Nächste Reise Juni 2007

11. - 26 Juni 2007
Preis incl. Unterricht, Flügen und innerchinesischer Reisen, Hotels und Reiseleitung,
ca. 2200 Euro
Ziel unserer Reise ist Wudangshan. Nicht der kleine Ort am Fuß der Berge, sondern wirklich in den Bergen. In dem Ort Wudangshan haben sich einige Lehrer niedergelassen, die dort unterrichten und mit ausländischen Schülern einen Ausflug in die Berge, zu Tempeln und Klöstern machen.
Wir indes begeben uns direkt zu der auf ungefähr 800 m Höhe gelegenen Wushu Academy, residieren in einem 3 Sterne Hotel direkt neben der Akademie. Unseren Unterricht werden wir in dem alten Palast des Purpurwolkenhimmels nehmen. Unser Lehrer ist der Mönch Zhong Xueyong, Leiter der Akademie. Der Meister wird uns auch auf Ausflügen begleiten und uns die Kultur der Wudangberge nahe bringen. Neben dem Unterricht im Tempel ist die Teilnahme am freien Training in der Akademie selbstverständlich möglich.
Kleine Rituale der Nonnen im Zixiaodian, dem Palast der Purpurwolke, werden zu unserem Alltag gehören. Ihre Gesänge und Musik werden uns begleiten
Zum Ende der Reise bleiben wir für 2 Tage in Peking, wo wir zwischen Tradition und Moderne langsam wieder in „unsere Welt“ zurückkehren.
Vorläufig geplanter Reiseverlauf, Abweichungen sind möglich.
1.Tag - Treffen am Flughafen Frankfurt. Flug mit Lufthansa von Frankfurt nach Beijing.
2.Tag - Ankunft in Beijing, Weiterflug nach Xi’an. Nach der langen Reise checken wir in einem 4 Sterne Hotel in der Innenstadt ein. Hier kannst Du dich erst einmal ausruhen. Nach der langen Reise reicht es gerade zu einer Besichtigung der Altstadt mit einem Essen im muslimischen Viertel.
3.Tag – Besichtigung der Terracotta –Armee und der Wildganspagode. Alternativ könnten wir auch einen Tagesausflug zum Huashan machen, einem weiteren heiligen Berg der Daoisten.
Mit dem Nachtzug fahren wir nach Wudangshan.
4.Tag – Je nach Ankunftszeit gibt es erst einmal Mittagessen in Wudangshan oder wir fahren direkt mit dem Bus zu unserem Hotel im Berg. Auf dem Weg liegt der Tempel „Mozhenjin“ – Der Brunnen der Nadelschleiferin. Hier soll Zhenwu, damals noch Prinz Taizi, die alte Laoma begenet sein. Der Prinz hatte Zweifel bekommen am Sinn seiner Übungen und wollte sich schon auf den Heimweg machen. Laoma rieb eine mächtige Eisenstange an einem Stein, um daraus eine Nadel zu schleifen. Jetzt verstand Taizi den Wert von Beharrlichkeit und kehrte zurück auf seinen Weg der inneren Kultivierung
Im Hotel werden wir von Meister Zhong Xueyong begrüßt. Nach einer kurzen Besichtigung der Akademie machen wir einen kleinen Ausflug zum Zixiaodian, wo wir auch unser Training haben werden und zu dem Hängenden Tempel, dem LiangYi Palast.

