Was ist eigentlich Karma?

(für Henrike)
Der Karmabegriff, der sich in unsere Alltagskultur einnistet, ist eine grässliche Mischpoke.
In ihm verquasten sich Elemente seiner Herkunftsreligionen mit christlichen Konzepten und Wertvorstellungen. Das Sanskritwort bedeutet "wirken" oder "Tat" also eher ein Aktivum als im gegenwärtige Verständnis, welches eher zu den Folgen einer Tat, ihrem Bewirken oder gar ihrer Rückwirkung tendiert. Vor allem drängt sich der Gedanke einer Bestrafung oder Belohnung jeder Handlung auf, der dem ursprünglichen Konzept nicht inne wohnt.
Im Hinduismus meint man schlicht, dass alles was man tut seine Wirkung hat und dass dieses Wirken sich kontinuierlich fortsetzt. Es klingt die Wirkung nicht aus, so wie ein Wasser, in welches ich einen Stein werfe, wieder ruhig wird, sondern setzt sich über das Ufer hinaus fort und wirkt in alle Zeiten weiter. So wird dieses Wirken, diese Tat auch in irgendeiner Form zu irgendeiner Zeit auch wieder auf mich treffen, sofern ich denn ebenfalls über alle Zeiten dauere.
An dieser Stelle muss man nun auf das Konzept der Wiedergeburt eingehen. Auch diese aus den indischen Religionen stammende Idee findet inzwischen entgegen aller christlichen Lehre zunehmend Akzeptanz im Abendland.
Diese Aufgabe, die Betrachtung des Inkarnationskonzeptes, übernimmt hervorragend der Buddhismus.
Mehr dazu demnächst in diesem Theater.

Kommentare:

  1. Das ist schön. Aufklärung! Aufklärung! (Ich empfehle dazu: Kant... Was ist Aufklärung?)

    Kannst du mir auch mal Dao erklären, bitte? Und die Wandlungsphasen? Und Yin und Yang? Bitte!

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  2. gut, dann aufklärung:
    Mischpoke, auch Mischpoche oder Meschpuke, ist ein auf das hebräische משפחה („Familie“, gesprochen: mischpacha) zurückgehender Jiddismus in der Bedeutung für Familie, Gesellschaft, Bande.
    Während die Bezeichnung im Jiddischen wertneutral verwendet wird, hat das Wort im Deutschen häufg eine abwertende Bedeutung.

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  3. Hab' ich das richtig verstanden: Karma issso wie "was ich nicht will, was man mir tu, das füg' ich keinem andren zu" oder "wer andern eine Grube gräbt ist selbst ein Schwein"??

    Lass' Weisheit regnen, Shifu

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  4. Nein, nicht regnen! Lass die Sonne der Aufklärung scheinen!

    Sonst Oy Gewalt!

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  5. @Georg: Dao später
    @anna: danke, das ist erhellend. Wir machen mit Mischpoke das selbe wie mit Karma. Statt wertneutral Wert mit Moral.
    @ Lilo: Nein, eben nicht. "Was du nicht willst..." ist Kant auf Volksmund. Kant hingegen ist eher Kongzi auf Königsbergerisch (Teller Kloppse statt Schale Reis).
    Also denn: Teil 2

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  6. Ui, was du alles am Kopp hast...

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  7. mit solchen Feinheiten darfste Xiaomo nich kommen.

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  8. Ich habs genauso gemeint wie ich es geschriebt hab!

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  9. Ihr versaut mir das ganze schöne Blog.

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