Die Chinesen schon wieder

Hacker haben nach Angaben kanadischer Experten von China aus ein weltweites Spionagenetz aufgebaut und Daten von staatlichen und privaten Computern gestohlen. Betroffen waren nach einem Bericht der Zeitung "New York Times" mindestens 1295 Computer in 103 Ländern. Im Visier der Hacker standen häufig Außenministerien sowie Büros des Dalai Lama.
Quelle:Welt 31.3.2009

würden BND, CIA, Mossad, MI6, SVR und wie sie alle heißen, nie tun. NIE.

Nachtrag:
http://www.boingboing.net/2009/03/31/global-hacker-ring-e.html

vor 40 Jahren


glaubten junge Leute, wenn man sich mit seinem Fahrrad ins Bett lege, dann täte man etwas für den Weltfrieden.
(auf's Bild klicken, wenn man noch mehr davon sehen will)

Achtsamkeit



vielleicht auch ein wenig nach außen ...

Frühlingsbeginn


Mein ganz persönlicher offizieller Frühlingsbeginn, zelebriert mit diesem wunderschönen Werk von Lightmark

Das Ypsilon

Natürlich fragen immer wieder Mitmenschen danach, wieso ich Yürgen mit Ypsilon schreibe und ob das auch so in meinem Pass steht (zu letzterem wird sicher Xiaomo eine Anekdote erzählen wollen, ich sehe förmlich, wie sie sich ins Pfötchen lacht)*. Ich wollt es auch mal in den Pass eintragen lassen. Der Mann vom Amt wollte wissen wieso und nachdem ich unter anderem angab, es wäre doch auch sehr auffällig, da wurde der gute Mann sehr beamtlich und klärte mich darüber auf, ein Name sei kein Spielzeug, mit dem man machen könne, was man wolle. Nun, meine Eltern konnten es und ich hätte gerne ein Recht auf meinen eigenen Namen. Andere Kulturen gehen damit etwas lockerer um. Aber wir hier in Preußen ...
Angefangen hat das bei mir zu der Zeit, die im letzten Post beschrieben wurde. Als in einem Seminar über Sprache in der Werbung uns die Aufgabe gestellt wurde mittels eines Schriftzugs Aufmerksamkeit zu erheischen, da verfiel ich auf das Ypsilon.
Es ist mir ein sehr sympatischer Buchstabe. Zum einen wird er als Konsonant gehandelt, lässt sich aber gerne auch als Vokal einsetzen, darin ist er einzigartig. Auch einzigartig ist sein Name, als einziger Buchstabe des deutschen Alphabets ist er nicht einsilbig, er hat mehr zu sagen. Dennoch wird er, der Buchstabe, es, das Ypsilon, in der deutschen Sprache wenig eingesetzt. Im Mittelalter war das noch anders, aber früher war ja schon immer alles besser.
Auch graphisch finde ich das Y sehr hübsch (piaoliang). Je nach Lesart teilt sich das aufsteigende in zwei Arme oder die beiden vereinigen sich im senkrechten unteren Teil. Es hat so was von Yin und Yang.
Letztlich ist es auch das Y, welches uns Männer so besonders macht, Frauen fehlt dies Chromosom

* hat wirklich nicht lange auf sich warten lassen.