5.Tag – 12. Tag Unterricht und Besichtigungen in den Bergen.
Welche Anlagen wir besuchen, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Dem Wetter, vorhandenen Fahrzeugen und vor allem, was unser Meister glaubt, uns zeigen zu müssen. Ich hoffe aber, dass wir etwas abseits der Haupttouristenströme schöne Plätze finden.
Unterrichtet werden soll Taijiquan, welche Form müssen wir auch unserem Lehrer überlassen.
Auf jeden Fall werden wir den wunderschön gelegenen Tempel „Taizipo“ – Der Abhang des Prinzen besichtigen, der früher eine Zwischenstation für Pilger auf dem Weg zur 1612 m hohen Bergspitze des dem „Tian Zhu“ Himmlespfeiler war. Diesen zu besuchen ist auch ein unbedingtes Muss einer Wudangreise..
13.Tag – Rückreise nach Beijing
14. / 15 Tag Aufenthalt in Beijing und Rückflug
16. Tag Ankunft in Frankfurt

Nächste Reise

Die Reise im Oktober findet nicht statt, zuwenig Anmeldungen. Also konzentrieren wir uns auf den Frühling 2007.
Wir wollen den Anteil von Besichtigungen klein halten. Anreise über Beijing mit direktem Weiterflug nach Xi'an. Dort Besichtigung der Terracotta-Armee, evtl. Tagesausflug zum Huashan, Weiterreise nach Wudangshan. 10 Tage Aufenthalt mit täglich 4 Stunden Taijiquan Training, Rückreise nach Beijing, dort ca. 2 Tage Aufenthalt mit Besichtigungen (Kaiserpalast, historische Altstadt...) Kosten ca. 2200 Euro
Bitte anmelden bzw. unverbindlich voranmelden, weil sonst die Planung nicht rechtzeitig möglich ist.

Letzter Teil

die Reise endete natürlich nicht am Wudangshan - wär schön, noch immer dort sein zu können - sondern ging wieder zurück nach Wuhan und dann mit Flieger nach Beijing. Der dortige Reiseleiter war sichtlich entsetzt, als nur G. mit ihm die "verbotene Stadt" besichtigen wollte. Wir anderen hatten die Nase voll von Besichtigungen, nachdem wir uns noch den Himmelstempel angesehen hatten. Am nächsten Tag mchten wir auch noch eine Rikscha - Fahrt durch ein historisches Viertel mit und benahmen uns sonst auch brav wie richtige Touristen. Es sind nun schon mindestens 6 Jahre, seit ich das letzte Mal in Beijing war. Wenn nicht dia historischen Gebäude noch an ihrem Platz gewesen wären, hätte ich geschworen, noch nie dort gewesen zu sein. In diesen modernen Großstädten Chinas vergisst man leicht, dass es auch ein anderes China gibt, noch immer geprägt von einer "kommunistischen Partei" und mit einem anderen Standard an Hygiene, Ernährungsgewohnheiten, Wohlstand, eben Lebensstil. Aber manchmal braucht man nur mal von seinem Hotel die Ecke rum gehen. So kann man verschieden Chinas entdecken. Das historische, welches an einigen Plätzen noch lebt, das kommunistisch verarmte und das moderne, kapitalistische. Ein spannendes Land.

Hun Yuan - Nachtrag

wegen des Schriftzeichens für HUN gab es wohl einige Missverständnisse. Michaela hatte uns gesagt, es bedeute "trüb", was mit dem Zeichen 浑 geschrieben würde. In ihrer eigenen Aufzeichnung aber finde ich das Zeichen 混, was nach meinem Wörterbuch "mischen, vermengen" bedeutet. Es hat auch etwas von der Bedeutung "dahin leben" (in den Tag hinein), welches als daoistische Haltung mitunter behauptet wird. Wie soll man mit dieser Sprache nur ein Verstehen schaffen. Ich glaub, Chinesen müssen Weltmeister sein im Umgang mit Missverständnissen.

