Das Problem ist, dass wir in aller Regel wenig an den äußeren Umständen verändern können. Also bleibt uns häufig nur die Möglichkeit, uns selbst zu verändern, an den inneren Stellschrauben zu drehen, um unsere Umwelt nicht nur zu ertragen, sondern sogar mit Spaß mitzumischen. Für so eine Neuprogrammierung kann ein gut genutztes Sabatical sicher ein probates Mittel sein. Und ich spreche keinesfalls davon, eine geistige Wurstigkeit zu entwickeln, die ja letztlich auch nur einer Resignation gleichkommt und in eine innere Kündigung mündet. Es geht vielmehr darum, die Fähigkeit zu entwickeln eben nicht aufzugeben, wenn sich erste Widerstände zeigen sondern durch Beharrlichkeit im Kleinen die eigenen Möglichkeiten immer wieder ein kleines Stückchen nach oben auszudehen. Es klappt. Ich weiß es!
Wenn mir hier mein Lehrer eine kleine Aufgabe gibt, oft nur eine einzige Bewegung, die ich zehnmal, hundertmal übe, ohne dass ich selbst einen Sinn dahinter sehe – beim zweihundertsten Mal passiert es plötzlich: der Kreis ist da, die Bewegung rund, der ganze Körper in Harmonie. Das ist es. Und das ist es, was man hier lernen kann: nicht aufzugeben, weiter zu üben, stundenlang, tagelang, bis es gelingt. Zeit ist nicht der Faktor, der beim Erfolg eine Rolle spielt, sondern das Einlassen auf die Übung. Dinge annehmen, wie sie sind. Keine Energie an Dinge zu verschwenden, die nicht zu ändern sind. Und so schaue ich meiner vor vier Tagen gewaschenen Wäsche beim Modern zu. Der Tag wird kommen, an dem die Sonne scheint. Nicht morgen. Wahrscheinlich auch nicht übermorgen. Aber irgendwann bestimmt. Vielleicht sogar, während ich noch hier bin. Das wäre schön.
Schade, dass die Frau sich keine Zeit geschenkt hat.
1 Kommentare:
Allerdings schade ! Vielleicht kommt sie wieder, nachdem sie ein Teil des Sabaticals mit herumreisen und suchen verbracht ist.
PS.: Nachdem der Föhn wieder da ist, wie wär's mit Wäsche föhnen? ;0) LG an alle Ramona
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