Giafu Feng Biografie


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Gestern bekam ich von Gabriela und Flemming die Biografie von Giafu Feng geschenkt. Das Buch ist frisch erschienen im April diesen Jahres bei Amber Lotus Publishing. Die Autorin Carol Ann Wilson ist Giafu nie persönlich begegnet. Sie erbte von ihrer Schwester das Grundstück in den Ausläufern der Rocky Mountains in der Nähe von Colorado Springs, welches von 1977 bis zu Giafus Tod 1985 sein drittes Stillpoint war. Dort ist er auch begraben. Nachdem ich Giafu 1979 kennen gelernt hatte, war ich in den Wintern 81, 82 und 83 dort. In den Sommermonaten organisierte ich Seminare mit Giafu in Deutschland.
Giafu Feng war mein wichtigster Lehrer. Sein Taijiquan war katastrophal, aber das wusste ich damals noch nicht. Wer wusste damals schon, was gutes Taijiquan ist. Ich würde heute auch nicht sagen, dass er ein Taoist war. Er verkörperte aber auf geniale Weise die westliche Vorstellung von einem Taoisten. Auf diese Art hat er mir mächtig auf die Sprünge geholfen.
Nun kann ich dank Carol Ann Wilsons 13jähriger Recherche mehr erfahren über das Leben dieses aussergewöhnlichen Menschen. Das Buch ist nicht nur die Erzählung einer bemerkenswerten Biografie. Es führt uns lebendig geschrieben in kritische Phasen der chinesischen und der amerikanischen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Giafu Feng wurde 1919 in Shanghai geboren. Das chinesische Kaiserreich war gerade seit sieben Jahren zu Ende und das Land befand sich in einem turbulenten Umbruch. Die Invasion der Japaner, Maos langer Marsch und die kommunistische Machtübernahme trieben den gerade 30jährigen in die USA. Dort durchlebte er im persönlichen Kontakt mit führenden Köpfen die Beatnik Ära, den Aufbruch der Gestalttherapie mit Fritz Perls am Esalen Institut und fand letztlich zurück zu seinen chinesischen Wurzeln. Seine Übersetzung des Tao Te King ist die in Amerika meistverkaufte Version des Laotse Klassikers, die auch in einer wunderbaren Übersetzung von Silvia Luetjohann bei Hugendubel auf Deutsch erschien.
Die Biografie erscheint gerade rechtzeitig, um sein Leben und sein Werk vor dem Vergessen zu bewahren.
Danke Carol Ann.
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Kommentare:

  1. Hübschen Bart hat er. Berichtest du bitte, wie das Buch ist, wenn du's ausgelesen hast? Danke.

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  2. mach ich, versprochen! Großes Pfadfinderehrenwort.

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