1. Etappe


Der Bus fuhr nicht. Der Bus, den ich aus dem Fahrplan von 2012 rausgesucht habe, fährt 2013 nicht mehr. Ich rede von dem Bus, der uns zum Flughafen bringen sollte. Wir mussten zunächst nach Santa Cruz und dort umsteigen. Beides Busse, die an jeder Milchkanne anhalten und Leute mitnehmen, die anscheinend nicht darauf vorbereitet sind, mit einem Bus zu fahren, ganz überrascht umständlich ihr Fahrgeld raussuchen und die Uhr tickt und tickt.....
Natürlich kamen wir spät an am Flughafen und vor den Ryanairschaltern standen endlose Schlangen, die sich nicht voran bewegten. Und natürlich bin ich ganz nach vorne gegangen und Entschuldigung wir müssen noch auf den Flug nach Frankfurt und natürlich wieso drängeln sie sich vor aber wir kamen dran und alle anderen hinter uns, die auch nach Frankfurt wollten kamen auch dran und letztlich saßen wir alle im Flieger. 
(Georg, ich weiß, du magst "Flieger" nicht. Aber mal im Ernst, wie hört sich das denn an "Flugzeug"? Ich setz mich nicht in ein Zeugs um über den Ozean zu fliegen)
Als die erste Runde Kaffee angeboten wurde, gab es plötzlich in den Reihen vor uns einen Bohei. "We have an animal on board." sagte der Flugbegleiter und gemeint war eine Kakerlake. Muss ziemlich groß gewesen sein. Weibliche Passagiere standen, ganz wie es sich gehört, auf den Sitzen. Eine der Frauen vom Personal hat sie erwischt, die Kakerlake, und platt getreten. Ihr Kollege hatte verkündet, er würde nicht für's Töten bezahlt. Konsequent. Ich hoffe, die Frau bekommt keinen Ärger mit der Gewerkschaft.

Ryanair kalkuliert wahrscheinlich immer eine etwas längere Flugzeit als tatsächlich benötigt wird und hat so eine zu  90% pünktliche Ankunft. Auch diesmal. Fast 30 Minuten vor der Zeit. Fanfare.
Weil wir mit als Letzte eingecheckt hatten kam unser Koffer als einer der ersten. Aber frühe Landung und schneller Koffer halfen nichts, wir mussten fast eine Stunde auf den nächsten Bus warten. Zeit genug für ein belegtes Brötchen, dessen Preis statt Salat Blattgold erwarten ließ. 
Ein paar Notizen gemacht, die Zeit verging und ich sag noch so:" In 12 Minuten geht der Bus, nur, damit es keine Hektik gibt. Alles in Ruhe. Wo ist der Koffer?"
Ja wo ist der Koffer, den hatten wir doch eben noch. "Sie sind Herr Oster?" Ein Alarmlimettengrün bewesteter Flughafenmitarbeiter spricht mich an, sagt dass Koffer rumstehen lassen sehr teuer werden kann und das meiner jetzt bei der Information abzuholen sei. Ja wo sie denn sei, die Information. Am anderen Ende der Halle. Ja dann mal los, damit es keine Hektik gibt, zum anderen Ende der Halle, wo ich erfahre, dass der Bus dort abfährt und somit ich wieder zurück zum anderen Ende der Halle, wo Susanna den Bus vermisst, der sonst dort abfährt und wir wieder zurück zum anderen Ende der Halle.
So war die erste Etappe.

Kommentare:

  1. Dann schreib wenigstens "Fliegzeug", lieber Yürgen.

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  2. "Das Zeug fliegt das man"
    "ins Zeug legen und Zeug ablegen, wenig ins Zeug nehmen, so fliegen Sie leichter und billiger."

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