es tut sich ein Abgrund auf, in dem das ganze Universum Platz fände. Ist das Tor der Unterscheidungen erst einmal geöffnet, dann fällt alles auseinander. Dann entstehen die 10.000 Dinge  und die Menschen verstehen sich nicht mehr. Wenn wir nicht zum Einen zurückfinden, wie soll dann Frieden entstehen?
Wenn man das Eine kennt, hält man es für bekannt und ist verwundert, wenn andere es nicht kennen.


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