Nadel vom Meeresboden heben

Die "Nadel vom Meeresboden heben" (海 底针 Hai Di Zhen) hat als Redewendung ungefähr die gleiche Bedeutung wie die berühmte Nadel im Heuhaufen. In der daoistischen Alchemie ist mit dem Meeresboden das untere Abdomen gemeint und die Nadel heben bedeutet, den Punkt Hui Yin auf dem Damm nach oben ziehen.

In der 24er Taijiquan Form entspricht das Bild dem Wind aus den 8 Trigrammen Ba Gua, denen die Basistechniken der Arme nachempfunden werden.

Die acht Richtungen 

Die vier Tore


‣ Qien – der Himmel = Peng – Schützen
‣ Kun – die Erde = Lü – Weichen
‣ Kan – das Wasser = Ji – Pressen
‣ Li – das Feuer= An – Stoßen

und die vier Ecken

‣ Xun – der Wind = Cai – nach unten ziehen
‣ Zhen – der Donner = Lie – spalten, brechen
‣ Dui – der Sumpf = Zhou – Ellbogen
‣ Gen – der Berg= Kao – Schulterstoß

Über Cai heißt es:
Das eigene Gleichgewicht zu wahren, ist die oberste Regel. Das Gleichgewicht des Gegners zu stören, ist das Geheimnis von Cai. In jedem Angriff fällt es schwer, die innere Balance zu halten. Wenn du den rechten Augenblick abpasst, kannst du mit Leichtigkeit den Gegner in Verwirrung bringen. Achte darauf, nur eine Seite zu ziehen, sonst wird die Position des Gegners nur gestärkt. Setz den ganzen Körper ein, lass dein Gewicht sinken und behalte einen festen Stand. Cai hat nichts mit der Kraft deiner Arme zu tun.

Das Lied von Cai:

Entwurzeln gleicht dem Prinzip der Waage.
Ob schwer oder leicht, es kann ausgewogen werden. Der Kraft von tausend Pfund
braucht man nur vier Unzen entgegen zu setzen. Wie geht das?
Es ist das Gesetz der Hebelwirkung.*


* Yürgen Oster, Tai Ji Quan, Das Dao der Bewegung
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Die Anwendung sieht ungefähr so aus:




Bagua


Daoistische Unsterblichkeit: Die Unsterblichkeit kann angestrebt und erlernt werden

Das Pantheon der daoistischen Unsterblichen

Der Daoismus ist eine polytheistische Religion, deren Gottheiten ein Pantheon von Unsterblichen (1) bilden, die sich in drei Ebenen aufteilen.

Die erste Ebene besteht aus den Erhabenen Geistern des Ältesten Himmels (2); sie sind die Vollkommenen Geister des Ältesten Himmels (3), die bereits existiert haben bevor Himmel und Erde geteilt wurden. Sie umfassen die Drei Makellosen (4), die Drei Himmlischen Beamten (5,) die Vier Himmlischen Minister (6,) die Sternenfürsten der fünf Planeten und Sieben Sterne (7), die Vier Göttlichen Tiere und 28 Konstellationen (8), etc.

Die zweite Ebene beinhaltet die Vollkommenen Unsterblichen (9,) die das Dao erlangten nachdem Himmel und Erde erschaffen wurden. Genannt werden sie die Gottheiten des Späteren Himmels (10), denn sie waren ursprünglich gewöhnliche Menschen, die zu Unsterblichen wurden, nachdem sie das Dao kultivierten. Sie schließen die Drei Mao Fürstenbrüder (11), die Acht Unsterblichen (12) und andere ein.

Die dritte Ebene besteht aus Gottheiten der Volksreligion, die im Daoismus anerkannt werden, wie zum Beispiel die Türgeister (13), Geister des Wohlstandes (14), Küchengeister (15), Erdgeister (16), die mütterliche Herrscherin (17), Kaiser Guan (18), der Heilige Gründerkönig von Zhang (19), die Flussufer-Lady (20) , etc.