langsam zurückkehren


langsam verblassen die Erinnerungen, auch wenn noch immer eine Flamme der Begeisterung in mir brennt.
Am Tag unserer Abreise wurde unsere letzte Übungsstunde von einer Nonne auf der Pipa begleitet. Kaum hatte sie sich gesetzt, tauchte eine Gruppe chinesischer Touristen auf, die das alles ganz spannend fanden, sich unter unsere Gruppe mischten, unsere Bewegungen imitierten und sich dabei fotografieren ließen. "Das wird jetzt eine Herausforderung" war Zhongs Kommentar.
Aber lange ließ die Fremdenführerin sich nicht das Heft aus der Hand nehmen und bald quäkte ihr Megaphon ihre Schäfchen zur nächsten Attraktion und langsam kehrten wir wieder zurück zum Ursprung.
Wir kehrten zurück ins Hotel und unser kleiner Bus war wieder da und unsere fröhliche lokale Reiseleiterin. Das gesamte Hotelpersonal stand am winkend am Fenster, aber wir mussten noch warten, weil Zhong uns noch eine CD mit Bildern und Film brannte, weil sowieso keiner so richtig fort wollte, weil man es sich garnicht vorstellen konnte, bald an einem anderen Ort zu sein, der nicht mehr Wudangshan ist.
Gelegentliche Mails mit Zhong Xueyong und Michaela halten Verbindung. Gerne möchte ich wieder im Herbst dort hin, leider finde ich bisher nur eine Interessentin, die mitwill.
Vielleicht fahr ich auch allein.

Die Übung


die letzten tage habe ich versucht, etwas Verständliches über den religiösen Daoismus heraus zu finden. Wer darüber weitere Informationen sucht, den verweise ich auf die hervorragend strukturierte und umfangreiche Seite des Taoist Culture & Information Centre. Also erzähl ich Euch lieber was über die Übungen, die wir dort gelernt haben. Wie schon früher berichtet, war nicht gleich klar, was wir nun lernen wollen, bzw. was Meister Zhong uns lehren wollte. Die Übung, mit der wir uns dann die sechs Tage beschäftigten, heißt: Xian Tiang Hun Yuan Gong. Michaela übersetzte es mit "Vor dem Himmel - zurückkehren zum Ursprung". Mit "Vor dem Himmel" ist der Zustand der Welt" vor dem in Erscheinung treten" gemeint. Dargestellt wird es durch die 8 Trigramme in symetrischer Anordnung. Das Konzept in Worte fassen, fällt mir schwer. Es ist der Zustand des Jetzt, gerade bevor es zum Jetzt wird, gerade bevor es für uns zum Jetzt wird.
"Hun Yuan" heißt allerdings nicht "Zurückkehren zum Ursprung" sondern "Trüber (unklarer) Ursprung."
Die Übung besteht aus drei Teilen: Himmel und Mensch vereinen sich; Qi absorbieren und ergänzen; Zurückkehren zum Ursprung.
Die Bewegungen sind recht einfach und können von jemand, der schon etwas Erfahrung im Qigong besitzt sehr schnell aufgenommen werden. Meitser Zhong hat sich Zeit gelassen und uns an 6 Tagen je 4 Stunden übven lassen. Das und die inspirierende Umgebung schaffte eine besondere Intensität.

Daoismus

Langsam wird es auch Zeit, etwas über den ganzen Hintergrund zu berichten, sofern wir das überhaupt rausfinden konnten. Der religiöse Daoismus, oder die daoistische Religion, ist schon etwas merkwürdig und für uns schwer nachvollziehbar. Zumindest im ersten Augenblick. Deshalb werde ich versuchen, euch das alles seeeehr schonend beizubringen.
Wahrscheinlich gibt es garkeine Religion in dem Sinne, wie wir es verstehen. Das ist alles so ab dem 3. Jahrhundert unserer Zeitrechnung entstanden und hat sich langsam aus dem philosophischen Daoismus und den regional verschiedenen Volksreligionen und dem, was wir bei uns Aberglauben nennen, entwickelt. Ich forsche noch intensiv daran und hoffe, in einiger Zeit zumindest einen Überblick bieten zu können. Hier erst mal ein link, den ich Gaby verdanke (danke) und von wo es noch einige weiterleitungen gibt. Also viel Spass beim Dao-Surfen.

zi xiao dian


Der Palast der Purpurwolke oder Purpurhimmel, das Zeichen Xiao kann sowohl Wolke wie Himmel bedeuten, wurde zu unserem Zuhause. Auch außerhalb der Übungszeiten strich ich durch die Hallen. Leider durfte man nicht überall fotografieren. Es gibt schon einige Schätze, aber es ist auch vieles in einem fürchterlichen Zustand.

