Schinderhannes und die LBS

Geht man vom Rosengarten aus, auf gleicher Höhe bleibend Richtung Favorite, also in östliche und dann südöstliche Richtung, so kommt man zum Vogelhaus. An dieser Stelle soll am 21. November 1803 der Schinderhannes mit 19 seiner Kumpane hingerichtet worden sein. An dieser Stelle könnte auch schön das Diethelm Duo spielen, vielleicht ein paar Takte im Gedenken an den romantisierten Räuberhauptmann, um dann langsam den Schatten folgend das Lichtspiel auf den Blättern der nahen Büsche zu untermalen und um sich letztlich hinauf zu schwingen in das Geäst der alten Bäume, die Strahlen der untergehenden Sonne einzufangen.
Stattdessen hören wir deren Musik im Foyer der LBS. Nicht das dadurch die Musik schlechter würde, aber es ist ein Aquarium, zu viel Glas bis zum Boden an der Straßenseite. Mach ich die Augen auf, dann verfolge ich unbewusst das Ein- und Ausparken später Stadtbesucher, muss lächeln, wenn ein Botenfahrer seinen Strafzettel achtlos von der Scheibe klaubt und zu Boden fallen lässt, möchte ihn dem in die frei gewordene Lücke schnittig einparkenden CLK wieder anbappen. Oder ich schaue in die Runde und wundere mich, welche Leute sich heutzutage solchen "Kammermusikalischen Jazz" anhören.
Nee, die Musik ist zu schön, um sie an solch einem Platz zu hören, aber besser als garnicht.

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