Die Schlange

Kaum waren wir von der Straße auf den schmalen Bergpfad abgebogen, da flüchtete eine Schlange vor uns. Gut anderthalb Meter lang, gelbgrün, verschwand sie flink im Unterholz. Erstaunlich, wie solch ein Viech sich durch Pflanzen und Geäst bewegen kann, ohne sich zu verletzen, während ich gewöhnlich schon am ersten Dorn hängen bleibe.
Die Schlange ist das Tier der Phase Metall, wird verkörpert von Lunge und Dickdarm und erzeugt die Empfindungen von Kummer und Sorge.
Standardmäßig wird in der Literatur an dieser Stelle von 'Trauer' gesprochen, was ich aber als einen Aspekt von Mangel im Feuer, der Abwesenheit von Freude bezeichnen würde. Kummer und Sorge sind zwei Erscheinungsformen der selben Empfindung. Kummer entsteht über Vergangenes, Sorge vor Zukünftigem. Beides ist demnach nicht notwendig,
da das eine schon Geschichte ist und nicht geändert werden kann, ganz gleich, was wir dazu im Nachhinein fühlen und denken, das andere ist noch nicht erschienen und muss auch nicht in jener Form auftreten, wie wir es befürchten oder erhoffen. In dem Film Kungfu Panda macht der Meister dazu eine schöne Bemerkung. Ich habe den Film im englischen Original gesehen und er sagt "the past is history, the future is mystery but the moment is a gift, that's why it is called present". (aus der Erinnerung zitiert) Gerne wüsste ich, wie man das auf Deutsch synchronisiert hat.*
Est ist etwas anderes, sich um jemanden zu kümmern oder für jemanden zu sorgen. Das hebt die Trennung zwischen uns Menschen auf, es verbindet. Den geistigen Aspekt von Metall nennen wir auch Körperbewusstsein. Das vegetative System, das Instinktive, verbinde ich damit. Zu schlafen, wenn man müde ist, zu essen, wenn sich der Hunger meldet. Das Blut zirkuliert, ohne dass wir einen Gedanken daran verschwenden, wir
verdauen, spalten Nahrung auf, verteilen die Nährstoffe im System, während wir in Gedanken ganz wo anders sind. Das ist Metall, dargestellt in der Schlange.

*Mein Angebot lautet: Was hinter uns liegt, ist Geschichte und was uns die Zukunft bringen wird, liegt im Geschick. Die Gegenwart bildet die Grenze. Im Augenblick sind wir präsent, er ist ein Geschenk.

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