Antiguru

in den siebziger Jahren wurden die Gurus modern. Vor allem der Hippieguru, dem auch die Beatles zu Füßen saßen, na wie hieß er noch mal - Maharishi Mahesh Yogi ( Fehler in der Schreibweise möge man mir bitte nachsehen) und auch sehr beliebt war der Baby Guru, ein Knabe, den seine Mutter wohl gut vermarktete, mit Namen Guru Maharadschi. Ersterer verkaufte seinen Jüngern ein Mantra, welches man eine gewisse Weile pro Tag vor sich hermurmeln musste. Krishnamurti, wieder ein anderer aus dieser Fraktion, aber ein echt waches Kerlchen, machte dazu mal die Bemerkung: "Wenn ich tausendmal Coca Cola sage, spüre ich auch was in meiner Wirbelsäule."
Beim zweiten musste man sich mit den Fingern auf die Augäpfel drücken und die Ohren zuhalten und dann erfährt man das "Knowledge" (hihi aber ich habs nicht erfunden).
Naja jetzt muss ich auch noch was zu Krishnamurti sagen, ehe ich zum eigentlichen Kern der Mitteilung komme. Ich habe mehrere Niederschriften seiner Lehrreden gelesen, sehr unterhaltsam und geistreich. Letztlich läuft seine Lehre darauf hinaus, dass er nichts zu sagen hat, was nicht jeder schon weiß, man solle gefälligst nach Hause gehen und es tun. Dies predigte er ein Leben lang vor wachsender Anhängerschar.
Außer den bisher genannten, tauchten in den siebzigern noch etliche andere Inder im Westen auf, die uns ein Erleuchtungslicht aufstecken wollten. Das größte Schlitzohr dieser Gemeinde war wohl Bhagwan Shree Rajnees, der sich später Osho nannte. Aber der kam erst später.
Vorher schon hatte ich Aufkleber drucken lassen, mit meinen Konterfei und der Untertitelung Ypsilon Superstar (ein Musical mit ähnlichem Titel bereitete derzeit den Jesus People den Boden) Antiguru
"Don't follow me!"

Diese Aktion war sehr erfolgreich, weil mir tatsächlich niemand folgte, ich also eine weltumspannende Anhängerschar fand. Das soll mir erst mal einer von den netten Indern nachmachen.

500.000.000.000 €

Mit Mandy war das Finanzdesaster zwar sehr anschaulich, aber doch eine Spur an der Realität vorbei. Die FAZ versucht es uns nun in hübsch gestalteten Tafeln zu erklären. Allerdings wird hier nur das System beschrieben. Dass dahinter Menschen und deren Verhaltensstörungen stecken, lässt man aus. Worte wie "Hochmut, Lügen, Neid, Geiz, Angst, Gier, Schamlosigkeit" findet man dort nicht.
Auch der Dalai Lama bringt es nicht so richtig auf den Punkt. Jeder erklärt's anders. Aber Ketchup auf den Kaviar?

Der innere Joint

Es (gibt) Hinweise darauf, daß seine Hirngröße dem Menschen auch ermöglicht, zumindest bei sozialen Interaktionen bis zu fünf Reflexionsebenen zu beherrschen (also zu wissen, daß jemand anders weiß, daß man selber weiß, daß er, weiß, daß man weiß)? Neue Messungen mit bildgebenden Verfahren zeigen, wie extrem anstrengend so etwas für das Gehirn ist. Auch wenn’s anschließend, wenn man so einen Satz verstanden hat, Glückshormone dafür gibt – fragt man sich doch, warum unsere Ahnen sich das antaten, wenn man sich den inneren Joint auch dadurch anstecken kann, daß man singt, oder sich Witze erzählt. Ist es vielleicht nicht so, daß Nachdenken am Ende deswegen so viel Spaß macht, weil man dabei Einsichten hat, die man anschließend nicht missen möchte (während das Lied irgendwann vorbei ist)? Kann man konsistent einsehen, das Wohlgefühl darüber, etwas eingesehen zu haben, sei das Ziel des Einsehen-wollens – und nicht die Einsicht selber?

aus einem Bericht über die "Evolution in Rom" auf Planckton, dem Wissenschaftsblog der FAZ

Finanzkrise verständlich gemacht

für all jene, die es noch nicht als email bekommen haben:

Mandy besitzt eine Bar in Berlin-Kreuzberg. Um den Umsatz zu steigern, beschließt sie, die Getränke der Stammkundschaft (hauptsächlich alkoholkranke Hartz IV-Empfänger) auf den Bierdeckel zu schreiben, ihnen also Kredit zu gewähren.