Bei näherer Betrachtung der Funktionen und spirituellen Eigenschaften der drei Götterebenen können wir erkennen, dass sie eine analoge Struktur zum vorherrschenden administrativen System der menschlichen Gesellschaften bildet. Unter ihnen, besetzen die Vollkommenen Weisen des Ältesten Himmels die höchsten Positionen. Sie sind zugleich omnipräsent (allgegenwärtig) und omnipotent (allmächtig). Dagegen können die volkstümlichen Gottheiten nur einen Aspekt des menschlichen Lebens beeinflussen, daher ist ihre Position niedriger.

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Pflicht zu Cultur, Immanuel Kant

Das Vermögen, sich überhaupt irgend einen Zweck zu setzen, ist das Charakteristische der Menschheit (zum Unterschiede von der Tierheit). Mit dem Zwecke der Menschheit in unserer eigenen Person ist also auch der Vernunftwille, mithin die Pflicht verbunden, sich um die Menschheit durch Kultur überhaupt verdient zu machen, sich das Vermögen zu Ausführung allerlei möglichen Zwecke, so fern dieses in dem Menschen selbst anzutreffen ist, zu verschaffen oder es zu fördern, d.i. eine Pflicht zur Kultur der rohen Anlagen seiner Natur, als wodurch das Tier sich allererst zum Menschen erhebt: mithin Pflicht an sich selbst.

Allein diese Pflicht ist bloß ethisch, d.i. von weiter Verbindlichkeit. Wie weit man in Bearbeitung (Erweiterung oder Berichtigung seines Verstandesvermögens, d.i. in Kenntnissen oder in Kunstfähigkeit) gehen solle, schreibt kein Vernunftprinzip bestimmt vor, auch macht die Verschiedenheit der Lagen, worein Menschen kommen können, die Wahl der Art der Beschäftigung, dazu er sein Talent anbauen soll, sehr willkürlich. – Es ist also hier kein Gesetz der Vernunft für die Handlungen, sondern bloß für die Maxime der Handlungen, welche so lautet: »baue deine Gemüts- und Leibeskräfte zur Tauglichkeit für alle Zwecke an, die dir aufstoßen können«, ungewiß, welche davon einmal die deinigen werden könnten.

Finca La Hacienda

Wir waren wieder auf der Finca, in Tierra del Trigo, jenem aussergewöhnlichen Platz in den Bergen oberhalb von Los Silos. Die Lage ist ideal. In einem weiten Halbkreis schützen die Berge vor der Hitze des Südens, öffnen sich zum Meer, welches sich steil unterhalb vor der Daute in den Norden dehnt. Klassisches Fengshui. Das Klima soll besonders gut sein für das Herz, welches sich gerne dort öffnet. Der große runde Platz oberhalb der Gebäude, früher zum Dreschen des Getreides *Trigo* genutzt) eignet sich hervorragend zur Gruppenarbeit. Vielleicht sollte man auf dem, zweiten, kleineren Platz ein großes Zelt errichten, wenn Schatten von Nöten ist.

Es war einfach ein Besuch, der mit einem delikaten Essen gedankt wurde. Carne Fiesta, eine tenerfische Spezialität, Gofio (laut Wikipedia das älteste überlieferte Getreidegericht der Kanarischen Inseln) Kartoffeln, auf die Teneriffa auch stolz ist und Kaninchen. Dazu den kräftigen, vollmundigen Rotwein der Region, von dem mir ein Glas reicht.

Währenddessen zogen Wolken auf und in den Bergen hat es sicher geregnet, den Wasservorrat gesichert. Bei uns kamen nur unmerkliche Tropfen an.
In drei Wochen geht es wieder dort hin, zur einwöchigen Qigong-Meditation.
Zurückkehren zum Ursprung.



Die Finca eignet sich hervorragend für Seminare oder als Ausgangsort für Wanderungen. Mit dem Auto ist man in 15 Minuten am Meer, entweder in Garachico oder Los Silos, in einer Stunde oben in den Cañadas del Teide oder an der Küste von Los Gigantes. 
Wer sich privat oder mit einer Gruppe dort einmieten möchte, kann direkt über das Kontaktformular mit uns Verbindung aufnehmen.

