Dinge, die sich tun.

Die alte Schule steht noch, das ist inzwischen wohl angekommen, auch, dass wir bei Regen dort trainieren. Seitlich auf dem Platz, wo wir damals Taihequan gelernt haben, da hat man neue Bäume gepflanzt. Die hat man nicht nur sehr sorgfältig eingesetzt und abgestützt, die bekommen auch Infusionen. Die hängen tatsächlich am Tropf. Alle zwei drei Tage kommen ein paar wichtige Gestalten vorbei, Gärtner und Uniformierte, die den Verlauf der Verpflanzung begutachten.
Neulich, als es regnete, waren Arbeiter da, die haben vor dem Tor ein Loch gebuddelt und zielgenau ein Rohr mit Absperrhahn freigelegt. Des weiteren wurden schwarze Plastikrohre verlegt und eine Art dicker Klingeldraht war im Gebäude an einer Sicherung angeschlossen und lag draussen im Regen rum.
Später haben wir dann gesehen, dass die Rohre ganz ordentlich um alle Ecken herum verlegt waren. Dazu hat man sie schneiden müssen, wozu der Strom gebraucht wurde. Das ganze endet oben vorm Eingang in der Ecke, in der Zhong gerne stand, seine Zöglinge betrachtete und sich überlegte, was er ihnen in der fälligen Standpauke zubellen wollte. Das ganze endet also da oben und zwar in einem Wasserhahn. Man hat nämlich einen Pulk Arbeiter in der alten Akademie einquartiert, weswegen jetzt auch das Tor immer verschlossen ist, damit ihnen niemand beim Kartenspielen zuguckt.
Die Arbeitsleistung eines einzelnen Chinesen ist gemessen an der eines Durchschnittsdeutschen gering, sehr gering. Man sieht sie, die Chinesen, immer wieder während der Arbeit schlafen (auch wenn Vorgesetzte im Raum sind, wenn es doch nichts zu tun gibt) Majong und Karten spielen oder miteinander schwatzen. Aber es sind viele Chinesen und deshalb schaffen sie auch einen wirtschaftlichen Aufschwung. Würden sie sich wie ein Durchschnittsdeutscher bei der Arbeit den Arsch aufreissen, dann wären sie inzwischen so reich, die würden Griechenland einfach kaufen.
In der neuen Akademie, dem Daohof, wird auch gewerkelt. Ein Trupp Bauarbeiter schuftet nun seit über drei Wochen an sieben Zimmern rum. Sie haben Wände gemauert, richtig gemauert, Stein auf Stein wie man es bei uns schon seit zwei Generationen nicht gesehen hat, um in jedem Zimmer eine Nasszelle abzutrennen. Dann wurde der Fussboden verlegt. Es sind große Fliesen, deren Oberfläche billiges Kistenholz imitiert. Als der Boden lag, hat man angefangen zu verputzen. Nein! Man hat dazu den frisch verlegten Boden nicht abgedeckt. Aber wie gesagt, es sind viele Chinesen und wenn sie anfangen werden, sich bei der Arbeit den Arsch aufzureissen, dann Gnade uns Gott, oder so.

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