Das spricht sich in Kreuzberg schnell herum und immer mehr Kundschaft desselben Segments drängt sich in Mandys Bar. Da die Kunden sich um die Bezahlung keine Sorgen machen müssen, erhöht Mandy sukzessive die Preise für den Alkohol und steigert damit massiv ihren Umsatz.

Der junge und dynamische Kundenberater der lokalen Landesbank bemerkt Mandys Erfolg und bietet ihr zur Liquiditätssicherung eine unbegrenzte Kreditlinie an. Um die Deckung macht er sich keinerlei Sorgen, er hat ja die Schulden der Trinker als Deckung.

Zur Refinanzierung transformieren top ausgebildete Investmentbanker die Bierdeckel in verbriefte Schuldverschreibungen mit den Bezeichnungen SUFFBOND®, ALKBOND® und KOTZBOND®. Diese Papiere laufen unter der modernen Bezeichnung SPA (Super-Prima-Anleihen) und werden bei einer usbekischen Online-Versicherung per E-Mail-Versicherungsschein abgesichert.

Daraufhin werden sie von mehreren Rating-Agenturen (gegen lebenslanges Freibier in Mandys Bar) mit ausgezeichneten Bewertungen versehen:

Alle AAA. Niemand versteht zwar, was die Abkürzungen dieser Produkte bedeuten oder was genau diese Papiere beinhalten, aber dank steigender Kurse und hoher Renditen werden diese Konstrukte ein Renner für institutionelle Investoren. Vorstände und Investmentspezialisten der Bank erhalten Boni im dreistelligen Millionenbereich.

Obwohl die Kurse immer noch steigen, stellt ein Risiko-Manager (der inzwischen wegen seiner negativen Grundeinstellung entlassen wurde) eines Tages fest, dass es an der Zeit sei, die ältesten Deckel von Mandys Kunden langsam fällig zu stellen. Überraschenderweise können weder die ersten noch die nächsten Hartz IV Empfänger ihre Schulden, von denen viele inzwischen ein Vielfaches ihres Jahreseinkommens betragen, bezahlen. Solange man auch nachforscht, es kommen so gut wie keine Tilgungen ins Haus.

Mandy macht Konkurs.

SUFFBOND® und ALKBOND® verlieren 95%, KOTZBOND® hält sich besser und stabilisiert sich bei einem Kurswert von 20%.

Die Lieferanten hatten Mandy extrem lange Zahlungsfristen gewährt und zudem selbst in die Super-Prima-Anleihen investiert. Der Wein- und der Schnapslieferant gehen Konkurs, die Bierbrauerei wird dank massiver staatlicher Zuschüsse von einer ausländischen Investorengruppe übernommen. Die Bank wird durch Steuergelder gerettet. Der Bankvorstand verzichtet im Gegenzug auf den Bonus für das abgelaufene Geschäftsjahr.

Ähnlichkeiten mit eventuell wahren Gegebenheiten sind nicht zufällig und unbedingt beabsichtigt...


danke, Dietrich

Guang Chengzi

"Das Höchste Dao war ursprünglich ein Zustand des vollständigen Nicht-Seins . Seine höchste Vollkommenheit war ruhig und weich. Man kann sie nur erfahren in versunkener Aufmerksamkeit, in einem Zustand tiefer Ruhe. Sobald man dies erreicht, sind Körper und Geist auf natürliche Weise aufrecht und man nimmt teil an einem Reich des Friedens und der Klarheit. Dieses eröffnet sich durch fortwährende Übung des Dao, wobei man sich nicht durch äußeren Angelegenheiten stören lassen darf. Weil ich einfach in anhaltender Ruhe ausharre und still bleibe und mein Herz im Frieden halte, altere ich nicht - obgleich mehr als 1.200 Jahre verstrichen sind.“

Das soll sein von Guang Chengzi. Hat in der daoistischen Tradition ungefär gleichen Stellenwert wie Laozi (naja über den kommt keiner hinaus) oder Zhuangzi, der ihn schon zitiert haben soll. Aber anscheinend gibt es keine von ihm verfasste Literatur mehr. Zumindest hab ich nichts gefunden. Aber vielleicht weiß eine treue Leserseele mehr. Isabel hatte ja auch Glück.