Bücher, Wiederauflage, überarbeitet.

Aus den Aufzeichnungen der zwölf Brokatübungen, wie ich sie in Wudangshan vor einigen Jahren gelernt habe, wurde zunächst eine mehrseitige, als pdf-Datei zu ladende Hilfe für jene, die die Übungen bei mir gelernt hatten. Dann hielt ich es für nötig, einige Kommentare dazu zu schreiben und zu den Kommentaren kamen Erklärungen und so langsam wurde mir klar: Das wird ein neues Buch. Mit den Erfahrungen der letzten Bücher, die zwar in guten Verlagen, aber schlechter Distribution gelandet waren, beschloss ich, es mit Selbstverlag zu versuchen. Dabei stieß ich auf BoD (Books on Demand) und das Konzept gefiel mir von Anfang an. Darein sah ich auch eine Gelegenheit, die alten, nicht mehr im Handel erhältlichen Bücher, selbst neu aufzulegen. Das Ta Ji Quan Buch erhielt eine komplette Überarbeitung, viel neues Material und Bilder. Wäre auch traurig, wenn ich in den Jahren nichts dazu gelernt hätte. Ich bin sehr glücklich mit dieser neuen Ausgabe. Das Buch des Jahreszeiten-Qigong nach Chen Tuan habe ich im Grunde belassen. Es ist ja eine Überlieferung, wenig eigenes Material und konnte so bleiben. Aber wegen der Arbeiten, bin ich im Buch über die Brokate natürlich hinter den Zeitplan gerutscht. Ich befürchte, ich schaffe es nicht mehr dieses Jahr. Aber ich bin dran. Die beiden fertigen Bücher können direkt bei mir bestellt werden, bei jedem Internet-Versender und natürlich auch bei deinem Lieblingsbuchhändler.

Tai Ji Quan - das Dao der Bewegung 14,90€ 
ISBN-13: 978-3732252732 (auch als eBook erhältlich)

Dao Shi - Qigong im Wechsel der Jahreszeiten 15,90€ 
ISBN-13: 978-3732252756 (auch als eBook erhältlich)



Kampfkunst, Esoterik oder gute Laune?

Auf der Suche nach Tajiquan


Als man das Automobil entwickelte, ging es darum, eine Reisegefährt zu schaffen, eine Kutsche ohne Pferde. Man dachte nicht daran, so schnell wie möglich im Kreis fahren zu können, schwere Spezialfahrzeuge oder Reisebusse zu bauen. Aber die Entwicklung ging rasch in die verschiedenen Richtungen. Wir wissen nicht, ob Taijiquan seinen Anfang als Kampfkunst nahm, die dann verfeinert wurde zu einer Methode des Qigong und der inneren Alchemie, oder ob es sich aus Selbstkultivierungspraktiken zu einer Kampfkunst mauserte. Wir wissen es nicht und wir werden es wahrscheinlich auch nie wissen. Was uns heute begegnet, wird in den meisten Fällen einem Reisegefährt gleichen, um morgens zur Arbeit und am Wochenende mit der Familie ins Grüne zu kommen. Nur wenige wollen Rennen fahren, als Show-Wettkampf, als Performance-Meister oder im Zweikampf. Nur wenige wollen ein Spezialfahrzeug, einen Schwertransporter mit mannshoher Bereifung an 12 Achsen, innere Verfeinerung bis zur Unsterblichkeit. Das alles wollen nur wenige. Die meisten wollen den Führerschein und dann endlich mal über die Autobahn. Das ist das höchste der Gefühle. Aber jeder der Auto fahren kann, könnte zur Not auch einen 7,5 Tonner oder ein Fahrzeug mit sehr hoher Geschwindigkeit lenken. Denn für alle gelten die gleichen Regeln, es wird gelenkt, gekuppelt, beschleunigt und gebremst. Das muss man können, wenn man Auto fahren will.