Gelegentlich auftauchende Horden chinesischer Touristen - nur am ersten Tag sind uns prompt einige Deutsche begegnet - konnte man gelassen hinnehmen, auch wenn das quäkende Megaphon, ohne das ein Fremdenführer selbst bei nur wenigen Gästen nicht auskommt, den Gesang der Nonnen empfindlich zerstörte.

Lehrer 3


Aus den letzten Bildern ist schon zu ersehen, dass sich inzwischen das Verhältnis zwischen uns und Zhong Xueyong deutlich entspannt hatte. Ja, es war auch als ein Zeichen der Zuneigung zu uns zu deuten, dass er uns mitgenommen hat zu seinem Lieblingsplatz, eben der Höhle des Einsiedlers und der achteckigen Plattform.
An den Nachmittagen übten wir im Schatten eines kleinen Hains im Purpurwolken Palast. Immer wieder gab es Gelegenheiten, zwischendurch den Meister oder einige seiner Schüler beim Posen zu fotografieren.

Üben Üben Üben

Die Übung ist nicht sehr schwierig. Nach Zhong Xueyong wurde sie von Huo Long, genannt Zhen Ren, erarbeitet. Huo Long war der Lehrer von Zhang Sanfeng, dem legendären Begründer der inneren Schulen. Aber das nur nebenbei. Unser Lehrer lässt uns viel Zeit und wir können die Übung nicht nur erlernen, sondern auch ausgiebig erfahren.
Als kleines Bonbon besuchen wir (am 3. Tag? Was ist Zeit?) einen Einsiedler, der oberhalb des Purpurwolkenpalast in einer Höhle lebt.
Er schenkt jedem von uns einen kleinen Anhänger, der auf der einen Seite das Taiji Bagua zeigt, auf der anderen Seite ist Zhen Wu dargestellt. Das rote Bändchen. da besteht er drauf, muss mit einem bestimmten Knoten zusammen gebunden werden.

Etwas unterhalb der Erimitage gibt es eine 8eckige Plattform, früher das Fundament eines Pavillon. Eine neue Erfahrung des Übens.











Am nächsten Tag besuchen wir den Einsiedler noch einmal. Auf meine Frage, was er denn den Tag über so macht, antwortet er:"Ach, die kleinen Dinge."

Der Lehrer - 2


Palast der Purpurwolke
Aufstieg zum Übungsplatz

Wir treffen uns am nächsten Morgen im Hotel und gehen gemeinsam mit dem Lehrer Zhong Xueyong zum Palast der Purpurwolke, der wenige Minuten Fußweg vom Hotel entfernt liegt. Der Tempel wird von Nonnen geführt oder zumindest ist ein Nonnenkloster dem Tempel angeschlossen. Noch ist uns das alles fremd, doch schon bald werden wir uns wie selbstverständlich hier bewegen, es wird zu "unserem" Tempel.
Wir begeben uns auf einen Seitenhof und lernen dort die ersten Bewegungen "Mensch und Himmel sind Eins" der Übungsreihe "Vor dem Himmel - Zurückkehren zum Ursprung".
Ja, ich finde das durchaus interessant, eine einfache Übung und nach all den Jahren mit überraschenden Wirkungen. Meister Zhong ist nett zu uns, aber so richtig spannend findet er das mit uns wohl noch nicht. Verwunderlich, dass er überhaupt mit uns arbeitet, denn inzwischen weiß ich auch, dass er der Leiter der Wudang Daoist Wushu Academy ist. Hat er nichts Wichtigeres zu tun? Anscheinend doch, denn immer wieder dudelt sein Handy und so ganz will er sich davon auch nicht lossagen.