Liebe regelmäßige Leser

die Woche ist rum. Als sich dann heute auch noch selbständig ohne mein Zutun wieder ein Rahmen um den ganzen Zores darstellte, hab ich mich entschlossen: weg damit.
Damit verbanne ich nicht Euch, ihr treuen Seelen, sondern nur dieses grässliche Layout.
In diesem Zusammenhang liebe Xiaomaus; es gibt durchaus Designer/Gestalter, die nicht durchgeknallt sind. Die durchgeknallten nennen sich zwar Designer, sollten aber besser Resigner heißen.

Oster übt

Lao Tze, Laoze, Laozi, Lao tse, Dschuangdse, Dschuang Tze, Tschuang Tze, Tschuang Tse, Zhangzi, Zhuangzi, Sunsi, Tsun Tse, Sunzi,
Alles möglich! (Leider) Aber es heißt:
Kapuze, Kapuze, Kapuze, Kapuze, Kapuze, Kapuze, Kapuze, Kapuze, Kapuze, Kapuze, Kapuze, Kapuze,Kapuze, Kapuze, Kapuze!
Und nicht Kaputze, oder Kaputse oder Kap U Tse oder Kappuzzi oder Cap u c oder ...

*early senility

Dezimaltag


Am 10 Februar gründete ich auf Facebook die Gruppe Februar abschaffen. Innerhalb von 18 Tagen ist uns dieses Vorhaben gelungen, wenn auch nicht mit der angepeilten Mitgliederzahl von 1 Million.

Unterwegs schrieb Anna:
"wenn wir schonmal dabei sind:
wieso gibt es 12 stunden à 60 minuten á 60 sekunden? kann man das nich irgendwie auf 10 à 100 à 100 zeiteinheiten umrunden?"


Ich finde das eine unterstützenswerte Anregung, schon allein wegen des Vorteils, dass man bei einem 10 Stunden-Tag nur noch ca. 3 Stunden arbeiten müsste.

Also hab ich das durchgerechnet.
Die Sekunden würden etwas kürzer, 0,864 einer bisherigen Sekunde. Es würde etwas schneller ticken, aber dafür werden die Minuten und Stunden länger und der Tag, rechnerisch, kürzer.
Aber warum nur die Uhr und nicht auch den Kalender dezimalisieren:

10 Tage sind eine Woche
10 Wochen sind eine Jahreszeit
Frühling Sommer Herbst
Für den Winter bleiben nur noch 65 Tage, was lang genug ist.
Die auf 100 fehlenden 35 Tage ergeben sich exakt aus dem abgeschaffte Februar mit 28 Tagen und der Woche zwischen Weihnachten und Neujahr. Auf die könnt ich nämlich auch liebend verzichten.

Vorläufer: Es gab schon verschieden Bestrebungen, den Kalender zu renovieren. Kein Modell ist so konsequent, wie das hier vorgestellte. Auch der Versuch während der französischen Revolution blieb bei einem 12 monatigen Rhythmus. Dieser leitet sich aus astrologischen Daten wie dem Mondumlauf und den Sonnenwenden ab, aber wen, der seine Tage in einem Büro verbringt, interessiert das heute noch. Das Dezimalsystem lässt sich an den Fingern nachrechnen und leicht vermitteln. Der kürzere Winter wird dem Klimawandel gerecht.
Eine von Gegnern meiner Reform befürchtete Acht-Tage-Arbeitswoche hätte dennoch nur ca. 24 Arbeitsstunden und hilft uns aus der Krise.

Bitte unterstütze auch Du mit deiner Stimme das Projekt "Dezimaltag". Log dich ein bei Facebook und werde Mitglied unserer Gruppe.
Tipp: Investiere in Aktien der Uhrenindustrie und Kalenderherstellern.

Nachtrag: es geht noch radikaler