Wie ein Furz die spirituelle Entwicklung fördern kann

Quelle: http://History.cultural-china.com/38two.html
How Fart Can Make You Grow Spiritually?


So Dongpo war ein begeisterter Student der buddhistischen Lehre. Er war schlagfertig und humorvoll, als Zen-Buddhist war er aber auch sehr ernst und diszipliniert. Er diskutierte oft die Lehren des Buddhismus mit seinem guten Freund, Zen-Meister Foyin. Die beiden lebten gegenüber an einem Fluss.

Eines Tages fühlte Su Dongpo sich inspiriert und schrieb das folgende Gedicht:
稽首天中天,
毫光照大千;
八风吹不动,
端坐紫金莲.
Ich verneige mich vor dem Himmel im Himmel,
Haarfeine Strahlen durchleuchten das Universum,
Die acht Winde können mich nicht bewegen,
Sitze still auf dem purpur-goldenen Lotus.

Die in dem Gedicht erwähnten "acht Winde (八风)" bedeuten Lob (称), Spott (讥), Ehre (誉), Schande (毁), Gewinn (得), Verlust (失), Lust (乐) und Elend (苦) - Einflüsse der materiellen Welt im zwischenmenschlichen Leben, die die Herzen der Menschen betören. Dongpo sagte, dass er eine höhere Ebene der Spiritualität erreicht hat, wo diese Kräfte nicht mehr auf ihn einwirken.
Von sich selbst beeindruckt, schickte Su Dongpo einen Diener, dieses Gedicht Foyin zu überbringen. Er war sich sicher, dass sein Freund gleichermaßen begeistert sein würde. Als Soyin das Gedicht las, erkannte er sofort, dass es sowohl eine Hommage an den Buddha und eine Erklärung über die geistige Verfeinerung sein sollte. Lächelnd schrieb der Zen-Meister "Furz" auf das Manuskript und schickte es an Su Dongpo zurück.
So Dongpo erwartete Komplimente. Als er aber das Wort "Furz" auf dem Manuskript geschrieben sah, war er schockiert. Er erzürnte: "Wie kann er es wagen, mich zu beschimpfen, wie das? Warum? Dieser blöde alte Mönch! Er hat mir eine Menge zu erklären!"
Voller Empörung stürzte er aus seinem Haus und in ein Boot, um ihn so schnell wie möglich an das andere Ufer zu bringen. Er wollte Foyin finden und eine Entschuldigung verlangen. Foyins Tür war geschlossen, daran ein Stück Papier für Su Dongpo. Die Notiz hatte die beiden folgenden Zeilen:

八风吹不动,
一屁弹过江.

Die acht Winde können mich nicht bewegen,
Ein Furz bläst mich über den Fluss.

Sofort kühlte sich Su Dongpos Gemüt ab. Foyin hatte seinen hitzigen Besuch erwartet. So Dongpos Zorn verflog, als er seinen Freund verstand. Wäre er wirklich ein Mann der geistigen Verfeinerung, vollständig unabhängig von den acht Winden, wie konnte er dann so leicht zu provozieren sein?
Mit ein paar Strichen der Feder und minimalem Aufwand, hatte Foyin ihm gezeigt, dass Su Dongpo tatsächlich nicht so spirituell fortgeschritten war, wie er behauptete. Beschämt aber klüger, ging Su Dongpo ruhig wieder heim.
Dieses Ereignis erwies sich als Wendepunkt in der spirituellen Entwicklung Su Dongpos. Von diesem Zeitpunkt an wurde er ein Mann der Demut, und nicht nur jemand, der sich im Besitz der Tugend rühmte.

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