Der Lehrer - erste Begegnung

Meister Zhong Xueyong und unsere Michaela.

Was den Lehrer anging hatte ich zwar einige Wünsche geäußert, konnte aber vor der Abreise nicht erfahren, wer uns denn nun trainieren würde. Am Nachmittagh des zweiten Wudang-Tages sollten wir unseren Lehrer treffen und den weiteren Verlauf besprechen. 16:00 Uhr in der Lobby des Hotels - da sitzt er nun, ein drahtiger junger Mann mit dünnem Bärtchen, ganz in Weiß und mit dem typischen Haarknoten der daoistischen Mönche - und telefoniert auf seinem Handy. Und telefoniert. Und telefoniert. Und als er fertig ist, klingelt das Handy der Reiseleiterin und Dolmetscherin Michaela.
Aber dann ist es soweit, zuende telefoniert, "was wollt ihr denn lernen?" Öööh - Gut dann sollen wir mit rüber gehen in die Akademie. Soviel wissen wir also schon, unser junger Mann ist Trainer in der WUDANGSHAN DAOIST WUSHU ACADEMY, die direkt neben unserem Hotel residiert. Es ist, soweit ich weiß, die einzige Schule direkt am Wudangshan, den Köstern angeschlossen. Es gibt weitere Schulen unten, in Wudangshan Dorf (Laoying), die teilweise von ehemaligen Schülern der Academy oder anderen, dem Wudangstil verpflichteten Meistern, geleitet werden.
Uns wurden von diversen Schülern und Schülerinnen verschieden Kampfstile, kurze und längere Formen, vorgeführt. Der größte Teil unserer Gruppe ist bisher aber vorwiegend "nur" Qigong - erfahren. Wenn ich mir auch das eine oder andere zugetraut hätte, in der einen Woche zu erlernen, es war eindeutig, dass die Mehrheit DAS nicht wollte. Wir gingen dann in einen Raum im Gebäude (dem man dringend mal einen Eimer Farbe spendieren sollte), wo der junge Meister uns noch Qigong zeigen wollte. Er begann mit einer Demonstration der 8 Brokate im Sitzen, tat das ziemlich lustlos und brach auch bald ab. Dann gebe es noch ein Qigong im Stehen, würde auch länger dauern und er werde nur kurz einen Teil zeigen. Und begann und machte weiter und machte weiter und die Stimmung war eindeutig und alle waren sich einig, das wollen wir lernen und das will er uns das lehren.
Die Academy und einige Schüler

die ersten Tage


das Programm hieß erst mal Besichtigung. Große Tempelanlagen, die inzwischen wieder, dank Spenden und Fördergelder, aufwändig und ordentlich renoviert werden. Schnell wurde klar, dass wir zu jener Sorte Touristen gehören, die garnicht davon begeistert sind, wenn so was schönes touristisch ausgebeutet wird. Der Wudangshan sieht im Jahr 300.000 Besucher. Davon kommen die meisten in den beiden "goldenen Wochen" Anfang Mai und Anfang Oktober. Die Wochen, in denen ganz China Uraub macht. Wir waren von solchen Scharen verschont. Wir konnten die Anlagen in Ruhe besichtigen, beschützt von jenen mehr oder weniger freundlichen Wächtern.
Das letzte Bild zeigt den Purpur Wolken Palast, jene Tempelanlage, die für die nächsten Tage unsere Heimat werden sollte.

