nur was für Kinder


vor den Toren der alten Stadt liegt der Windmühlenhügel. Auf alten Stichen ist mitunter die Mühle zu sehen. Sie steht dann sehr einsam neben der Zitadelle, die ja erst 1660 errichtet wurde. Zur Franzosenzeit (1792 - 1814) wollte der Beamte Monsieur André aus reiner Liebhaberei eine Windmühle bauen und ließ dafür Geld sammeln. So kam Mainz zu der Mühle nahe der Zitadelle. Heute hat man dort einen hölzernen Turm errichtet. Auf quadratischem Grundmaß konisch nach oben zusammenlaufend, von Windmühlenflügeln gekrönt. Zwischen den senkrechten Bohlen ist ausreichend Platz zur Durchsicht. Innen sind versetzt zueinander halbe Etagen, mit einer senkrechten Leiter verbunden. Darauf kann man fast bis zur Spitze hochklettern. Von dort führt eine geschwungene Röhre als Rutsche wieder nach unten. An einem schönen der letzten Abende bin ich dort hochgestiegen, in der Hoffnung auf eine berauschende Sicht über die Stadt. Aber die umstehenden Bäume sind gleich hoch und versperren den Blick. Auf die enge Röhre habe ich auch verzichtet. Beim Abstieg dachte ich mir, dass wohl keiner meiner gleichaltrigen Freunde jemals dort oben war und auch nicht auf die Idee käme, es zu tun. Als ich dann unten das Bild machte, kam eine junge Familie. Die Kinder, die eilig das Gebäude erkletternd, wünschten sich den Vater dazu, der aber anmerkte, das sei nur was für Kinder.

1 Kommentar:

  1. Dann ist er schon seit vielen, vielen Jahren viel zu alt.

    Wieso verstehen die Leute nicht, dass sie auch immer noch Kinder sind? Verstehe ich nicht.
    * gibt nodecke ein
    ** keine Decke mehr: wie wahr um diese Zeit

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