xinxinming 28

迷生寂亂  悟無好惡  一切二邊 

Fanatismus erzeugt

Einsamkeit und Verwirrung;

Erleuchtung ist ohne

Zuneigung und Abneigung.
Alles hat zwei Seiten.




迷 生1寂2乱3  悟4无5好恶6  一切7二边8 

1 生 shēng: gebären; geboren werden; leben
2 寂 jì: einsam, verlassen; still, ruhig
3 乱 luàn: verwirrt, durcheinander, Unordnung, Chaos
4 悟 wù: begreifen, nachvollziehen
5 无 wú: Nichts; es hat nicht; fehlen, un-; keiner,keine; nein,nicht, ohne
6 好恶 hàowù: neuen Eintrag anlegen
7 一切 yīqiè: alles, gemeinsam, zusammen
8 二边 èrbiān: zwei Seiten

Der junge Meister in Mainz

Nun war er da und nun ist ber schon eine Woche wieder weg. Zuerst hatten wir ihn drei Tage am Bein, was ihn sehr verwunderte: "Kein Training?" Also sind wir auch mit ihm zum Training in den Park gegangen. In meinen Zixiaogong. Den Rosengarten in Mainz. Ich bilde mir ein, er hat verstanden, warum ich den Platz so nenne.
Den Gedanken, uns an ihm, dem Unschuldigen, nun zu rächen für die geführten Besichtigungen in chinesischen Manufakturen, Jadeschnitzer, Seidenweber oder Perlenzüchter, bei denen wir nicht nur staunen, sondern vor allem kaufen sollten, habe ich rasch wieder verworfen. Das wären gewesen Werksbesichtigung bei Opel, einem ihm unbekannten Autobauer, der den chinesischen Markt total verschlafen hat, Winzer im Rheingau mit Kellerei und anschließender Verkostung. Dann noch Glas Schott, mit einem Weinpokal mit eingraviertem Namen als Andenken. Aber da hätte ich auch immer mit hin gemusst und ihn interessierten alte Dinge mehr als neue. Das Alte, was es jetzt noch zu sehen gibt, hat aus einem Grund überlebt in unsere Zeit und ist deshalb wert, beachtet zu werden. Neues kann man sich auch ansehen, aber was dann weiter? Zunächst machte wir ihn mit dem alltäglichen Leben vertraut. Gingen auf den wunderschönen Mainzer Markt, kauften Gemüse und Gewürze, die ich in meinem Wok zu deutsch-chinesischem Mahl bereitete. Meine leere Stube gefiel ihm, hat ihn fast schon amüsiert.
Am nächsten Tag hatte ich ein Plakat gesehen für eine Ausstellung im Palmengarten"Tausend und ein Öl", weshalb ich das als Erlebnis vorschlug. Wurde aber erst einen Tag später eröffnet. War dennoch ein schöner Ausflug. Der Meister hat fleißig fotografiert und die Vorstellung darüber, was in Deutschland alles so wächst wird zumindest in Wudangshan eine wunderliche Erweiterung erfahren.
Am Montag war er froh. als wir vor Ort ankamen und der erste Unterricht begann. Sorgsam macht er sich ein Bild von den unterschiedlichen Kenntnissen. Dann legt er los. Ganz sanft und vorsichtig. Direkt aus seinem Herzen und direkt zu uns. Zu jeder und jedem Einzelnen. Ich weiß wie das ist, vom Herzen zu unterrichten, ich mache das auch. Aber ich lege noch jede Menge Filter vor. Vielleicht weil ich zu hitzig bin, wie er einmal gesagt hat. Wo ich Feuer bin, da ist er Wasser.
Langsam, ganz langsam steigt das Wasser und ehe es uns bis zum Hals steht, haben wir schwimmen gelernt. Die einen noch unbeholfen, die anderen kräftig. Aber keiner geht unter.

Am Samstag frei und am Sonntag eine etwas verunglückte Veranstaltung. Breiten wir darüber das Mäntelchen des Schweigens und Vergessens und hoffen, nie in eine Wirbelsäulengymnastikgruppe zu müssen.

Drei Tage sollte es nun Vertiefung heißen. Tui Shou und Anwendungen. Aber es gab nicht das große Geschbbse, wie ich es bei anderen Lehrern erlebt hatte. Auch kein stundenlanweiliges Kreiseln mit den Armen, wpbei die Frauen tratschen und die Männer verbissen werden. Nichts davon. Sanft mal wieder der Herr Guan. Den Herzschlag des Partners spüren oder den Atem und in die Kontraktion sich hinein dehnen.

Schon in Wudang hatte ich mein Interesse an Xuan Wu Quan bekundet. Wolle er mir beibringen. In Deutschland. Morgens. Was denn jetzt damit sei, fragte der Meister. Er warte auf mich. Also war ich da um 6 Uhr und weil ich am nächsten Morgen wieder zum ZDF musste, gleich am Abend noch mal. So bin ich dann auch noch den Genuss der ersten Schritte dieser ungewöhnlichen Form gekommen, von der J. glaubt, es sei nur Gong Fu.
Nachmittags gab Guan dann Doa-Lesson, Vertiefung eben. Manchmal ist es wohl hilfreich, in einer Sprache nur wenige Wörter zu kennen und sich sehr einfach ausdrücken zu müssen. Das mit dem Dao, das ist dann nämlich ganz einfach. Nein, noch einfacher, als du glaubst.

Alles andere hat ja Lilo schon beschrieben auf ihrem Blog http://xiaomoswelt.blogspot.com/
Ich geh dann mal üben.