zum Berg




Von Wuhan gehts weiter per Zug. Im Marco Polo steht der Wudangshan als Reiseziel in der Nähe von Wuhan. Es sind immerhin 550 Km, soviel zur Größe Chinas. Dementsprechend lang ist auch die Zugfahrt, aber dann, ganz plötzlich, als wir garnicht damit gerechnet hatten, waren wir da. Wudangshan Dorf, ca. 300 000 Einwohner, begrüßt uns mit einem leckeren Mittagessen. Dann mit dem Bus ind Gebirge. Wudangshan ist Weltkulturerbe, dementsprechend ist man nun bemüht, alles schön zu machen. Am Eingang - ja, es gibt einen Eingang, was bei einem Gelände von 400 qkm verwundert - wird nun ein 5 Sterne Hotel gebaut. Gut so, dann bleiben die Tourifuzzies einem oben aus den Füßen. Vom Eingang sind es noch mal ca. 25 km bis zum Hotel, die sich hauptsächlich in Serpentinen falten. Auf dem Weg liegt jener Tempel, in dem die Legende von Laomu gepflegt wird.
Es wird erzählt vom Prinzen Zhen Wu, der sich zur Selbstkultivierung in die Wudangberge zurückgezogen hatte. Als er mit den Ergebnissen seiner Bemühungen nicht zufrieden war und keine Hoffnung auf einen Erfolg hatte, machte er sich auf den Weg zurück in seine Heimat. Auf dem Weg begegnete er einer alten Frau, die eine Eisenstange an einem Stein rieb. Was sie da treibe, wollte Zhen Wu wissen. Die Alte antwortete ihm, sie wolle ihr Kleid flicken, habe aber keine Nadel, nur diese Eisenstange. Die werde sie nun an dem Stein reiben, bis sie zu einer dünen Nadel geworden sei. Da erkannte Zhen Wu den Wert der Beharrlichkeit, kehrte zurück in seine Eremitage und setzte seine Übungen fort.
(Gaby- warum sind die Bilder schwarz/weiß?)

Wuhan


Wuahn ist auf den ersten Blick fürwahr keine attraktive Stadt. Aber auf dem Weg von Shanghai nach Wudangshan ist Wuhan eine notwendige Station. Wir sind von Hangzhou aus hierhin geflogen, weiter geht es dann per Zug. Da der Flug, auf den wir gebucht waren, nicht voll genug war, hat man uns kurzerhand auf einen früheren gesetzt. Das bedeutete, so früh aufzustehen, dass im Hotel noch kein Frühstück zu bekommen war. Statt dessen gabs ein "Lunchpaket" ohne Getränk, was von niemand angenommen wurde. Gerade mal die Banane konnte man essen. Daran muss ein 4Sterne Hotel noch arbeiten.
Der örtlichen Reiseleitung in Wuhan hatte man allerdings auch nicht Bescheid gegeben über unsere frühere Ankunft. So war niemand am Flughafen, nach Telefonat sagte man uns zu, in 40 Minuten dort zu sein. Wir hätten besser zwei Taxi in die Stadt genommen, es dauerte anderthalb Stunden, bis eine ziemlich aufgelöste und nervöse junge Chinesin unsere Gruppe abholte. Sie stellte sich als Michaela vor - eine Unart bei jungen Chinesen, sich westliche Vornamen zu geben. Michaela sollte uns nun über eine Woche begleiten, von Wuhan nach Wudangshan und wieder zurück nach Wuhan.
Dass wir nach diesem misslich begonnen Tag kein sonderliches Interesse am Provinzmuseum zeigten, irritierte sie schon. Immerhin haben wir uns das historische Glockenspiel angesehen und auch angehört. Ausser uns gab es noch zwei Chinesen im Publikum, das wars.
Wir wollten raus und was von der Stadt sehen, nicht schon wieder irgendwelche touristischen Attraktionen, Was wir dann auch getan haben.



