Sendung zum Frühling 2013


Liebe Freunde

Anfang der siebziger Jahre arbeitete ich für einen kleinen Laden in Köln, der auch so etwas wie ein Treffpunkt war. Hier hörte ich zum ersten Mal von Taijiquan, von einem daoistischen Tanz, bei dem exakte Regeln der Bewegung einzuhalten seien, was meiner damaligen Auffassung von Daoismus wirklich nicht entsprach. Obwohl ich eigentlich nur die Reclam Ausgabe des Daodejing in der Übersetzung von Günter Debon kannte, hielt ich den Daoismus für eine Art pantheistischen Anarchismus. Strikt festgelegt Bewegungen hatten in diesem Bild keinen Platz. 
Eines Tages unterhielt ich mich mit einem jungen Physiker, den ich schon des öfteren dort getroffen hatte, über Themen aus der Science Fiction Literatur. Wir kamen auch auf Multidimensionale Welten zu sprechen und ich gestand, mir diese schwerlich vorstellen zu können. Er gab mir eine sehr anschauliche und, wie man sieht,  nachhaltige Erklärung des euklidischen Raumes, um darüber hinaus dann vielleicht auch einmal höhere Dimensionen zu verstehen. Der euklidische Raum (ich vereinfache hier und die Mathematiker mögen mir verzeihen) basiert auf dem Punkt, der 0 Dimension besitzt. Die Gerade, bestehend aus unendlichen Punkten bildet die Dimension 1, unendlich 1 hat die Dimension 2, genannt Fläche und unendlich 2 erzeugt den Raum, Dimension 3. Nun brauchen wir uns nur unendlich viele Räume  vorstellen, um in die vierte Dimension vorzustoßen. Was mich daran fasziniert, ist ein Raum, der aus unendlich mal unendlich mal unendlich mal Null besteht. 
Und nun reden wir davon, uns darin zu bewegen. 

Mit den besten Empfehlungen
Yürgen Oster



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