Nicht gesehen haben wir so den Gelben Kranich Turm. In Wudangshan erstand ich dann eine Kaligrafie mit einem Gedicht des berühmten Tang Dichters Li Bai (* 701 / † 762):
Der Freund nach Osten fährt, am Gelben Kranich Turm sag ich ade,
Nach Yangzhou im März umgeben von Nebel
Das Segel entschwindet ins Leere endlich
Nur den Yangtze seh ich noch fließen zum Horizont.

Übersicht der ersten Tage

am 31. Mai macht sich ein kleines Grüppchen Unverzagter auf nach China mit dem Fernziel Wudangshan. Davor soll es noch einiges zu sehen geben, sind doch die meisten zum ersten Mal im Reich der Mitte. Der Flug geht über Nacht, Ankunft in Shanghai 1. Juni vormittags. Es begann die typische Reiseleiter - Tortour. Möglichst viel in möglichst kurzer Zeit abhaken. Hotel - halbe Stunde "reicht das?" erste Besichtigung.
Um es kurz zu machen: Wir waren in Shanghai im Jadebuddha-Tempel, am nächsten Tag in der "Altsstadt" (Betonklötze mit vorgesetzten alten Fassaden) und Besichtigung des Yü-Gartens.
Weiter nach Suzhou- 45 Minuten Zugfahrt, Besichtigung eines Gartens (dafür ist Suzhou berühmt, die Gärten und die Kanäle) am nächsten Tag Besichtigung Seidenspinnerei und den nächsten Garten ( kennste einen kennste alle) und außerhalb des Programms noch eine Bootsfahrt (extra bezahlen) mit hurtiger Besichtigung eines alten Stadtviertels. Ich merk schon, mir fliegt einiges in der Reihenfolge durcheinander, ich hätte doch Tagebuch führen sollen. Vielleicht hilft mir ja einer der anderen Mitreisenden, zumal ich von den ersten Tagen kaum Bilder habe. Die Reiseleiter scheinen die alten Stadtviertel zu mögen, man nennt es wohl malerisch, ist aber in Wirklichkeit arm und runtergekommen. Einiges wird inzwischen renoviert, das ist dann in zwanzig Jahren wieder malerisch.
Weiter nach Hangzhou. Berühmt ist der Westsee und der Lingyi Tempel sowie der Anbau des berühmten Drachenbrunnentees. Was wir in Deutschland zu kaufen bekommen ist gerade mal die Herbsternte, was Chinesen sich als Kopfkissenfüllung genehmigen. Die Teekultur ist zu vergleichen mit einem guten Wein. Hangzhou hat wohl eine ziemlich gute Lage.

Reise zum Berg Wudang

Berichte über unsere Reise zum Wudangshan im frühen Sommer 2006.
Der Aufenthalt war von einem tiefen Geist der Freundschaft durchdrungen. Die nächste Reise möchte ich am liebsten schon im Herbst diesen Jahres machen. Ich plane mal so für ca.9. bis 22. Oktober. Das kann sich noch um ein paar Tage nach hinten verschieben. Besuch von Xi´an, dem Huashan und möglichst viel Zeit auf dem Wudangshan mit Taijiquan Unterricht. Allgemeine Vorkenntnisse wären ganz gut. Wer sich dafür interessiert und mehr darüber wissen will, kann per Mail anfragen.

lieblingsdisclaimer

gilt für alle in diesm blog veröffentlichten mitteilungen:
Si forte in alienas manus oberraverit hec peregrina epistola incertis ventis dimissa, sed Deo commendata, precamur ut ei reddatur cui soli destinata, nec preripiat quisquam non sibi parata.

(Falls dieser umherreisende Brief, der in unsichere Winde entsendet, aber Gott anvertraut wurde, zufällig in fremde Hände geraten ist, so bitte ich, dass er dem gegeben werde, an wen allein er gerichtet ist, und dass niemand ihn stiehlt, für den er nicht gemacht ist.)
aus dem Vorwort zum “Liber Confortatorius” (ermutigendes Buch) des französischen Mönchs Goscelin aus dem Jahr 1083.

danke